Tradition und Glauben

Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (1 von 3)

Der Grabenkrieg: neokonservativ gegen traditionalistisch Es gibt eine Debatte, die vorwiegend in den USA stattfindet und bei der die Fronten recht verhärtet sind. Es ist ein Graben-, ein Bürgerkrieg, ja eigentlich ein Krieg unter Brüdern, der Krieg nämlich zwischen den Neokonservativen (Generation JP2) und den Traditionalisten. In den deutschsprachigen Ländern kann er überhaupt nicht stattfinden, da wir zu wenig von den ersten und kaum welche von den letzteren zur Verfügung haben. Es gibt wirklich wenige Traditionalisten, die dazu in der Lage wären überhaupt eine Diskussion führen wollen. Im traditionellen Lager wird entweder nur verdammt, gerichtet oder andächtig darauf gehört, was der (Pius-)Pater sagt. Das ist natürlich sehr schade, weil man sich nur darin üben kann, wozu man Übung hat, um gut diskutieren zu können, müssen Sie Mitdiskutanten finden. Auf den Veranstaltungen der katholischen Akademien in D, A und CH treffen sich jedoch fast immer ein atheistischer Theologieprofessor, der mit einem agnostischen Theologieprofessor in klar abgesteckten Rahmen diskutiert. Sie reden meistens dasselbe, manchmal aneinander vorbei, sie tun es für alle Zuhörer so unverständlich, dass Gott sei Dank wenig bis gar nichts von deren Inhalten übrig bleibt. Es ist ja eine Scheinveranstaltung, Kayfabe wie im Wrestling, wo die Gegner zu vorgeben zu kämpfen. Da die von der Kirchensteuer (letztes Jahr 6 Milliarden Euro) lebende katholische Akademie etwas veranstalten muss, die von der Kirchensteuer finanzierten Professoren ebenso etwas vortragen müssen und da niemand von ihnen, außer der eigenen Einkommenssicherung, an etwas glaubt, so tut man sich bei diesen Diskussionen nicht weh, da es ja um nichts geht. Werbeanzeigen Werbeanzeigen __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-3-5d11f5a4d8ed7', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422841', location: 120, width: 300, height: 250 }); }); __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-4-5d11f5a4d8edf', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422844', location: 130, width: 300, height: 250 }); });...

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Diese leidige Homothematik – Warum? (2 von 2)

  [Jakob Jordaens (1598-1678), Die Flucht von Lot und seiner Familie aus Sodom] Vermehrung der Sünde Wie wir aber schon in anderem Zusammenhang schrieben, spielen homosexuelle Handlungen im Satanismus oder in satanischen Riten eine pervers-wichtige Rolle, weil dadurch die Menschen besonders verdorben und Satan durch diese Taten besonders viel aufgeopfert wird. Bitte selbstständig auf youtube unter gay casting couch, gay hollywood und gay hip hop nachschauen. Um nach diesen glaubwürdigen Filmen zu urteilen, da sie wirklich über Insiderwissen verfügen, müssen sich künftige Schauspieler, Sänger und andere willige Männer in der Unterhaltungsbranche homosexuell prostituieren, obwohl sie vorher nicht homosexuell waren, um den Kontrakt zu erhalten, eine Filmrolle zu ergattern, höheres Einkommen zu erzielen etc. Dies ist ein Demütigungs- und Initiationsritual zugleich, welcher natürlich aufgenommen wird, damit derjenige für immer erpressbar bleibt. Da viele der Bosse der Unterhaltungsindustrie Satanisten sind, so verrichten sie dadurch ihr „Satansopfer“, indem sie diese jungen Männer schänden, die nach einiger Zeit von Opfern zu Tätern werden. Ja, es ist wahr, was den labilen Zustand vieler Schauspieler erklärt, ihre Tätowierungen, ihre Drogensucht, Selbstzerstörungswut, scheinbar zwanghafte Affären mit Frauen, um sich etwas zu beweisen und die „Verwischung der sexuellen Orientierung“. Die Castingcouch gibt es nicht nur für Frauen, auch für Männer, und es finden sich wirklich immer welche, die da mitmachen und es als Karriere ansehen. Da Satanisten von einer umgekehrten objektiven Norm ausgehen, so müssen sie konsequenterweise das tun, was Gott am meisten beleidigt, sprich immer schwerere sexuelle Perversion bis zum Menschenopfer hin praktizieren. Aber auch viele Homosexuelle, die von all dem Hintergrund keine Ahnung haben, tragen durch ihre Sünde zum Satansopfer bei....

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Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (3 von 7) Todsünde und heilige Kommunion.

2. Todsünde und Heilige Kommunion Die traditionelle Lehre Die Kirche hat immer gewissenhaft und treu davor gewarnt, die heilige Kommunion im Zustand der Todsünde zu empfangen. In der Liturgie des Gründonnerstags und des Fronleichnamsfestes präsentiert uns die Kirche in ihrer Liturgie des Alten Ritus für unsere Meditation den Abschnitt des ersten Briefes des hl. Paulus an die Korinther im Kapitel 11, der vor dem Empfang der Heiligen Kommunion, der zur Verdammnis führt, warnt. Im Fronleichnamsfest wiederholte der Autor (des Messtextes (Anm. d. Übers.)) selbst, der hl. Thomas von Aquin, pointiert die Passage im Communio-Gebet; In der Sequenz Lauda Sion erklärt er unmissverständlich:...

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Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (2 von 7) Ehelehre der modernen Kirche.

II. Die Ehelehre der Modernen Kirche bis zu Papst Franziskus   Seit Anbeginn Ihrer Geschichte lehrte und praktizierte die Kirche das asketische Leben. Tatsächlich ist dies eines der Merkmale, das sie von der Welt unterscheidet und das die wirkliche Authentizität Ihres Glaubens[1] bestätigt. Denn wie konnte sie das Leben so vieler in Demut und Keuschheit verwandeln, was im Widerspruch zur gefallenen Natur steht, wenn der Glaube, den Sie predigte, unwahr gewesen wäre?...

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (2 von 7) Potestas diaboli in lumbis est.

Im nächsten Abschnitt zeigt Don Leone, wie in der nachkonziliaren Theologie nach und nach jeder Begriff der caritas, also der Gottes- und Nächstenliebe durch amor, sprich Sex ausgehöhlt und ersetzt wurde. Denn der eigentliche Zweck der Ehe die Kinder, wurde mit dem zweiten Zweck der Ehe – gegenseitige Hilfe- (mutuum adiutorium) gleichgesetzt und während die vorkonziliare Theologie mit der gegenseitigen Hilfe die Hilfe beim Erreichen des Heils durch den Ehestand verstand, versteht die nachkonziliare Kirche dadurch Sex. Ja, die Eheleute helfen einander, indem sie Sex miteinander haben. Ist das denn keine Hilfe? Schon, aber eine kurzfristige und kaum auf das geistliche Ziel gerichtet, denn Sex bindet sehr und macht süchtig. Wie sehr richtig Ann Barnhardt darlegt: je mehr jemand auf der Skala des diabolischen Narzissmus forgeschritten ist, desto perverser ist sein Sex....

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Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (1 von 7) Einführung.

