Missbrauchsstudie der DBK oder außer Spesen nichts gewesen! (2 von 5)

Wie ging man vor?

Man schrieb ein Projekt aus, bei dem sich theoretisch jeder bewerben konnte. Dies bedeutet, dass die DBK-Seite diejenigen aussuchte, die sie aussuchen wollte. Vielleicht waren die Partner schon vorher festgelegt. Wer weiß? Als Tischzierde und Brimborium setzte man eine „Kommission“ zusammen, die all das beaufsichtigen sollte. Wir lesen in der MHG-Studie (die Herausgebung stammt von uns):

„Am 28.08.2013 erfolgte eine offene Ausschreibung seitens des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) für ein interdisziplinäres Forschungsverbundprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“. In einem kompetitiven Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren, bei dem die katholische Kirche von einem wissenschaftlichen Beirat beraten wurde,“  (S. 31)

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Missbrauchsstudie der DBK oder außer Spesen nichts gewesen! (1 von 5)

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Manchmal ist DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) dermaßen wütend, dass er sprachlos wird und für eine meistens längere Zeit einschnappt. Er gehört zu den Menschen, die man nicht fürchten muss, wenn sie schreien und randalieren, sondern dann, wenn sie ganz still sind. Die Sprachlosigkeit geht manchmal in Schreiblosigkeit über. Die Thematik des sog. „Missbrauchs“ (abuse) gehört zu diesen Themen, wo DSDZ nach Worten ringt. Das deutsche Wort „Missbrauch“ ist viel zu gelinde, um all das Grauen und den Schmutz, der mit diesen Tätigkeiten zusammenhängt wiederzugeben. „Missbrauch“ ist ein Täterwort, kein Opferwort. Man sollte eher von Vergewaltigung auf Raten oder von Schändung sprechen. Das Deutsche kennt ja das Wort „Knabenschänder“, das hier zum Tragen kommt. Ein junger Mensch, ein Kind, meistens männlich, wird geschändet, verunehrt, gedemütigt, verunreinigt, gebrannt, für das ganze Leben gekennzeichnet und zwar von Männern, die für ihn Gott darstellen. Elisabeth Yore eine bekannte und versierte Anwältin und traditionelle Katholikin, die fast ihre ganze berufliche Karriere den Missbrauchsopfern der katholischen Priester gewidmet hat, schreibt sehr zutreffend, dass dies die schlimmsten Täter sind, weil sie an Gottes statt handeln und wer kann schon zu Gott „Nein“ sagen. Wie bei allen Giften spielt auch bei Sex nicht nur die Menge, sondern vor allem der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle. Eine unreine Berührung kann sich auf ein Kind wirklich traumatisierend auswirken, ein Jugendlicher verkraftet es besser, ein Erwachsener lächelt es weg. Was aber besonders weh tut, ist der Missbrauch des Vertrauens, das das Opfer einem Mann Gottes entgegengebracht hat. Eine Bekannte von DSDZ wurde vor Jahren vom Hund ihrer Tante gebissen, den sie sehr gut kannte und mochte. Weiterlesen

Maria-Wochenendbeilage: Gebet und Kampf

Madonna mit Kind italienisch

Der Sündensmog und frische marianische Luft

Im Zeiten des real existierenden Sozialismus, der natürlich existierend aber irreal war, hatten manche Berufsgruppen, welche dem sozialistischen Ideal entsprachen, ein gutes Leben. Zur Gruppe der Bestverdiener gehörten damals die Bergleute, welche nicht nur sehr viel verdienten, sondern auch ganz große Vergünstigungen außerhalb der Arbeitszeit erfuhren: Hotels, Ferienhäuser, Urlaub, Sanatorien etc. Man ging zurecht von der Annahme aus, dass ein Mann der mit 18 Jahren ins Bergwerk kommt, dort schwer körperlich mindestens 8 Stunden pro Tag arbeitet, nur Staub, Gase und Motorabgase einatmet, dass dieser Mann sich in dem Urlaub gut erholen muss, um seinem sozialistischen Vaterland das nötige Arbeitssoll weiterhin abliefern zu können. Daher hatten die Bergleute mit die besten Ferienanlagen (nach Militär und Miliz), an sauberen und gesunden Orten, damit sie wenigstens im Urlaub saubere Luft einatmen konnten, bevor sie mit Anfang 40 starben. Denn die meisten sozialistischen Bergleute atmeten die schädliche Luft nicht nur unter der Erde, sondern auch oben nachdem sie das Bergwerk verlassen hatten. Die Luftqualität in Schlesien bis 1989 war wirklich legendär schlecht, über manchen Städten herrschte dauernd eine Smogwolke und man versuchte die Wäsche gar nicht erst aufzuhängen, denn sie wurde vom Hängen allein wieder schwarz. Mutatis mutandis galt das für sehr viele Bergsiedlungen des ehemaligen Ostblocks. Diese Bergleute verstarben früh an Staublunge/Tuberkulose/Krebs oder Herzinfarkt, da sie meistens noch auch rauchten, sich fett ernährten (sie hatten ja das Fleisch) und unmäßig Alkohol tranken. Was dennoch ihre Lebenserwartung nach oben schraubte, war der Ferienaufenthalt in sauberen Regionen, wo sie ein paar Wochen im Jahr saubere Luft tanken konnten.

