Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (10 von 10)

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Wie man es dreht und wendet, die Wahrscheinlichkeit, dass Anno 2018 mehr Menschen verdammt als gerettet werden, ist doch sehr hoch. Wenn man bedenkt, dass Katholizismus der wahre, allein selig machende Glaube ist, dass sich die Anforderungen Gottes nicht geändert haben, gleich, was uns unsere Geistlichen sagen, dann liegt doch die Anzahl der Geretteten im Promillebereich. Geben Sie sich Mühe, dass Sie darunter sind und nehmen Sie gerne die kommenden Heimsuchungen in Kauf, denn das ist der Weg der Reinigung. Amen.

Zusammenfassung

Brüder! Ich möchte euch heute alle getröstet wegschicken. Wenn ihr mich also nach meiner Meinung über die Zahl derer fragt, die gerettet werden, hier ist sie: Ob es viele oder wenige sind, die gerettet werden, ich sage, dass wer immer gerettet werden möchte, gerettet wird; und niemand kann verdammt werden, wenn er das nicht möchte. Und wenn es wahr ist, dass wenige gerettet werden, dann deshalb, weil es nur wenige gibt, die gut leben. Was den Rest betrifft, vergleicht diese zwei Meinungen: die erste stellt fest, dass die größere Anzahl der Katholiken verdammt wird; im Gegensatz dazu gibt die andere vor, dass die größere Anzahl der Katholiken gerettet wird. Stellt euch einen Engel vor, der von Gott gesandt wird, um die erste Meinung zu bekräftigen, um euch zu sagen, dass nicht nur die meisten Katholiken verdammt werden, sondern dass von dieser ganzen Versammlung einer alleine gerettet wird. Wenn du die Gebote Gottes befolgst, wenn du die Verderbtheit dieser Welt verabscheust, wenn du das Kreuz Jesu Christi im Geist der Buße umarmst, wirst du der eine sein, der als einziger gerettet wird.

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (9 von 10)

Ja, es gibt das Naturgesetz, ja, wir haben ein Gewissen und ja, wir können mit unserem natürlichen Verstand zumindest die 10 Gebote erkennen. Trotz Bergoglio, trotz Vat. II. Deswegen kann sich niemand mit der unbesiegbaren Ignoranz rausreden, denn hätte Gott uns dabei belassen wollen, dann gäbe es keine Offenbarung, keinen Christus und keinen Missionsbefehl. Ja, liebe Nachkonziliaristen, daran hat sich auch nichts geändert. Vielleicht ist der große Wohlstand in der westlichen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zeichen dafür, dass sehr viele Seelen verloren gehen. Denn diejenigen, die Gott in der Ewigkeit für das Gute, was sie getan haben und etwas Gutes tut doch jeder, nicht belohnen kann, belohnt er in diesem kurzen Leben.  Recepit mercedem suam – er hat seinen Lohn erhalten! „Deine Verdammnis kommt von Dir“.

Brüder, ihr müsst wissen, dass der älteste Glaube das Gesetz Gottes ist, und dass wir alle es in unseren Herzen eingeschrieben tragen; dass es ohne jeglichen Lehrer gelernt werden kann, und dass es genügt, das Licht der Vernunft zu haben, um alle Gebote dieses Gesetzes zu kennen. Deshalb verbargen sich sogar die Barbaren, wenn sie eine Sünde begangen hatten, weil sie wussten, dass sie Unrecht taten; und sie sind verdammt, weil sie nicht das Naturgesetz beachtet haben, das in ihrem Herzen geschrieben steht: denn hätten sie es beachtet, hätte Gott eher ein Wunder gewirkt als zuzulassen, dass sie verdammt werden; Er hätte ihnen jemanden gesandt sie zu lehren und hätte ihnen andere Hilfen gegeben, derer sie sich selbst unwürdig gemacht haben, indem sie nicht den Inspirationen ihres eigenen Gewissens konform gelebt haben, das niemals versagte, um sie zu dem Guten zu ermahnen, das sie tun sollten und vor dem Bösen warnten, das sie vermeiden sollten. Also ist es ihr Gewissen, dass sie vor dem Gericht Gottes anklagte, und es sagt ihnen in der Hölle beständig:

