Immer wieder Benedikt XVI. – diesmal die Juden-Frage

2.bl_royal_6_e_vi_f._396v__0

Wie gloria.tv  in Berufung auf kathpress.at berichtet, hat der Immer-Noch-Papst Benedikt XVI. einen völlig unnötigen Aufsatz in Communio darüber veröffentlicht, dass der Alte Bund doch nicht aufgehoben wurde.

Hat er nichts Besseres zu tun als solch einen Unsinn zu schreiben?

Anscheinend nicht, denn in der Kirche sieht es nur rosig aus. Denn wem haben wir Franziskus zu verdanken? Jawohl, dem guten, alten Benedikt. Mit der „Juden-Frage“ haben wir uns bereits beschäftigt und die Aufhebung der Substitutionstheorie durch Benedikt ist einfach falsch. Denn wäre sie richtig, dann hätten sich:

  1. keine Juden zu des Heilands Zeiten bekehren müssen,
  2. keine Apostel und Jünger zu Christus bekehren müssen,
  3. keine Judenchristen zum Christentum bekehren müssen,
  4. keine Judenmission wäre möglich gewesen.

Falls wir die Richtigkeit von 1. bis 4. annehmen samt des Missionsbefehls Christi, dann ist die Judenmission nach wie vor aktuell: sowohl nach 1948 (Gründung des Staates Israels) wie nach 1962-1965 (Vatikanum II). Dies ein kurzer Kommentar von DSDZ zum ungelesenen Aufsatz von Benedikt XVI., denn DSDZ hat Besseres zu tun als sich diesen Schmarrn durchzulesen.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (27). Wahre göttliche Offenbarung untrüglich feststellbar.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Wenn Gott sich jemandem offenbart, dann gibt er ihm die untrügliche Gewissheit, dass Er es ist. Kardinal Bona stellt in den unten angeführten Texten eine Reihe von Heiligen, die ein untrügliche Gabe der Herzensschau hatten und denen man nichts vormachen konnte. Warum ist es theoretisch möglich, dass man eine solche Gewissheit erlangt? Weil:

  1. Gott die Wahrheit (veritas) und wahrhaftig (verax) ist.
  2. Seine Offenbarung wahr ist.
  3. Die menschliche Seele auf Wahrheit ausgerichtet ist.
  4. Gott sich Menschen offenbart, die Seiner Offenbarung würdig sind.
  5. So trifft die Wahrheit Gottes auf einen wahrheitsfähigen Grund.
  6. Und die Gewissheit entsteht.

Weiterlesen

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (5 von 6)

b835d8038da7b8184404c31e7fee8560--medieval-art-christian-art

Ja, bezüglich der Anhänglichkeit an Privatoffenbarungen hat sich seit 1970 nichts geändert. „Nur ein Wunder kann uns retten“, meinen manche, doch es kommt nicht. Wir haben bereits darüber geschrieben, dass es naiv ist und wir halten hier nichts von Privatoffenbarungen, auch nichts von den kirchlich anerkannten. Wenn Sie treu ihr Tridentinisches Brevier beten, samt den täglichen Auxilium christianorum Gebeten, so bekommen Sie selbst einen dermaßen großen Gnadenschub, dass sie von keinen Privatoffenbarungen abhängig werden. Gott wird durch die Gnade ihre Seele so formen, dass Sie sogar in der tiefsten Nacht nicht verzweifeln werden.  Die Hilfe kommt wirklich nicht von außen, nur von innen. Sie müssen sich auf einen langen, bergoglianischen und nachbergoglianischen nuklearen Winter einstellen und da brauche Sie jede Gnadenhilfe, die sich nur bekommen können.

Flucht in Visionen und Apokalyptik 

Mit seinen kritischen Äußerungen über Erscheinungen und charismatische Bewegungen hatte der Papst die Glaubenswelt dieser Gruppe an einem empfindlichen Punkt verletzt. Denn folgendes gehört zur Signatur ihrer Religiosität: In der Kirche heimatlos oder fremd geworden und in die Opposition gegen den Großteil der Hierarchie und des Klerus getrieben, sucht sie ihre Zuflucht in einer „mystischen Frömmigkeit“, deren Komponenten neben dem Festhalten an allen Gütern der katholischen Tradition aus drei Faktoren besteht. Es ist einmal der Drang nach einer Steigerung der himmlischen Position und der Vollmachten Mariens. Es ist weiter das ekstatische Element, das sich in einer unübersehbaren Fülle von Marienerscheinungen, Visionen und Offenbarungen äußert. Es ist schließlich die apokalyptische Erwartung, die mit einem dicht bevorstehenden Strafgericht über die verdorbene Menschheit und die treulose Kirche und dem Sieg Christi rechnet.

