Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 14. Nach getaner Handlung.

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Da wir durch die Taufe Glieder Christi sind, so können wir, wenn wir in der Gnade bleiben, alle unsere Taten und Handlungen, seien sie auch so banal und alltäglich, mit den Handlungen des göttlichen Erlösers vereinigen. Die Kirche ist ja der mystische Leib Christi und der gleichsam fort existierende Christus. Aber erst durch die intentionale Vereinigung mit Christus werden unsere Werke durch die Gnade verwandelt und somit verdienstvoll.

 

Opere peracto
Domine Jesu, hoc opus, quod peregi, commendo mellifluo cordi tuo emendandum ac perficiendum, tibique illud offero in unione operum tuorum.
Nach getaner Handlung
Herr Jesus, diese Handlung, die ich vollbracht habe, empfehle ich Deinem Honig fließendem Herzen an, damit Sie gereinigt und vervollkommnt wird. Dir opfere ich sie auf in Vereinigung mit Deinen Werken.

 


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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 13. Vor jedweder Handlung

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Wie wir hier schon mehrmals schrieben, besteht das Leben auch das geistliche Leben aus Kleinigkeiten und Details. Um das Große und Heilige irgendwann einmal zu vollbringen, muss man es durch diese Kleinigkeiten vorbereiten. Bei der Niederschrift dieses Beitrages am 09.07.2018 werden in vielen regionalen, vorkonziliaren Heiligenkalendern die Märtyrer von Gorkum gefeiert.  Diese 19 Priester und Ordensmänner waren 1572 deswegen in der Lage das Märtyrium aus den Händen der Calvinisten zu erleiden, indem sie den Glauben an die eucharistische Realpräsenz und Primat des Papstes nicht aufgaben, weil sie wohl ihr ganzes Leben lang fromm lebten. Dies bedeutet, dass Sie im Jahre 1572, d.h. ganze elf Jahre nach dem Trienter Konzil (1545-63)  in einer zufällig ausgewählten Stadt unter einem zufällig ausgewählten Stadtklerus Märtyrer vorgefunden hätten, denn die 19 von Gorkum waren vorher nichts Besonderes. Dies würde also dem Jahr 1976 nach dem letzten Konzil entsprechen. Wir sparen uns diesmal unseren traditionellen Seitenschlag gegen die heutigen Geistlichen samt DBK und stellen lediglich fest, dass die Trienter Reformen und das Tridentinische Brevier, welches alle Märtyrer von Gorkum wohl gebetet haben, diese Früchte des Blutzeugnisses brachte. Aber solch eine Glanzleistung des Märtyriums, welchem lange und harte Folter seitens der Kalvinisten vorangingen, die gar nicht „im Sinne der Ökumene“ waren, musste mit kleinem, mühevollen Tageswerk im Laufe des ganzen Lebens der Märtyrer von Gorkum vorbereitet werden. Wir können Gott wirklich jedes Detail opfern, einer auch so banaler Alltagstätigkeit, welche Kardinal Bona nicht einmal näher bezeichnet, sondern vom quodlibet opus – „einer jedweder/beliebigen Tätigkeit“ spricht.  Lernen wir das nachfolgende Gebet auswendig, sagen wir es auf, denn es wird uns aktuelle Gnaden bringen, die sich irgendwann einmal zu einer Glanzleistung subsumieren werden. Ein Stabhochspringer vollbringt seinen Sprung auch nur in Sekunden, aber er braucht Jahre, um diese Sekunden richtig auszuführen.

Ante quolibet opus
Domine Jesu, da ut peragam opus istud ad gloriam tuam et salutem meam, sicut tibi placitum est.
Vor jedweder Handlung
Herr Jesus, gib, dass ich diese Tat vollbringe zu Deiner Ehre und zu meinem Heil, wie es Dir gefällt.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 12. Nach der Mahlzeit

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Bei den Stoßgebeten von Kardinal Bona geht es darum jede, auch so banale Alltagstätigkeit mit der übernatürlichen Dimension zu verbinden und Gott um seine aktuelle Gnade dafür zu bitten. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) verrichtet zurzeit in seinem Brotberuf dermaßen banale Tätigkeiten, dass es banaler nicht mehr geht. Ja, ein einigermaßen trainierter Gorilla mit Fremdsprachenkenntnissen könnte es auch. Leider ist es keine rein körperliche Tätigkeit, bei der man meditieren könnte, sondern man muss schon daran denken, was man gerade tut. Aber das Leben unser aller besteht aus Banalitäten. Man kann nicht 24 Stunden pro Tag geistliche oder intellektuelle Höchstleistungen abliefern, was schon die Wüstenväter wussten. Man braucht mechanische, banale Tätigkeiten, um sich zu regenerieren, aber banal bedeutet nicht gottlos. Man kann alles in Opfer und Gebet ummünzten und vielleicht sollten wir alle, nach dem Vorbild von Kardinal Bona, Stoßgebete vor unseren banalen Alltagstätigkeiten entwickeln.