Was hat das mit uns heute zu tun?

Das, dass wir uns geistlich gesehen in derselben Lage befinden. Wir leben in einer vom Sündensmog verpesteten Luft, die wir innerhalb und außerhalb unserer Kirchen einatmen müssen. Manche von uns arbeiten unter Tage, wo sie dunkle Erkenntnisse über das Leben unserer Geistlichen erhalten (Stichwort: Missbrauch), welche sie anderen mitteilen müssen. Weiterlesen

Mister X., Egal wie Sie darüber denken, wie schlimm die Korruption ist, es ist noch schlimmer.

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„We are beating this horse to death“, sagt der Amerikaner, nicht mit flogging a dead horse, zu verwechseln. Das Erstere könnte man auf Deutsch bildungssprachlich und tierfreundlich mit „wir wollen das Thema vertiefen“ übersetzen. Ja, wir sind es auch leid über sodomitische Prälaten und ihre Skandale in der nachkonziliaren Kirche berichten zu müssen, weil es aber außer uns kaum jemand auf eine theologisch vertiefte Weise tut, so müssen wir dieses Los auf uns nehmen. Aber zum Erwachsenwerden gehört die Welt zu betrachten, wie sie nun mal ist. Die frommen Seelen, welche dauernd auf gloria.tv oder ähnlichen Foren ständig posten:

  • „Es ist von der Presse aufgebauscht und antikatholisch.“
  • „Es ist nicht bewiesen und vermeintlich.“
  • „Man soll nicht richten.“
  • „Es sind gute Priester, die es so schwer haben.“
  • „Es ist unsere Schuld, weil wir zu wenig für sie gebetet haben.“

wollen sich einfach der Wirklichkeit nicht stellen. Warum? Weil ihre innere heile Welt es ihnen ermöglicht katholisch zu bleiben und anderen mit erhobenen Zeigefinger moralisch zu belehren. Originalton gloria.tv: Weiterlesen

Die Banalität des Bösen. 2: Die Banalität der Sünde

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Die Banalität der Sünde

Das Böse ist banal und die Sünde ist banal. Viele Beiche hörende Priester in Ländern, wo die Menschen noch beichten, berichten, dass sie manchmal im Beichtstuhl einschlafen, weil die Sünden dermaßen langweilig sind und einander so sehr ähneln. Manche berichten sogar von dem gleichen Tonfall der Beichtenden, in etwa als würden sie sagen: „Zu Gefahren und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker“. Der Banalität der Sünden scheint die Banalität des Tonfalls und die Banalität der Einstellung seitens der Beichtenden zu entsprechen. Dabei ist hierzu zu bedenken, dass, wie der hl. Philip Neri sagte, versucht der Teufe zuerst den Sünder von der Harmlosigkeit der zu begehenden Sünde zu überzeugen, nach der Tat stürzt er ihn wegen derselben Sünde in Verzweiflung. Ein ehemaliger polnischer Oppositioneller und der spätere Minister für Arbeit Jacek Kuroń, der seit 1968 eigentlich ständig im Gefängnis saß, sagte einmal, dass nur die schwachen Menschen schlecht sind, denn es erfordert sehr viel Stärke, um gut zu sein. Dies stimmt, denn bonum, das Gute, ist meistens ein bonum arduum, also ein schwer erreichbares Gut, was wir aus unserer Reihe über die Acedia schon wissen. Kuroń sagte auch, dass die Menschen die schlimmsten Taten aus Angst heraus begehen, was wohl auch stimmt. Man hat Angst die Arbeit zu verlieren, für die Familie nicht sorgen zu können, irgendwie zurück zu bleiben, keine Karriere zu machen und man begeht die schlimmsten Taten.