Maria, die Gottesmutter, Herrin der Welt und der Kirche und Mittlerin des Heils, erscheint in den letzten 120 Jahren massenhaft und spricht zu den Gläubigen. Aber das Schreckliche ist, daß die offizielle Kirche nur ganz wenige Erscheinungen und auch diese nur widerwillig auf Drängen der Gläubigen anerkannt,  alle anderen verworfen hat. Damit begibt sie sich in Opposition zu Maria, verachtet und ignoriert sie. Das ist eine Provokation der Gottesmutter und sie weint über ihre Kirche und ruft sie beschwörend zur Buße und Umkehr und legt ihr Forderungen auf und verkündigt ihr und der ganzen Welt bei Nichterfüllung das Gericht Gottes. So wurden die Erscheinungsorte zu Zentren der innerkirchlichen Résistence. Wunder aller Art, Heilungen, Sonnenzeichen beglaubigen sie, und die Botschaften Mariens und die Zeugnisse der Seher werden verbreitet und gläubig aufgenommen. Solche illegalen Wallfahrtsorte sind u. a. Garabandal in Spanien, San Damiano in Italien, Turzovka in der Slowakei, Eisenberg im Burgenland, Heroldsbach und Pfaffenhofen in Bayern, Gascons in Frankreich, St. Bruno in Kanada, Fort Kent in USA.

Aus diesen Zentren erschallt unermüdlich der Ruf Mariens. Dazu kommt der vielstimmige Chor von Kundgebungen Jesu oder Mariens durch Visionäre und Stigmatisierte (P. Pio). Sie sind ebenso wie die sonstigen Augenzeugenberichte der, meist kindlichen, Seher und Seherinnen arg naiv und primitiv. Ein Großteil besteht aus religiösem Kleinkram und sehr ichbezogenen Mahnungen Mariens, sie doch ja gebührend zu ehren, widrigenfalls eine „furchtbare Katastrophe“ unausbleiblich sein werde. Aber je und je kann man aus ihnen auch die von der Opposition gegen die Kirche vorgetragenen Klagen und Forderungen vernehmen, und sie bekommen nun ein besonderes Gewicht, weil sie nicht mehr aus dem Mund irrfähiger Menschen kommen, sondern von der Gottesmutter selbst aufgenommen und proklamiert wurden.

Etwa:

„Die Kirche ist in großer Gefahr und liegt durch die Verfolgung im Todeskampf und scheint ausgerottet zu werden in dieser modernen, dämonischen, gottlosen Welt. Die göttliche Geduld ist darum bald zu Ende“ –

„Ich muß schmerzlich zusehen, wie viele ewig verloren gehen, weil ich durch die Ablehnung der Priester den in Sünde gefallenen Menschen nicht mehr heraushelfen kann“ –

„Nun hat der furchtbare Frevel und die Gotteslästerung durch das Entfernen der beiden Statuen aus der Kirche (in Eisenberg) ihren Höhepunkt erreicht, obwohl mein unbeflecktes Herz fast vor Schmerz zerbricht“ (8, Dezember 1968) –

„Die Macht des Dämons ist so groß, daß sie selbst die höchsten Sphären der Hierarchie erfaßt, und um die Welt noch zu retten, sind mein göttlicher Sohn und ich gezwungen, wieder auf die Erde zu kommen“ (5, September 1968).