A spiritu fornicationis libera nos, Domine Anrufung aus der Allerheiligen-Litanei Schwester Lucia von Fatima schrieb Kardinal Caffara, dass der finale Zusammenprall zwischen dem Teufel und der Kirche auf dem Gebiet der Familie und der Ehe sein würde. Eine leidenschaftslose Untersuchung der jüngsten Kirchengeschichte führt uns zu der sicheren Erkenntnis, dass der Zusammenstoß bereits begonnen hat, und zwar mit dem Eindringen des Dämons Asmodeus, des Geistes der Unzucht in die Kirche....

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht. (1 von 7) Es gibt keine „Sexualität“!

Die Reihe von Don Pietro Leone, welche wir mit Erlaubnis, Zustimmung und Segen des Autors als einzige auf Deutsch in der, wie immer vorzüglichen Übersetzung von davillatollkuehn, veröffentlichen, heißt Die Kirche und Asmodeus und nicht Die Kirche des Asmodeus, dessen sind wir uns bewußt. Dennoch ist Sex, Sexualität, das Geschlechtliche, der Geschlechtsakt dermaßen in der nachkonziliaren Kirche auf allen Ebenen der Lehre, insbesondere bei Amoris Laetitia, zu Deutsch „Die Freude am Sex“ gegenwärtig, dass man getrost sagen kann, dass die Kirche zu einer Kirche des Asmodeus also des Dämons der Unzucht, geworden ist. Denn bei Dämonen gibt es Bereiche der Spezialisierung, wie wir noch darlegen werden.  Die Muttergottes sagt ja selbst in La Salette: Zittert, Erde und ihr, die ihr Gelübde zum Dienste Jesu Christi abgelegt habt und die ihr innerlich euch selbst anbetet, zittert! Denn Gott geht daran, euch seinen Feinden zu überliefern, da die heiligen Orte in Verderbnis sind....

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (7) Eros oder Agape? Eros.

3.   Die Sprache der Agape Der Papst fährt fort, die sexuelle oder “fleischliche Liebe” zu supernaturalisieren und nennt sie: “die Sprache der Agape”, und behauptet, dass sie die Liebe Christi und der Kirche verkündet “mittels Gesten und Reaktionen, mittels der ganzen Dynamik … von Spannung und Vergnügen.” (22. Aug. 1984, West S.91). Er zählt vier Vergleichspunkte auf zwischen den zwei Formen der Liebe: beide sind frei, gänzlich, treu und fruchtbar. Hierauf ist zu antworten, dass alle Formen der Liebe von Natur aus frei sind; jede Liebe, die den Menschen zum Ziel hat, ist fruchtbar (wie wir in Kapitel 2 erörtert haben im Teil über die Natur der Liebe); es ist wahr, dass beide Formen der Liebe treu sind; Christi Liebe für Seine Kirche ist gänzlich, wohingegen wir erwiesen haben, dass eheliche Liebe es nicht ist. Der Römische Katechismus vergleicht Christi Liebe zu seiner Kirche nicht so sehr mit dem Akt der ehelichen Liebe im Allgemeinen: Er vergleicht Christi intimste Vereinigung mit der Kirche, Seine immense Güte zu uns, und die Göttlichkeit des Geheimnisses mit der Tatsache, dass das eheliche Band das intimste Band ist, das zwischen Menschen besteht, dass keine Liebe starker als diese ist, und dass diese Vereinigung heilig ist. Bezüglich des Aktes der ehelichen Vereinigung im Besonderen spricht der Katechismus in seiner Erörterung des zweiten Segens der Ehe, welche die Treue ist, von einer “besonderen, heiligen, reinen Liebe” … einer Liebe, die “immens” ist. Am Ende des Abschnitts über den Ehestand führt er aus, dass diese [eheliche] Liebe sowohl maßvoll als auch sittsam sein sollte. 4.   Das tiefgreifendste Zeichen der Agape „Nirgends tun Eheleute Gottes Liebe tiefergreifender kund als wenn sie ‚ein Fleisch‘ werden“, erklärt Mr. West (S.104), und fügt später hinzu: “Johannes Paul sagt, dass das wesentliche Element der Ehe als eines Sakraments die Sprache des Leibes ist, welches in Wahrheit ausgesprochen wird. Auf diese Weise ‘konstituieren‘ die Eheleute das sakramentalen Zeichen der Ehe.” (12. Jan. 1983). Wenn man die linguistische Metapher beiseitelässt, könnte man antworten, dass wenn Gottes Liebe die Liebe der Caritas ist, so kommen die Eheleute dieser Caritas-Liebe in ihrer Liebe durch die Nächstenliebe (Caritas) am nächsten. Der Akt der ehelichen Liebe kann ein Akt der Caritas-Nächstenliebe sein (wie oben ausgeführt), aber, wenn dem so ist, so zeichnet sich dennoch der eheliche Akt, der weniger durch seine Caritas-Nächstenliebe als durch seine Sinnlichkeit aus: der eheliche Akt, ist weniger durch die Caritas-Nächstenliebe als durch die sinnliche Liebe gekennzeichnet. Zweifellos: je größer die Caritas-Liebe eines Ehegatten zum andern ist, desto mehr nähert er sich der Caritas Gottes. Daraus folgt, ironischer weise, dass wenn ein Ehepartner aus einem bestimmten Grund aus der Caritas-Liebe zum Andern auf seine ehelichen Rechte verzichtet, er näher zu an die Caritas-Liebe Gottes kommt als wenn er von seinen Rechten Gebrauch gemacht hätte. Allgemein gesprochen, je größer die Leiden, die eine Person für eine andere auf sich nimmt, desto größer ist die Caritas-Nächstenliebe. Dies stimmt im höchsten Maße was die Liebe Christi zu seiner Kirche angelangt, somit stimmt es ebenso für die eheliche Liebe. In diesem Kontext spricht Jolivet (wie oben in Kapitel 4 zitiert) von “den härtesten Opfern, welche die Treue zur Pflicht auferlegt”. Was den Akt der ehelichen Vereinigung betrifft, wird dieser in der Tradition weniger als das Paradigma der Liebe als vielmehr ein Ersatz (compensation) für Liebe betrachtet. Der Katechismus von Trient stellt fest, dass die drei Güter oder Segen der Ehe: Kinder, Treue und das Sakrament für die “Drangsale des Fleisches” entschädigen, auf die sich der Heilige Paulus bezieht (1 Kor 7.28). Der Hl. Thomas kommentiert (in Suppl.q.49), dass der Segen der Treue für die sollicitudo molesta (das beschwerliche Bemühen, des sexuellen Aktes) der Eheleute um einander und hinsichtlich der [Zeugung] des Kindes. Zusammenfassung Alles in Allem sehen wir klar, dass die Theologie des Leibes ein personalistisch-phänomenologisches System ist. Als solches konzentriert es sich auf dem Subjektiven, was die Person und dies Liebe darstellen, es vernachlässigt aber das Objektive, sei es katholisches Dogma (wie die Lehre, dass das Hauptziel der Sexualität und Ehe die Fortpflanzung ist oder die Unterscheidung zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Ordnung) oder sei es die ewige oder scholastische Theologie, Philosophie oder Moral (wie die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Formen der Liebe). Das Resultat ist ein Wechsel von der Tugend der Liebe zur Leidenschaft der Liebe, von der übernatürlichen Liebe zur natürlichen Liebe, und letztendlich von der Heiligkeit zur Sexualität.  Bei diesem Mangel an Katholizität wird die Theologie des Leibes, obwohl sie als das Lob der katholischen ehelichen Liebe präsentiert wird, stattdessen zu einem Lobgesang des Eros[1], mit größerer Bedeutung für die Welt als für die Kirche. Als solche stellt sie sicher eine der bemerkenswerteren Früchte des vielgerühmten rapprochement[2] zwischen der Kirche und der Welt dar[3] 5. Quelle auf Englisch: http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/01/theology-of-body-explained-traditional.html [1] Wenn man es nicht wüsste, dass dies vom Papst selbst zusammengestellt wurde, so...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (6) Ehelicher Akt als Abbild der Beziehung zwischen Kirche und Christus?

