Tradition und Glauben

David L. Sonnier, Die Übernahme der katholischen Kirche durch den Modernismus: Kultureller Völkermord oder Selbstmord? (5 von 5)

(e) Jede Form von Propaganda, die sich gegen sie richtet. Die Medienkampagne gegen den Alten Ritus und diejenigen, die ihn (den Alten Ritus) schützen, könnte Gegenstand einer umfangreichen Studie über Propaganda sein. Am Anfang unterstützten die Inhalte der Propaganda die radikalen (aber unbefugten) Veränderungen der Liturgie, wie das Verbot des Lateinischen.  Dann verlagerten sie sich zu Themen wie „wie viel besser es uns allen dank des Zweiten Vatikanischen Konzils geht“, zu einem Zeitpunkt als die Ordensgemeinschaften kollabierten, die Berufungen einbrachen und die Kirchenbänke sich leerten. In den letzten Jahren wurde diese Propagandakampagne vom Papst selbst geleitet. Da es keine logischen Argumente mehr gibt, hat sich das Thema der Propaganda hin zu einer Entmenschlichung jedes einzelnen entwickelt, der in der Lage ist, klar darüber nachzudenken, was vor sich geht. Eine unvollständige Liste von erniedrigenden und abwertenden Beleidigungen, mit denen diejenigen etikettiert wurden, die den Alten Glauben bewahren, beinhaltet Folgendes:   – Ideologische Christen – Rosenkranztheken – Reaktionäre – Pelagianer – In sich selbst verliebte prometheische Neopelagianer Die Worte, die Franziskus an die vielen jungen Menschen richtete, die sich von der traditionellen Messe, Spiritualität und Kultur der Kirche angezogen fühlen, waren besonders hart:  „Und ich frage mich selbst: Warum so viel Starrheit? Grabe, forsche, diese Steifigkeit verbirgt immer etwas, Unsicherheit oder sogar etwas anderes. Starrhheit ist defensiv. Wahre Liebe ist nicht starr.“ [14][1] Nun, da die katholische Kultur, die Praktiken, die Andachten und die Sprache weitgehend abgeschafft sind, scheint diese besondere Propaganda-Kampagne das Ziel zu haben, den Widerstand gegen die Änderung der katholischen Lehre abzubauen. Es ist noch nicht lange her : (Schauspielerin Grace Kelly erhält die Kommunion wie Katholiken sie hatten tausend Jahre lang….vor dem II. Vatikan empfangen hatten) Schuldzuweisung Der Verlust einer Lebensweise kann durch allmähliche, natürliche Prozesse erfolgen; die Geschichte liefert uns viele Beispiele. Die Moderne, insbesondere der technologische...

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David L. Sonnier, Die Übernahme der katholischen Kirche durch den Modernismus: Kultureller Völkermord oder Selbstmord? (4 von 5)

c) jede Form des Bevölkerungstaustausches, die das Ziel oder die Wirkung hat, eines ihrer Rechte zu verletzen oder zu untergraben. Beispiele:           – erforderlicher Umzug in angemessener Entfernung zu einer traditionellen Messe           – Beseitigung des Alten Ritus durch die Versetzung eines Priesters ohne die Absicht, die lateinische Messe fortzuführen, die er für eine Gruppe von Gläubigen angeboten hat. Auch zehn Jahre nach Summorum Pontificum haben viele, die die Schwere der gegenwärtigen Krise in der Kirche kennen und verstehen, keine andere Wahl, als entweder umzuziehen oder lange Wege in ein weit entferntes „lateinisches Messzentrum“ auf sich zu nehmen. Dies ist eine Form des Bevölkerungsaustauschs.  Um Zugang zu ihrem liturgischen und kulturellen Erbe zu erhalten, werden diejenigen, die einen feindlichen Bischof nicht von der Notwendigkeit überzeugen können, die katholische Tradition in einer Kirche in angemessener Entfernung zu bewahren, zu dieser Entscheidung gezwungen. Es besteht die Wahl zwischen „Bevölkerungs-austasuch“ und „Zwangsassimilation“, die im nächsten Abschnitt behandelt werden soll. Vor Summorum Pontificum (2007) reagierten die Bischöfe oft dreist auf die Bittsteller mit dem Vorschlag, „woanders hinzugehen“.  Nun, da sie nach den Bestimmungen des Summorum Pontificum verpflichtet sind, zumindest eine gewisse Vorkehrung für diese Petenten zu treffen, wird diese Anforderung erfüllt, indem die traditionellen Katholiken an einen unsicheren oder abgelegenen Ort zusammengedrängt werden, an dem sich die von der Diözese genehmigte lateinische Messe befindet.  Dann wird irgendwann der Priester, der die traditionelle Messe anbietet, versetzt und durch einen ersetzt, der sich weigert, etwas damit zu tun zu haben.  Die Familien müssen wieder einmal eine Pfarrei finden, durch die sie Zugang zu ihrem liturgischen und kulturellen Erbe haben.  Vielleicht bedeutet das, dass man umziehen muss. Man könnte argumentieren, dass ein solcher selbst auferlegter Bevölkerungsaustausch durch diejenigen mit einer „ungesunden Bindung an die Vergangenheit“ freiwillig ist, aber die Alternative, mit der sie konfrontiert sind, besteht darin,...