Die Gottesmutter selbst tritt in die Arena gegen die „Amtskirche“ und das ganze Treiben der Reformer und Progressisten. Wird sie von ihnen gehört? Nein, „ihre Stimme verhallt. Die Kirche kennt ihre Forderungen nicht, ja unterschlägt sie“ (9). Wie soll das weitergehen? Die Zeichen stehen auf Sturm. „Wir stehen vor dem Abgrund. Das baldige Eingreifen Gottes ist unvermeidlich“ (9). Apokalyptische Vorstellungen greifen um sich. Hatte Hitler als das antichristliche „Tier“ (Offb. 13) mit dem Anschluß Österreichs an Deutschland den „Christlichen Ständestaat“ und damit die Keimzelle eines neuen Heiligen Reichs zerstört, so

„vollendet heute der Progressismus das, was der Nationalsozialismus nicht zu zerstören vermochte. Denn dieser ist es, der mit dem wieder geheilten Tier gemeint ist und die eine katholische Kirche zu liquidieren berufen ist“.

Aber Maria, die Frau mit der Sonne bekleidet, wird

„über die alte Schlange und ihren Anhang letzten Endes doch den Sieg davontragen“. (10. Februar 1969)

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (4 von 6)

b835d8038da7b8184404c31e7fee8560--medieval-art-christian-art

Ja, der Papst. Im Jahre 1970 gab es nur einen, wir haben gar zwei, davon einen Antipapst, wie es so ist. Es liegt wirklich etwas sehr Tragisches darin, diesen Glauben der Katholiken an ihren Papst, sprich Paul VI., aus der heutigen Perspektive, wo wir mehr über ihn wissen, zu verfolgen. Derjenige, dem sie am meisten vertrauten, hat sie am meisten verraten. Was man über Paul VI. Montini liest, lässt auf einen areligösen, humanistisch interessierten, linken Homosexuellen schließen. Jean Guitton, der mit ihm seine „Dialoge“ führte hat Paul VI. als einen „völlig weltlichen Menschen“ bezeichnet. Guitton schreibt wörtlich:

„Mit wurde klar, wie sehr laizistisch [weltlich] sein Denken ist. Man hatte bei ihm den Eindruck nicht mit einem Geistlichen, sondern mit einem Weltmenschen zu tun zu haben, der unerwarterter Weise zum Papstamt erhoben worden ist“.  (Jean Guitton, Paul VI secret , 1979).

Ja, es scheint wirklich zu stimmen, dass mit der Homosexualität, der ausgelebten Homosexualität, die vielen Personen bekannt war, welche mehrmals dazu geführt hat, dass Montini erpresst wurde. Warum war er so zaudernd? Warum so widersprüchlich? Warum so hysterisch? Warum waren ihm die Hände gebunden? Darum. Wenn man noch dazu die Fotos des späten Paul VI. mit seinen früheren Bildern vergleicht, so scheint es sich kaum um demselben Menschen zu handeln.  Man braucht sich dabei gar nicht auf den schweizer Exorzismus oder andere Privatoffenbarungen zu berufen, denn angeblich hat die CIA die Stimme des Papstes aufgenommen, welche ganz anders war, als die Stimme des „anderen“ Pauls VI.  Sollte es auch einen Doppelgänger gegeben haben, dann war doch der echte Montini für das Konzil und die Neue Messe verantwortlich, weil diese gänzlich seinen theologischen Ansichten entsprachen. Vielleicht hat er zu sehr gejammert und wurde ausgetauscht. Alles möglich, denn die Fotos anderer nachkonziliaren Päpste weisen solche Änderungen nicht auf. Deswegen soll durch die kommende Kanonisation des „seligen“ Pauls VI. ein Sarg über die Untersuchungen zum echten Montini gelegt werden. Traurig, traurig.

Weiterlesen

Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

svu6mdzhxwzci8fxaaof

Die jetzige Lage

Am Montag den 12.03.2018 brachte das Portal onepeterfive eine Nachricht, welche dem letzten Benedikt-Fan das Herz brechen wird. Unter Berufung auf mehrere, einander ergänzende Quellen gibt Maike Hickson, die Journalistin des Portals, bekannt, dass es Papa emeritus Benedikt XVI. war, welcher bei einem Mittagessen mit Kardinal Schönborn, während der unseligen Synode über die Familie im Jahre 2015, zusammentraf, um zwischen Schönborn und dem deutschsprachigen Gremium, welches erfolgreich die Kommunion für Ehebrecher pushte und Kardinal Müller, seinem Schüler, zu vermitteln. Kurz und gut: wir verdanken es Benedikt, dass Müller nicht intervenierte und später den Überraschten spielte. Benedikt hat uns also nicht nur den Papa Bergoglio, sondern auch Amoris Laetitia eingebrockt, welche von einem Mann veröffentlich wurde, dem Benedikt, der „Startheologe des Vat. II“, eine „gründliche philosophische und theologische Bildung“ zuerkennt. Nein, Sie sind nicht im falschen Film und dieser Brief ist auch keine Fälschung. Benedikt XVI. hat ihn tatsächlich geschrieben und weist darin selbst auf eine „innere Kontinuität“ zwischen den beiden Pontifikaten hin. Es gibt Benedikt-Fans da draußen, welche alle Argumente ablehnen werden, die gegen ihr Idol gehen, indem sie sagen werden:

