Tradition und Glauben

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (30) 3. Kapitel: Kurzer Überblick über die Geschichte des inneren Gebets (3)

Pater Poulain SJ stellt in diesem Abschnitt die Gebetsschule der Kirche von St. Sulpice (vor kurzem abgebrannt) in Paris vor, einer Schule die wenigstens indirekt zur Verbreitung des häretischen Quietismus beigetragen hatte. Was ist Quietismus? Es ist die Irrlehre, dass man völlig in allem passiv bleiben sollte, weil „Gott es schon machen werde“. Sie erkennen es wieder. Es ist die Einstellung unserer lieben Geistlichen im Bergoglio-Pontifikat, was eine Art der Acedia oder der Feigheit ist.  Während es im Gebet durchaus Zeiten und Momente gibt, wo man passiv bleiben sollte, so kann man doch diese Momente nicht auf das ganze Leben übertragen. Daher ist der Quietismus sehr gründlich und mehr als einmal verurteilt worden (DH 2201-2269; DH 2181-2192). Wir stellen hier nur die ersten von den 68 verurteilten Thesen Miguel de Molinos vor, wie sie sich in der Konstitution Caelestis Pastor (20. Nov. 1687) einfinden: [Es stimmt nicht, dass:] 1. Es ist nötig, daß der Mensch seine Fähigkeiten vernichte, und dies ist der innere Weg. (DH 2201) [Es stimmt nicht, dass:] 2. Aktiv wirken zu wollen, heißt Gott verletzen, der selbst der allein Tätige sein will: und deshalb ist es notwendig, sich selbst ganz und völlig in Gott aufzugeben und hernach wie ein toter Leib zu verbleiben. (DH 2202) [Es stimmt nicht, dass:] 4. Die natürliche Aktivität ist der Gnade feindlich und behindert die Tätigkeiten Gottes und die wahre Vollkommenheit; denn Gott will in uns wirken ohne uns. (DH 2204) Wir haben das rote [Es stimmt nicht, dass:] davor gesetzt, weil Sie, für den Fall, dass Sie in irgendeiner Gebetsgruppe waren oder überhaupt fromm sind, Sie sicherlich quietistische Anwandlungen, wenn nicht gar eine Grundhaltung haben. Man bekommt gesagt, dass man alles Gott überlassen solle, sonst sei es nicht fromm. Lesen Sie doch die Herz-Rosenduft-Maria-Beiträge auf gloria.tv durch. Quietismus, Privatoffenbarungen und Passivität, wo man nur hinblickt. Diese Grundhaltung des Nichtstuns stimmt nur bedingt, weil Gott ohnehin über alles herrscht und das, was Er nicht will, einfach nicht geschieht. Christus und die Apostel haben sich auch nicht zurückgelehnt und gewartet. Wir haben aber nur ein Leben, den freien Willen, die Möglichkeit Verdienste zu erwerben innerhalb der streitenden Kirche, sodass jegliche Passivität fehl am Platze ist.  Bete so als würde alles von Gott abhängen und handle so als würde alles von Dir abhängen, sagt der hl. Ignatius von Loyola und dies ist die katholische Haltung. Man soll also alles machen, was in unserer Macht steht. Wenn es nicht wird, dann ist es halt so. Dann kann man passiv werden. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Anfangsmethode von St. Sulpice in der Nachfolgezeit verbessert wurde, denn man kann sein geistliches Leben nicht ausschließlich am Gefühl und am Nichtstun ausrichten. Jede Betrachtung oder affektives Gebet hat ein Ziel, ein Anfang und Ende. Sonst ist kein Fortschritt messbar, den es auch gibt. In der heutigen Kirche wird kein Gebetsleben gelehrt und falls doch, dann in der esoterisch-gnostischen Nabelschau à la Anselm Grün OSB (immer noch?) – „Wie finde ich zu mir selbst?“ – oder hysterisch-charismatisch – „Alleluja, Alleluja, Alleluja. Jesus liebt mich ganz dolle!“ Beides ist falsch und beides stellt eine Fehlentwicklung der Methodes von St. Sulpice dar. Lesen wir also Pater Poulain SJ, um zu erfahren, wie es richtig geht. (Um zu vergrößern bitten drauf klicken!) Werbeanzeigen Werbeanzeigen __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-3-5d123f557c44c', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422841', location: 120, width: 300, height: 250 }); }); __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-4-5d123f557c454', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422844', location: 130, width: 300, height: 250 }); });...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (28) 3. Kapitel: Kurzer Überblick über die Geschichte des inneren Gebets (1)