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David L. Sonnier, Die Übernahme der katholischen Kirche durch den Modernismus: Kultureller Völkermord oder Selbstmord? (3 von 5)

Die Übernahme der katholischen Kirche durch den Modernismus: Kultureller Völkermord oder Selbstmord?   Vor und nach dem 2. Vatikanum, die Körpersprache sagt ALLES In Teil I dieses Aufsatzes gaben wir einen kurzen Überblick über den Zustand der katholischen Kirche vor, während und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und untersuchten die Verwendung des Begriffs „kultureller Völkermord“ zur Beschreibung der Zerstörung einer eigenständigen internationalen katholischen Kultur, die einst auf der ganzen Welt existierte.  Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (Vatikan II. – 1962-1965) war diese Kultur durch das Gebet in einer universellen Sprache, einer gemeinsamen Liturgie, einem gemeinsamen Liturgiekalender und gemeinsame Glaubensüberzeugungen über nationale Grenzen hinweg gekennzeichnet. Obwohl das unter dem Label „Traditioneller Katholizismus“ bis heute in abgeschwächter Form existiert, wurde es nach der Zeit dieses Konzils, einer Zeit, die eine anhaltende Unterdrückung dieser eigenständigen Kultur, der damit verbundenen Gebetssprache und ihrer Praktiken mit sich brachte, fast vollständig ausgemerzt.  Diese Erörterung bezieht sich nicht auf die östlichen Riten. Kultureller Völkermord Kultureller Völkermord wird definiert[1][2][3], wenn die Unterwerfung eines Volkes folgendermaßen vorgenommen wird: a) „Jedwede Handlung, die das Ziel oder die Wirkung hat, eigenständige Völker ihrer Integrität oder ihrer kulturellen Werte oder ihrer ethnischen Identitäten zu berauben“. b) „Jede Handlung, die das Ziel oder die Wirkung hat, sie ihrer Länder, Gebiete oder Ressourcen zu enteignen;“ c) „Jede Form des Bevölkerungstransfers, der das Ziel oder die Wirkung hat, eines ihrer Rechte zu verletzen oder zu untergraben;“ d) „Jede Form der Assimilation oder Integration durch andere Kulturen oder Lebensweisen, die ihnen durch Rechts-, Verwaltungs- oder andere Maßnahmen aufgezwungen werden;“ (e) „Jede Form von direkter Propaganda, die sich gegen sie richtet.“ Beispiele:           – Verursachung eines Priestermangels durch Autoritätsmissbrauch (Zwangspensionierung, administrative Versetzung, Einweisung in psychiatrische Einrichtungen oder Exkommunikation) oder Korruption der Seminare.            – Verlust von Kirchenbesitz durch den „Priestermangel“.            – Die Messe im traditionellen Ritus...

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David L. Sonnier, Die Übernahme der katholischen Kirche durch den Modernismus: Kultureller Völkermord oder Selbstmord? (2 von 5)

Komponenten der Definition des kulturellen Völkermords Wir können Komponenten der obigen Definition anwenden, um nachzuweisen, dass die Verwendung dieses Begriffs angemessen ist. Nun wird der erste Aspekt besprochen, während die restlichen vier in einem nachfolgenden Artikel behandelt werden. „Jedwede Handlung, die das Ziel oder die Wirkung hat, eigenständige Völker ihre Integrität oder ihre kulturellen Werte oder ihre ethnischen Identitäten zu berauben“. Beispiele: – Erzwungenes Verbot der katholischen Gebetssprache – Erzwungene Änderung der katholischen Gebetsgewohnheiten – Den Gläubigen ihr Recht auf ihr kulturelles Erbe und ihre Identität zu verweigern, indem sie ihre Petitionen für die traditionelle Messe ablehnen. Beispiele für den kulturellen Völkermord sind die typischerweise zitierte Unterdrückung der Sprachpraxis.[1] Bis zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils, das 1965 endete, existierte eine einzigartige katholische Identität.  Die Verwendung einer gemeinsamen Sprache für das Gebet in der ganzen Welt vor 1965 ist eine historische Tatsache.  Außerhalb der östlichen Riten, wohin auch immer man in der Welt reiste, konnte man ohne sprachliche Barriere an der Messe teilnehmen, ausgenommen das, was durch mangelnde Kenntnisse der gemeinsamen Gebetssprache verursacht wurde. Diese gemeinsame Sprache bietet eine katholische Identität in dem gleichen Sinne, wie es das Hebräisch unter den Juden tut. Da die traditionelle Messe überall in Latein gelesen wurde, brauchte man nur ein Messbuch, um in jeder Kirche an der Messe teilnehmen zu können, den Handlungen und Worten des Priesters und der anderen Katholiken zu folgen, zu beten und sogar mit Menschen aus einem anderen Land zu singen, die eine andere lebendige Sprache sprechen. Dies ist die Praxis unter den traditionellen Katholiken, aber im römischen Ritus ist sie nicht mehr allgemein gültig. Als sich 1970 weltweit herausstellte, dass die „Römisch-Katholische Messe“  unterdrückt werden sollte, wurde ein weitreichend publizierter Aufschrei von Intellektuellen, viele von ihnen englischer Abstammung und die meisten von ihnen nicht einmal katholisch, angeführt. Es lohnt...