B. Eheliche Liebe im Verhältnis zu Christus und Seiner Kirche Der Papst vergleicht die Einheit zwischen Christus und Seiner Kirche einerseits und der ehelichen Liebe andererseits in mehreren, unterschiedlichen Darstellungen.  1.  Die gegenseitige Unterordnung der Eheleute In seinem Kommentar zu Eph 5. 21-2, dass Ehemänner und Ehefrauen “einander untertänig in der Furcht Christi” (V. 21) sein sollen und “die Frauen [seien] ihren Männern untergeben wie dem Herrn”, behauptet der Papst, dass gegenseitige Unterordnung eine “gegenseitige Schenkung des Selbst” bedeute, dass der Ehemann “gleichzeitig der Frau untergeben” sei (11. Aug. 1982), und dass diese Ehrerbietung “keine andere ist als eine geistlich gereifte Form” der gegenseitigen Anziehung der Geschlechter (4. Juli 1984, West S.81). Als Antwort hierauf ist zu sagen, dass es in diesen beiden Versen nichts gibt, das auf einen Akt der ehelichen Vereinigung hinweist. Sie mögen ohne Weiteres im Bezug auf die eheliche Liebe im Allgemeinen interpretiert werden, d. h. die gegenseitige Hilfe der Eheleute (als zweites Ziel der Ehe). Diese Interpretation wird bestätigt durch die gleiche Geisteshaltung, ausgedrückt in Röm 12. 10: honore invicem servientes: kommet einander in Ehrerbietung zuvor. (Allioili).  Bezüglich der Unterordnung der Frau unter ihren Mann erinnert St. Thomas (in Summa I q. 96 a.4) daran, dass jede Gesellschaft eine Form der Autorität braucht, um die Aktivitäten dieser Gesellschaft zum Gemeinwohl hin zu leiten. In der Tat ist christliche Autorität nicht gebieterisch oder egoistisch, sondern beinhaltet Dienst und Hingabe nach dem Beispiel des Menschensohnes, der nicht kam um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (Mt 20, 25-8). Was die Ehrerbietung Christus gegenüber betrifft, so drückt diese den Geist aus, der die Eheleute bewegen sollte, sich einander unterzuordnen, einen Geist, der weit entfernt von Servilität ist. 2.   Die Einheit des einen Fleisches Wir wenden uns nun der Interpretation des Papstes der Einheit “des einen Fleisch” [d.h. „sie werden ein Fleisch“] (Eph.5.31, cf. Gen. 2.24, Mt.19.5). Er versteht diesen Satz Als einen Akt der geschlechtlichen Vereinigung als ein Zeichen der Einheit Christi mit Seiner Kirche. In seiner Auslegung schreibt Mr. West: “Reine Männer und Frauen …  erkennen, dass der Ruf zur Vereinigung, eingeschrieben in ihre Sexualität, ein ‘großes Geheimnis’ ist, das die Einheit Christi mit Seiner Kirche verkündet”. Diese Aussage kommentierend, erstens stellen wir fest, dass dies ein weiteres Beispiel der Vermengung zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Ordnung darstellt: ein rein natürliches Phänomen [sexueller Akt] wird als ein Zeichen für etwas rein Übernatürliches gehalten; zweitens interpretiert das Konzil von Trient die Vereinigung zu einem Fleisch nicht als einen Akt der sexuellen Liebe, sondern als die Einheit, welche die erste Eigenschaft der Ehe darstellt, so wie es die Worte des Heilands interpretiert (im nachfolgenden Vers in Mt 19,6) ‚was Gott vereint hat, darf der Mensch nicht trennen‘ als die Unauflöslichkeit, welche die zweite Eigenschaft der Ehe darstellt (Trient S. 24)...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (5) Ehelicher Akt als Abbild der Trinität?