In diesem Teil seiner Abhandlung stellt Pater Poulain SJ etwas dermaßen Grundsätzliches fest, dass es einem wirklich den Atem verschlägt. Vor dem XVI Jahrhundert gab es keine Traktate über das innere Gebet, weil man so viel betete, dass man automatisch zum Betrachten kam. Erst durch das vereinfachte und verkürzte nachtridentinische Brevier, was wir schon woanders bemerkten, natürlich am Gebetspensum der Mönchsorden gemessen, kam man erst dazu zu fragen, was eigentlich das Betrachten sei und somit begann man nach einer Methode zu suchen dieses ominöse Etwas (das Betrachten) möglichst schnell zu erreichen. Leider ist es hauptsächlich durch die Jesuiten, aber auch durch den hl. Franz von Sales und die Sulpizianer dazu gekommen, dass man nach Methoden suchte, wie man bei einer geringeren Gebetszeit dieselben Effekte oder sagen wir gleich dieselbe „Leistung“ erreicht. Dies erinnert an die verschiedenen mehr oder weniger futuristisch angehauchten Geräte eines jeden ambitionierten Fitnessstudios, welche dem Kunden, der „wenig Zeit für Sport“ hat, denselben Muskelzuwachs versprechen, den er mit einfacheren Geräten oder ohne Geräte in einer längeren Zeit erreichen würde. Denn wohnen Sie im 10 Stock ohne Fahrstuhl und müssen mehrmals am Tag hoch und runter gehen, dann kräftigt sich Ihre Beinmuskulatur auch so.  Klappt es denn mit den neuen Geräten? Interessanterweise schon, denn das eine wird geblockt, das andere dagegen gehalten, hier wird gezirpt,  da gezurrt,  sodass tatsächlich bestimmte Muskelgruppen isoliert und zur Anstrengung gezwungen werden können. Wenn Sie aber kein teures und futuristisches Gerät haben, dass zu Ihnen spricht und Sie anweist, dann brauchen Sie einen Trainer, der Ihnen diese Bewegungsabläufe zeigt, denn von selbst kommen Sie wirklich nicht darauf und können sich verletzen. Und genauso ist es mit der Methode des inneren Gebets. Wenn Sie 6 bis 8 Stunden am Tag laut das Brevier beten, dann kommen Sie wirklich automatisch dahin in den restlichen Stunden das zu betrachten, was Sie gebetet haben. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hat diese Wirkung an sich selbst erfahren als er 3 Stunden am Tag das Brevier betete, in Fontgombault waren es tatsächlich auch 6 Stunden. Wenn auch jetzt am Anfang seiner Selbstständigkeit, wo vieles gemacht werden muss, seine Gebetszeit in der Woche nur 1 Stunde 15 Minuten beträgt, so hat er keine Probleme etwas zu Betrachten, weil er sich ständig im Gebet oder beim Schreiben mit irgendwelchen geistlichen Inhalten konfrontiert sieht. Es ist zwar nicht alles Gebet, aber alles zehrt vom Gebet. Wollte man aber innerhalb von 15 Minuten dasselbe erreichen, was in dieser 1 Stunde und 15 Minuten erreicht wird, so bräuchte man sicherlich eine ausgeklügelte Methode. DSDZ kennt sie nicht, denn er möchte eher mehr als weniger beten und andere Menschen dazu anleiten. Außerdem erinnert ihn dieses Nur-15-Minuten-Programm an eine Fitness-Mogelpackung. Allerdings gibt es tatsächlich Menschen, die vorher dermaßen gut trainiert waren, dass ihnen diese 15-Minuten nach spezieller Methode als Mindestmaß genügen würden. Aber das Gebet ist keine technische Sportart, die Sie erlernen müssen, sondern ein Gespräch mit dem personenhaften Gott. Gott hört zu und hilft. Er gibt die Inspirationen und die Gnade. Er hilft uns auf die nächste Gebetsstufe auf. Die heiligen Einsiedler Paulus und Antonius kannten keine Methoden. Sie haben 80 bis 90 Jahre in der Wüste verbracht und so haben sie es gelernt. Sicherlich wäre es auch schneller gegangen, aber irgendjemand musste mit irgendetwas anfangen. Es ist wirklich unmöglich, dass man bei irgendetwas ganz schlecht ist, wenn man es oft tut. Das Instrument, das Sie spielen zeigt Ihnen den Weg und Sie finden intuitiv die beste und effizienteste Methode es zu beherrschen. Sicherlich ist ein Lehrer hilfreich, aber kein „Muss“. Es gibt sehr musikalische Menschen, die sich manche Instrumente selbst beigebracht haben. Sie spielen sie nicht technisch vollkommen, aber musikalisch. So zeigt uns Gott selbst den Weg, wenn wir ihn wirklich im Gebet suchen und zwar regelmäßig und nicht nur in Not. Im Gegensatz zu den fernöstlichen Meditationen, wo man spezielle Techniken lernt sich zu Depersonalisieren und auf die Dämonen zu öffnen, denn dazu dient ja das Ganze, braucht man als Christ sich auf keine Gebetstechnik zu fixieren, um es effizienter zu machen. Beim Gebet geht es nicht um Effizienz, sondern um eine Begegnung, von der Sie zehren, denn Gott ist vollkommen und braucht Sie nicht. Und dies sollte man sich bei allen methodischen und methodologischen Überlegungen stets vor Augen halten.     ...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (27) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (17) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Quellen zum Gebet der Einfachheit – Keine Anstrengungen machen.