  • „Dieser Brief ist nicht echt.“
  • „Man hat ihn gefälscht.“
  • „Der arme Benedikt fürchtet um sein Leben.“
  • „Er steht unter Drogen und weiß nicht, was er sagt.“
  • „Es ist ein göttliches Geheimnis, das wir, kleine Würmer, nicht ergründen können.“

Das stimmt aber alles nicht, denn wenn man den Verstand, eine große Gabe Gottes, einschaltet, dann lautet die konsistente Antwort auf all diese Ungereimtheiten so, dass Benedikt einfach selbst zu der modernistischen, kirchenzerstörerischen Mafia gehört, die Ansichten von Bergoglio teilt und selbst ein guter Teamplayer ist.

Weiterlesen

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (3 von 6)

b835d8038da7b8184404c31e7fee8560--medieval-art-christian-art

Den unten angeführen Argumenten und Invektiven ist wirklich nichts zuzufügen. Es hat sich nichts verändert. Antipapst Franziskus zeigt mit seiner Luther-Briefmarke, dass es sich wirklich um die Protestantisierung des Katholizismus handelt und durch das Vat. II gehandelt hat. Die Vorwürfe von 1970 stimmen. Abbé Georges de Nantes ist DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) ein Begriff, er hat auch Auszüge seiner Schriften gelesen, findet sie aber sehr haßerfüllt und was das Meritorische anbelangt, übertrieben. Paul VI. hat, unseres Erachtens, keine sententia haeretica im eigentlichen Sinne im forum externum verkündet, wie keiner der Päpste bis Antipapst Franziskus und seiner Amoris Laetitia. Wie man bei Kurt Hutten nachlesen kann, war insbesondere in Frankreich einiges los. Menschen gingen wirklich auf die Barrikaden. Es ist kaum anzunehmen, dass in Februar 2018 jemand, der sich als katholisch bezeichnet, wirklich sagen kann, dass sich seit 1970 alles zum Guten gewendet hat. Dieser Illusion gaben sich mehrheitlich die englischsprachigen Neukonservativen hin, wie sie treffend Hilary White beschreibt, welche dem Narrativ von dem „entführten Boot Petri“ glaubten bis sich der „konservative“ Papst Johannes Paul II wieder ans Ruder setzte. Wie wir jetzt sehen, gab es nach Vat. II keine konservativen Päpste und Bergoglio ist nicht zufällig entstanden. Der Weg der jetzigen Zerstörung wurde ihm durch die vorhergehende Zerstörung geebnet. Wir sind ungefähr in der Stalin-Ära mit den Moskauer Prozessen, welche vielen Linken außerhalb der Sowjetunion die Augen öffneten, sofern sie noch einen Kopf ohne eine Kugel hatten. Schlimm, schlimm. 

Den Bischöfen und Priestern wird vorgeworfen, daß sie die Hauptschuld an dem furchtbaren Glaubensschwund tragen. Um ihre ökumenische Gesinnung zu beweisen und sich bei den Protestanten salonfähig zu machen, geben sie die Lehre von der alleinseligmachenden Kirche auf und treiben einen Ausverkauf an katholischen Wahrheiten und laufen den Protestanten nach. Den Traditionalisten ist das ein Greuel. Jedes Paktieren riecht für sie nach Verrat. Darum verübelten sie es Paul VI. schwer, daß er nach Genf reiste. Sie halten streng an den alten Verdammungen der Reformation fest. Die Reformationskirchen sind für sie nicht „Kirchen“, sondern Religionsgemeinschaften und die evangelischen Pfarrer werden betont als „Religionsdiener“ bezeichnet. Für die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ besteht zwar unverhohlene Sympathie, aber sie beruht nur auf Gemeinsamkeiten der Frontstellung, nicht der Glaubenssubstanz. Der katholische „Ökumenismus“ gilt als Frucht einer Glaubenserweichung und Auftakt einer völligen Kapitulation. Wache Katholiken fragen sich, wann der „ökumenische Taubenschlag“ Niederaltaich ins protestantische Lager übergeführt wird. Bei den Theologen