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (8 von 10)

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Viele werden sich vielleicht denken, dass Gott, da er „so lieb sei“ es nicht übers Herz bringen wird, dass die Menschen in die Hölle gehen. Das ist ein gefährlicher Anthropomorphismus und die Einschränkung Gottes auf sein einziges Attribut: der Liebe. Gott ist aber ein überaus, vollkommenes, heiliges, selbstgenügsames Wesen – Gott eben – der seine Fülle in sich selbst hat und an dieser Fülle uns teilhaben lassen will, falls wir es wollen, denn wir sind frei. Und deswegen braucht Gott weder die Welt noch die Menschen zu seiner eigenen Glückseligkeit. Gott ist keine neurotische Mutter, die dem verzogenen Balg nachläuft und sich selbst für alles die Schuld gibt. Gott ist keine Mutter! Gott ist Vater! Gott ist fordernd, streng, gerecht und auch fördernd, aber Er schmachtet nicht nach Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser. Gottes Seligkeit und der visio beatifica der Seligen wird es keinen Abbruch tun, wenn Sie in der Hölle landen. So ist es eben!

Gott sehnt sich danach, dass alle Menschen gerettet werden

In hundert Stellen in der Heiligen Schrift teilt uns Gott mit, dass es wahrhaft Sein Verlangen ist, alle Menschen zu retten.

„Ist es Mein Wille, dass ein Sünder stirbt, und dass er nicht von seinen Lebenswegen bekehrt werde? … Ich lebe, sagt Gott der Herr. Ich begehre nicht den Tod des Sünders. Sei bekehrt und lebe.“ (vgl. Ez 18, 23 14)

 

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (7 von 10)

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Ist es Gottes Schuld, dass jemand verloren geht? Nein, es ist immer die eigene Schuld. In der Zeit der Apostasie hat er uns das Internet gegeben. Sie können lesen, sich bilden, Menschen kennenlernen, die Sie niemals kennengelernt hätten. Man hat doch irgendwo immer eine Alte Messe, eine Neue Messe tut es zur Not auch, denn manche sind gültig. Sie können getrost sein, dass Gott Ihnen jede mögliche Gnadenhilfe gibt. Je größer die Anfechtungen von Außen, desto mehr Gnadenhilfen von Innen. Der Schreiber dieser Zeilen hat im Bergoglio-Pontifikat überhaupt keine Glaubenskrise. Er hat im richtigen, also traditionellen Katholizismus ein konsistentes System gefunden, weiß, was alles falsch läuft und ist trotz aller Probleme sehr glücklich, weil ihm endlich die Lösung aufgeht, nach der er sehr lange gefahndet hat. Er ist kein Neukonservativer mehr und braucht sich mit der Quadratur der Kreises (Hermeneutik der Kontinuität, der gute „konservative“ Johannes Paul II, der gute, „konservative“ und so liebe Benedikt XVI etc.) nicht herumzuschlagen. Wenn man die falschen Konstanten des Nachkonziliarismus aus der Gleichung streicht, hat man ein schönes und funktionierendes System, von dem leider kaum jemand weiß. Die Wahrheit befreit, die Wahrheit macht stark, die Wahrheit macht opferbereit und rettet Seelen.

Die Güte Gottes

Vielleicht glaubt ihr die schrecklichen Wahrheiten noch nicht, die ich euch eben gelehrt habe. Aber es sind die höchstangesehenen Theologen, die berühmtesten Väter, die durch mich zu euch gesprochen haben. Wie könnt ihr aber Gründen widerstehen, die von so zahlreichen Beispielen und Worten aus der Schrift gestützt werden? Wenn ihr dennoch zögert und wenn eure Seele der gegenteiligen Meinung zugeneigt ist, wird diese Betrachtung nicht genügen, euch erschauernd zu machen? Oh, es zeigt, dass ihr euch nicht sehr um euer Heil kümmert! In dieser wichtigen Frage wird ein vernünftiger Mensch beim geringsten Zweifel über das Risiko das er eingeht sprachloser werden als bei dem Beweis des absoluten Bankrotts in anderen Angelegenheiten, an denen die Seele nicht beteiligt ist. Einer unserer Brüder, der selige Ägidius, sagte für gewöhnlich, dass wenn nur ein Mensch verdammt werden würde, er alles tun würde, dass er nicht dieser Mensch sei.