Was kommt an? DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) bedauert es immer wieder, dass die besten und arbeitsaufwändigsten Beiträge, die wir hier veröffentlichen, womit auf fremde und mit viel Mühe übersetzten Aufsätze gemeint sind, kaum gelesen werden. Woran sieht man das? An der Anzahl der Klicks und manchmal der Kommentare. Was kommt am Besten an? Einfach geschriebene, pointierte Beiträge, aus der Feuilleton-Ecke, mit Kishon ähnlichem Humor gesättigt, mit Personas aus dem DSDZ-Universum drappiert (der Pfarrer, die bürstenschnittigen Pastoralassistentin, die Homo-Prälaten), in der man der „Kirchensteuermafia“ einen reinwürgt und die diese – Kirchensteuermafia – als solche – Kirchensteuermafia – bezeichnet. Die Leserin, die bald den Hasen spicken muss und der Leser, der gleich zum Kaffeetrinken zu seinem Kaninchenzuchtverein gehen wird, ist froh, dass jemand an ihrer statt ihre Kämpfe austrägt, es unterhaltsam tut und diese ihnen somit erspart. Was hat das mit Religion zu tun? Kaum etwas, es hat dafür mit Unterhaltung zu tun. Manchmal sind aber die Menschen nicht nur zu bequem sich mit etwas intellektuell auseinanderzusetzen, manchmal sind sie einfach zu müde oder sie verfügen über keine ausreichende Vorbildung. Dann stehen sie wie ein Ochse vorm Berg und verstehen es nicht. Gnadenvergabe als Investition Aber seien wir doch ehrlich, die Faulheit, Bequemlichkeit oder Acedia liegt doch meistens vor und sie ist der Hauptgrund des fehlenden spirituellen Fortkommens. Wobei wir bei dem heutigen Beitrag wären. DSDZ ist sich darüber im Klaren, dass 9 von 10 der Leser dieses Beitrags nicht einmal damit anfangen werden die unten angeführten Scans zu lesen und wiederum 9 von 10, die damit anfangen, werden diese nicht zu Ende lesen, ferner wird 1 von 10, der es zu Ende gelesen hat, etwas damit anfangen können. Warum es denn veröffentlichen? Weil es auf diesen einen oder diese eine ankommt. Gott ist nicht demokratisch, er ist kein Gleichmacher, die Gnadenvergabe ist hierarchisch geordnet und man sieht anhand der Kirchengeschichte, dass Einzelne z.B. hl. Franziskus oder hl. Benedikt wirklich Millionen oder Milliarden Menschen, bis zum Weltende gerechnet, näher zu Gott gebracht haben. Stellen Sie sich vor Sie wüssten ganz sicher, dass Ihnen eine Geldanlage auf die nächsten Jahrzehnte verteilt wirklich hunderte von Millionen abwerfen würde. Natürlich würden Sie da investieren. Ebenso ist es im geistlichen Leben. Die wenigen Beter, die überhaupt zum Gebet der Einfachheit gelangen, bringen so viel Heiligkeit für die Kirche, denn jemand muss diese generieren, dass man ihnen jede mögliche Unterstützung zusichern sollte, damit sie noch weiter kommen. Nehmen Sie an Sie hätten einen Verwalter, der für Sie schon mehrere hundert Millionen verdient hätte. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er noch Milliarden verdienen wird? Sehr groß. Gott ist doch allwissend und er gibt zusätzliche Gnadenmittel denen, die bereits etwas für ihn „verdienen“. Aber an solche Texte muss man erst kommen und daher veröffentlichen wir diese kommentiert im Internet. Nichtstun im Gebetsleben Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema: dem Nichtstun und dem Loslassen. Da die Gauss-Kurve überall gilt, so können wir annehmen, dass 90% der Menschen faul ist, 10% etwas tun und wirklich 1% bis 2% wirklich fleißig sind. Dies betrifft die natürliche Ordnung. Dividieren Sie diese Zahlen durch 100, dann sind wir im Promillebereich, was die Anstrengung im Übernatürlichen anbelangt. Wirklich kaum, kaum jemand tut da etwas. Der Ratschlag der jetzt kommt, richtet sich wirklich an Promille (0,001) von praktizierenden Katholiken und er lautet: Lassen Sie los! Gott wird es schon machen. Was hier zu berücksichtigen ist, damit man in keinen häretischen Quietismus fällt. Was ist Quietismus? In einfachen Worten ausgedrückt es ist die Überzeugung, dass man im geistlichen Leben gar nichts zu tun hat und dass Gott alles für einen tut. Pius XII. fasst es in Mystici corporis wie folgt auf:  Nicht weniger irrt der gefährliche Irrtum derer von der Wahrheit ab, die aus der geheimnisvollen Verbindung von uns allen mit Christus einen ungesunden sogenannten Quietismus abzuleiten versuchen; in ihm werden nämlich das geistliche Leben aller Christen und ihr Fortschreiten zur Tugend einzig dem Wirken des Göttlichen Geistes zugeschrieben, wobei das Wirken ausgeschlossen und hintangesetzt wird, das diesem von unserer Seite aus durch gemeinsames und gleichsam helfendes Handeln entsprechen muß. […]  (DH 3817) Quietismus ist vielfach verurteilt und falsch, weil er den freien Willen und das Verdienst ausklammert und natürlich die Faulheit begünstigt. Gott tut nicht alles, aber doch vieles. Es ist wie beim Sport. Wenn Sie sechsmal die Woche trainieren, dann brauchen Sie einen Ruhetag, an dem sich Ihre Muskeln und Gelenke erholen und wachsen. Ebenso ist es beim Lernen, Sie brauchen Pausen und Schlaf, damit sich die Synapsen im Gehirn vernetzen können. Eine neue Qualität entsteht in der Ruhe und durch die Ruhe, dadurch dass Sie wirklich nichts tun. Aber nur dann, wenn Sie vorher sehr, sehr viel getan haben. Vom Nichtstun allein werden Sie weder sportlicher noch klüger, Sie werden nur fett und dumm, siehe … [bitte selbstständig ergänzen]. Und gerade an diese Leistungssportler des geistlichen Lebens sind die unten angefügten Ratschläge gerichtet:...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (26) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (16) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iii). Quellen zum Gebet der Einfachheit.

Sollte DSDZ die Frage beantworten, was er für das Alleinstellungsmerkmal seines Bloges hält, so würde er antworten, dass dieser Blog wirklich praktische Anweisungen zum inneren Leben enthält, sowie theologische Beiträge aus der Innenansicht eines gläubigen Menschen, der die Verbindung zwischen Gebet, Dogma und Liturgie gleichsam organisch spürt und darlegt. Denn worum geht es im Leben? Um die Gleichförmigkeit mit Gott....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (25) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (15) Gebet der Einfachheit und Beschauung (ii). Quellen zum Gebet der Einfachheit.