„dreht sich alles nur noch um die Menschen und da in der Hauptsache um die Protestanten, damit sie mit unserem entleerten Glauben einverstanden sind“ (6, Oktober 1968).

Aber die Protestanten denken nicht daran, auch ihrerseits Konzessionen zu machen. Sie stehen

„lächelnd mit über dem Bauch gefalteten Händen dabei und schmunzeln ob der Selbstzerstörung der katholischen Kirche“

und muntern die Progressisten auf:

„Mehr noch! Ihr habt noch nicht genug aufgegeben. Wir haben Zeit. Wir warten, bis ihr Katholiken protestantisch geworden seid“ (4, August 1968).

Ein Großteil der Bischöfe hat sich „auf den Weg zur Reformation gemacht“ und „die Zeitbombe, die Luther legte, ist krepiert“ (6, Oktober 1968).

Muß man sich das alles gefallen lassen? Sind nicht alle treuen katholischen Christen verpflichtet, den Sturz in den Abgrund zu verhindern? Es wird zum Widerstand getrommelt:

„Wir sind keine ‚fromme Flaschen’; wir sind mündige Laien; wir werden auftreten, reden, mahnen, ob es gelegen ist oder nicht, damit der Diabolus in der Kirche entlarvt wird“ (7, November 1968).

Das geschieht denn auch. Kardinäle, Bischöfe, Theologieprofessoren, Pfarrer, kirchliche Institutionen werden einer erbitterten Kritik unterzogen. Dabei wird eine Sprache gebraucht, die oft selbst die einfachsten Gebote der Höflichkeit vermissen läßt. Damit werden auch von dieser Seite Beiträge zum viel beklagten Zerfall der kirchlichen Autorität geliefert. Schon zeigen sich Ansätze, die zur offenen Sezession führen können. Die rechtgläubigen Katholiken werden aufgefordert, die „zersetzenden“ Kirchenblätter zu meiden. „Ich zerreiße die Pfarrbriefe und streue sie in der Kirche umher“ (4, August 1968). Es wird auch berichtet, daß die Gottesdienste progressistischer Priester gemieden werden.

„Mit fünf oder sechs Personen flüchte ich jeden Sonntag in die Muttergottes-Kapelle, um dort in Ruhe mit dem alten Gebetbuch Gottesdienst zu feiern“ (8, Dezember 1968).

Die Gläubigen werden ermuntert, keine Beiträge für den Bau moderner Kirchen zu zahlen, dafür treukatholische Werke zu unterstützen. Sie werden gebeten, die Namen „jener Priester und Kirchen, die noch echt römisch-katholisch geblieben sind“, an die Redaktion von „Das Zeichen Mariens“ zu melden, damit sie „auf persönliche Anfragen hin von uns treuen Abonnenten entsprechende Auskunft geben“ kann.

Wenn aber keine solchen Priester erreichbar sind? Hier entsteht eine schwere Not.

„Der Priester ist unersetzlich. Wir kommen nicht ohne Priester aus. Die ganze Sakramentenlehre fordert ihn. Die progressistischen Priester haben alle Hebel in ihrer Hand. Ihre Presse, ihre Arbeitsgemeinschaften, Treffen, Räte, ihre Haltung, ihre Allüren, ihre Sarkasmen zerstören, sie zerstören. Was bleibt uns also anderes, als die einzig katholische Lösung zu suchen: kommen wir, wenn auch stöhnend, ohne den Priester aus“ (9, Januar 1970).