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Roberto de Mattei, Die Wurzeln und geschichtlichen Konsequenzen des Modernismus (5 von 5)

Neo-Modernismus in der heutigen Kirche Wie weitreichend ist die Präsenz des Neo-Modernismus in der Kirche heute? Es ist schwierig, ein Seminar oder eine katholische Universität zu finden, die davor immun ist. Die Frage sollte umgekehrt gestellt werden: Welches Seminar oder welche katholische Universität ist dem Lehramt der Kirche treu? Leider ist es nicht schwierig, diese Frage zu beantworten. Der Modernismus durchdringt die Kirche, auch wenn nur wenige dies explizit behaupten. Unter ihnen ist Kardinal Gianfranco Ravasi, der in einem Artikel in der Zeitung Sole-24 Ore bekräftigte, dass die Idee bei der Grundlegung des Modernismus mit der Notwendigkeit eines kulturellen und systematischen „Aggiornamento der Analyse und Kommunikation der christlichen Botschaft verbunden sei“ und dass dieses Unternehmen „an sich nicht nur legitim, sondern notwendig war.“ In Ravasis Interpretation waren Loisy, Tyrrell und Buonaiuti „Theologen von großer intellektueller Qualität, die von der antimodernistischen Repression der Kirche angegriffen wurden.“[1] Außerdem verfasste Kardinal Ravasi ein Vorwort zu La vita di Antonio Fogazzaro[2], einem Buch von Tommaso Gallarati Scotti (1878-1940), das am 9. Dezember 1920 wegen der Verteidigung eines Autors, der schon mehrfach auf dem Index landete, dem vizentinischen Autor Antonio Fogazzaro (1842-1911), (ebenfalls) auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurde. Die Namen von Fogazzaro und Gallarati Scotti begleiten einander in den Seiten Kardinal Ravasis zusammen mit anderen Modernisten, wie Tyrrell, Loisy, Murri, Buonaiuti, von denen alle exkommuniziert wurden und an die Ravasi als Interpreten „des Ferments erinnert, das sich dann in Gesellschaft und Kultur entwickelte.“[3] Kardinal Kasper nimmt den Modernismus nicht so explizit wie Ravasi in Anspruch, aber seine philosophische und theologische Vision ist von denselben Fehlern durchdrungen. Seine Lehrer sind Schelling und Hegel, Heidegger und Rahner. Von diesen Autoren greift er die Idee einer „Erneuerung der theologischen Methode auf, in der das Werden vorherrscht, Zeit über Raum, Geschichte über Natur, Schrift über Tradition,...

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Roberto de Mattei, Die Wurzeln und geschichtlichen Konsequenzen des Modernismus (4 von 5)

Die anthropologische Verschiebung des Zweiten Vatikanischen Konzils  Kardinal Ernesto Ruffini (1888-1967), der am 9. Mai 1961 Kardinal Ottaviani schrieb, drückte sich ohne Zweideutigkeiten aus: „Ich habe es schon früher gesagt, und ich wiederhole es: Der vom heiligen Pius X. verurteilte Modernismus hat sich heute verbreitet, noch schlimmer und schädlicher als damals!“[1]  Derselbe Kardinal Ruffini hatte zusammen mit Kardinal Ottaviani Johannes XXIII., dem Nachfolger von Pius XII. im Jahre 1958, vorgeschlagen, ein Ökumenisches Konzil einzuberufen, weil er dachte, dass ein solches die Irrtümer der Zeit in definitiver Art und Weise verurteilen würde. Aber Johannes XXIII. erklärte in seiner Ansprache, die das Vatikanum II am 11. Oktober 1962 eröffnete, dass das Konzil nicht dazu einberufen worden war, um Fehler zu verurteilen oder neue Dogmen zu formulieren, sondern die immerwährende Lehre der Kirche mit einer an die neuen Zeiten angepassten Sprache vorzustellen[2]. Was tatsächlich geschah, war, dass der der pastoralen Dimension zugeschriebene Primat eine Revolution in Sprache und Mentalität hervorrief. Es war diese neue Ausdrucksweise, die laut dem jesuitischen Historiker Pater John W. O. Malley „einen endgültigen Bruch mit den vorhergehenden Konzilen signalisierte.“[3] Die Konzilsväter waren von „Experten“ oder „Periti“ umgeben, die damit betraut waren, die Schemata zu überarbeiten und neu auszuarbeiten und oft die Interventionen der Konzilsväter vorbereiteten. Viele dieser Theologen waren während des Pontifikats von Pius XII. der Heterodoxie verdächtigt worden. Das erste Ziel, das sie erreichten, war die Ablehnung der Konzilsschemata der Vorbereitungskommissionen. Die Ablehnung dieser Schemata, die laut Konzilsregulatorien die Grundlage für die Diskussion bilden sollten, signalisierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils[4]. Ein italienischer Bischof, Mons. Luigi Borromeo (1893-1975) schrieb schon während der allerersten Konzilssitzung in sein Tagebuch: „Wir sind voll und ganz im Modernismus. Nicht der naive, offene, aggressive und kämpferische Modernismus der Zeit Pius X., nein. Der heutige Modernismus ist subtiler, verschleierter, eindringlicher...