III Eheliche Liebe im Verhältnis zu Gott betrachtet Die eheliche Liebe und Gott Papst Johannes Paul II bringt den Akt der ehelichen Liebe auf zweierlei Weisen in Verbindung mit Gott: erstens mit der Liebe Gottes zu sich selbst in der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, zweitens in der Liebe Christi zu der Kirche. A. Eheliche Liebe im Verhältnis zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit Der Papst stellt fest, dass Gottes Geheimnis der Liebe “zur sichtbaren Realität durch die Vereinigung des ersten Mannes und der ersten Frau wird” (Rede vom 13. Okt. 1982, West S. 89). In seiner Darstellung der Theorie des   Papstes behauptet West, dass “eheliche Vereinigung gewissermaßen als  Ikone Bild des innerentrinitatischen Lebens gedacht ist” (West S. 25), und erklärt, dass “ein Fleisch werden” sich daher nicht nur auf die Vereinigung zweier Leiber beziehe (wie unter den Tieren), sondern “ein ‘sakramentaler’ Ausdruck sei, welcher der Kommunion (communion) von Personen entspreche” (Rede vom 25. Juni 1980, West S.25); Der Mensch bilde Gott “nicht nur durch seine/ Menschheit sondern auch durch die Gemeinschaft (communion) von Personen, welche Mann und Frau ja von Anfang an bilden” (14. Nov. 1979, West S.25). Hier haben wir folglich die Theorie, dass der Akt der ehelichen Liebe der Ausdruck bzw. das sakramentale Zeichen der innertrinitarischen göttlichen Liebe sei. Zu sagen, das eine Sache der Ausdruck oder das sakramentale Zeichen einer anderen sei, setzt zumindest voraus, dass: 1) eines mit dem anderen in einem direkten kausalen Zusammenhang verbunden ist, 2) eine die andere Sache darstellen muss. Dies ist jedoch für den Akt der ehelichen Liebe nicht der Fall, da 1) er nicht direkt von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit verursacht wird, sondern vielmehr von dem Ehepaar, die in Freiheit handeln; und 2) offenbart dieser Akt nicht die die innertrinitarische Liebe, da (wie wir weiter ausführen werden) er dazu zu unähnlich ist. Der Akt der ehelichen Liebe ist der innertrinitarischen göttlichen Liebe zu unähnlich, um ein Ausdruck derselben zu sein, da, nicht wie die göttliche Liebe, a) die erstere ist Liebe zwischen zwei menschlichen Personen (statt Liebe zwischen zwei göttlichen Personen zu sein); b) der Akt hat nicht notwendigerweise an der Liebe Gottes für sich selbst Anteil, denn es könnte sein, dass ein oder beide Eheleute nicht im Stand der Gnade sind;[1] c) der Akt der ehelichen Liebe ist kein Akt der vollkommenen Selbsthingabe; d) der Akt wird durch Konkupiszenz verdorben; e) der Akt ist Mittel zu einem Zweck, namentlich der zur Zeugung der Nachkommenschaft in dieser Welt. Weit davon entfernt, die Liebe zwischen Menschen als einen Ausdruck der innertrinitarischen Liebe zu sehen, weist die Kirche hierfür auf das Wort Gottes – Christus, Der der Ausdruck des Vaters ist: “…, welcher das Ebenbild Gottes ist, des Unsichtbaren” (Gottes) (Kol.1.15), den wie der Heilige Johannes sagt (1.18): “Gott hat niemand je gesehen; der eingeborne Sohn, der im Schoße des Vaters ist, er hat es uns kund getan.” Kurz gesagt, alles, was wir über die  innertrinitarische Liebe wissen können, die Liebe zwischen Vater und Sohn, ist das, was wir von der Lehre und von den Werken unseres Herrn Jesus Christus lernen können. Nach der Tradition der Kirche ist stellt die Liebe des Menschen im Gnadenstand zu Gott diejenige Form der menschlichen Liebe, welche am ehesten an die innertrinitarische Liebe heranreicht:  dies ist caritas – die christliche Liebe, deren vollkommene Form die Heiligkeit ist. Denn durch eben diese Caritas-Liebe ahmt der Mensch Gottes Liebe zu Sich selbst nach (so wie er durch den Glauben Gottes Selbstwissen nachahmt. Summa I q.93 a.4 cf. die Diskussion über die natürliche und übernatürliche Würde des Menschen, siehe Kapitel 2 oben). In der Tat es ist  im Hinblick auf diese Form der Caritas-Liebe, wenn die Kirchenväter die Bibelstelle “der Mensch wurde geschaffen nach dem … Ebenbild Gottes” interpretieren. Wir schließen diesen Teil ab, indem wir die  Sicht von Papst Johannes Paul II. auf diejenige Liebe, in welcher der Mensch Gottes Liebe für sich selbst nachahmt mit der traditionellen Sicht dieser Liebe vergleichen, anders ausgedrückt wir vergleichen seine Sicht des Aktes der ehelichen Liebe mit der traditionellen Sicht der Liebe als caritas. Der Papst stellt den Leib als das  Abbild Gottes dar und zwar sowohl als das Abbild Gottes an sich als auch im Verhältnis der göttlichen Personen zueinander (communio): der Leib ist ein “Sakrament”[2], er “in der Lage das Unsichtbare sichtbar zu machen: das Geistliche und das Göttliche” (20. Feb. 1980, West S.5); darüber hinaus “wird der Mensch zum Abbild Gottes weniger im Moment des Alleinseins als im Moment der Gemeinschaft (communio)” (14. Nov. 1979, West S.25). Die katholische Tradition versteht im Unterschied hierzu die Seele als das Abbild Gottes, sowohl an sich als auch im Verhältnis zur Gemeinschaft (communio): im Penny Katechismus (TAN 1982 Kapitel 1 q.4) lesen wir: “Befindet sich diese Ebenbildlichkeit Gottes in deinem Leib oder in deiner Seele? Diese Ebenbildlichkeit Gottes befindet sich hauptsächlich in meiner Seele”; Im Großen Katechismus...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (4) „Eheliche Bedeutung des Leibes“ und Jungfräulichkeit.

3. Die eheliche Bedeutung des Leibes Nach der Theologie des Leibes ist die eheliche Bedeutung des Leibes die “Fähigkeit des Leibes, Liebe auszudrücken: genau diese Liebe, in der die Person zum Geschenk wird …” (Päpstliche Ansprache vom 16 Januar 1980, West S.29). In anderen Worten: die eheliche Bedeutung des Leibes ist eine Tatsache, dass er die sich völlig selbst hingebende Liebe ausdrückt. Der Papst fährt fort: “… und – durch diese Gabe – erfüllt [der Leib] genau die Bedeutung seines Seins und seiner Existenz.” An anderer Stelle im selben Diskurs beschreibt er die eheliche Bedeutung des Leibes als “das grundlegende Element menschlicher Existenz in der Welt.”[1] In einer späteren Ansprache (28. April 1982, West S.74) fügt er hinzu: “Auf der Grundlage derselben ehelichen Bedeutung des Leibes … kann diejenige Liebe gestaltet werden, die den Menschen der Ehe für die Dauer seines gesamten Lebens überantwortet, aber es kann auch diejenige Liebe gestaltet werden, welche zu einem Leben der Enthaltsamkeit »um des Himmelsreiches willen« beiträgt.” Überdies werden jene, die zum ewigen Leben auferstehen, “die absolute und ewige Bedeutung des verherrlichten Leibes in Vereinigung mit Gott selbst” erfahren. (24. März 1982, West S. 61.) Vom Naturrecht darauf antwortend, lässt sich dazu sagen, dass sich die Bedeutung des Leibes für die Sexualität von dem, was der Papst vorschlägt, unterscheidet, denn dem Naturrecht nachz (siehe Anfang des Kapitels 4) ist alles, was man über den menschlichen Leib diesbezüglich sagen kann, dass 1) die sexuelle Verschiedenheit von Mann und Frau auf die sexuelle Vereinigung hin geordnet ist; und 2) die natürliche Folge dieser sexuellen Vereinigung die Zeugung von Kindern ist.  Bezüglich der ersten Tatsache haben wir keinen Beweis auf der körperlichen Ebene, d.h. auf der rein natürlichen Ebene, dass dieser Akt der Vereinigung durch Geben, Nehmen oder beides charakterisiert wird. Bezüglich der zweiten Tatsache lässt sich feststellen, dass die Theologie des Leibes, wie auch der Personalismus, dessen Teils sie ist, in seiner Betonung des Subjektiven, d.h. des zweiten und mittelbaren Zweckes der Sexualität und Ehe, welcher die Liebe ist, dass [die subjektiv-personalistische Einstellung Red.] das Objektive vernachlässigt, und zwar den vorrangigen und endgültigen Zweck der Sexualität und Ehe, welchen die Fortpflanzung darstellt. Was die Behauptung des Papstes betrifft, dass die eheliche Bedeutung Leibes die Grundlage sowohl für die Ehe als auch für ein Leben der vollkommenen Keuschheit bildet, so muss gesagt werden, dass falls – was wir verneint haben – der Leib auf die sich selbst schenkende Liebe hin geordnet ist, so wäre dies beim Leib von jemand, der sich für ein Leben in der vollkommenen Keuschheit entschieden hat eben nicht der Fall. In diesem Falle wäre die sich selbst hingebende Liebe die Grundlage. Und deswegen umfasst das Leben in der vollkommenen Keuschheit nicht die Liebe, die durch den Leib ausgedrückt, sondern vielmehr den Verzicht auf ebensolche Liebe. Was die Behauptung des Papstes anbelangt, dass die eheliche Bedeutung des Leibes im Himmel erfahren werden wird, erinnern wir, dass die eheliche Vereinigung ein Zeichen der Einheit Christi mit der Kirche ist, hinsichtlich der Innigkeit, des Wohlwollens und der Heiligkeit der ehelichen Liebe, und nicht hinsichtlich der körperlichen Vereinigung; tatsächlich, da der Akt der körperlichen Vereinigung der Zeugung zugeordnet ist, existiert er nur für diese Welt und nicht für die andere, weshalb “bei der Auferstehung [werden] sie nicht heiraten, noch verheiratet werden; sondern sein, wie die Engel Gottes im Himmel.” (Mt 22,30 Allioli) Letztendlich die Annahme, dass die Theologie des Leibes im Allgemeinen und die eheliche Bedeutung des Leibes im Besonderen gleichsam den Sinn des Lebens ausmacht, beantworten wir wie wir es oben bei der Betrachtung der vollkommenen Keuschheit getan haben. Gesetzt den Fall, was wir verneinen, dass der Leib eine Hinordnung zur gänzlichen sich selbst schenkenden Liebe ausdrücken würde, so ist dies, was den Sinne des Lebens ausmacht nicht die Theologie des Leibes, nicht die eheliche Bedeutung des Leibes oder  gar etwas, das mit dem Leib wesentlich verbunden ist, sondern vielmehr die totale, sich selbst gebende Liebe selbst. 4. Die Berufung zu Ehe oder zur Jungfräulichkeit/ zum Zölibat In Familiaris Consortio 11 (West S.65) schreibt der Papst: “Die christliche Offenbarung kennt zwei besondere Wege der Berufung der menschlichen Person, in ihrer Ganzheit, zur Liebe: Ehe und Jungfräulichkeit oder Ehelosigkeit.” Wieder hat der Papst die gänzlich sich selbst schenkende Liebe im Sinn, hier als wesentlichen Bestandteil sowohl für die Ehe als auch Jungfräulichkeit/ das Zölibat. Wir beobachten, dass er hier nicht konkretisiert, wie er woanders tut, dass diese Jungfräulichkeit/ das Zölibat für das Reich Gottes ist und daher auf das geweihte Leben hinausläuft. Diese Auslassung ermöglicht die Interpretation seiner Aussage im Sinne des Naturalismus. Während aber die Liebe der Ehegatten nicht als völlig selbstschenkende Liebe bezeichnet werden kann, kann die Liebe zu Gott bei denen, die ein geweihtes Leben führen, so bezeichnet werden, weil sie eine Liebe eines ungeteilten Herzens darstellt (cf. 1 Kor 7, 33 wie von...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (3) „Selbsthingabe“ und „Erlösung des Leibes“

