Vultum Domini und Cor orans werden schon längst umgesetzt oder die kurze Pressesschau

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Während wir unsere Übersetzungen der Analysen von Hilary White zum Thema Zerstörung der kontemplativen Frauenorden vorbereiten, wollen wir kurz unseren eigenen Beitrag zitieren sowie vorstellen, was die anderen dazu schreiben. Im eigenen Beitrag Vultum Domini quaerere oder es geht ums Geld! schreiben wir:

Obwohl Hilary White sehr gründlich und analytisch denkt, sowie keine Angst hat die Konsequenzen der bergolianischen Gesetze zu Ende zu denken, so hat sie doch etwas übersehen, was eigentlich jedem offensichtlich ist, der über ein Mindestmaß an krimineller Energie verfügt.

Warum soll es den kontemplativen Orden an den Kragen gehen?

Weil dies Geld einbringt […]

Die kontemplativen Frauenorden: die Klöster sind alt (Antiquitätenmarkt), in guter Lage (Immobilienmarkt), mit Landbesitz (Bauland) und diese „naiven“ Frauen werden sich nicht allzu sehr wehren, wenn man ihnen sagt, dass der „Gehorsam dem Papst und der Kirche gegenüber es verlangt“.

Zwar haben Vultum Domini querere und Cor orans die rechtlichen Rahmen dazu erschaffen, aber, wie Hilary White anhand des Karmeliterordens beweist, hat man seit den 1990-gern das praktiziert, was sich in Vultum Domini wiederfindet: schrittweise Ausblutung und Umerziehung der kontemplativen unbeschuhten Karmeliterinnen.  Wie aber Peter Seewald auf kath.net darlegt, praktiziert die Erzdiözese München ihr zerstörerisches Vorgehen gegen die Frauenorden seit langem. Jetzt soll das Kloster der Franziskanerinnen im oberbayerischen Reutberg zerschlagen werden. Das also, was dem St. Brigitta-Kloster in Altomünster wiederfuhr, ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Eine Regel die, seit 1962 anhält, wohl alle deutschen Frauenklöster betrifft, wovon wir leider nichts wissen, weil diese Dinge nicht an die Öffentlichkeit kommen. Aber die betenden Stände, insbesondere die kontemplativen Frauenorden, stellen das Rückgrat der Kirche dar, siehe „Die Kirche braucht Nonnen“ auf summorum-pontificum. Deswegen müssen diese wegfallen, damit der Rest an Spiritualität wegbricht. Womit soll man das vergleichen? Mit einer Feuerstelle im Dschungel. Erlischt das Licht, dann kommen die Tiere – sprich die Dämonen. Das Licht wurde immer weniger durch die Brevierreformen von Pius X. angefangen bis zu der unseligen Konzilsreform. Es wird immer weniger Licht produziert, jetzt soll es völlig verlöschen, damit die Mächte der Finsternis, die nicht umsonst so heißen, überhand nehmen können. Und wie soll man das ausgleichen? Sie müssen mehr beten, hauptsächlich das lateinische Brevier. Es ist nicht wichtig, dass Sie es nicht verstehen die Dämonen verstehen es schon, wie ein Wüstenvater seinem Schüler sagte. Und nichts hat sich geändert:

  • Häretische Bischöfe – wie in der arianischen Krise,
  • Das gläubige Volk zieht in die Wüste – Entstehung des Ordenswesens durch die Wüstenväter,
  • Dämonen
  • Brevier
  • Seufz!

 

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Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

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Die jetzige Lage

Am Montag den 12.03.2018 brachte das Portal onepeterfive eine Nachricht, welche dem letzten Benedikt-Fan das Herz brechen wird. Unter Berufung auf mehrere, einander ergänzende Quellen gibt Maike Hickson, die Journalistin des Portals, bekannt, dass es Papa emeritus Benedikt XVI. war, welcher bei einem Mittagessen mit Kardinal Schönborn, während der unseligen Synode über die Familie im Jahre 2015, zusammentraf, um zwischen Schönborn und dem deutschsprachigen Gremium, welches erfolgreich die Kommunion für Ehebrecher pushte und Kardinal Müller, seinem Schüler, zu vermitteln. Kurz und gut: wir verdanken es Benedikt, dass Müller nicht intervenierte und später den Überraschten spielte. Benedikt hat uns also nicht nur den Papa Bergoglio, sondern auch Amoris Laetitia eingebrockt, welche von einem Mann veröffentlich wurde, dem Benedikt, der „Startheologe des Vat. II“, eine „gründliche philosophische und theologische Bildung“ zuerkennt. Nein, Sie sind nicht im falschen Film und dieser Brief ist auch keine Fälschung. Benedikt XVI. hat ihn tatsächlich geschrieben und weist darin selbst auf eine „innere Kontinuität“ zwischen den beiden Pontifikaten hin. Es gibt Benedikt-Fans da draußen, welche alle Argumente ablehnen werden, die gegen ihr Idol gehen, indem sie sagen werden:

  • „Dieser Brief ist nicht echt.“
  • „Man hat ihn gefälscht.“
  • „Der arme Benedikt fürchtet um sein Leben.“
  • „Er steht unter Drogen und weiß nicht, was er sagt.“
  • „Es ist ein göttliches Geheimnis, das wir, kleine Würmer, nicht ergründen können.“

Das stimmt aber alles nicht, denn wenn man den Verstand, eine große Gabe Gottes, einschaltet, dann lautet die konsistente Antwort auf all diese Ungereimtheiten so, dass Benedikt einfach selbst zu der modernistischen, kirchenzerstörerischen Mafia gehört, die Ansichten von Bergoglio teilt und selbst ein guter Teamplayer ist.

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Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (2 von 6)

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DSDZ (Dem Schreiber dieser Zeilen) wird klar, dass er sich sozusagen als Neo-Traditionalist in der traditionalistischen Tradition befindet, denn die unten angeführten Invektiven können auch aus seiner Feder stammen. Nichts hat sich geändert, die Reaktion auf die Zerstörung ist dieselbe, obwohl wir im Jahre 2018 nicht den direkten Vergleich zu der vorkonziliaren Zeit haben.

Haben die Traditionalisten von damals übertrieben?

Nein! Hat es etwas gebracht? Nein. Die Apostasie schritt weiter voran und die Zahl der Kirchenaustritte auch. Jetzt werden Pfarreien zusammengelegt aufgrund des Priester- und Gläubigenmangels und wer am besten sanieren kann, wird Bischof, wie neulich in Würzburg. Sicherlich war es das Werk des Bösen, des Dämons in der Kirche, der damit weitermacht. Was uns aber aus der heutigen Perspektive überraschen mag, ist die Tatsache wie wenig all diese Geistlichen in ihrem Glauben verwurzelt waren, wenn sie mit Wonne die Rosenkränze zerissen, die Marienfiguren rauswarfen, von den Reliquienschreinen ganz zu schweigen. Das hat doch keine Tatarenhorde vollbracht, sondern Priester. Wie sehr müssen sie schon damals Gott gehaßt haben. Traurig, traurig. 

Zwischen Kritik und Rebellion

Die für den Separatismus anfälligen Gruppen verwerfen die vom Zweiten Vatikanischen Konzil eingeleiteten Reformen mit unüberbietbarer Schärfe. Daß es Bann und Exkommunikation ablehnte und Kompetenzen auf die nationalen Bischofskonferenzen übertrug, waren „prächtige Vorarbeiten“ für das Wirken des Bösen in der Kirche. Daß es auf eine Wiederholung marianischer Dogmen und die Dogmatisierung der Mittlerschaft Mariens verzichtete, war „Teufelsdienst“ („Das Zeichen Mariens“, 7, November 1968). Progressisten seien die Hauptberater des Konzils gewesen und hätten „den Boden für unser Elend“ geschaffen. Die Früchte des Konzils seien augenfällig:

„Verwirrung, Niedergang von Moral und Glaubensleben, der Heiligenverehrung, des Sinnes für Anbetung, Beichte und Buße“ (6, Oktober 1968).

Den Bischöfen wird vorgeworfen, daß sie „den Glauben nicht mehr ernst“ nehmen. Sie dulden die „progressistische Pressetyrannei“ in den Kirchenblättern. Sie lassen es zu, daß in ihnen

„immer mehr Unsinn gegen den bisherigen römisch-katholischen Glauben zusammengeschwatzt wird“ (7, November 1968),

während die treuen Katholiken mundtot gemacht werden. Sie erlauben die Verbreitung häretischer Katechismen wie der französischen und besonders der holländischen. Der besondere Zorn richtet sich gegen Kardinal Bernhard Alfrink und gegen den „Protektor der Häretiker“ Kardinal Julius Döpfner.