Es wird empfohlen, überall Gebetsgruppen zu bilden und vereint „in den noch würdigen Gotteshäusern vor dem Allerheiligsten Sühneandachten“ zu halten (7, November 1968). Diese Andachten sind in Wirklichkeit Protestandachten und es wird bereits die Frage gestellt, wie weit die Gehorsamspflicht der Gläubigen gegenüber der Kirche reicht. Antwort:

„Wo die Kirche Gott nicht mehr gehorcht, ist der Gläubige vom Gehorsam gegen die Kirche entbunden; denn man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen (Apg. 5,19)“ (8).

Unter Berufung auf dieses Schriftwort setzte sich der französische Abbé Georges de Nantes über das Verbot des Erzbischofs Marty hinweg und lud zu einer Massenversammlung am 28. Februar 1969 in Paris ein, um über das Thema zu sprechen: „Ist der neue französische Katechismus häretisch oder nicht?“. Dr. E. Gerstner meinte dazu:

„Ein mutiges und entschlossenes Exempel wird hier statuiert, andere werden ihm folgen. Das Maß ist voll“ (10. Februar 1969).

In den französischen Konflikt griff Rom ein. Der Abbé, einer altadeligen Offiziersfamilie entstammend und mit sieben jungen Theologen in St. Parresle-Vaudes (Aube) nach der harten Ordensregel von Charles de Foucauld lebend, ist als zündender Redner in Massenversammlungen und Herausgeber der Zeitschrift „La Contre-Reforme catholique au xx. siècle“ ein Wortführer der Traditionalisten in Frankreich. Am 15. August 1969 gab die Heilige Kongregation für die Glaubenslehre im Osservatore Romano bekannt, daß sie seine Schriften geprüft, ihn selbst zweimal angehört und danach gebeten habe, seine Irrtümer und seine Häresieanklagen gegen Paul VI. und das Konzil zurückzunehmen. Er habe das aber kategorisch abgelehnt und damit seine sämtlichen Schriften und Tätigkeiten „disqualifiziert“.

„Und der Heilige Vater soll dazu seinen ‚Segen’ gegeben haben?“ fragt „Das Zeichen Mariens“ (4/5, August/September 1969) verwundert. Das Urteil der Traditionalisten über den Vatikan ist sehr kritisch. Progressisten und schwankende Gestalten seien dort die Wortführer. Nur wenige aufrechte Männer seien noch vorhanden, vor allem Kardinal Ottaviani.

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (1 von 6)

b835d8038da7b8184404c31e7fee8560--medieval-art-christian-art

Wir wollen die Prädestinations-Reprobationspredigt des hl. Leonard von Pont Mauritius ein wenig mit dem Beitrag von Kurt Hutten auflockern, obwohl man wirklich nicht sagen kann, ob dies ein leichteres Thema ist. Kurt Hutten ist ein Protestant und daher gewohnt, dass man sich spaltet und jeder Protestant mit seiner Bibel sozusagen selbst seine Kirche bildet. Katholiken sehen das anders, Katholiken spalten sich nicht.

Warum eigentlich nicht?

Weil man aus der Geschichte gelernt hat, dass eine Abspaltung von der Kirche immer im Untergang endet, was zuletzt die Altkatholiken erlebten und jetzt viele Sedisvakantisten erleben. Interessanterweise boten die Medien den konservativen Katholiken im Jahre 1970 kein Podium und heute eigentlich auch nicht, was wirklich interessant ist, da seit den Talkshows der 1990-ger jedem möglichen Spinner medialer Raum gewährt wird. Natürlich gab es im Jahre 1970 nur das Staatsfernsehen, welches, wie wir jetzt erfahren, sehr einseitig informierte. Warum? Weil dieselben Kräfte (FM?) das Fernsehen steuerten, welche das Konzil vorwärts trieben. Anders ist dieses Vorgehen ja nicht erklärbar und zeugt von fehlender Objektivität des Staatsfernsehen, Verzeihung, der „öffentlich-rechtlichen“ Medien. Deswegen kennt kaum ein Mensch die Argumente der Traditionalisten, weil diese seit 1970 nirgendwo zu Wort kamen.

Weiterlesen

Splendor Missae oder wenn man es nicht selber macht….