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Roberto de Mattei, Die Wurzeln und geschichtlichen Konsequenzen des Modernismus (3 von 5)

Vom Modernismus zur Nouvelle théologie Der heilige Pius X. verstand, dass er nicht mit einer  philosophische Schule verhandelte, sondern mit einer [politischen] Partei, und im Motu Proprio Sacrorum Antistitum[1] vom 1. September 1910, mit dem er den Antimodernisteneid anordnete, vertrat er auch die Hypothese, dass der Modernismus innerhalb der Kirche eine wahre und echte „Geheimgesellschaft“ bildete[2]. Ein Zeuge von „innerhalb“ der Bewegung, wie Albert Houtin, der das Ausmaß des Modernismus beschreibt, sah voraus, dass die Erneuerer die Kirche nicht verlassen würden, nicht einmal dann, wenn sie ihren Glauben verlieren würden, sondern dass sie vielmehr so lange wie möglich innerhalb der Kirche verbleiben würden, um ihre Ideen zu verbreiten.[3] „Bis jetzt“, erklärte Buonaiuti, „wollten sie Rom ohne Rom oder vielleicht gegen Rom reformieren. Es besteht die Notwendigkeit, Rom mit Rom zu reformieren; um die Reform durch die Hände derer zu führen, die reformiert werden müssen. Siehe, dies ist die wahre und unfehlbare Methode; aber es ist schwierig. Hic opus, hic labor[4]“. Aus dieser Perspektive schlug der Modernismus vor, den Katholizismus von innen her zu transformieren und das äußere Erscheinungsbild der Kirche soweit wie möglich intakt zu lassen. Scheint es möglich, sich vorzustellen, dass sich solch eine große und komplexe Bewegung ausgeliefert hätte, nachdem sie verurteilt wurde? In den Jahren nach dem Tod Pius X. war die Strategie der Modernisten, den Modernismus für inexistent zu erklären und die antimodernistische Bewegung streng zu verurteilen. Die Tendenzen der Erneuerer auf biblischem, liturgischem, theologischem und ökumenischem Gebiet entwickelten sich innerhalb der Kirche offenbar auf spontane Art und Weise, ohne irgendeine Ordnung oder Richtung, wie es bereits unter Leo XIII. geschehen war. In Wirklichkeit kursierte der Modernismus nicht nur in Büchern, sondern im ganzen Körper der Kirche und vergiftete jeden Aspekt. Dies ermöglichte der neu entstehenden „Nouvelle Théologie“, sich als eine „lebendige“ Theologie und Philosophie zu...

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Roberto de Mattei, Die Wurzeln und geschichtlichen Konsequenzen des Modernismus (2 von 5)

Der Heilige Pius X. und der Modernismus         Der Funke, der die Modernismus-Kontroverse auslösen sollte, war die Polemik, die durch das 1902 erschienene Essay von Abbé Alfred Loisy L’Evangile et l’Église ausgelöst wurde[1], das als Antwort auf die Interpretation des Christentums des protestantischen Exegeten Adolf von Harnack (1851-1930) die er in seinen Vorlesungen an der Universität Berlin vorstellt, verfasst wurde. Loisy, der die neue „historisch-kritische“ Methode auf das exegetische Feld anwendete, leugnete oder negierte den Offenbarungscharakter des Alten und Neuen Testaments, die Göttlichkeit Christi, die Einsetzung der Kirche, der Hierarchie und der Sakramente. In einer retrospektiven Analyse seiner Arbeit erklärte er, dass er „eine wesentliche Reform der biblischen Exegese, der gesamten Theologie und schließlich des Katholizismus im Allgemeinen gewollt“ habe.[2] Die Debatte wurde vom Oratorianer Lucien Laberthonnière (1862-1932), Direktor der „Annales de philosophie chrétienne“, mit dem Argument für die Notwendigkeit der Trennung des Christentums vom thomistischen Aristotelismus auf das philosophische Feld ausgedehnt, und auch von Edouard Le Roy (1870-1954), dem Nachfolger von Bergson am College de France, für den die dogmatische Wahrheit nur ein Element war, das der Praxis Orientierung gab und an sich nicht bewiesen werden konnte, sondern nur in ethisches Handeln übersetzt werden konnte. Die beiden wichtigsten Theologen der Bewegung waren zwei Priester, George Tyrrell aus Irland (1861-1909) und Ernesto Buonaiuti aus Italien (1881-1946). Tyrrell konvertierte vom Calvinismus zum Anglikanismus und dann zum Katholizismus (1879) und trat dann in die Gesellschaft Jesu ein und identifizierte die Offenbarung mit „religiöser Erfahrung“, die sich in jedem einzelnen Gewissen verwirklicht, durch welche die lex orandi die Normen der lex credendi diktiert, und nicht umgekehrt. Tatsächlich kann diese Offenbarungserfahrung „nicht von außen zu uns kommen; die Lehre kann der Anlass sein, nicht aber die Ursache.“[3] Buonaiuti war Professor für Kirchengeschichte am Seminario dell’Apollinare und Autor der Programma dei modernisti, die im Oktober...