Was müssen also wir tun, die wir wissen, dass die größere Anzahl verdammt werden wird, und nicht nur außerhalb der Christenheit? Was müssen wir tun? Den Entschluss fassen, zu der kleinen Anzahl derer zu gehören, die gerettet werden. Zu sagen: Wenn Christus mich verdammen wollte, warum hat er mich dann erschaffen? Still, unbedachte Zunge! Gott hat niemanden geschaffen, um ihn zu verdammen; sondern wer auch immer verdammt wird, wird verdammt, weil er das möchte (vgl. Hos 13, 9 11).  Deshalb werde ich mich nun bemühen, die Güte meines Gottes zu verteidigen und von allem Vorwurf freizusprechen (vgl. Ez 18, 23 12): das wird das Thema des zweiten Punktes sein.

Bevor wir fortfahren, lasst uns auf der einen Seite all die Bücher und all die Häresien von Luther und Calvin, und auf der anderen Seite die Bücher und Häresien der Pelagianer und Semi-Pelagianer sammeln und sie alle verbrennen. Einige zerstören Gnade, andere die Freiheit, und alle sind mit Irrtümern angefüllt; also lasst sie uns in das Feuer werfen. All die Verdammten tragen auf ihrer Stirn den Orakelspruch des Propheten Hosea (Osee): „Deine Verdammnis kommt von dir“, so dass sie verstehen können, dass wer auch immer verdammt wird, durch seine eigene Bosheit verdammt wird, und weil er verdammt werden möchte.

Zunächst lasst uns diese beiden unleugbaren Wahrheiten als Grundlage nehmen:

„Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden“, „Alle brauchen die Gnade Gottes“.

Wenn ich euch nun zeige, dass Gott alle Menschen retten möchte, und dass Er zu diesem Zweck ihnen Allen Seine Gnade und alle anderen notwendigen Mittel gibt, um dieses erhabene Ziel zu erreichen, werdet ihr zustimmen müssen, dass wer auch immer verdammt wird, dies seiner eigenen Bosheit zuschreiben muss, und dass wenn die größere Anzahl der Christen verdammt wird, es deshalb ist, weil sie verdammt werden wollen.

„Deine Verdammnis kommt von dir; deine Hilfe ist nur in Mir.“ (vgl. Hos 13, 913).

11  Hos 13, 9. Das ist dein Unheil, o Israel: Wer kann dich schützen vor mir?

12  Ez, 18, 23. „Sollte ich denn Wohlgefallen am Tode des Gottlosen haben“, – Spruch des Herrn – „und nicht vielmehr daran, daß er sich von seinem Wandel bekehre und lebe?“

13  Hos 13, 9. Das ist dein Unheil, o Israel: Wer kann dich schützen vor mir?

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (6 von 10)

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Warum haben wir solche Probleme mit dieser Predigt? Weil wir erstens glauben selbst zur den Verworfenen zu gehören, da wir nicht ausreichend viel tun und zweitens sind wir durch das dumme, demokratische Denken verzogen. Dieser Egalitarismus, diese Gleichmacherei. Alles ist für jeden, jeder ist gleich gut, jeder ist jedem unter jedem Gesichtspunkt ebenbürtig. Das ist doch blanker Unsinn! Schauen Sie sich um! Es gibt überall Hierarchien, nach der Gauß-Kurve angeordnet.  Wenn also die Natur und das Natürliche so angeordet ist, warum sollte denn das Übernatürliche anders angeordet sein. Bis Amoris Laetitia war Ehebruch Todsünde, Homosexualität himmelschreiende Todsünde. Glauben Sie wirklich, dass sich das durch die Federzüge von Bergoglio geändert hat? Mitnichten. Wer soll denn aus der heutigen Schar noch gerettet werden?