II Eheliche Liebe an sich betrachtet 1.     Eine Liebe, die sich völlig selbst hingibt Die Grundlage der Theologie des Leibes ist die These, dass der Akt ehelicher Liebe in “der völligen gegenseitigen Selbsthingabe von Ehemann und Ehefrau”  (Familiaris Consortio 32, zitiert im Neuen Katechismus 2370) bestehe. Für den Fall, dass diese These falsch wäre, fiele das gesamte Gedankengebäude der Theologie des Leibes in sich zusammen. In Kapitel 4 des vorliegenden Buches haben wir dargestellt, dass diese These falsch ist: erstens metaphysisch, weil die menschliche Person nicht mitteilbar ist; zweitens physisch, weil der Akt der ehelichen Liebe wesentlich die Suche nach der Lust und die Inanspruchnahme der Lust beinhaltet, ohne welche der Akt tatsächlich unmöglich wäre; und drittens moralisch, weil die totale Selbsthingabe Gott allein geboten ist und auch nur ihm allein  (Lk. 10.27) möglich ist, wohingegen dem Menschen geboten wird, seinen Nächsten in geringerem Maße zu lieben, und wo es eheliche Beziehungen betrifft, ist Maß und Anstand verlangt.[1] (siehe Der Römische Katechismus zum Gebrauch der Ehe). Tatsächlich wäre es Götzendienst, seinen Nächsten mit einer völligen, im Sinne von totalen, Liebe zu lieben.[2]  2. Die Erlösung des Leibes In der Theologie des Leibes, zumindest wie sie von West dargestellt wird, befähigt die Gnade Männer und Frauen in der gegenseitigen und aufrichtigen Hingabe seiner selbst zu leben (cf. Päpstliche Ansprache vom 30 Januar 1980, West S.42), genau so, wie zu Beginn Mann und Frau mit Gnade erfüllt wurden. Durch diese Gnade befruchtet der Heilige Geist unsere sexuellen Begierden “mit allem, was edel und schön ist”, mit „dem höchsten Wert, welcher die Liebe ist.” (Päpstliche Ansprache vom 29 Oktober 1980, West S. 43-44). Gleicherweise lässt die Keuschheit „uns den menschlichen Körper, den eigenen und den des Nächsten – als Tempel des Heiligen Geistes erkennen, als eine Manifestation der göttlichen Schönheit“. (Der Neue Katechismus 2519, West S.47). Es wird hier angedeutet, dass die Gnade (obgleich in Verbindung mit Abtötung, West S.47) den Menschen befähigt, den Zustand seiner Ureltern wieder zu erlangen.[3] Jedoch wurde ihr Zustand, jener der aufgerichteten Natur, unwiderruflich durch die Erbsünde verloren, und überdies unterscheidet er sich von unserem Zustand, dem der gefallenen Natur, nicht nur im Hinblick auf die Gnade, sondern auch im Hinblick auf die Konkupiszenz, das heißt die Herrschaft der Leidenschaften über den Verstand, was wiederum eines der Übel ist, die der Sündenfall, dem die gesamte Menschheit unterworfen ist (selbstverständlich mit Ausnahme der Allerseligsten Jungfrau Maria. Siehe Kapitel 2 des vorliegenden Buches) mit sich gebracht hat. Die Theologie des Leibes, bedacht, die positive Seite der ehelichen Liebe darzustellen, vernachlässigt in weiten Teilen die Konkupiszenz,[4] und zeigt damit ein unvollständiges und unrealistisches Bild dieser Liebe. Die Kirche, im Gegensatz dazu, hat diese objektive Unordnung, im Sinne einer ungeordneten Neigung, in der menschlichen Natur immer eingestanden und ernst genommen, und in der Tat den dritten Zweck der Ehe als “Heilung der Konkupiszenz” definiert.[5] [1] Mäßigung im Bereich der Sexualität ist gleichbedeutend mit Keuschheit;  Anstand ist eine Tugend, welche zur Mäßigung komplementär ist (siehe Kapitel 11). [2] Zu Beginn dieser Betrachtung wird es sinnvoll sein, kurz drei grundsätzliche Formen der Liebe zu unterscheiden, die in Kapitel 2 im Detail aufgeführt sind. Erstens ist da die sinnliche Liebe (für die Leidenschaft der Liebe), von der die sexuelle Liebe ein Beispiel ist; zweitens gibt es die vernünftige Liebe (oder die Tugend der Liebe); drittens die Nächstenliebe, welche die Form der vernünftigen Liebe ist, die durch die übernatürliche Gnade erhöht ist. Im Licht dieser Unterscheidungen, ist der Akt der ehelichen Liebe in seiner idealen Form zu verstehen als ein Akt sinnlicher Liebe, durchdrungen von der die vernünftigen Liebe, welche die Eheleute befähigt, sich gegenseitig zu lieben nicht als Objekt, sondern als Person, und weiter durchdrungen von der Nächstenliebe, welche die Eheleute befähigt, den anderen in Gott und um  Gottes Willen zu lieben. [3] In diesem Zusammenhang beziehen wir uns auf sein Konzept der “Unschuld des Urzustandes” im Auftritt vom 26. Sept. 1979, durch das der Papst möglicherweise versucht, die Möglichkeit einer Rückkehr zum Zustand der ersten Eltern zu rechtfertigen, auch wenn diesem Konzept Klarheit fehlt. Der Papst spricht von “dieser wahren Unschuld des Menschen als seinen ursprünglichen und grundlegenden Zustand, als eine Dimension seines Erschaffenseins nach dem Bild Gottes.” Zusätzlich sagt er folgendes: “Diese Gegebenheiten (“Unschuld des Urzustandes” und “Erbsünde”) haben eine spezifische Dimension im Menschen, in seinem innersten Selbst, in seinem Wissen, seinem Bewusstsein, in seiner Wahl und seiner Entscheidung”; und dass sie verbunden sind, da der “Sündenstand”, welcher ein Teil des “historischen Menschen” sei, dieser Zustand schlägt Wurzeln ausnahmslos in jedem Menschen, in seiner eigenen theologischen „Vorgeschichte“, welche den „Unschuld der Urzustandes“ darstellt. An einer anderen Stelle beschreibt Johannes Paul II die Ursünde als einen Zustand, in welchem „der Mensch seine ursprüngliche Unschuld“ verliert und in der Rede vom 12 September 1979 sagt er dass, „die erste Darstellung der Erschaffung des Menschen theologischer...

