Hilary White und der Untergang der Nonnen – Relecture

Da wir in Juli eine Reihe zu Cor orans von Hilary White planen oder darüber, wie der Vatikan plant kontemplative Frauenorden nach und nach aufzulösen, erinnern wir an die älteren Beiträge zu diesem Thema dieser Autorin. Wir erinnern auch an unsere statistischen Beiträge  zum Niedergang des Ordenslebens. Wir planen auch eine eigene Reihe zu Cor orans, sodass die Ordensthematik präsent sein wird. Wir würden gerne etwas Herzerwärmendes dazu schreiben, aber wir haben Angst, dass falls wir schreiben, dass irgendein Kloster im deutschen Sprachraum sich von Novizen nicht retten kann, dieses bald geschlossen wird. Nein, kein Witz. So etwas passiert gerade in Frankreich.  Die Diözese ist pleite, der Bischof braucht Geld, ein Novus Ordo Frauenorden, der konservativ geworden ist, hat welches und deswegen wird ihm eine apostolische Visitation nach der anderen an den Hals geschickt, die Oberin und Novizenmeisterin wurden verbannt und eine neuen Oberin kommissarisch eingesetzt. Man kann es bei Hilary nachlesen. Es geht also nicht um Traditionalismus, es geht überhaupt um Frömmigkeit und ums Geld, was wir ebenfalls schon festgestellt haben.

Aber die deutsche Kirche hat doch Geld wie Heu!

werden Sie vielleicht sagen. Stimmt, aber man kann nicht genug haben und jemandem es wegzunehmen macht doch mehr Spaß als bloß auf das Steuergeld zu warten. Wer die oben vorgestellten Beiträge nicht kennt, sollte sie lesen als Vorbereitungslektüre sozusagen vor dem Cor orans-Zyklus, um zu verstehen, dass diese Entwicklung nicht von heute auf morgen kommt, sondern die Konsequenz von Vatikanum II ist.

Werbeanzeigen

Hilary White, Späte und verlorene Berufungen. Auslöschung der „traditionellen“ Nonnen

 memling-nuns

Anbei stellen wir ein Essay von Hilary White vor, der ursprünglich im Original hier erschienen ist. Er ist tief bewegend, weil er aus dem Herzen spricht und zwar von einer Sehnsucht, die wohl unerfüllt bleiben wird. Am Ehesten lässt er sich mit der Situation einer Frau vergleichen, die sich immer ein Kind wünschte, das ihr aufgrund des Alters und des passenden Vaters, versagt bleibt. Hier geht es aber um eine unerfüllte Ordensberufung! Der Schreiber dieser Zeilen hatte sowohl in Deutschland, dies in den 1980-gern als auch in Polen, dies in den 1990-gern Frauen kennengelernt, die an das Ordensleben dachten, aber im keinem Kloster oder Gemeinschaft gelandet sind. Einige von denen, die er in Polen kennengelernt hatte, hatten wirklich keine Berufung, die wenigen in Deutschland kennengelernten wohl schon, doch sie fanden keine richtig seriöse Gemeinschaft, versuchten es mit einer polnischen Gemeinschaft, die sich in statu nascendi befand, sicherlich nicht traditionell war und wo es recht chaotisch (Ja, ja die slavische Seele, leider alles wahr!) zuging. Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht, wie es mit diesen deutschen Berufungen endete und sollten sie keinen Orden gefunden haben, dann tun sie ihm leid. Diejenigen in Deutschland hatten exakt dasselbe Problem wie Hilary White: eine Berufung, die keine kontemplative war, eine Sehnsucht und keine Gemeinschaft, die etwas taugte. Man könnte natürlich sagen, dass sich Frau oder eher Fräulein White nicht so anstellen sollte, denn wir sind hier auf Erden und nicht im Paradies. Aber es geht doch schließlich um ihrer, Frl. Whites Seele. Warum soll sie sich fortwerfen, wo sie doch so genaue Einblicke ins Ordensleben erhalten hatte? Es stimmt, dass man früh lieben sollte und Mitte 30 ist man halt viel kritischer und weniger formbar, aber vielleicht konnte man wirklich in den 1970-gern oder 1980-gern nirgends hingehen? Es lebt wirklich eine ganze Kohorte von unterentwickelten Priester- Ordensberufungen, weil die nachkonziliare Kirche leider, auch im Bereich der Orden und Klöster, nichts taugt. Man fragt doch: Will ich mein Leben und meine Heil, dort wirklich verbringen? Der Schreiber dieser Zeilen hat diese nagende Sehnsucht, wie Frl. White nicht und obwohl er mehrmals die Option Priesterberufung/ Ordensberufung erwägte, glaubt er ganz fest daran, dass ihn Gott nicht dazu berufen hatte. Wer würde denn diese Blogs schreiben? Zum seinem Leidwesen, aber eigentlich Leidwesen der Kirche muss er, bei aller Demut, aber sine ira et studio sagen, dass er wirklich nicht glaubt, dass er jetzt, in seinem Alter so fromm (ja, ja, „bescheiden“ ist er auch…) und theologisch gebildet wäre, wie er ist, wenn er Priester oder Ordensmann geworden wäre. Er scheint wirklich immer, überall, weltweit und international in den falschen Kreisen zu verkehren, denn alle Priester oder Ordensmänner seines Jahrganges sind mehr oder weniger offene Atheisten, falls Sie den geistlichen Stand nicht längst verlassen haben. Und sie sind doch nicht selbst auf den eigenen Wunsch hin so geworden. Es muss am nachkonziliaren System der Priesterausbildung und des Priester- und Ordenslebens liegen, welches die göttliche Vorsehung wirklich unverdient dem Schreiben dieser Zeilen ersparte. Vielleicht ist es auch gut, dass Hilary White nirgendwo eingetreten ist, sonst hätten wir diese Zeilen nicht und sie selbst würde wohl die Wale retten und nicht einmal katholische, sondern ökumenisch-interreligiöse Wale. Au weia!

Bitte Finger nach oben! Hände hochheben! Bitte melden! Wer ist a) eine Frau, b) ledig, zwischen 40 und 50 Jahre alt und c) hat schon in ihren frühesten Erinnerungen geglaubt, sie habe eine Berufung zum Klosterleben. Auf, Hände hochheben, bitte melden … auch kommen Sie, Sie wissen doch ganz genau, dass Sie gemeint sind.

Was ist passiert? Wie ist es so [Berufung, aber in keinem Kloster] zu ein?

Als Sie etwa die Altersgruppe der 22-35jährigen erreicht hatten, haben sie es endlich geschafft, Ihren Mut zusammenzunehmen und den richtigen Orden oder die richtige Gemeinschaft zu suchen, aber, da es die 80er und frühen 90er waren, war das, was Sie fanden lediglich die verbrannte und giftige Wüstenlandschaft des marxistischen Feminismus in Klöstern voller alternder Aktivistinnen in Polyester-Hosenanzügen, die über das Recht zur Abtreibung sprachen und über die „Unterdrückung“ der Frau in der Kirche. Sie konnten einfach keine Nonnen finden.

Weiterlesen!