Als der Heilige Johannes Chrysostomus eines Tages in der Kathedrale von Konstantinopel predigte und diese Verhältnisse bedachte, konnte er nicht anders als vor Entsetzen schaudern und fragen:

„Was glauben Sie, wie viele aus dieser großen Anzahl von Menschen gerettet werden?“

Und ohne auf eine Antwort zu warten, fügte er hinzu:

„Unter so vielen tausenden Menschen würden wir keine hundert finden, die gerettet werden, und ich zweifle sogar, dass diese hundert [gerettet werden].“

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (5 von 10)

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In diesem Teil der Predigt wird das Thema der Buße und der Bekehrung auf dem Totenbett besprochen. Es ist sehr illusorisch zu glauben, dass man jetzt sündigen kann und irgendwann einmal mit der Buße anfangen oder durch irgendeine Frömmigkeitsform verdächtigen Ursprungs alles „herausreißen“ wird. Die nachkonziliare Kirche sagt uns, dass wir sowieso alle in den Himmel kommen, da Gott barmherzig sei. Wir können also per Umkehrschluss sicher sein, dass wirklich die allermeisten unserer Zeitgenossen in die Hölle kommen, die Geistlichen zuerst, und Gott seine schonungslose Gerechtigkeit wird walten lassen. Ja, wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) ist immer wieder beeindruckt, wie selbstgefällig, selbstgerecht und mit sich zufrieden die Menschen doch sind und zwar umso mehr, je weniger sie etwas geschafft haben und je weniger sie die objektiven Normen der Heiligkeit erfüllen. Die Besten sind immer diejenigen, die am meisten selbstkritisch sind und zwar in jedem Bereich. DSDZ traf einmal einen über 70-jährigen Frührentner, der mit 55 pensioniert wurde, der in seiner beruflichen Laufbahn Papiere von links nach recht legte, was auch jemand anderes hätte tun können, verheiratet, kinderlos, weil er immer Angst hatte. Dieser Mann war im Moment des Kennenlernens schon das 15. Jahr mit Nichtstun beschäftigt und von DSDZ gefragt, ob er mehr bete, antwortete er, dass er an die Andacht der drei Ave Maria glaube, die ihn vor etwas retten soll, aber für drei Ave Maria habe er keine Zeit, ein Ave Maria kann er beten. 24 Stunden am Tag, nichts zu tun und keine Zeit für drei Ave Maria. Er tat im Alter genauso wenig, wie er früher auch nichts getan hat, hatte kaum Interessen außer sich selbst und war ausschließlich damit beschäftigt viel über sich selbst zu reden. Traditioneller Katholik, Alte Messe. Nein, wenn Sie sich jetzt nicht bekehren, werden Sie sich auch im Alter nicht bekehren. Wenn Sie jetzt keine Buße tun, werden Sie auch im Alter keine Buße tun. Wie Sie jetzt leben, so werden Sie auch sterben, denn einen guten Tod, bei dem man mit den Sterbesakramenten ausgerüstet ist, muss man sich durch ein gutes Leben verdienen. 

Aber ihr werdet sagen: Kann Buße nicht den Verlust der Unschuld gewinnbringend wiedergutmachen? Ich gebe zu, das ist wahr. Aber ich weiß auch, dass Buße in der Praxis so schwer ist, wir haben diese Gepflogenheit so ganz und gar verloren, und sie wird von den Sündern so schwer missbraucht, dass dies alleine genügen müsste um euch zu überzeugen, dass auf diesem Weg nur sehr wenige gerettet werden. Oh, wie steil, eng, dornig, schrecklich anzusehen und schwer zu erklimmen er ist! Überall, wo wir hinschauen, sehen wir Spuren von Blut und Dinge, die schlimme Erinnerungen wachrufen. Manche werden alleine vom Anblick dessen schon schwach. Viele weichen gleich bei Beginn zurück. Viele fallen vor Erschöpfung in der Mitte, und viele geben am Ende jammervoll auf. Und wie wenige sind es, die bis zum Tode standhalten! Der Heilige Ambrosius [von Mailand, Heiliger, Theologe, Lehrer des hl. Augustinus, Kirchenvater, gest. 397] sagt, es ist leichter Menschen zu finden, die ihre Unschuld bewahrt haben als solche, die rechte Buße getan haben.