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Roberto de Mattei, Die Wurzeln und geschichtlichen Konsequenzen des Modernismus (1 von 5)

Von Prof. Roberto de Mattei bei der Konferenz anlässlich des Studientages über „Alten und Neuen Modernismus: Die Wurzeln der Kirchenkrise“ Rom – 23. Juni 2018 Inhalt: Der Ursprung des Begriffs „Modernismus“ Der Heilige Pius X. und der Modernismus Vom Modernismus zur Nouvelle théologie Die anthropologische Verschiebung des Zweiten Vatikanischen Konzils “  Neo-Modernismus in der heutigen Kirche Der Ursprung des Begriffs „Modernismus“ Es scheint, dass der Begriff „Modernismus“ von dem belgischen katholischen Ökonom Charles Périn in seinem Werk geprägt wurde, das dem „Le modernisme dans l’Eglise“[1] gewidmet war, um unter diesem Namen einen Komplex von Fehlern zu bezeichnen, die durch den liberalen Katholizismus von Lamennais in die Kirche eindrang. 1883 entwickelte Padre Matteo Liberatore dieses Thema in einer Reihe von Artikeln in „Civiltà Cattolica“ weiter[2] . Derjenige jedoch, der dem Wort „Modernismus“ seine historische Bedeutung in dem Sinne gab, in dem wir es immer noch benutzen, war der Heilige Pius X., der den Begriff zuerst im Dekret Lamentabili[3]  vom 3. Juli 1907 und dann in der Enzyklika Pascendi[4] vom 8. September 1907 verwendete. Mit dieser Bezeichnung  wollte Pius X. die Einheit der theologischen, philosophischen und exegetischen Fehler definieren, die sich in den Jahrzehnten vor seinem Pontifikat in der katholischen Kirche verbreitet hatten. Als er Pascendi veröffentlichte, war Pius X. seit nunmehr vier Jahren im Amt, während der Modernismus schon seit einer langen Zeit ausgebrütet wurde. Um dessen Ursprung ausfindig zu machen, muss man einem ganzen „Stammbaum“ von Irrtümern  nachgehen, der vor allem in der deutschen Philosophie im 19. Jahrhundert Wurzeln geschlagen hatte. Tatsächlich leitet sich der Modernismus aus zwei Gedankenlinien ab, die dem Luthertum entstammen: dem Rationalismus von Kant und Hegel, der die Religion auf die Philosophie reduzierte, und dem Irrationalismus der „Gefühlsphilosophen“ Jacobi und Schleiermacher, der die Religion mit einem Gefühl (Empfindung) des Göttlichen identifizierten. Aber der Modernismus ist mehr...

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„Modernismus ist an allem schuld“ oder ein Kommentar zu Roberto de Mattei

Wir wollen hier in Abschnitten einen absolut herausragenden Aufsatz von Roberto de Mattei Die Wurzeln und geschichtlichen Konsequenzen des Modernismus vorstellen, welcher als Vortrag bei der Konferenz „Alter und neuer Modernismus: Die Wurzeln der Kirchenkrise“ abgehalten wurde, welche am 23. Juni in Rom stattfand. Dieser Aufsatz wurde auf Englisch bei onepeterfive.com veröffentlicht und hervorragend von unserem davillatollkuehn übersetzt, dem wir herzlich danken. Wir haben noch gewartet, ob vielleicht katholisches.info sich diese Mühe machen wird, welches einen viel weniger interessanten Aufsatz von Bischof Fellay von der SPPX veröffentlichte, aber wir mussten uns doch selbst die Mühe machen.  Nur jemand, der sich mit der intellektuellen Seite der jetzigen Apostasie längere Zeit befasst, wie DSDZ zum Beispiel, ist in der Lage die Einfachheit, Stringenz, Tiefgründigkeit und noch einmal Einfachheit des Aufsatzes zu würdigen. DSDZ ist wirklich begeistert, denn ähnliche Qualität, die einen späteren Zeitraum abdeckt, ist nur bei Msgr. Spadafora und seinem Werk Die „neue Theologie“ oder „Sie glauben gewonnen zu haben“ zu finden. Danken wir Gott für Roberto de Mattei! Dennoch wird sein Aufsatz nur für eine Minderheit unserer Leser verständlich sein, weil er eine gewisse Vorbildung benötigt. DSDZ wurde sehr oft vorgeworfen, dass er mit Absicht unverständlich redet oder schreibt, damit „dieser einfache arbeitende Mann oder das einfache Mütterchen, welches den Rosenkranz betet“ ihn nicht versteht. Als hätte DSDZ einen Leckerbissen, den er einem springenden Hund vorhält jedoch so, dass dieser Hund ihn nicht zu fassen bekommt. Ja, Wissen ist Macht und Bildung ist es auch. DSDZ hat es niemals mit Absicht getan und er dachte immer, sich unterhalb eines gewissen Niveaus zu befinden, während er wohl immer zu hoch war. Bei dieser Thematik ist Folgendes zu berücksichtigen: Nicht jeder kann alles verstehen. Nicht alles ist auch einer einfacheren Ebene 1:1 wiederzugeben. Bildung ist eine Sportart, einfach für diejenigen, die es können....