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Sünde, Liturgiereform, Exorzismen, Dämonen und Bischofskonferenzen

Was ist Sünde? Die Frage: Was ist Sünde? ist im Grunde eine philosophische Frage, bevor sie zu einer theologischen Frage wird. Die Sünde ist ein Verstoß gegen die göttliche Ordnung. Sie stellt also in erster Linie ein Verstoß gegen die Gerechtigkeit dar. Der hl. Augustinus definiert Sünde wie folgt: Dictum, factum vel concupitum contra legem aeternum. Etwas gesagtes, getanes oder begehrtes gegen das ewige Gesetz. (Summ. theol. Ia IIae, q. 71. a.6 o et 1. 76, 2, ad 1) Der hl. Thomas von Aquin übernimmt diese Definition, vertieft sie und baut sie aus. Wir werden uns der thomistischen Sündenlehre sicherlich noch ausführlich widmen, denn der Schreiber dieser Zeilen kommt immer mehr zur Überzeugung, dass in der Theologie der Grundsatz „Thomismus oder nichts“ lautet, wie es immer noch auf Kuba „Sozialismus oder der Tod“ heißt. Und was war vor Thomas? Alles lief auf ihn hin und führte von ihm weg. Man lernt seine Einfachheit und Präzision erst dann schätzen, wenn man sich lange genung mit anderen philosophischen Schulen und Systemen herumschlug. Auf die kurze oder lange Sicht hat sich wirklich nichts anderes in der Theologie bewährt, ohne früher oder später in Irrlehre und Apostasie zu führen. Siehe den jetzigen Zustand der Kirche. Thomas ist dennoch sehr schwierig, weil seine Lösungen die schöne, klare Formel wie e=mc2 darstellen, die auf vielen mühsamen Rechenwegen erreicht werden muss. Die bereits erwähnte Moraltheologie von Peeters, die wir im nachfolgenden Beitrag verwenden werden, stellt recht kurz und prägnant die thomistische und katholische Lehre dar, denn besser als thomistisch geht es nicht. Es stellt somit die katholische Morallehre dar, welche noch nicht vom Personalismus, Existentialismus, Pragmatismus, Subjektivismus und Relativismus angekränkelt und anschließen zerfressen wurde. Was wirklich vielen Menschen unklar ist: ohne das richtige philosophische Gerüst, zuerst das metaphysische natürlich, kann man zu keiner guten, im Sinne der göttlichen Ordnung entsprechenden Ethik und Morallehre kommen. Ohne Metaphysik geht es nicht. Man wirft sie durch die Tür raus und sie kommt uns durch das Fenster herein. Und deswegen war die angebliche Zerstetzung aller Metaphysik durch Kant, den „Schutzheiligen“ der meist deutschsprachigen Häretiker, für die Theologie dermaßen zersetzend. Weil die objektive, also sich außerhalb des Subjekts befindende Welt, das berühmte Ding an sich, aufgehoben wurde. Jeder hat angeblich nur seine Kategorien, wir haben ähnliche und daher ist Erkenntnis überhaupt möglich. Sie ist aber nicht objektiv, sondern inter-subjektiv. So lautet die kantische Devise. Was natürlich kompletter Unsinn ist. Denn: gäbe es nichts „Draußen“, so würden wir nichts erkennen, jegliche Sprache und Kommunikation wäre aufgehoben, denn dem Satz: „Der Bus fährt vom Hauptbahnhof um 12.35 ab“ müsste die Frage folgen: „Nach deinen oder meinen Kategorien, denn ich sehe es anders“, es gäbe überhaupt keine Wahrheit und zwar in keinem Bereich, auch nicht im mathematischen oder logischen, denn wir erkennen die Formeln ja auch durch unsere Kategorien, es gäbe überhaupt keine moralische Ordnung mit Sollen und Verbieten, und wir wären wo? Genau: bei hier und jetzt und der Political Correctness. Deswegen hat die Kirche Kant schon sehr früh verurteilt, denn seine „Kritik der reinen Vernunft“, wurde mit dem Dekret vom 11.Juni 1827 auf den Index librorum prohibitorum gesetzt. Die katholische Kant-Kritik sparen wir uns für einen anderen Beitrag auf. An dieser Stelle bleibt zu sagen, dass ohne eine objektive, denn Gott gesetzte Ordnung bleibt der Begriff der Sünde sinnleer, denn diese hört dann auf ein objektiver Verstoß gegen objektive Normen zu sein, sondern bleibt nur im psychologischen „Sich-Schlecht-Fühlen“ behaftet. Es bleibt nur zu fragen: Und wie fühlst Du Dich dabei? Fühlt er sich gut, weil er als Crack-Raucher Crack geraucht hat, dann ist ja alles gut. Er schadet zwar der Gesundheit oder Was-Gott-verhüten-möge „der Umwelt“, aber es ist für ihn „wichtig“. So in etwa lautet die „nachkonziliare Seelsorge“, die keine ist. Denn fragt eine Mensch, woran und worauf er sich zu richten hat, dann bekommt er die mehr oder minder verhüllte Antwort: „Nach Dir selbst.“ Er sagt aber weiter: „Ich weiß es aber nicht“, dann sagt man ihm: Dann höre auf Dein Herz, rette die Wale, mache Deine Erfahrungen, denn alles, was Du erfährst ist gut, weil Du es machst. Du bist das Maßstab Deiner Werte. Also noch luziferischer kann dieser Vorschlag eigentlich nicht lauten, denn derselbe, der sein wollte wie Gott, will den Menschen Gott gleich machen, um ihn, denn an den Schöpfer kommt er nicht heran, zu verderben, weil die Menschen das Abbild Gottes in sich tragen. Weil der Teufel gegen den Gott nicht ankämpfen kann, da er nur ein Geschöpf ist, so will er die Geschöpfe Gottes, vor allem natürlich die Menschen, zerstören. Und man kann niemanden leichter manipulieren, als das, dass man ihm schmeichelt. Und leider drang diese luziferische Lehre: Du bist Gott. Es gottet überall. Mach, was Du willst. in die Kirche ein. Mit dem letzten Konzil, zuerst sachte, dann immer stärker, siehe Papst Franziskus. Was soll man...