Wenn ihr das Sakrament der Buße betrachtet, da gibt es so viele verfälschte Bekenntnisse, so viele durchdachte Entschuldigungen, so viele betrügerische Reue, so viele ungültige Absolutionen! Würdet ihr die Beichte von jemand als gültig betrachten, der sich selbst der Sünden der Unreinheit beschuldigt und an der Möglichkeit festhält? Oder jemand, der sich offensichtlicher Ungerechtigkeiten beschuldigt, ohne den Vorsatz, irgendeine Wiedergutmachung dafür zu leisten? Oder jemand, der wieder in dieselben Ungerechtigkeiten fällt, nachdem er sie gerade gebeichtet hat? Oh, abscheuliche Missbräuche eines so großen Sakraments! Einer beichtet, um die Exkommunikation zu vermeiden, ein anderer, um den Ruf des Büßers zu erlangen. Einer befreit sich von seinen Sünden, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, ein anderer verheimlicht sie aus Scham. Einer beschuldigt sich vorsätzlich unvollständig, ein anderer [beichtet] aus Gewohnheit. Einer hat nicht den wahren Zweck des Sakramentes im Sinn, anderen fehlt es an der nötigen Reue, wieder einem am festen Vorsatz. Arme Beichtväter, welche Anstrengungen macht ihr, um die Mehrheit der Sünder zu diesen Vorsätzen und Taten zu bringen, ohne welche die Beichte ein Sakrileg ist, die Absolution eine Verdammung und Reue eine Illusion?

Wo sind sie nun, jene, die glauben, dass die Anzahl der Geretteten unter den Christen größer ist als die der Verdammten und die, um ihre Meinung zu rechtfertigen, folgendermaßen argumentieren: der größere Teil der erwachsenen Katholiken sterben in ihren Betten, gewappnet mit den Sakramenten der Kirche, daher werden die meisten erwachsenen Katholiken gerettet? Oh, was für eine feine Begründung! Man muss genau das Gegenteil sagen. Die meisten erwachsenen Katholiken beichten beim Tod schlecht, daher werden die meisten verdammt. Ich sage „um so sicherer“, weil ein Sterbender, der bei guter Gesundheit nicht gut gebeichtet hat, es umso schwerer haben wird, wenn er mit einem schweren Herzen, einem unbeständigen Kopf, einem verworrenen Verstand im Bette liegt; wenn auf vielerlei Weise noch lebende Objekte gegen ihn sind, noch frische Gelegenheiten, angenommene Gewohnheiten, und über alldem die Teufel, die alle Mittel suchen, ihn in die Hölle zu werfen. Wenn man nun zu all diesen falschen Büßern jene hinzuzählt, die unerwartet in Sünde sterben, aufgrund der Unkenntnis der Ärzte oder der Fehler ihrer Verwandten, die durch eine Vergiftung sterben oder in Erdbeben beerdigt werden, die durch einen Schlaganfall sterben oder durch einen Sturz, oder auf dem Schlachtfeld, in einem Kampf, gefangen in einer Falle, vom Blitz erschlagen, verbrannt oder ertränkt, muss man nicht daraus schließen, dass die meisten erwachsenen Christen verdammt werden? Das ist das Argument des Heiligen Chrysostomus. Dieser Heilige sagt, dass die meisten Christen während ihres ganzen Lebens auf dem Weg zur Hölle gehen. Warum bist du also so überrascht, dass die größere Anzahl in die Hölle geht? Um an eine Tür zu kommen musst du auf der Straße gehen, die dorthin führt. Was kannst du gegen eine solch kraftvolle Begründung antworten?