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 11. Vor der Mahlzeit

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Das heutige Stoßgebet, das zu Tisch gebetet wird, macht uns wieder einmal klar, dass unsere Prioritäten falsch liegen. Wir kümmern uns stets um das aktuelle Tagesgeschehen und nicht um die Ewigkeit. Wenn wir abends unsere Gewissenserforschung unter dem Gesichtspunkt machen würden,

Was hat mir heute für die Ewigkeit genützt?

dann würde wirklich wenig übrig bleiben. Natürlich besteht jeder Weg aus kleinen Schritten und die Zukunft wird im Jetzt gemacht, denn die Ewigkeit wird sich nicht um sich selbst kümmern, sondern Sie bauen jetzt für Ihre Ewigkeit vor und zwar, wo Sie diese verbringen werden. Für alle von uns, die sehr effizient ihre Zeit einplanen müssen, sollte sich nicht die Frage stellen:

Wie effizient war ich heute und was haben ich erledigt?

sondern

Wie habe ich heute für meine Ewigkeit vorgesorgt?

Natürlich muss man auch sehr banale Dinge tun, aber die helfen uns auch, wenn wir davor die sog. „gute Meinung“ erwecken, d.h. wenn wir Gott um seine Hilfe bitten und diese Tätigkeiten aufopfern. Dann geht unser Tagewerk für die Ewigkeit nicht verloren, sonst heißt es zuerst:

Schaffe, schaffe, Häusle baue!

und danach

Hinfort in das ewige Höllenfeuer!

Ja, jeder sollte wirklich stets mit der Möglichkeit der eigenen Verdammnis durch schlechte Prioritäten und Unterlassungssünden rechnen. Noch haben Sie Zeit.  Wenn Sie wüssten, wer alles in der Hölle landet, der in Augen der Welt als „gut, fromm und konservativ“ angesehen ist? Wenn Sie nur wüssten ….

 

Ante mensam
Da, mihi, Domine, operari non cibum qui perit, sed qui permanet in vitam aeternam.
Zum Tischgebet
Gib mir Herr, nicht für diejenige Speise zu arbeiten, die verloren geht, sondern um diejenige, die für das ewige Leben währen wird.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 10. Nach der Messe oder Kommunion

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Was ist die hl. Kommunion? Die Vereinigung: des Schöpfers mit dem Geschöpf, der Seele mit Christus ihrem Bräutigam, des Christen mit Christus. Es ist etwas dermaßen Intimes, dass dieses Gebet vom cubiculum – „dem Schlafgemach, dem Schlafzimmer“ spricht. Viele Heilige fielen nach dem Kommunionempfang in Exstase und der hl. Bernhard von Clairvaux wird nicht müde, in seinem Kommentar zum Hohenlied die Seele mit Braut und Christus mit dem Bräutigem zu vergleichen. Aber unser Schlafgemach, unsere Seele, ist auch mit einem ordentlichen, gewischten und aufgeräumten Raum zu vergleichen, der sich auf einen hohen Besuch vorbereitet. Der Katholik der nachkonziliaren Zeit kommuniziert sehr oft, wenn auch hoffentlich niemals unwürdig, so doch ziemlich routiniert. Es scheint, dass die Heiligkeit der Priester bzw. die fehlende Heiligkeit ihrerseits den Leib Christi, den man empfängt, besudelt und einen Teil der Gnaden mindert. Sie empfangen also die himmlische Speise, Christus selbst, aus dreckigen, vor Dreck verkrusteten Priesterpfoten, welche vor Sünde nur so triefen. Deswegen ist es Katholiken verboten, wissentlich Sakramente vor Priestern zu empfangen, wo denen sie positiv wissen, dass sie in schwerer Sünde leben und/oder suspendiert sind.  Wenn man es nicht positiv weiß, sondern es nur vermutet, dann ist man zwar entschuldigt, aber der Dreck bleibt trotzdem kleben. Vielleicht hilft das u.a. Gebet die Gnaden der Hl. Kommunion zu bewahren und sich dennoch zu heiligen.