Pater Poulain SJ stellt wieder einmal die Quellenbelege zusammen, welche das Gebet der Einfachheit empfehlen. Es sind hl. Johanna de Chantal, die sich auf hl. Franz von Sales beruft, hl. Ignatius von Loyola und ein P. Rouet. Sie alle zeigen, dass das Gebet der Einfachheit schon immer unerkannt und daher umstritten war. Warum? Weil man angeblich nichts tut....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Pater Poulain SJ – Wochenendbeilage

Bei all dem Dreck, der jetzt überall in der Kirche sichtbar wird, bei all dem Sumpf der uns hineinziehen will, ist es wichtig immer daran zu denken, dass man selbst nicht verloren geht. Im Flugzeug müssen Sie zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, beim Klettern müssen Sie zuerst sich selbst absichern. Jawohl, es ist der Heilsegoismus, denn in der Hölle werden Sie auch selbst brennen und kein Kollektivismus des Miteinander wird Ihnen dort helfen, im Fegefeuer werden Sie auch einzeln gereinigt werden. Das also, was Sie jetzt zu Lebzeiten erreichen ist Ihnen sicher. Die Rente ist es nicht. Deswegen soll man das eigene geistliche Leben entwickeln, weil es niemand für Sie tun wird. Es ist wirklich wie mit der Muskelmasse und Krafttraining: niemand wird für Sie trainieren. Mag das Fitnessstudio auch so luxuriös und der Trainer kompetent sein, schwitzen müssen Sie schon selbst. Die Kommentare zu Pater Poulain SJ werden wenig gelesen, weil wohl 90% unserer Leser dazu kommen müsste sich wirklich feste Gebetszeiten zu setzen. Es ist wieder einmal wie beim Joggen: morgens zu müde, abends zu kaputt. Aber beten muss man schon und zwar mindestens am Morgen und am Abend. Sie erreichen viel mehr Zeit morgens, indem Sie zeitiger ins Bett gehen und nicht im Netz surfen oder Fernsehen, denn dort finden Sie kaum etwas, was Sie auferbaut. Gehen Sie früher ins Bett, dann stehen Sie auch früher auf. So einfach ist es....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (23) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (13) Gebet der Einfachheit und Beschauung (ix). Betrachtung vorbereiten

Pater Poulain SJ untersucht die Frage, ob man den „Stoff“ sprich die Inhalte des betrachtenden oder des affektiven Gebets vorbereiten sollte, wie z.B. über das göttliche Attribut der Vorsehung nachzudenken oder die Heilung des Aussätzigen durch Jesus zu betrachten. Die Antwort lautet: Natürlich ja! Warum? Weil alles Übung braucht. Wenn Sie ein Instrument spielen, singen oder eine Sportart betreiben, müssen Sie sich zuerst auch aufwärmen, einsingen etc. und wissen, was Sie eigentlich vorhaben. Man singt oder spielt nicht drauf los. Auch Menschen, die sehr gut improvisieren können, sind zu dieser Eigenschaft durch jahrelanges Üben gekommen. Warum sollte es beim Gebet, welches genauso eine Fertigkeit, vom Menschen aus ausgesehen ist, wie alles andere auch anders sein? Es ist zuerst Handwerk, dann ist es Kunst. Es stimmt zwar, dass man manchmal betrachtende Gedanken oder manchmal ein affektives Gebet auch bei alltäglichen Tätigkeiten verrichten kann, aber doch nur nach langjähriger Einübung der Betrachtung oder des affektiven Gebets.  DSDZ erlebt oft, dass er theologische Traktate liest und sich dann hinknien muss, um betrachtend diese Inhalte gleichsam zu „verdauen“. Diese Inhalte kommen ihm auch oft in ganz alltäglichen Situationen in den Sinn, weil sie aber vorher gelesen wurden. Somit wird das betrachtende Gebet durch die gelesenen Inhalte vorbereitet, denn die Reihenfolge des Gebets lautet:...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (21) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vii). Einwände gegen dasselbe.

Wir kommen langsam in spirituelle Höhen, obwohl es sich eigentlich nur um fortgeschrittene Stufen des Gebetslebens handelt, bei denen die Luft buchstäblich dünn wird und die meisten Leser die mühsam eingescannten Buchseiten nicht einmal lesen. Woher wissen wir das? Weil die letzte Folge inmitten eines Satzes abbrach, was niemanden zu stören schien. Pater Poulain SJ führt wieder wiederholt und systematisch die Einwände gegen das Gebet der Einfachheit auf. Die Vorwürfe, dass „man nichts tue“ wurden in der letzten Folge entkräftet, jetzt befasst er sich mit dem Einwand, dass man nicht fortschreite. Obwohl das Priester-Bashing, das DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hier betreibt ihn selbst ermüdet, so muss man leider sagen, dass wohl zu jeder Zeit, insbesondere nach Vat. II die Priester sich nicht besonders freuten, wenn jemand über ein tieferes Gebetsleben verfügte oder sich darum bemühte als sie selbst. In der Heimat von DSDZ spricht man in einer Redewendung vom „Hund des Gärtners“, welcher selbst in den Garten nicht eintreten darf, um Obst oder Gemüse zu fressen, das ihm nicht schmeckt, er lässt aber auch keine anderen herein, damit es denen ja nicht besser gehe als ihm selbst. Christus sagt es anders:...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer: Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten! Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet. Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann? Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint. Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt? Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Pater Poulain SJ über Privatoffenbarungen, wahre und falsche Visionen als pdf