Die Antwort, wirst du mir sagen, ist, dass Gottes Barmherzigkeit groß ist (vgl. Ps 103/102, 17 -183). Ja, für jene, die Ihn fürchten, sagt der Prophet; aber groß ist Seine Gerechtigkeit für den, der Ihn nicht fürchtet, und diese verdammt alle hartnäckigen Sünder (vgl. Lk 13, 274).

Also wirst du zu mir sagen: Also gut, für wen ist das Paradies, wenn nicht für Christen? Es ist für Christen, gewiss, aber für jene, die ihr Merkmal nicht entehren und die als Christen leben. Außerdem, wenn man zu der Anzahl der erwachsenen Christen, die in der Gnade Gottes sterben, die zahllose Menge der Kinder hinzuzählt, die nach der Taufe und vor Erreichen des Vernunftalters sterben, wirst du nicht überrascht sein, dass der Heilige Apostel Johannes, als er über jene spricht, die gerettet werden, sagt: „Darauf sah ich eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte.“ (Apk 7, 95).

Und das ist es, was jene betrügt, die vorgeben, dass die Anzahl der Geretteten unter den Katholiken größer ist als die der Verdammten … Wenn man zu dieser Zahl die Anzahl der Erwachsenen addiert, die das Gewand der Reinheit bewahrt haben, oder die, nachdem sie es befleckt haben, es in den Tränen der Buße gewaschen haben, ist es sicher, dass die größere Anzahl gerettet wird; und das erklärt die Worte des Heiligen Johannes: „Ich sah eine große Schar“ (vgl. Apk 7, 9), und diese anderen Worte Unseres Herrn: „Viele werden kommen von Osten und Westen, und werden mit Abraham und Isaak und Jakob im Reich des Himmels feiern“ (Vgl Mt 8, 116), wie auch die anderen Zahlen, die üblicherweise zugunsten dieser Meinung zitiert werden. Aber wenn man von erwachsenen Christen spricht, stimmen Erfahrung, Verstand, Lehrautorität, Korrektheit und die Schrift im Beweis darin überein, dass die größere Anzahl verdammt wird. Glaube nicht, dass deshalb das Paradies leer ist; im Gegenteil, ist dies ein sehr dicht besiedeltes Reich. Und wenn die Verdammten „so zahlreich wie der Sand im Meer“ sind, so sind die Geretteten „so zahlreich wie die Sterne am Himmel“, das heißt, sowohl die einen als auch die anderen sind unzählbar, wenn auch in sehr verschiedenen Verhältnissen.

3        Ps 103/102, 17 Doch des Herren Erbarmen währt immer und ewig für die, die ihn fürchten. Seine Güte reicht bis auf Kindeskinder 18 für jene, die Seinen Bund bewahren und Seine Befehle sorgsam erfüllen.

4    Lk 13, 27 Er aber wird [euch] erklären: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Hinweg von mir, all ihr Übeltäter!

5    Apk 7, 9 Darauf sah ich eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte, aus allen Völkern, Stämmen, Geschlechtern und Sprachen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamme, angetan mit weißen Gewändern und mit Palmen in ihren Händen.

6    Mt 8, 11 Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen.

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (4 von 10)

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Warum ist es so schwierig gerettet zu werden? Weil die Welt schlecht ist. Der Schreiber dieser Zeilen hat in vielen Branchen gearbeitet und hat kaum jemanden kennengelernt, den er als einen „einigermaßen anständigen Menschen“ hätte bezeichnen können. Die Interessen sind wie folgt gestaffelt:

(1) Sex,

(2) Geld,

(3) andere übers Ohr zu hauen,

(4) sich für den Größten zu halten.

Ja, wirklich überall, international, auch in der Akademie, auch in der Kirche. Der Mensch ist ein soziales Wesen und entschuldigt sich dadurch, dass „alle es so machen“. Das ist aber keine Entschuldigung. In der Hölle wird man auch allein, obwohl in der Gesellschaft sein. Dass die Anzahl der verdammten Priester sehr groß ist und ihnen die Dämonen sehr dankbar sind, braucht uns anno 2018 wirklich nicht zu verwundern. Wenn der hl. Johannes Chrysostomus (gest. 407) solch eine schlechte Meinung  über seine Amtsbrüder hatte, was sollen wir erst sagen?