Post missam vel communionem
Sanctifica Domine, animam meam et benedictionem tuam in ea relinque. Ingredere cubiculum cordis mei et illud posside in sempinternum.
Nach der hl. Messe oder Kommunion
Heilige, oh Herr, meine Seele und hinterlasse in ihr Deinen Segen. Tritt in das Gemach meines Herzens ein und nimm es in Besitz in Ewigkeit.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 9. Bei der Elevation der Hostie und des Kelchs.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Dieses Stoßgebet kann bei der Erhebung, d.h. der Elevation der Hostie und des Kelchs kurz nach der Wandlung gebetet werden oder auch bei der gemeinsamen Elevation, welche zu den Worten „In ipso“ – „Durch ihn etc.“ stattfindet. Während beim Vetus Ordo der Moment der Wandlung gut vom Rest abgehoben und liturgisch unterstrichen ist, so verpasst man diesen Moment bei Novus Ordo oft, weil Novus Ordo so konstruiert worden ist, dass man ihn verpasst. Weiterlesen

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 8. Vor Messe oder Kommunion.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Diejenigen von uns, die oft zur Messe gehen oder kommunizieren, werden von einer bestimmen Routine eingefangen, bei der die Bedeutung des Kreuzesopfers Christi untergeht. Die Aufgabe des Gläubigen besteht darin ein anderer Christus (alter Christus) zu werden, welcher sich mit dem Herrn selbst aufopfert. Ja, das ist unsere Aufgabe hier auf Erden nicht nur mitzuopfern, sondern sich ganz aufzuopfern, bis zum Märtyrium hin, wenn Gott es möchte. Man kann sich bei diesem Stoßgebet die folgenden Fragen stellen:

  • Wie steht es um meinen Opfersinn?
  • Bin ich die makellose Hostie? Falls nicht, warum?
  • Was kann ich Gott noch alles opfern? Wovon mich freimachen?
  • Bin ich es überhaupt wert, in das Opfer Christi hineingenommen zu werden?

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 7. Nach dem Breviergebet.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Nach dem Breviergebet

Da nach dem Breviergebet vor dem Breviergebet ist, so musss eine jede Gebetseinheit mit einem Abschlussgebet gleichsam umrandet werden.

Ist es nicht zu viel ein Gebet noch mit einem anderen Gebet abzuschließen?

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 6. Vor dem Breviergebet.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Vor dem Breviergebet

Da wir hoffen, dass Sie alle wenigstens ein Morgengebet, wenn nicht gar das Breviergebet (divinum officium) verrichten, so ist es gut dazu mit dem folgenden Stoßgebet zu schreiten.  Mit dem „Werk Deiner Hände“ ist hier der betende Mensch selbst gemeint, welcher darum bittet von Gott durch seine Gnade beim Beten unterstützt zu werden. Das Werk der Schöpfung – der Mensch – bittet seinen Schöpfer um Hilfe, um dieses Werk der Gerechtigkeit – das Gebet – verrichten zu können. Sehen Sie, es steckt immer bei Kardinal Bona Theologie dahinter und Sie kommen schnell in die Betrachtung.

 

Ante divinum officium
Vocabis me, Domine, et ego respondebo tibi, operi manuum tuarum porrige dexteram tuam.
Vor dem divinum officium

Du wirst mich rufen, Herr und ich werde Dir antworten, erstrecke
Deine Rechte auf das Werk Deiner Hände.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 5. Beim Sonnenaufgang.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Beim Sonnenaufgang

Da Mönche und viele Berufsgruppen sehr früh aufstehen, erleben Sie oft den Sonnenaufgang, den man auch mit einem Stoßgebet würdigen kann. Es ist Christus selbst, der die „Sonne der Gerechtigkeit“ genannt wird und der an jedem Tag alle unsere Werke beleuchtet um sie später am Ende unseres Lebensabends zu richten.

 

In ortu solia
Exorere, exorere sol iustitiae, et illustra splendoribus tuis animam meam
Beim Sonnenaufgang
Gehe auf, gehe auf Sonne der Gerechtigkeit und erleuchte meine Seele mit deinen Strahlen.