Missa_tridentina_002

Es ist wirklich sehr schwer jemandem die Schönheit und den Glanz der wahren katholischen Liturgie, d.h. der Alten Messe, zu zeigen, weil sie so gut wie nirgends in ihrer Fülle eines Pontifikalamtes in einer schönen Kirche stattfindet. Wenn Kardinal Burke irgendwo hin kommt, dann wird kurz eine Barockkirche „angemietet“ oder vielleicht auch umsonst zur Verfügung gestellt und die Gläubigen strömen wie in ein Konzert. Ja, ja das ist natürlich auch narzisstisch – Cardinal Burke on tour. Es werden Anzeigen aufgegeben mit dem Text:

 In der Kirche so  und so wird die Heilige Messe aufgeopfert von Hwd. Dr. Dr. hab Soundso in der Begleitung der Schola dirigiert von Soundso.

Das ist natürlich richtig, denn die Messe ist auch ästhetisch ein Genuss oder sollte es einer sein, wenn sie im richtigen liturgischen Ambiente zelebriert werden könnte. Was steht uns aber zur Verfügung? Kurz zur Verfügung gestellte Novus Ordo Kirchen oder Kapellen, die so lokalisiert sind, damit sie keiner findet oder ebenfalls abgeschabte Kirchen oder Kapellen der Ecclesia Dei Gemeinschaften oder der FSSPX. Der Schreiber dieser Zeilen konnte es nicht verstehen, wie es möglich ist, dass man um den Wert der Hl. Messe weiß und ihr keinen würdigeren Raum sichern möchte. Diese schlechte Kirchenmusik, diese narzisstischen Priester, die darauf warten, dass man ihnen die Hände abküsst und diese „Mia san mia“-Selbstzufriedenheit. Wie geht das? Weiterlesen!

Kirche gegen Anti-Kirche oder Hilary hat recht 

da952dcfba389a5da26fb77d193a8f6b

Wir stellen hier in der kongenialen Übersetzung von Eugenia Roth einen Aufsatz von Hilary White vor, der so viel Tiefgang und Impact, wie man neudeutsch sagt, hat, dass er sicherlich an Wirkung ihrem Aufsatz Raus aus dem Kaninchenloch nicht nachsteht. Dieses Essay zeigt auch, wie gut die Schreibpause Hilary getan hat. Hilary bringt etwas auf den Punkt, was wenige spüren und ganz wenige verbalisieren können. Und zwar, dass in einer von Anarchie besetzten zerbröckelten Welt eine heile, konservative Kirche nur eine Fassade ist, die Bergoglio nach und nach mit der Abrissbirne abbaut. Dies wird ihr modernistischer Pfarrer um die Ecke mit der bürstenschnittigen Pastoralassistentin Ihnen auch bestätigen, es dennoch ein wenig anders formulieren. Er sagt:

Eine moderne Kirche hat sich der modernen Welt anzupassen!

Die Grundprämisse ist hier aber ganz falsch, denn die Kirche hat sich an gar nichts anzupassen, da sie, wie Christus und seine Jünger, nicht von dieser Welt ist (Joh 17,16; 15,19). Weiterlesen!

Warum so viele homosexuelle Priester oder das umgekehrte Prinzip (5 von 6)

35c1bd6cc4038bc0bf6cc591f3e2c86b

Vom Nichts ins Nichts

Wenn wir annehmen, dass jeden Priesteramtskandidaten, der aus unlauteren Motiven die Weihe anstrebt, der Dämon Asmodeus am Tag der Weihe zu fassen bekommt, so stehen die Chancen dieses Dämons besser als jemals zuvor und zwar durch die folgenden Umstände:

Fehlendes spirituelles Leben

Je ungeistlicher ein Geistlicher wird, sollte er das Amt auch aus lauteren Motiven angestrebt haben, desto mehr regt sich in ihm das Fleisch, die Begierde und die Konkupiszenz, da er durch sein Amt von den Mühen der körperlichen Arbeit, welche eine asketische Wirkung ausübt, verschont bleibt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass die größte Verweltlichung der Kirche, die mit und nach Vat. II einsetzte eine Welle der sodomitischen Perversion mitbrachte, welcher früher wirklich in diesem Maße nicht vorgefallen ist. Was will ein Sünder?

a) Dass er seine Sünde vor sich selbst rechtfertigt.

b) Dass er seine Sünde von Anderen rechtfertigt.

c) Dass seine Sünde von Anderen gutgeheißen wird.

d) Dass seine Sünde als Tugend dargelegt wird. Weiterlesen