Unsere Geistlichen und Bischöfe wollen doch auch dazugehören und nicht wie „fundamentalistische Frömmler“ abseitsstehen und daher heißt das Schlagwort: „Miteinander“, mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. The Goodfellows, die Jungs von der Gang, wie auch immer diese Zugehörigkeit auch heißt. Eine gute Freundin des Schreibers dieser Zeilen hatte einmal eine außereheliche Affäre mit einem Fahrer der Mafia, welche sich auf die Rückgewinnung von schwer einforderbaren Schulden spezialisierte.  In Ländern, in denen es kein funktionierendes Rechtssystem gibt, gibt es leider diese Dienstleister und Menschen, die in ihrer Not sich an sie wenden, weil sie auf den gerichtlichen Weg nichts erreichen. Wie auch immer, dieser Mafia-Fahrer, obwohl Mitte 30, dachte und handelte immer noch wie ein Heranwachsender, weil es in dieser „Beziehung“ immer nur um „die Jungs“ ging, also um andere Mafia-Mitglieder und Kollegen. Es handelte sich aber aus seiner Sicht um keine Vorwände, sondern für diesen recht einfachen Mann, hatte das, was die Gang gerade machte und zwar nicht nur beruflich, sondern hauptsächlich privat, immer die höchste Priorität.  Dem Schreiber dieser Zeilen gelang es, da andere Argumente nicht halfen, seiner Bekannten diese Beziehung dadurch auszureden, indem er sagte, dass dieser Mann niemals erwachsen werden wird und niemals irgendwelche Verantwortung übernehmen wird, weil im Alter von 15 bis 16 Jahren steckengeblieben ist, in welchem für viele normale männliche Jugendlich es tatsächlich die höchste Priorität darstellt, was die anderen Jungs tun oder denken.  Und deswegen entscheidet darüber, ob man ein Mafioso, ein Geheimdienstler oder ein Mitglied einer Geheimgesellschaft, welche auch einer Firma ähneln kann, werden kann, das psychologische Profil des Kandidaten. Es ist jemand, der immer noch ein unsicherer Junge ist, für den die anderen „Jungs“ seine einzige Familie darstellen, der er absolut alles verdankt. So jemand stellt einen perfekten Kandidaten dar, da er permanent emotional abhängig und daher erpressbar ist. Dieses Profil erklärt leider auch die verschiedenen, destruktiven Lobbies in der Kirche, hauptsächlich die Homo-Lobby.  Denn die Jungs, welche die „Jungs“ und einander „lieben“, unterstützen einander doch sehr. Aber eigentlich ist es sehr banal sich als Erwachsener wie ein Heranwachsender zu gebärden, sehr banal ist auch der homosexuelle Jugendwahn, der wahrscheinlich auch daher resultiert sich der Beute des männlichen Jugendlichen anzugleichen.

Aber wie wird man so? Wahrscheinlich liegt bei Missbrauch eine Persönlichkeitsstörung oder die höchste Form des Machtmissbrauchs vor. Bei den wenigen wissenschaftlichen Studien, welche der Schreiber dieser Zeilen zum sexuellen Missbrauch in der Kirche, aber auch zum priesterlichen Konkubinat gelesen hat, wird fast allen Beteiligten eine narzisstisch-unterentwickelte Persönlichkeitsstörung bescheinigt, wie eben diesem Mafia-Fahrer, man ist nichts, die Jungs sind alles und manche Jungs finden sich mit anderen Jungs zusammen, um sich im Bösen zu decken und zu unterstützen. Es ist schon recht einsichtig, dass ein ungebildeter Mann aus einer schlimmen Gegend nicht viele Chancen hatte, um seine Persönlichkeit zu entwickeln, aber bei Priestern lag entweder eine Persönlichkeitsstörung schon am Anfang vor und sie hätten gar nicht geweiht werden dürfen oder sie wurden so mit der Zeit, weil sie überhaupt kein geistliches Leben pflegten und ihnen keine Grenzen gesetzt wurden. Der Schreiber dieser Zeilen stellte sich oft die Frage, wie es möglich ist, dass ganz normale Menschen in manchen Situationen zu schrecklichen Taten fähig sind, z. B. das Dritte Reich, der Balkankrieg, RAF-Terrorismus, islamischer Terrorismus, sexueller Missbrauch durch Priester etc. Es scheint, dass immer gleichzeitig zwei Faktoren auftreten müssen:

  1. Die intellektuelle Rechtfertigung der Tat, in der das Böse als das Gute oder als etwas Tolerierbares dargestellt wird.
  2. Die Gewissheit ungestraft davon zu kommen.