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Hilary White, Et Tu, Benedicte? (Einige abschließende Gedanken zu Joseph Ratzinger)

Geschrieben am 12. März 2018 in The Remnant von  Hilary White Übersetzung der Zitate ins Deutsche vom Übersetzer Anmerkung der Redaktion [von The Remnant]: In einem Brief vom 11. März, unterschrieben vom emeritierten Papst Benedikt XVI und adressiert an Msgr. Dario Vigano, Präfekt des vatikanischen Sekretariats für Kommunikation, bietet der frühere Papst, wie berichtet wird, eine leidenschaftliche Verteidigung von Papst Franziskus gegen die Behauptung, ihm fehle eine theologische und philosophische Ausbildung. In aller Deutlichkeit bekräftigt dieser Brief, der Benedikts Unterschrift trägt, dass „es eine innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten gibt‟. Ob Benedikt diesen Brief tatsächlich geschrieben hat oder nicht, er gibt Veranlassung für eine Reihe schwerwiegender Fragen, die dringend beantwortet werden müssen, bevor die Geschichte das Buch über diese commedia diabolica schließt. Unser Dank gilt der Kolumnistin von The Remnant, Hilary White, die im Folgenden die wichtigsten Inhalte zusammengefasst hat. MJM Kürzlich fragte mich der Herausgeber eines „konservativen‟ katholischen Magazins ob ich daran interessiert sei einen Artikel über den Rücktritt Papst Benedikts vor fünf Jahren beizutragen. Ich lehnte ab und sagte ihm, dass ich mir moralisch sicher sei, dass alles, was ich dazu zu sagen hätte, nicht mit seinen redaktionellen Richtlinien vereinbar sein würde. Fünf Jahre ist es her, und ich habe bemerkt, dass wesentlich weniger Menschen darüber sprechen, was für ein „mutiger‟ Akt es war, das Pontifikat aufzugeben. Die Konsequenzen dieses Aktes waren so haarsträubend, dass sehr wenige Leute noch bereit sind, höfliche Bemerkungen darüber zu machen, selbst Leute, die größtenteils mit Franziskus einverstanden sind. Tatsächlich möchten fünf Jahre nach der Resignation von Papst Benedikt die katholischen Gläubigen meist wissen, warum; warum entscheidet sich ein Papst – ein Mann mit Jahrzehnten an naher und persönlichen Erfahrung mit dem „Schmutz‟ in der Kurie und in der gesamten Kirche – plötzlich, zu gehen? Wie konnte er sich entscheiden, wegzugehen in dem Wissen, dass seine Aufgabe noch nicht erfüllt war? Zu...

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Hilary White oder die katastrophal-benediktinische Wochenendbeilage

In der Zeit als DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) noch Die Zeit las, um seine Deutschkenntnisse auf dem Laufenden zu halten, wunderte er sich über den Umfang dieser Wochenzeitschrift, sowie über die Leute, welche wirklich die Zeit haben innerhalb des Wochenendes oder der ganzen Woche Die Zeit wirklich zu lesen. Dies ist ihm auch mehrmals gelungen, da diejenigen, die während der Woche einen Lesehunger aufbauen sich am Wochenende auf Gedrucktes stürzen können. Wir planen zwar keine regelmäßigen Wochenendbeilagen, dennoch wollen wir ab und zu längere Texte am Samstag voröffentlichen. Und so präsentieren wir den ausgezeichneten Text von Hilary White, zu welchem unserer eigener Beitrag Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“ lediglich ein Vorwort bildete. Wir bringen es radikaler auf den Punkt, aber Hilary White gebührt der Anfangsruhm, da sie die ganze Vorarbeit geleistet hat. Worum geht es? Darum, dass wir endlich, liebes katholisches.info, mit der Benedikt-Legende aufräumen müssen. Es gab keinen konservativen „lieben“ Benedikt, es gab einen Progressiven, der im Jahre 1964 stehengeblieben ist und so zu einem „Konservativen“ wurde. „Konservativ“ bedeutet in diesem Kontext, rechts von Küng aus gesehen. Aber das ist noch längst nicht katholisch. Wenn Hilary White „Et tu, Benedicte“ titelt, so spielt sie sicherlich auf Cäsars letzte Worte an, der unter den Verrätern seinen Ziehsohn Brutus entdeckte und verwundert ausrief: „Und Du auch Brutus?“ Da dieses Et tu Brute in allen Lehrbüchern als ein Fallbeispiel des Vocativus angegeben wird, so geben wir hier mit deutscher Gründlichkeit den Vokativ Benedicte anstatt des englischen Benedict wieder, wie es im The Remantant steht, um jeglicher Vokativ-Missachtung vorzubeugen. Ja, ja, lieber Kinder, wenn ihr die lateinische Deklination schleifen lasst und nicht schön aufesst, dann kommt das Dritte Vatikanische Konzil! Benedikt ist also ein Verräter?, werden manche fragen. Natürlich ist er das, antworten wir. Wer sonst hat uns den Bergoglio...