Als Ergänzung zum Podcast 10 stellen wir hier die deutsche Fassung des Buches von Pater Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. Ein Handbuch der Mystik, aus dem Jahre 1909. Wir tun es für alle, die kein Englisch können oder sich das Buch auf Englisch  nicht zulegen wollen oder können.  Da wir davon ausgehen, dass nach dem Podcast über Faustina und ihre Falschoffenbarungen für viele, insbesondere Damen, ihr Weltbild zusammen fällt, so wollen wir den werten LeserInnen etwas an die Hand geben, damit sie aus der nachfaustinischen Trümmerlandschaft hinaus finden. Hier ein paar mögliche Fragen und Antworten: Frage: Wer ist überhaupt dieser Pater Poulain, dass er sich eine Meinung über unsere Faustina bilden kann? Antwort: Pater Poulain SJ war ein französischer Jesuit, welcher um das Jahr 1901 ein überragendes Buch über die Mystik verfasst hat, für welches er das Wissen der früheren Autoren zusammengetragen, durchleuchtet und sehr systematisch und logisch zusammengetragen hatte. Es ist also ein Handbuch, ein Lehrbuch, ein Nachschlagewerk. Frage: Ist dies Pater Poulain überhaupt katholisch? Antwort: Ja, dieses Buch wurde im Namen von hl. Pius X von seinen zwei hochstehenden Kardinälen gut geheißen und den Gläubigen zur Lektüre empfohlen. Frage: Sind seine Ansichten nicht veraltet? Antwort: Nein, denn die Gesetzmäßigkeiten des mystischen Weges, der Handlungen Gottes und des Teufels sind dieselben. Frage: Gibt es Alternativen zum Werk von Pater Poulain? Antwort: Ja, aber diese wurden noch früher und auf Lateinisch verfasst. Es sind Quellen die er verwendet und Sie müssen in der Lage sein, Altdrucke auf Lateinisch lesen zu können. Frage: Warum ist Pater Poulain Faustina übergeordnet? Antwort: Weil Pater Poulain theologische Kriterien bietet, nach denen alle Privatoffenbarungen beurteilt werden können. Es ist ein Handbuch und nicht seine Privatmeinung. Frage: Gibt es Unterschiede zwischen der englischen und der deutschen Ausgabe? Antwort: Durchaus. Die englische Ausgabe von 1949 fußt auf einer späteren Ausgabe von Pater Poulain SJ selbst und ist ein wenig umfangreicher als deutsche aus dem Jahre 1901. Das Englische lässt sich auf viel besser, denn einfacher, als das Deutsche aus dem Jahre 1901 lesen. Und hier die beiden Kapitel als pdf-Dateien. Kap. 21 Gefahren der Täuschung Poulain, Kap. 21 Kap. 22 Wie unterscheidet man echte Offenbarungen und Visionen von falschen? Poulain, Kap. 22 Und daher liebe LeserInnen: Downloaden Ausdrucken Lesen Anwenden...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (18) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Einwände gegen dasselbe.

In diesem Teil setzt sich Pater Poulain SJ mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinander, welche dem Beter vorwerfen, dass er nichts tue und nicht „arbeite“. Wenn Sie sich in eine Gruppe von Menschen setzten, werden Sie über kurz oder lang, früher oder später von ihnen hören: wie schwer sie arbeiten, wie toll sie sind, was sie alles erreicht haben....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (17) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (9) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iii)

Wir kommen langsam in solche Tiefen des Gebetslebens, von welchen wir leider annehmen müssen, dass kaum einer unserer Leser über dieses verfügt. Angeberei? Nein, Realismus. Wir sehen, wie oft die einzelnen Beiträge gelesen werden. Denn die von Pater Poulain SJ sehr präzise dargelegten Inhalte können nur von denen nachvollzogen werden, die es selbst durchmachen. Leider werden die Beiträge dieser Reihe dermaßen selten gelesen, dass sich DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) die Frage stellt, ob er sie noch fortführen sollte. Es ist als würde man Menschen, die nur 10 m tief tauchen können, Taucheruhren, sonstige Ausrüstung und Ratschläge anbieten, die für 80 m geeignet sind. Der Weltrekord  im Tauchen liegt zurzeit bei 334,35 Meter. Aber das geistliche Leben unserer Leser kann ja wachsen und tiefer werden und dann kommt dieses Kapitel wie gerufen. Um aber überhaupt tauchen zu können, brauchen Sie Wasser, viel Wasser und tiefes Wasser. Um tief ins Gebet einzutauchen, brauchen Sie viel Gebetszeit und Gebetsinhalt. Geht denn die Rechnung: „mehr Gebetszeit – besseres Gebet“ überhaupt auf? Natürlich! Mehr ist mehr, sonst hätte doch die Novus Ordo Kirche die vorgeschriebene Gebetszeit für die geistlichen Stände nicht dermaßen gekürzt. Als Priester oder Ordensschwester beten Sie, falls Sie überhaupt die vorgeschriebenen Gebete verrichten – und im Orden können Sie es gar nicht anders -, einfach viel zu wenig, um in eine Tiefe zu kommen. In einer Pfütze brauchen Sie keinen Taucheranzug und kein Atemgerät. Mehr ist mehr und länger ist länger. DSDZ hat früher oft gehört, dass er viel zu wenig übe, was bezüglich seines Hauptinstruments stimmte. Sie können niemals dasselbe Stück genauso gut spielen, wenn Sie es 10 Minuten pro Tag, statt 45 Minuten pro Tag üben. Es geht um unsere Natur, welche in mehrfacher Übung sich der Gnade Gottes unterordnen muss. Da reichen keine 15 Minuten pro Tag, gleich was Ihnen die wie immer fortschrittlichen jesuitischen Exerzitienmeister sagen. Das ist gelogen. Wer führt denn heutzutage noch ein Gebetsleben? Zölibatär lebende Weltleute, vielleicht manche kontemplativen Ordensleute. Meint DSDZ damit sich selbst? Ja, auch, aber nicht ausschließlich. In seiner Jugend kannte er einige junge Menschen unter 30, die zölibatär lebten, wohl eine Ordensberufung hatten, wirklich viel beteten und ein sehr asketisches Leben führten. Solche Menschen gibt es, wir haben auch solche Leser, die älter als 30 sind. Wie es in den kontemplativen Klöstern aussieht, entzieht sich unserer Kenntnis, da sie aber oft von Exerzitienmeistern von außen frequentiert werden und auch irgendwie „modern“ sein wollen, so kann es gar nicht gut aussehen, siehe die Erlebnisse von Hilary White, wenn gar Äbtissinnen hinschmeißen und zurück ins weltliche Leben zurückkehren. Es stimmt nicht, dass heutzutage Menschen keine Ordensberufung oder eine kontemplative Berufung haben. Es gibt einfach kaum Klöster, wo sie diese verwirklichen könnten. Unsere Bischöfe, falls sie überhaupt gläubig sind, beten nicht, weil sie Besseres zu tun haben, unsere Priester beten nicht, weil sie viel zu beschäftigt sind und unsere Ordenleute beten auch nicht, weil sie ebenfalls viel zu viel zu tun haben. Sie haben sich alle nach Vat. II dermaßen dem „Dialog mit der Welt“ hingegeben, dass sie gar nicht zum beten kommen, vom vorgeschriebenen Mindestmaß abgesehen. Aber das Novus Ordo Mindestmaß ist viel zu wenig, um eine geistliche Initialzündung zu ermöglichen. Deswegen gibt es auch kaum Menschen, die Sie bei Ihren Gebetsschwierigkeiten beraten könnten. Absolutes Flachland, wo man nur hinschaut. Aber gehen wir zum Eigentlichen über. Das ist das Gebet der Einfachheit? Die Konzentration auf einen Aspekt, ein Gefühl, eine Eingebung. Es ist kein Hin-und-Her-Springen es ist ein „Losschälen“, wie richtigerwiese Pater Poulain SJ sagt. Je mehr Sie sich in Ihrem übrigen Leben losschälen können und einfacher werden, desto besser kommen Sie in das Gebet der Einfachheit, weil Sie einfach einfacher werden und zwar in jedem Bereich. Wenn Sie mit dieser Ebene noch nichts anfangen können, dann bleiben Sie einfach bei der Betrachtung, die Einfachheit wird irgendwann, so Gott will, noch kommen....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (16) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (8) Affektives Gebet und Betrachtung (ii)