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (3 von 10)

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Ja, die Heilige Schrift sagt es selbst. Die Kirche betet und berachtet oft die Geschichte Israels, insbesondere im Tridentinischen Brevier, um die Vorgehensweise Gottes zu lernen und auf sich selbst, das Neue Israel, zu übertragen. Und wie ist diese Vorgehensweise? Reinigen und ausmerzen lassen, sodass zu Lebzeiten Christi nur die ganz treuen der Treuen überhaupt übrig geblieben sind von denen, die aus Ägypten auszogen und deren Nachfahren im Laufe der Jahrhunderte nicht als Israeliten überlebten, weil sie entweder vom Glauben abfielen, die nachkonziliaren Theologie würde sagen, weil sie „mit der Umwelt einen ergebnisoffenen Religionsdialog pflegten“ oder im Zuge der Strafe Gottes umgebracht wurden. Gott hat sein Volk wie einen Weinberg gepflegt, d.h. diejenigen Reben, die keine Frucht brachten, abgeschnitten. Das passiert auch jetzt. Franziskus macht das Ausmaß der Apostasie sichtbar. Es kommt kein Widerstand, weil sie nicht daran glauben.

Die Worte der Heiligen Schrift

Aber warum die Meinung der Väter und Theologen herausfinden, wenn die Heilige Schrift die Frage so klar regelt? Schaut in das Alte und das Neue Testament, und ihr werdet eine Menge an Zahlen, Symbolen und Worten finden, die ganz klar diese Wahrheit aufzeigen: sehr wenige werden gerettet werden. In den Zeiten Noahs wurde die gesamte menschliche Rasse von der Flut überschwemmt, und nur acht Personen wurden in der Arche gerettet. Der Heilige Petrus sagt:

„Diese Arche war ein Bild der Kirche“ (vgl. 1 Petr 3, 20 – 21),

während der Heilige Augustinus hinzufügt:

„Und diese acht Menschen, die gerettet wurden, deuten an, dass sehr wenige Christen gerettet werden, weil es sehr wenige gibt, die sich ernsthaft von der Welt abkehren, und jene, die sich von ihr nur mit Worten abkehren, gehören nicht zu dem Geheimnis, das durch die Arche dargestellt wird.“

Die Bibel sagt uns auch, dass nur zwei von zwei Millionen Hebräern das Verheißene Land betraten, nachdem sie aus Ägypten ausgezogen waren, und dass nur vier dem Feuer von Sodom und den anderen brennenden Städten, die mit ihr untergingen, entflohen. All dies bedeutet, dass die Anzahl der Verdammten, die wie Stroh in das Feuer geworfen werden, viel größer ist als die der Geretteten, die der himmlische Vater eines Tages wie kostbaren Weizen in Seine Scheunen aufnehmen wird.

Ich käme zu keinem Ende, wenn ich alle Symbole aufzeigen müsste, mit denen die Heilige Schrift diese Wahrheit bestätigt; lassen Sie uns damit begnügen, dass wir auf das lebende Orakel der Fleischgewordenen Weisheit hören. Was hat Unser Herr dem neugierigen Mann im Evangelium geantwortet, der Ihn fragte:

„Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ (Lk 13, 23).

Bewahrte Er Stillschweigen? Antwortete Er zögernd? Hielt Er Seine Gedanken verborgen aus Furcht, die Menge zu erschrecken? Nein. Von nur einem gefragt, wendet Er sich an all jene, die anwesend sind. Er sagte zu ihnen: „Ihr fragt mich, ob es nur wenige sind, die gerettet werden?“ (Lk 13, 24)“. Hier ist Meine Antwort:

„Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten. Denn ich sage euch: Viele werden einzutreten suchen, es aber nicht vermögen.“ (Lk 13, 24).

Wer spricht hier? Es ist der Sohn Gottes. Ewige Wahrheit, die bei einer anderen Gelegenheit sogar noch klarer sagt:

„Viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“ (Mt 20, 16; 22, 14).