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Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

Die jetzige Lage Am Montag den 12.03.2018 brachte das Portal onepeterfive eine Nachricht, welche dem letzten Benedikt-Fan das Herz brechen wird. Unter Berufung auf mehrere, einander ergänzende Quellen gibt Maike Hickson, die Journalistin des Portals, bekannt, dass es Papa emeritus Benedikt XVI. war, welcher bei einem Mittagessen mit Kardinal Schönborn, während der unseligen Synode über die Familie im Jahre 2015, zusammentraf, um zwischen Schönborn und dem deutschsprachigen Gremium, welches erfolgreich die Kommunion für Ehebrecher pushte und Kardinal Müller, seinem Schüler, zu vermitteln. Kurz und gut: wir verdanken es Benedikt, dass Müller nicht intervenierte und später den Überraschten spielte. Benedikt hat uns also nicht nur den Papa Bergoglio, sondern auch Amoris Laetitia eingebrockt, welche von einem Mann veröffentlich wurde, dem Benedikt, der „Startheologe des Vat. II“, eine „gründliche philosophische und theologische Bildung“ zuerkennt. Nein, Sie sind nicht im falschen Film und dieser Brief ist auch keine Fälschung. Benedikt XVI. hat ihn tatsächlich geschrieben und weist darin selbst auf eine „innere Kontinuität“ zwischen den beiden Pontifikaten hin. Es gibt Benedikt-Fans da draußen, welche alle Argumente ablehnen werden, die gegen ihr Idol gehen, indem sie sagen werden: „Dieser Brief ist nicht echt.“ „Man hat ihn gefälscht.“ „Der arme Benedikt fürchtet um sein Leben.“ „Er steht unter Drogen und weiß nicht, was er sagt.“ „Es ist ein göttliches Geheimnis, das wir, kleine Würmer, nicht ergründen können.“ Das stimmt aber alles nicht, denn wenn man den Verstand, eine große Gabe Gottes, einschaltet, dann lautet die konsistente Antwort auf all diese Ungereimtheiten so, dass Benedikt einfach selbst zu der modernistischen, kirchenzerstörerischen Mafia gehört, die Ansichten von Bergoglio teilt und selbst ein guter Teamplayer ist....

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Placuit Deo oder die Vorbereitung der Proskriptionslisten (2 von 3)

Das dritte Kapitel von Placuit Deo ist ein Füllsel, dies bedeutet es enthält Wahrheiten mit Banalitäten vermischt, um den Leser einzulullen und irgendwie an den Inhalt zu gewöhnen und den kommenden Schlag zu vermindern. Wirklich alle nachkonziliaren Dokumente ab Sacrosanctum Concilium bis Amoris Laetitia haben diese Eigenschaft, dass sie äußerlich rechtgläubig wirken, aber den Worten und theologischen Begriffen eine andere Bedeutung beilegen. Das Lehramt vor Vat. II hat wirklich oft die verwendete Sprache als solche verurteilt (DH 2600, 3886 4871 2814 2876, 2913, 3139, 3140, 3894, 3499, 3879), welche in häretischer Absicht dazu führen sollte zu verwirren und zu verklausulieren oder zu „rahnerisieren“. So lesen wir Breve »Eximiam tuam« an den Erzbischof von Köln, 15. Juni 1857 bei der Verurteilung der Schriften Günthers: Auch werden Wir nicht mit Schweigen übergehen, daß in den Büchern Günthers die gesunde s p r a c h l i c h e Form aufs schwerste verletzt wird, so als ob man die Worte des Apostels Paulus [2 Tim 1,13] oder jene vergessen dürfte, die Augustinus nachdrücklich zu bedenken gab: »Uns ist es heilige Pflicht, nach einer bestimmten Maßgabe zu reden, damit die Willkür bei den Worten nicht auch in Bezug auf die Sachen, die durch diese bezeichnet werden, eine gottlose Meinung erzeuge«. (DH 2831) Aber die Meister der sprachlichen Verwirrung nach dem Motto: nach links blinken und nach rechts abbiegen waren natürlich die Modernisten, deren Ansatz in der Enzyklika Humani generis (1950) von Pius XII. verurteilt wurde. Die Unterstreichung stammt von Dem Schreiber Dieser Zeilen. Was aber die Theologie betrifft, so ist es die Absicht mancher, die Bedeutung des Dogmas möglichst auszudünnen und das Dogma selbst von der in der Kirche seit langem gebräuchlichen Ausdrucksweise und von den bei den katholischen Lehrern geltenden philosophischen Begriffen frei zu machen, damit in der Darlegung der katholischen...

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Correctio filialis Nachtrag 1: Modernismus