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Bischofsperlen: Bischof Büchel „bei der Wahrheit flexibel bleiben“

Diese Bischofsperle ist ein wenig älter, denn sie stammt von September 2015, dafür ist sie aber so empörend, dass sie gute Chancen hat es in die Top-Ten aller Bischofsperlen zu schaffen. Da uns auch Schweizer lesen, so hoffen wir, dass sich auch schweizerische Katholiken an unserem knienden Bußpsalmengebet für die jeweilige Bischofskonferenz an jedem letzten Freitag des Monats, also auch am 25.12.2015, beteiligen werden. Sie haben allen Grund Gott auf den Knien um Gnade für ihre Bischöfe zu bitten, denn Bischof Büchel von St. Gallen, der ehemalige Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz, gibt wirklich Ungeheuerlichkeiten von sich. Da er von seinen Mitbrüdern im Bischofsamt gewählt wurde, so muss man davon ausgehen, dass die Mehrheit der Schweizer Bischofskonferenz ähnliche Ansichten hegt. Anscheinend muss man häretische Ansichten vorweisen, um es an die Spitze einer deutschsprachigen Bischofskonferenz zu schaffen. Aber übergeben wir das Wort an Bischof Büchel selbst, dessen Aussagen wir weitgehend hier unkommentiert vorstellen, da wir davon ausgehen, dass unsere Leser ihre Sinne beisammen haben. Wir zitieren nach kath.net, im folgenden blau angezeigt,[1] also nach einem Medium, dass so bischofsfreundlich wie möglich ist. Er hat es wirklich gesagt – ipse dixit....

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Worum es bei der Herbstsynode wirklich geht? (3) Herbstsynode und Dämonologie.

Herbstsynode und Dämonologie Manche der progressiven Synodenväter wollen einfach ihre persönliche Lebensweise theologisch und kirchenrechtlich fest verankern, damit sie sich selbst weniger schuldig fühlen. Andere wiederum wollen einfach noch mehr Menschen verderben und noch mehr Gott durch Sakrileg und Blasphemie beleidigen, damit sozusagen das Maß der Sünde voll wird. Die letztere Einstellung ist tatsächlich die Sicht der Dämonen, wie man aus der spirituellen Theologie weiß und manchmal beim Exorzismus auch hört. Die Dämonen wissen, dass sie verloren sind, dass ihre Zeit kurz ist, in welcher sie durch Anstiftung möglichst viel Böses tun wollen und möglichst viel Menschen verderben möchten, je mehr und je schwerer, desto besser. Ihr persönlicher Gewinn ist das Verderbnis der Anderen. Zwar leiden sie durch ihren Abfall und quälen sich unter einander auch sehr, sie wollen dennoch nicht umkehren, was viele Exorzisten bestätigen können. So sieht die äußerste Form der Verstockung und der hartnäckigen Sünde aus. Wir wollen an dieser Stelle sehr oberflächlich auf die katholische Dämonologie eingehen, eingedenk dessen, dass es sich hierbei um ein Gebiet handelt, bei dem sehr wenig de fide dogmatisiert wurde und bei welchem das meiste nicht über eine opinio theologica hinausreicht. Nichtsdestotrotz haben schon ganz frühe Kirchenväter und Theologen angenommen, dass ein Mensch, der in schwerer Sünde lebt die Agenda der Dämonen verwirklicht, manchmal wirklich besessen ist und sicherlich eine dämonische Sicht der Dinge besitzt. So ist auch die Notwendigkeit der Exorzismen vor der Taufe, wie sie in der alten Kirche praktiziert wurden, sowie die Notwendigkeit der Exorzismen in der Taufe selbst zu erklären. Bei vielen Schriftstellern steht der Begriff die Energoumenen, die Besessenen, für die Katechumenen. Clemens von Alexandrien (gest. 215) und später auch Evagrius Pontikus (gest. 399) bes. in seinem Werk De octo spiritibus malitiae tractatus, sagen, dass die Dämonen ihre eigenen Eigenschaften durch die Sünde bei den Menschen verwirklichen. Sie möchten also in den sündigen Menschen ihre eigenen Abbilder schaffen. So schreibt der Alexandriner: „Die einfache Sprache unserer Philosophie nennt alle Leidenschaften Eindrücke der weichen und nachgiebigen Seele und gleichsam Siegelabdrücke der „geistlichen“ Mächte, mit denen wir zu ringen haben. (Eph 6,12) Denn die unheilstiftenden Mächte haben es sich, meine ich, zur Aufgabe gesetzt, jedesmal zu versuchen, ein Stück ihres eigenen Wesens aufzuprägen, um so diejenigen, die nichts von ihnen wissen wollen, niederzukämpfen und in ihre Gewalt zu bringen.“ (Strom. II, 110, 1-2)[1] Thomas von Aquin schreibt aber, dass sich die Dämonen am meisten über die Sünde der Wollust (luxuria) freuen, da diese am schwierigsten zu meiden ist.[2] Unter luxuria versteht die Theologie alle Arten der sexuellen Betätigung außerhalb der Ehe und auch innerhalb der Ehe, wenn diese nicht auf die Fortpflanzung hin geordnet wird. Natürlich hat die Sünde der Wollust (luxuria) verschiedene Schweregrade und am Ende dieser Skala befindet sich, die Sünde wider die Natur (contra naturam).[3] Zu der Sünden wider die Natur zählt nach Thomas Zoophilie (bestialitas), Homosexualität (sodomia), Heterosexuelle Akte ohne die Möglichkeit der Zeugung (cum muliere extra naturam), Petting (molities).[4] Außer (noch?) Nummer 1. wird wenigstens seit den Zeiten der sexuellen Revolution die Betätigung auf den Feldern 2. bis 4 allen Menschen der westlichen Welt höchstens empfohlen, was außer den hedonistischen Gründen, wie wir jetzt wissen, auch spirituelle Gründe hat. Da es so angenehm ist, macht es sehr schnell abhängig und stellt das Einfallstor für andere Sünden (Lüge, Abtreibung, Schädigung der eigenen und fremden Gesundheit etc.) dar Die Konsequenzen oder die sog. Töchter (filiae) der Wollust (luxuria) sind: Verblendung des Intellekts (caecitas mentis), Unbesonnenheit (inconsideratio), Plötzlicher Stimmungswechsel (praecipitatio), Unbeständigkeit (inconstantia), Eigenliebe (amor sui), Gotteshass (odium Dei), Anhänglichkeit an dieses Leben/ an das Diesseits (affectus praesentis saeculi), Verzweiflung am kommenden Leben/ am Jenseits (desperatio futuri saeculi) Die Punkte (1) bis (8) sind wirklich bei sehr vielen Geistlichen zu finden, so dass der Ursprung dieser Eigenschaften auch klar ist. Ja, ihr lieben Geistlichen, man merkt es doch! Wenn man die notorische und in manchen Ländern und Diözesen die häufig auch selbstverständliche Nichteinhaltung des Zölibats beachtet und die hohe Anzahl der homosexuellen unter den Klerikern dazu rechnet, die Amerikaner sprechen schon vom Priestertum als von der gay profession, so kann man wirklich zwei und zwei zusammenzählen und die Gründe für die Änderung der katholischen Sexualmoral ganz deutlich sehen. Leider führt lang anhaltende Sünde de sexto, wie man früher sagte, nicht nur zur Verstockung und intellektuellen Verblendung, die sich beispielsweise in der Nichtbeachtung der Grundsätze der Logik äußert („.. jedoch aber wenn … pastorale Gründe dafür sprechen …“), sie führt auch in manchen Fällen wirklich zur Besessenheit, was viele Exorzisten bestätigen können. Leider ist es wahr, was vor einiger Zeit Pater Amorth öffentlich machte, dass manche Geistliche, leider auch der höheren Ränge, Satanisten sind.[5] In diesen Fällen, obgleich für ihre eigenen Taten und den eigenen Abfall verantwortlich, denn zufällig schlittert man da wirklich nicht rein, sind sie tatsächlich besessen und verfolgen die dämonische Agenda. Nur aus dieser Sicht...