Er sagt nicht, dass alle gerufen sind und dass aus allen Menschen wenige auserwählt sind, sondern das viele berufen sind; was bedeutet, wie der Heilige Gregor erklärt, dass aus allen Menschen viele zum wahren Glauben berufen sind, aber von diesen wenige gerettet werden. Brüder, dies sind die Worte Unseres Herrn Jesus Christus. Sind sie klar? Sie sind wahr. Sagt mir nun, ob es euch möglich ist, Glauben in euren Herzen zu haben und nicht zu zittern.

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (2 von 10)

Warum sind all diese unten genannten Heiligen und Theologen so streng?,

könnte man fragen. Weil sie Bescheid wissen. Weil sie durch ihre eigene Heiligkeit und Gelehrtheit dermaßen nahe an der objektiven Wirklichkeit sind, dass sie wissen, wer Gott ist und was er will. Ja, Heiligkeit ist auch ein Wachstum an Erkenntnis. Es gibt ja zuerst den Weg (1) der Reinigung, dann (2) der Erleuchtung und (3) der Vereinigung. Die Tugend der Gottesfurcht, die aller Weisheit Anfang ist (Ps 111,10), ist diejenige Tugend, die im Laufe des ganzen spirituellen Weges wächst. Sie fürchten sich nicht weniger vor Gott. Sie fürchten sich mehr, weil in der Perspektive des göttlichen Lichtes jedes Staubkörnchen sichtbar wird und weil Sie Angst haben Gottes Anforderungen nicht zu erfüllen. Es ist doch nicht möglich, dass der ewige, vollkommene Gott im Jahre 1962 seine Regeln und Anforderungen ändert, weil es seit 1962 den „modernen Menschen gibt“ für den jetzt auf einmal nichts mehr gilt, was vor ihm galt. Deswegen hat das letzte Konzil so viele Seelen auf dem Gewissen, weil die Normen verändert worden sind. Gott ändert sich aber nicht und passt sich auch nicht an. Seine Gesetze der Gnade sind so unveränderlich wie seine Naturgesetze. Stellen Sie sich vor, die Planck-Konstante würde von einem Tag auf den anderen um mehrere Dezimalstellen verschoben werden. Das gesamte Universum würde aus den Fugen geraten. Naturgesetze sind etwas Objektives und Verifizierbares. Die Gesetze der Gnade sind es ebenso und das Übernatürliche können wir analog zu dem Natürlichen erkennen. Dies nennt man die Analogia entis (Analogie des Seins) oder die Analogia Fidei (Analogie des Glaubens). Die Hölle wird mit den Manchern des jetzigen Pontifikats, mit den feigen Kardinälen, Bischöfen und Priestern, sowie mit Laien gut gefüllt werden. Gott ändert weder sich selbst noch seine Gesetze.

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (1 von 10)

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Anbei eine sehr schöne, literarische Übersetzung der Predigt des hl. Leonard von Eugenie Roth. Der vollständige Originaltext, für diejenigen, die ihn lesen möchten, findet sich auf Englisch im beigefügten Link.

Was bringt die Menschen zur Umkehr?

Das Gedenken der letzten Dinge: Tod, Himmel oder Hölle. Leider ist die Hölle für die allermeisten wahrscheinlicher, wenn man sich so umschaut. Von der Novus Ordo Kanzel bekommen Sie solche Reden nicht zu hören, weil man davon ausgeht, dass man früher den Menschen drohte und die inneren, psychologischen Ängste nach außen projizierte (Stichwort: Hölle, Dämonen). Manchmal hören Sie die Wahrheit doch, wenn Sie das Gesagte per Umkehrschluss deuten. Wann sollte man dies tun? Wenn der Geistliche liberal, weltoffen, dialogbereit ist und in Sünde lebt. Dann können Sie getrost wirklich alles, was er von sich gibt, umkehren und Sie werden gerettet werden, denn der Dämon, der durch ihn spricht, redet auch zur Ehre Gottes. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön.

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