Für wen ist das Gebet der Einfachheit? Für denjenigen, der schon so viel intellektuelles oder betrachtendes Wissen angesammelt hat, dass er das alles vereinfachen kann. Erinnern Sie sich doch an Ihren Matheunterricht. Vereinfachen konnte man längere Gleichungen, bei 2 + 2 = 4 war nichts zu vereinfachen. DSDZ war im Physikleistungskurs und er erinnert sich an wirklich seitenlange Berechnungen und Formeln, die es zu kürzen und zu vereinfachen galt. Genauso ergeht es uns in der wissenschaftlichen Arbeit, falls wir dieser frönen. Man muss sehr viel gelesen haben und verarbeiten können, um es einfach machen zu können und dies kann man, wenn man es wirklich verstanden hat. Noch ein Bild: man macht keinen Wein aus zwei Trauben. Man brauchte Tausende, die verlesen und dann ausgepresst werden....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (15) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (7) Affektives Gebet und Betrachtung (i)

In diesem Teil seines Werkes Pater Poulain SJ bespricht er die Unterschiede zwischen dem affektiven Gebet oder dem Gebet der Affekte und der Betrachtung, wobei er die Überlegenheit der letzteren herausstellt. Es ist ein Gebet, bei welchem unsere Gefühle oder Affekte erweckt werden, damit diese unseren Willen beeinflussen. Um welche Affekte handelt es sich? Um die guten Affekte oder diejenigen die zum Guten führen: Dankbarkeit Freude Lob Trauer andere Das affektive Gebet erwächst aus der Betrachtung. So stellen Sie sich vor, dass Sie die Krippe Christi betrachten. Sie stellen sich den Stall von Betlehem vor, Maria, Joseph, die Tiere, ihre Krippe sieht so uns so aus, das Jesuskind so und so. Nachdem Sie diese Szene, wie in einem Film, sich vorgestellt haben, überlegen Sie sich, was es bedeutet, dass Gott Mensch geworden ist und erwecken Sie das Gefühl der Dankbarkeit. Der große Gott, der Schöpfer des ganzen Alls liegt als Mensch in einer Krippe in Palästina. Welche ein großes Hinabsteigen, aus der Höhe der göttlichen Transzendenz in die Tiefe der Körperlichkeit. Während Sie also diese Glaubensgeheimnisse betrachten, halten Sie sich an Dankbarkeit zu empfinden, aber so, dass ihre Gefühlswelt wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn ohne ein affektives Gebet bleiben die Glaubensinhalte nur ein trockenes, beschriebenes Blatt Papier. Sie kennen diesen Typ des trockenen, dogmatischen Priesters, den es eher vor dem Konzil mehr gab, der aber jetzt ausstirbt, der alles glaubt, alles weiß, aber wenig liebt. Glaubenswahrheiten sind natürlich intellektuelle Wahrheiten, das Fachwort lautet „Propositionen“, aber das Intellektuelle muss in das Herz hinabsteigen, um den Willen zu beeinflussen, um in die Seele aufsteigen, damit wir wirklich gottförmig werden. Das Intellektuelle ist der Ausgangspunkt, denn es ist ein „Was“, man kann ja nicht glauben, ohne zu wissen woran und warum, aber das Ziel ist das Spirituelle, welches durch das Volitive (den Willen) zu erreichen ist. Sie können keine „persönliche Beziehung mit Jesus“ aufbauen, wie es die Protestanten nennen oder eine Liebe zum Heiland entwickeln, wie es katholisch heißt, wenn Sie die Glaubensgeheimnisse nicht mitempfinden. Ist dies denn möglich? Natürlich ist es möglich, man kann es einüben und dem dient eben das affektive Gebet. Aber dieses geht von der Betrachtung aus, denn sie müssen ja zuerst betrachten, sprich sich die Szene ausmalen, damit Sie Gefühle erwecken können....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (14) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (6) Gebet der Einfachheit und die Eignung dazu