Die progressistischen Theologen – Männer wie K. Rahner, Schillebeeckx, H. Küng und Th. Sartory – sind „die gefährlichsten Zerstörer der katholischen Substanz“. Sie werden als „Termiten-Theologen“ und „Gummi-Theologen“ bezeichnet, die eine „Wischi-Waschi-Theologie“ lehren (4, August 1968). Sie würgen eine Glaubenswahrheit um die andere ab: Jungfrauschaft Mariens, Engel, Teufel, Christi Gottessohnschaft und Gegenwart in der heiligen Eucharistie, Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft. Sie pöbeln über Heilige und Wunder und Marienerscheinungen und preisen ihren Abbau katholischer Lehren als Beweis ökumenischer Gesinnung. Sie sind Ratten, die  den katholischen Glauben in ein kahles Skelett zerfressen haben. Der Katholikentag in Essen, auf dem die Auswirkungen dieser Theologie sichtbar wurden, war „infernalisch“ und „ein einziger Skandal“. Der Teufel braucht heute keinen Atheismus mehr als Waffe gegen die Kirche; er hat sich der Theologen bemächtigt und sie werden auch noch von kirchlichen Geldern bezahlt!

„Das gläubige Volk ernährt seine Henker! Wie lange dauert noch unsere Geduld?“ (8, Dezember 1968)

Von den Theologen ermuntert, werden die jungen Priester aufsässig gegen die Bischöfe. Von ihrer religiösen Einstellung wird ein düsteres Bild entworfen: Diese „Freidenker-Priester“ beten den theologischen Neuerern nach, machen sich über die Volksfrömmigkeit lustig, predigen offen oder versteckt gegen den Beichtstuhl und sitzen lieber im Auto als im Beichtstuhl und in unzähligen Tagungen, wo sie alles reformieren möchten (9, Januar 1969).

„Kapläne sammeln in Schulklassen Rosenkränze ein, um sie als ‚Kerzenschluckerrequisiten’ ostentativ wegzuwerfen“ (8, Dezember 1968).

Sie vertauschen ihre priesterlichen Gewänder mit saloppem Zivil, führen mit der Jugend kesse Sex-Gespräche, sind flotte Tänzer, bagatellisieren sexuelle Sünden und fordern gar die Abschaffung des Zölibats. Aber wer bürgt bei einem verheirateten Priester für die Wahrung des Beichtgeheimnisses? Und welcher Katholik, dessen ästhetisches und religiöses Empfinden noch intakt ist,

„kann die heilige Kommunion aus der Hand eines Mannes empfangen, der eben aus dem Ehebett kommt, wo er vielleicht vor wenigen Minuten noch Zärtlichkeiten mit seiner Frau austauschte?“ (4, August 1968).

Ein nicht geringerer Greuel sind die Änderungen und Experimente in der Liturgie. Die Einführung der Volkssprache anstelle des Lateinischen in der Messe fördert den Zerfall der Weltkirche in Nationalkirchen. Verdächtig ist auch, daß „nahezu alle häretischen Bewegungen den Gottesdienst in der Volkssprache forderten“ (Grundsatzerklärung der Una-Voce-Gruppe Maria München). Hinter der Entfernung der heiligen Eucharistie vom Meßaltar steckt die Absicht, daß

„der leiblich gegenwärtige Herr zuerst in den Winkel gestellt, dann aus dem Hauptraum der Kirche, schließlich aus der Kirche überhaupt entfernt werden soll“.

Bei der Messe versus populum kehrt der Priester Gott den Rücken und das ist eine „Beleidigung Gottes“ (a.a.O.). Daß die Kommunion nicht mehr nur kniend, sondern auch stehend und in die Hand empfangen werden kann, ist ebenfalls ein Zeichen der Ehrfurchtslosigkeit. Dadurch und durch viele andere Änderungen wurde im Zug der Liturgiereform das „mysterium fidei“ abgeschafft.

Der neue „Ordo Missae“, am 3. April 1969 von Paul VI. unterzeichnet, wurde von Dr. E. Gerstner mit einem „Non possumus“ beantwortet und der italienische Traditionalist Domenico Celada erklärte, daß die hier vorgesehene „Mini-Messe“ gegen das Dogma sei und „manifeste Irrtümer“ enthalte. Unterschriftenlisten für Protestierende wurden vom Immaculata-Verlag in Umlauf gesetzt, tausendfach unterschrieben und von Traditionalisten in England und USA übernommen. Theologische Gutachten schürten das Feuer; eines derselben machten sich auch die Kardinäle Ottaviani und Bacci zu eigen und übergaben es dem Papst. Während der römischen Bischofssynode tagte am 10.-15. Oktober 1969 auch ein Traditionalisten-Kongreß in Rom und sagte dem „Ordo Missae“ den Kampf an. In den Verhandlungspausen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, „auf dem Korridor vor Presse, Funk und TV ihren Gefühlen Luft zu machen. Worte wie ‚Häresien’, ‚Apostasie’, ‚Schismatiker’, ‚Sektierer’ schwirrten durch die Luft, wie auch unser größtes Schimpfwort ‚Progressisten’“ (8, Dezember 1969).