Was ist der Hintergrund von Amoris Laetitia? Eine Häresie, natürlich. Welche denn? Die des Modernismus, welche diejenige Häresie darstellt, die im 20 Jhdt. vor dem Vat. II am häufigsten verurteilt wurde. So ist der Thematik des Modernismus mindestens 20% des Denzingers gewidmet, Modernismus, der im Dekret des Hl. Offizium Lamentabili (1907) (DH 3401-3466) und in der Enzyklika von Pius X. Pascendi (1907) (DH 3475-3500) ausdrücklich verurteilt wurde. Obwohl diese beiden Lehrschreiben sich ausdrücklich mit Modernismus befassen, so ist kaum ein magisterialer Akt nach 1907 vorhanden, der nicht auf die eine oder andere Art und Weise zu Modernismus Bezug nimmt. Eine zusammenfassende Verurteilung ist in der Enzyklika Humani generis (1950) vom Pius XII. (DH 3875-3899) vorhanden. Was ist aber der Modernismus wirklich? Es ist der Versuch die katholische Lehre so umzuändern, dass sie dem modernen Geist entspricht. Ist es nicht das, was das Konzil wollte? Praktisch ja, theoretisch nein. Es wollte angeblich nur die unveränderlichen Wahrheiten in einer modernen Sprache verkünden, was die unveränderlichen Wahrheiten so in Mitleidenschaft zog, das sie gleich mit verändert wurden. Eines der schockierendsten Erlebnisse im Leben des Schreibers dieser Zeilen war die Lektüre der Verurteilungen des 19 Jhdt. zusammen mit der Einsicht, dass all das, was verurteilt wurde, jetzt als richtig, wenigstens in der akademischen Welt, gelehrt wird. So werden also unsere Priester ausgebildet, damit sie ja nicht daran glauben, was sie vorgeben zu glauben. Der Modernismus hat das nachkonziliare Lehramt auch unterspült, aber erst durch Amoris Laetitia ist er zum Ausbruch gekommen. Da die Lüge keine Kraft hat und niemanden überzeugt, deswegen sieht der Zustand unserer Kirche, unserer Gemeinden und unserer Geistlichen so aus, wie er aussieht. Eine Kostprobe gefällig. Hier ein verurteilter Satz aus dem Lamentabili (1907): 41. Die Sakramente bezwecken lediglich, die stets wohltuende Gegenwart des Schöpfers ins Gedächtnis des Menschen zurückzurufen. (DH 3441)...

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Benedikts Brief oder How I abandoned Your mother

Ausgangslage – die Kinder verlassen Für alle, die sich nicht in modernen Fernsehserien auskennen. Der obige Titel ist eine Anspielung auf die amerikanische Sitcom How I met Your mother (HIMYM)– „Wie ich eure Mutter kennenlernte“, in der ein Vater in vielen, vielen Sitzungen und wohl Jahren (die Serie lief 9 Jahre lang) seinen Kindern erzählt, wie er deren Mutter traf. Die Serie HIMYM ist absolut nicht zu empfehlen und man muss junge Leute bedauern, die mit ihr aufwachsen und dann solch eine Vorstellung von Liebe, Freundschaft und Ehe hegen werden. How I abandoned Your mother bedeutet im o.a. Titel „Wie ich Eure Mutter verlassen habe“. Der Text von Ann Barnhardt „Der Brief eines abwesenden Vaters an seine Kinder“, den wir bald in der deutschen Übersetzung von davillatollkuehn vorstellen werden, ist dermaßen treffend und ergreifend, dass er wirklich Tränen in die Augen treibt....

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (2) Die Wahl der richtigen Philosophie.

Die wahre und richtige Philosophie als das theologische Gefährt Warum ist aber die Theologie des Leibes so schlecht? Erstens darum, weil sie ihr philosophisches Fundament Personalismus und Phänomenologie bilden. Die richtige oder falsche Philosophie macht eben was aus. Obwohl die von Gott geoffenbarten Inhalte des Glaubens übernatürlich sind und daher geoffenbart werden, d.h. sie befinden sich in der Heiligen Schrift, so bedient sich der Mensch, um die Glaubenswahrheiten darzulegen einer menschlichen Sprache, welche als Sprache der Philosophie die letzten Gründe der Welt und seiner Existenz im Lichte des Verstandes darlegt. Diejenigen von uns, die keine Philosophie studiert haben oder Fachphilosophen sind (denn es gibt auch diese) sind sich wahrscheinlich nicht darüber im Klaren, wie sehr Philosophie unser Lebensbild prägt, denn solche Begriffe wie Materie, Ursprung, Natur, Seele, Zweck etc. sind philosophische Begriffe, welche verschieden in verschiedenen philosophischen Systemen definiert werden. So bedeutet „Materie“ im Neuplatonismus ein beinahe Nichts, beim Aristoteles den ungeordneten Stoff (hyle), der auf die ihn prägende Form wartet, im Positivismus oder Materialismus bedeutet sie ein dreidimensionales, messbares Etwas.  So wie man nach der Uhrzeit gefragt: „Wie viel Uhr ist es?“  mit der Frage: „Wo denn?“ antworten sollte, so kann man ebenso die Sinnfrage mit dem Gegenfrage nach dem jeweiligen philosophischen System beantworten. Welche Philosophie ist denn die beste? Diejenige, die am besten und mit den wenigsten Widersprüchen die Wirklichkeit abbildet. Was ist die Wirklichkeit? Das, was die jeweilige Philosophie dafür hält. Ist das nicht ein Teufelskreis? Ja und daher braucht man die Offenbarung und nicht jede Philosophie ist mit der göttlichen Offenbarung und dem katholischen Glauben kompatibel, was schon der erste christliche Philosoph, Justin der Märtyrer herausstellte.[1] Philosophie war schon immer pluralistisch, ist es immer noch und wird es immer sein. Dies war schon Platon klar, welcher sich in der Zeit der widersprüchlichen, philosophischen Meinungen nach einem...

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