Der heutige Eintrag soll im Zusammenhang mit dem vorigen gelesen werden, da er vom Gebet der Einfachheit handelt. Ja, den letzten Poulain-Eintrag gab es in Februar 2016, was uns tiefst beschämt, aber mit der Verpflichtung zum spirituellen Mittwoch wird auch Pater Poulain SJ öfters erscheinen. Warum kommt er denn nicht öfter? Weil er dermaßen viel Kommentar abverlangt, wozu der Schreiber dieser Zeilen nicht immer in der Lage ist. So kämpft er zum Beispiel bei der Niederschrift dieser Worte mit einer anfänglichen Infektion, er fühlt sich abgeschlagen und kann sich schlecht konzentrieren. Außerdem glauben wir, dass leider sehr wenige unserer Leser über ein derartig fortgeschrittenes Gebetsleben verfügen, dass Sie von Pater Poulain SJ profitieren könnten. So sind diese Beiträge recht arbeitsaufwendig und werden leider wenig gelesen. Aber wenn man die fortgeschrittenen Stadien des Gebetslebens überhaupt nicht darstellt, denn wo sollen Sie es sonst hören, dann wird sich niemand weiterentwickeln, weil er keine Anleitung dazu findet. Mit Gebet ist es wie mit Singen oder mit Sprechen. Wir tun schon vieles automatisch, können es nur nicht benennen oder es fehlt uns die richtige Technik es richtig zu machen....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (11) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (3) Verschiedene Terminologie

In seinen Ausführungen zur Terminologie der verschiedenen Gebetszustände macht Pater Poulain SJ wieder mal deutlich, dass Beten ein „Lernberuf“ ist. Dies ist so zu verstehen, dass man bestimmte Tiefen des Gebetes eigentlich nur dann erreichen kann, wenn wir jemanden haben, der uns dazu anleitet, weil er oder sie auch ein Gebetsleben führt und unsere Zustände mit seinen Erfahrungen abgleicht. Dies ist der ordentliche Weg, die via ordinaria. Daher gingen Schüler zu den ersten Wüstenvätern, die Novizen ins Kloster usw. Da wir aber in Zeiten leben, in denen wir leben, so sind wir, wie viele vor uns auch, auf Gebetsanleitung aus Büchern angewiesen. Früher waren wirkliche Beter, die darüber kommunizieren konnten, auch selten, sodass die Hl. Theresia von Avila auch ihre eigenen Bücher über das Gebet verfassen musste. Es gab natürlich auch vorher Bücher über das Gebet, aber sie waren ihr entweder nicht bekannt oder sie haben ihr nicht geholfen. Die älteste Gebetsanleitung ist, wie vielleicht nicht alles wissen, die Philokalie, welche aus den Apophtegmata also aus den Aussprüchen der Wüstenväter zum Gebet und anderen Themen besteht. Leider war es immer schon so gewesen, dass fortgeschrittenes Gebetsleben selten war, obgleich es wohl so schlimm wie jetzt noch niemals gewesen ist. Aber alle, die über das Gebet ausschließlich aus den Büchern lernen, weil sie leider keinen geistlichen Leiter haben, laufen die Gefahr diese Bücher misszuverstehen. Denn erstens kann man dazu kommen sich bestimmte Zustände oder Gebetsstufen, die man objektiv nicht hat, aufgrund der Lektüre einzureden. Zweitens kann man leider das Geschriebene erst dann identifizieren, wenn man es selbst gerade erlebt oder noch besser in der Vergangenheit bereits erlebt hat. In der Praxis verhältnis es nämlich sowohl genauso wie es in Büchern beschreiben wurde als auch ein wenig anders. Manchmal erleben wir etwas, ohne es nennen zu können und erst in einem Buch finden wir die richtige Metapher, welche unseren Zustand richtig wiedergibt oder erläutert. Gott ist zwar objektiv und die Stufen des Gebetes sind es auch, aber unsere Natur ist immer eine andere, da sich die Menschen auch im Geistlichen voneinander unterscheiden. So sagte ein Heiliger, dass die Seelen noch viel vielfältiger sind als die Gesichter es sind. Jeder Autor beschreibt ja das Subtilste, Intimste, Geistlichste und Erhabenste, was ihm zuteilwird und er tut es auf eine Art und Weise, welche seine Persönlichkeit oder seine Bildung möglich macht. Daher kommen die terminologischen Unterschiede über die man nicht streiten sollte. In diesem Kontext soll man die Worte von Pater Poulain SJ versehen, dass die verschiedenen geistlichen Schriftsteller dem Gebet der Einfachheit, wie er es nennt, verschiedene Namen geben. Aber „Zu kleinliche Einleitung verwirrt nur, statt zu helfen.“ Beim Anklicken wird das Bild vergrößert...

