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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden (47). Vereinigung und Exstase sind wahr

Erlebt man das Gebet der Vereinigung und die davor erfolgenden Ekstasen, so ist es unmöglich daran zu zweifeln, dass diese Erlebnisse wirklich sind. Die ersten Traktate über das mystische Leben wurden vor den griechischen Kirchenvätern mit der stoischen Terminologie wiedergegeben (z.B. Clemens Alexandrinus oder Origenes), welche das Wort heksis verwendeten, das einen quasi ein gebrannten …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (39). Quellenbelege zum Gebet der Ruhe (ii)

Wozu das alles? Bei der Lektüre der heutigen Quellenbelege zum Gebet der Ruhe stellt sich natürlich die Frage, wozu ein „normaler Mensch“ dieses detailliertes Wissen braucht? Die Antwort ist recht einfach: Um falsche Privatoffenbarungen von richtigen Privatoffenbarungen unterscheiden zu können. Um feststellen zu können, ob eine Person dermaßen im geistlichen Leben fortgeschritten ist, dass ihr Wirken …

Richtlinien und Quellen der Mystik

Leider sind die meisten Menschen, die sich mit Thema Mystik befassen und vielleicht selbst über ein spirituelles Leben verfügen, völlig irrational. Das ist aber schlecht, denn in der mystischen Entwicklung gibt es genau solche Richtlinien wie beim Raketenbau und -start. Berücksichtigt man manches nicht, dann stürzt die Rakete ab, was Elon Musk schon mehr als …

Mystik als Gottesbeweis

Mystik ist ein Gottesbeweise, daher wird sie geleugnet und als natürlicher Zustand dargestellt. Diese Sichtweise, mit der Pater Poulain SJ in seinem Werk polemisiert, war schon unter den Theologen des ausgehenden 19 Jhdts. anzutreffen, wenn auch sie recht verdeckt vertreten wurde. Oft betrachtete man mystische Zustände semipelagianisch als fortgeschrittene asketische Zustände, zu den eigentlich jeder …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (37) 6. Hauptkennzeichen der mystischen Vereinigung (iii) Gibt es Mystik?

Mystik ist neben Wunder ein Gottesbeweis. Wenn es mystische Erlebnisse gibt, wenn diese wirklich übernatürlich sind, dann gibt es Gott, dann gibt es die spirituelle Dimension, die nicht materiell ist. Daher werden sowohl die Wunder als auch mystische Zustände, wie auch schließlich die Gottesbeweise geleugnet. Wenigstens seit der Aufklärung, wo man die ganze Religion und …

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (43). Über den göttlichen Geist (vi). Man sollte sich vor Täuschung fürchten.

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) ist seit kurzem auch Facebook, wo er zwar wenig Zeit verbringt, dennoch aber feststellen konnte, dass es Katholiken gibt, die behaupten Visionen zu haben und diese offenherzig mitteilen. Dem Inhalt dieser Mitteilungen oder dem Aussehen ihrer Webpage nach zu urteilen, kann es sich unmöglich um von Gott kommende Visionen handeln. …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (26) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (16) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iii). Quellen zum Gebet der Einfachheit.

Sollte DSDZ die Frage beantworten, was er für das Alleinstellungsmerkmal seines Bloges hält, so würde er antworten, dass dieser Blog wirklich praktische Anweisungen zum inneren Leben enthält, sowie theologische Beiträge aus der Innenansicht eines gläubigen Menschen, der die Verbindung zwischen Gebet, Dogma und Liturgie gleichsam organisch spürt und darlegt. Denn worum geht es im Leben? …

Neue Kategorien: Aszetik und Mystik

  Bene docet qui bene distinguit – „gut lehrt, wer gut unterscheidet“, sagt der wohl vorkonziliare Lateiner. Da alle Ordnung (ordo) von Gott ist und alle Unordnung vom Widersacher, daher kann man nicht gut und ausreichend genug unterteilen, systematisieren und ordnen. Je mehr Wissen, desto mehr ist es von Nöten. Die verachtende oder wutschnaubende Ablehnung …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (8) Kapitel 1: Was ist Mystik? (3)

Augustin Poulain SJ zieht zurecht eine scharfe Grenze zwischen Mystik und Aszetik. Die Letztere beinhaltet alles, was der Mensch von sich aus tun kann, um Gott näher zu kommen, sprich: Gebet- und Tugendleben. Mystik hingegen ist all das, was bei manchen Menschen von Gott her getan wird. Man kann sich, wie bereits besprochen, mystische Erlebnisse …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (6) Kapitel 1: Was ist Mystik? (1)

Am Anfang erfolgt eine bildhafte Definition der Mystik, welche sowohl von der literarischen als auch von der mystischen Begabung des Autors zeugt. Es sei hier für alle Mal festgehalten: mystische Zuständen und Erfahrung sind laut katholischer Theologie niemals selbstgemacht, sondern ein reines Geschenk Gottes. Man kann sie sich also weder erarbeiten, noch zurecht phantasieren oder durch …

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. Inhaltsverzeichnis (2)

Anbei stellen wir das Inhaltsverzeichnis des zu präsentierenden Buches vor, damit sich jeder die Meinung darüber bilden kann, ob es wirklich lesenswert ist. Zum Kardinal Bona sollte man schreiten, wenn man die ignatianische Geistesunterscheidung einigermaßen kennt und beherrscht. Während nämlich der hl. Ignatius von Loyola in seinen Exerzitien Schwarz von Weiß trennt und auch das …

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. Eine Einleitung über den Mangel an Seelenführern (1)

Wenn jemand in den deutschsprachigen Ländern beichtet, dann hat er zwar den Vorteil alle Zeit der Welt zu haben, weil außer ihm kaum jemand kommt, aber er hat auch den Nachteil, dass er zu 98% auf einen Priester trifft, der entweder keine Ahnung vom geistlichen Leben hat, weil er selbst keins führt oder er führt …