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Worum es bei der Herbstsynode wirklich geht? (1) Forderungen der progressiven und katholische Moral

Worin besteht nach Mediator Dei die wahre Barmherzigkeit Gottes? Sie besteht darin „das Menschengeschlecht mit übernatürlichen Wohltaten zu überhäufen“ (Mediator Dei, 212). Sie besteht also nicht darin Menschen, die in Todsünde leben noch zu weiteren Todsünden, d.h. zum Sakrileg und zur Blasphemie, zu verleiten. Sie besteht nicht darin die von Gott geoffenbarten Gebote und Werte umzuetikettieren, um das Falsche und Böse als Richtiges und Gutes auszugeben. Niemand kann das tun: kein Papst, da er damit eine formale Häresie in forum externum begeht und damit, nach Robert Bellarmin und anderen,[1] ipso facto aufhört ein Papst zu sein; kein Kardinal, kein Bischof, keine Synode und kein Konzil. In diesem Kontext kommt uns das Wort des Heilands in den Sinn, welches vielleicht gerade für diese Zeiten vorgesehen war:  „Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst.“ (Mt 23,15)  Man muss die jetzigen Postulate des Papstes,[2] mancher Kardinäle und mancher Bischöfe einfach aus einer geistlichen Perspektive heraus sehen und beurteilen, denn aus der menschlichen und rationalen Perspektive heraus betrachtet, machen sie überhaupt keinen Sinn. Es geht um die Forderungen der Wertschätzung und Kommunionzulassung von: „Wiederverheirateten Geschiedenen“, im Klartext: von notorischen Ehebrechern. „Anerkennung anderer Formen des menschlichen Zusammenlebens“, im Klartext: von notorischen Konkubinariern. Homosexuellen, im Klartext: von notorischen Sodomiten. Ad 1. „Wiederverheiratete Geschiedene“ In diesem Falle haben wir mindestens mit drei Todsünden zu tun: mit der Todsünde des Ehebruchs, mit der Todsünde des öffentlichen Ärgernisses und mit der Todsünde der Verstockung, da man ansonsten in diesem Zustand nicht verbleiben würde. Ad 2. Konkubinat In diesem Falle haben wir es ebenfalls mit mindestens drei Todsünden zu tun: mit der Todsünde der vor- oder außerehelichen Unzucht/Unkeuschheit, mit der Todsünde des öffentlichen Ärgernisses und mit der Todsünde der Verstockung, da man ebenfalls ansonsten in diesem Zustand nicht verbleiben würde. Oft steht ja, außer den eigenen Ängsten, nichts einer sakramentalne Ehe im Wege. Ad 3. Homosexualität In diesem Falle haben wir mindestens mit drei Todsünden zu tun: mit der Todsünde der Sünde gegen die Natur in allen möglichen Schattierungen und Stufen der Perversion, mit der Todsünde des öffentlichen Ärgernisses und mit der Todsünde der Verstockung, da man ansonsten in diesem Zustand ebenfalls nicht verbleiben würde. Dies ist die katholische Moralehre. Wir sprechen hier im Kontext von (1) bis (3) über das Sittenleben von Katholiken, von Menschen also die offiziell nicht exkommuniziert sind, sich in irgendeiner Weise zur Kirche zugehörig fühlen, da sie ihre Sakramente empfangen möchten. „Als Katholik darf man das nicht“, sagt der tolerante Ungläubige und er hat recht, denn ein Todsünder ist kein Glied der Kirche. Entweder also man ist Katholik und man macht es nicht oder man macht es und man ist kein Katholik mehr. Tertium non datur! Jeder, der mit Katholiken der Gruppen (1) bis (3) zu tun hat, weiß, dass sie wirklich ganz genau wissen, dass sie schwer sündigen und sich deswegen schuldig fühlen. Diese Schuldgefühle können sich verschieden äußern. Meistens ist es der Hass auf die Kirche, welche durch ihre Lehre die innere Dunkelheit des Sünders offenbart. Dieser Hass offenbart sich auch sehr konkret allen anwesenden Katholiken gegenüber und der Schreiber dieser Zeilen bekommt fast immer diese Hassausbrüche zu spüren, welche oft nicht persönlich gemeint sind. Interessanterweise fühlen sich auch Ungläubige und Ungetaufte, die nach 1 bis 3 leben ebenfalls schuldig. Schuldig fühlen sich auch getaufte Nichtkatholiken. Diese Reaktionen sprechen wirklich auf der ganz existenziellen Ebene für die Wahrheit der katholischen Religion. Denn warum sollte sich jemand gegenüber etwas schuldig und von etwas angegriffen fühlen, wenn er es für einen ausgemachten Unsinn hält. So fühlt sich der Schreiber dieser Zeilen überhaupt nicht schuldig, weil er nicht nach den Geboten der Mormonen oder der Moon-Sekte lebt. Bei Katholizismus jedoch gehen gleich alle hoch. In Todsünde lebende Katholiken, ohne sich auf der moralisch-theologischen Qualifikation ihrer Taten auf der intellektuellen Ebene klar bewusst zu sein (sie tun es dennoch auf der unbewussten Ebene), fühlen sich wirklich auf der existenziellen Ebene sehr schuldig. Dies ist auch richtig, da die Scham und das Schuldgefühl etwas der Natur überhaupt Eingeschriebenes ist. Nicht nur Menschen auch Tiere haben Schuldgefühle, wenn sie etwas Verkehrtes getan haben. Daher meiden die schweren Sünder sozusagen instinktiv und von sich aus das Heilige, besonders die heilige Kommunion, dass sie sich ihrer zu Recht unwürdig fühlen. Sie spüren auch, dass der Empfang der Kommunion ohne die rechte Disposition, d.h. in der Todsünde, eine zusätzliche schwere Sünde des Sakrilegs ist. So sieht es von der gefühlt moralischen Seite aus. Statistisch betrachtet, sieht es aber so aus, dass Menschen, (1) die im permanenten Ehebruch leben, d.h. die so genannten „wiederverheirateten Geschiedenen“, (2) die Konkubinarier und (3) die Homosexuellen sich von sich

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