Die Traditionalisten sehen in allen diesen Neuerungen teuflische Kräfte am Werk. Vielfältig ist ihre Anklage. Marienandachten werden stiefmütterlich behandelt, Marienaltäre und Statuen aus der Kirche entfernt, Prozessionen eingeschränkt. Im Rheinland fand ein Leser unter 17 besuchten Kirchen nur noch sechs, in denen die heiligen Messen

„grundsätzlich in der lateinischen Kultsprache gefeiert werden, die von den zerstörenden häretischen Kultformen verschont geblieben sind“,

und er klagte: In Rußland haben gottlose Bolschewiken die Altäre entweiht oder zerstört, und

„im christlichen Abendland sind es die Priester, verräterische Priester, die dieses diabolische Werk vollendet haben“ (8).

Auch die modernen Kirchenbauten sind entsakralisiert. Sie sind nicht mehr Stätten der heiligen Gottesgegenwart, strahlen nicht mehr religiöse Geborgenheit aus, sondern sind nur noch: Seelenbunker, Betonkästen, Kultkisten, Choralschuppen, Sakralschachteln aus dem Kleckermannkatalog.

„In diesen Kirchen friert der gläubige Christ“ (4, August 1968).

Mit Entsetzen wird der Zerfall der kirchlichen Autorität registriert. Der „Irrsinn und Wahn“ der Demokratisierung ist „ein Lieblingsthema des Teufels“ (6, Oktober 1968). Die Progressisten setzen die „Mehrheit des Gottesvolks“ den „machtberauschten Amtskirchendiktatoren“ entgegen und wollen die demokratische Mehrheit „mündiger Menschen“ über heilige Dinge entscheiden lassen. Unter ihrem Einfluß greift die Kritik am Papst um sich. Der Glaube an seine Unfehlbarkeit wird von ihnen bestritten. Aber die Bischöfe tun nichts Wirksames zu seiner Unterstützung. Allerorten erhebt sich Widerspruch gegen die Enzyklika „Humanae vitae“. Hinter diesen Diskussionen verbirgt sich „ein latenter Ungehorsam“ (7, November 1968). Die Bischofskonferenzen von Holland, Belgien und der Bundesrepublik brachten es nicht fertig, die Kritiker zur Ordnung zu rufen oder zu maßregeln und sich in ihren eigenen Verlautbarungen entschieden auf die Seite des Papstes zu stellen. Mit einer solchen Haltung untergraben sie ihre eigene Autorität gegenüber Klerus und Kirchenvolk. Ihre Klagen über Ungehorsam sind darum auch einfältig.

„Es muß ja notwendigerweise dazu kommen! Alle Autorität kommt von oben, von Gott! Die kirchliche Behörde scheint das in ihrer blöden Weltoffenheit vergessen zu haben und äfft nun eifrig die weltlich-teuflische Demokratisierung nach“ (9, Januar 1969).

Die Liste der Klagen und Proteste ließe sich verlängern. Die Gegner der Progressisten fühlen sich in einer schier hoffnungslosen Lage. In Holland, so klagen sie, sei

„die wahre katholische Kirche längst in den Untergrund und in die innere Emigration abgedrängt worden“ (7, November 1968).

Von einem großen Teil des Klerus sehen sie sich verlassen. Da äußern sich Stimmen wie: „Können wir Laien denn heute noch an unsere Hirten glauben?“ (4, August 1968). Die heutigen Hirten

„hüten und weiden die Wölfe und reißen die Schafe. Sie sind Mietlinge, ja selbst Wölfe geworden“ (6, Oktober 1968).

„Ihr modernen Hirten, ihr modernen Irrlehrer und Volksverführer!“ –

„Wenn wir keine Bischöfe nach der Art des Apostels Paulus haben können, dann wollen wir lieber gar keine haben“ (7, November 1968) –

„Das sind ja keine Geistlichen mehr, ungläubig, was nur ungläubig heißt. Verräter unserer heiligen katholischen Kirche, mit einer kleinen Ausnahme. Blinde Führer, verblendete Priester, ungläubige Lehrer … Nur beten kann man für solche elende Heuchler, daß sie nicht ewig zugrunde gehen“ (8, Dezember 1968).

In Bayern läuft eine Geschichte um, die in witziger Verpackung ein schneidendes Urteil enthält: Ein Organist ist wegen der liturgischen Neuerungen verzweifelt und irrt im Wald umher. Da erscheint ihm Gottvater und will ihn trösten und fragt, zu welcher Diözese seine Pfarrei gehöre. Zur Diözese des Kardinals Döpfner.

„Als Gott der Herr diese Antwort hört, setzt er sich schweigend neben den Kirchenmusiker und weint mit ihm“ (7, November 1968).