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (10) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (2) Das Gebet der Einfachheit oder einfache Beschauung

  Die Darstellung der dritten Stufe des Gebets durch Pater Poulain SJ, in unserer Einführung oratio genannt und mit Wellenreiten verglichen, ist seitens des französischen Jesuiten dermaßen anschaulich wie auch präzise, dass sich eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Menschen, die diese Erfahrungen wenigstens ansatzweise haben, werden sich in dieser Beschreibung und Systematisierung wiederfinden, andere sollen zuerst bei den vorher genannten Stufen des Gebetes bleiben. Dennoch kann man sich die Frage stellen, warum das Gebet der Einfachheit oder die einfache Beschauung, wie Pater Poulain sie in Übereinstimmung mit anderen geistlichen Autoren nennt, notwendig ist? Anders formuliert: Wozu ist es gut? Es ist dazu gut und notwendig, um sich die göttliche Eigenschaft der Einfachheit (simplicitas) anzueignen. Und warum? Um gleichförmig mit Gott zu werden, soweit es für einen Menschen möglich ist. Denn nach dem Grad dieser Gleichförmigkeit, die wir in diesem Leben erreichen, werden wir, die meisten von uns über den Umweg Fegefeuer, unseren Rang und Platz im Himmel erreichen, wohin nur diejenigen kommen, welche Gleichförmig mit Gott geworden sind. Die Anderen können – aufgrund ihrer sündigen Andersartigkeit – Gott, den sie nach dem Tod, direkt und unmittelbar erfahren, nicht ertragen. Daher auch die ewigen Höllenqualen, weil die Beschaffenheit der Verdammten, d.h. der gefallenen Engel und Menschen, so ist, dass sie das göttliche Licht nicht ertragen. Was den Seligen reine Glückseligkeit ist, ist den Verdammten die ewige Qual, obwohl Gott überall derselbe ist. Er wird nur anders, sowohl in diesem Leben als auch in der Ewigkeit, wahrgenommen. Daher auch die verschiedenen Stufen der Vollkommenheit im Fegefeuer. Diejenigen, die sündiger sind und einer längeren Läuterung bedürfen, denn im Fegefeuer gleicht länger auch härter, diese Seelen erfahren die reinigenden Leiden des Läuterungsortes härter. Diejenigen Seelen aber, die schon gereinigt wurden oder schon zum Zeitpunkt des Todes reiner sind, sie erfahren, will man den Privatoffenbarungen vieler Heiligen z. B. denen von Katharina von Genua glauben, die Gottesferne als eine unendliche Sehsucht. Um mit Gott durch die Nachfolge Christi gleichförmig zu werden, muss man zuerst wissen, welche Eigenschaften Gott an sich hat. Die katholische Dogmatik kennt 33 Eigenschaften Gottes, die wir hier lediglich aufzählen, [1] ohne auf diese recht ausführliche Lehre an dieser Stelle eingehen zu wollen. [2] I. Die Eigenschaften des göttlichen Seins (attributa essendi) Aseität (asseitas) Selbstständigkeit (independentia) Notwendigkeit (necessitas) Einfachheit (simplicitas) Unendlichkeit (infinitas) Absolutne Vollkommenheit  (perfectio absoluta) Unveränderlichkeit (immutabilitas) Unermesslich oder Raumlosigkeit (immensitas) Allgegenwart(omnipraesentia) Ewigkeit (aeternitas) Einheit (unitas) Objektive Wahrheit(veritas) Güte (bonitas) Schönheit (pulchritudo) Würde (dignitas) Einzigkeit (singularitas) Überweltlichkeit (distinctio a mundo) Persönlichkeit (personalitas) II. Eigenschaften der göttlichen Tätigkeit (attributa actuositatis) A. Eigenschaften des göttlichen Erkenntnis Wissen (scientia) Erkenntnis (cognitio) Weisheit (sapientia) B. Eigenschaften des göttlichen Wollens Wille (voluntas) Freiheit (libertas) Heiligkeit (sanctitas) Allgütigkeit (benignitas) Gerechtigkeit (iustitia) Gottes Strafgerechtigkeit  (iustitia vindicativa) Barmherzigkeit als Aussetzung der Strafgerechtigkeit Gottes (misericordia) Wahrhaftigkeit (veracitas) Treue (fidelitas) C. Eigenschaften Gottes Vorsehung und Vorausbestimmung Vorsehung (providentia) Allgemeinheit des göttlichen Heilswillens (universalitas voluntatis salvificae) Prädestination (praedestinatio) D. Eigenschaften der Macht Gottes Allmacht  (omnipotentia) Allherrschaft  (dominium absolutum) Natürlich können die Geschöpfe nur teilweise in einer sehr unvollkommenen Art und Weise an diesen verschiedenen, oben genannten, Eigenschaftengottes teilhaben. An manchen aber, den sogenannten negativen Eigenschaften Gottes, zu denen beispielsweise die Notwendigkeit, Unermesslichkeit, Raumlosigkeit oder Notwendigkeit gehören, haben sie überhaupt keinen Anteil.  Nichtsdestotrotz ist es für einen Menschen möglich und hinsichtlich seines ewigen Heils auch notwendig die Anteilnahme an manchen, positiven Eigenschaften Gottes herauszuarbeiten. Eine solche Eigenschaft ist die Einfachheit (simplicitas), an welcher man immer mehr und mehr durch das Gebiet der Einfachheit teilnimmt. [1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Alverna: Wil 2013, 6-7. [2] Tanquerey, A., Synopsis theologiae dogmaticae, T. 2, Paris 1935, 255-332. Hoffmann, Adolphus O.P., Theologiae dogmaticae manuale, T. 1, Paris 1949, 163-292. Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Alverna: Wil 2013, 141- 241; Thomas von Aquin, Summ. Theol., Ia, Q. I- XXVII. Erster Teil Vorfragen Zweites Kapiel: Vorstufen der Mystik?  § 1. Definition dieser Gebetsarten (2) Das Gebet der Einfachheit oder einfache Beschauung Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert Hat es Ihnen gefallen? Damit dieser Beitrag auch für andere frei zugänglich bleibt, können Sie uns etwas spenden....

Dieser Inhalt ist nur für Tageszugang, Zugang 7 Tage, Abo-30 Tage und Abo-1 Jahr Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren
Weiterlesen
error: Content is protected !!