Wird in einem gesellschaftlichen System, wie in der Terrorzeit des nachrevolutionären Russlands oder der Roten Khmer etwas per se durch die Revolution gerechtfertigt, so ist man wirklich sicher davonzukommen. Da, nach den amerikanischen Statistiken, die meisten Missbrauchsfälle in der direkten Nachkonzilszeit stattgefunden haben und sozusagen durch die Macht der Gewohnheit fortgeführt wurden,[1] so konnte dies in solch einem Ausmaß deswegen stattfinden, weil jegliche moralischen Schranken für die Täter zusammengefallen sind und die Sicht der Sünde sich immer weiter bis zur Nichtigkeit verschoben hat. Und daher konnte neulich ein französischer Bischof auf die Frage, ob Pädophilie eine Sünde sei, antworten, dass er es nicht sagen könne.[2] Denn, wenn liturgisch und doktrinär alles machbar ist, siehe Amoris laetitia, dann ist ja buchstäblich nichts mehr heilig. Und so schaute man, wie weit man gehen konnte. Und da die Bischöfe es wussten und nicht straften, so machte man weiter und tut es heute wohl auch. Auf katholisches.info gibt es den gut informierten Poster mit dem Pseudonym Adrien Antoine, der diese Zustände in Belgien beschreibt und auch in Deutschland ist es nicht anders.[3]  Wie konnte es dazu kommen? Vielleicht suchten sich viele Kleriker einen besonderen Kick für ihre banale Existenz und mit der Zeit wurde das Böse zu einer selbstverständlichen Banalität. Von der Banalität zum Bösen, vom Bösen zum Banalen.

Natürlich wird sich in diesem Kontext die Frage stellen, ob wir Kindesmissbrauch durch Kleriker für banal halten, im Sinne von

„keine Besonderheit, nichts Auffälliges aufweisend; alltäglich, gewöhnlich“[4].

Nein, wir tun es nicht und für keinen Menschen, der sich wenigsten im Raster der Gültigkeit der Zehn Gebote befindet, ist solch eine Tat überhaupt vorstellbar. Aber für die Täter, welche sich vorher jahre- oder jahrzehntelang in der Welt der eigenen, durch Porno-Konsum genährten, Phantasie aufhielten, werden die daraus resultierenden Taten nach und nach tatsächlich banal, denn selbstverständlich. Das Böse wird so böse und es geht in die eigene Natur über, dass es banal wird.

Wir werden Amoris laetitia noch wirklich eingehend besprechen, wenn wir diese unsägliche Adhortation erstmal zu Ende gelesen haben. Was dort aber besticht ist das Fehlen des Sündenbegriffes, der objektiven Norm, an dem sich das subjektive Gewissen ausrichtet. Wer hat denn keinen Sündenbegriff? Jemand, der jahrzehntelang in einer schweren Sünde lebt, für den mit der Zeit die Sünde zur banalen Normalität wurde. Leider muss es bei Papst Franziskus diese der Fall sein und bei seinen ghostwritern auch, die leider allersamt einen sehr homosexuellen-gnostischen Eindruck machen.  Wie alle Narzissten wollen sie den Anderen an ihrer eigenen Sünde Anteil geben, indem sie alles für möglich erklären, wenn es mit dem eigenen Gewissen vereinbar ist. Und was ist damit schon nicht vereinbar? Und was wollen sie damit sagen: sei böse-banal, sei wie wir, nicht besser und nicht anders. Die Sicht der Dämonen.

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/John_Jay_Report#Factors_contributing_to_the_abuse_problem

[2] http://www.katholisches.info/2016/04/06/ist-paedophilie-suende-ein-bischof-weiss-keine-antwort/

[3] http://www.katholisches.info/2013/05/11/die-grose-krise-der-katholischen-kirche-in-belgien-in-entchristlichtem-land-lebt-es-sich-gefahrlich/ http://www.katholisches.info/2015/08/17/bruegge-in-westflandern-ein-bistum-in-schnappatmung/ http://www.katholisches.info/2015/09/07/bischof-johan-bonny-antwerpen-freundlich-laut-bei-homo-still-bei-paedo/

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Banal