Podcasts. Vorträge. 3. Karsamstag. Lamentationes der Tenebrae. Rating: *

most-holy-trinity4

Und zum Abschluss der Kartage die Tenebrae des Karmittwochs, die Lamentationen der ersten Lesung samt Musik. Besprochen wird die theologische Sicht der Höllenfahrt Christi samt Denzinger-Zitaten, Apokalyptik der Propheten samt kurzer Exegese der Klagelieder-Texte.

 

Ebene 1 – Einfach: Kein Studium, kein Abitur, keine Fremdworte oder diese sehr behutsam und erklärt eingesetzt. Kennzeichnung/Rating: *

 

Karsamstag – Matutin

Werbeanzeigen

Podcasts. Vorträge. 2. Karfreitag. Lamentationes der Tenebrae. Rating: *

most-holy-trinity4

Heute stellen wir die Karmetten des Karfreitags vor, welche uns tiefer in die Leidensgeschichte Christi einführen. Es erfolgt eine einfache Exegese – Bibelauslegung – der Klagenlieder des Jeremias samt einer kurzen Erläuterung zur dunklen Leid der Sinne oder des Geises nach Johannes von Kreuz.

Ebene 1 – Einfach: Kein Studium, kein Abitur, keine Fremdworte oder diese sehr behutsam und erklärt eingesetzt. Kennzeichnung/Rating: *

Karfreitag – Matutin

 

 

Podcasts. Vorträge. 1. Gründonnerstag. Lamentationes der Tenebrae. Rating: *

most-holy-trinity4

Da wir alle mehr oder weniger in einem „pastoralbesetztem Raum“, wie sich jemand ausdrückte leben, so werden wir wohl kaum in den ästhetisch-spirituellen Genuß kommen die Tenebrae der Kartage, auf Deutsch auf Karmetten genannt, zu beten und zu hören. Wir können Sie natürlich selbst privat beten, wir können in ein paar Klöster auf der Welt fahren, wo Sie auf Lateinisch im Alten Ritus nach den Brevieren von 1960 gebetet werden, aber in unserer schönen Amtskirche haben wir so etwas nicht. Seit DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) die Tenebrae als Beter entdeckt hat, musikalisch kannte er sie schon lange, so bedauert er es, dass andere diese Fülle nicht erfahren können, wie ein Radioreporter, der immer bedauerte, dass die Zuhörer das, was er sieht, nicht sehen können. Deswegen möchte er auf diesem Wege so gut es geht dieses Erlebnis mitteilen, indem er die Wehklagen des Jeremias, die den ersten Teil der ersten Matutin des Gründonnerstags bilden, vorstellt und kommentiert. Dieser Podcast ist kein akademischer Vortrag, sondern etwas ruhig-spirituelles Erbauliches, der Podcast-Kategorie:

Ebene 1 – Einfach: Kein Studium, kein Abitur, keine Fremdworte oder diese sehr behutsam und erklärt eingesetzt. Kennzeichnung/Rating: *

Es ist auch Musik vorgesehen, sodass Sie diesen Podcast ein wenig als Ersatz für all das ansehen können, was Ihnen die postkonziliare, reformierte Kirche nicht bietet, obwohl Sie dafür bezahlen. Wir hoffen, dass dieser Podcast Sie in die Tiefen der Liturgie, welche die Geheimnisse unserer Erlösung abbildet, einführt.

 

Podcast:

Gründonnerstag – Matutin

 

 

Palestrina, Karfreitag. Lamentatio Jeremiae I. Responsorium I

Ausführende: Musica Contexta
Dirigent: Simon Ravens
Aufnahme: Aus dem Jahre 2000 für Chandos Records Ltd, Colchester, Essex, England

Während die Lesung der ersten Nokturn das Objektive der Geschichte und der Prophetie darstellt, denn oft schon ist es der Kirche wie Israel ergangen, stellt das Responsorium das objektivierte Subjektive des Leidens Christi und des Gläubigen dar. Wir können versichert sein, dass bei der richtigen Christusnachfolge uns auch die Nachfolge im Leiden nicht erspart bleibt. Verrat, Einsamkeit, Qual, Verleumdung etc. etc. Die Texte der dunklen Responsorien sind sehr emotional, literarisch schön und schlicht und so wundert es nicht, dass sie durch die vielen Jahrhunderte verschiedene Komponisten inspirierten. Interessanterweise komponiert Palestrina dieses Responsorium nicht aus, sondern belässt es gregorianisch, wahrscheinlich aus Zeitgründen und als Kontrapunkt zu der auskomponierten Lectio. Da sie nach dem letzten Konzil, wie eigentlich alles Schöne, abgeschafft wurden, so werden sie heute kaum vertont. Erst wenn man diese alte Musik und die alte Liturgie kennt, wird man sich der heutigen, nachkonziliaren Barbarei erst bewusst. Die Pferdedecken, die Pastoralassistentin, das Bla-Bla-Bla. Früher hielt die Liturgie die Menschen auch ästhetisch bei der Stange, was sie ja heute nicht tut. Das alte Lied dieses Blogs, aber hören wir uns die Schönheit der Vergangenheit an, welche sicherlich früher oder später zur Schönheit der Zukunft wird.

V. Omnes amici mei dereliquerunt me, et praevaluerunt insidiantes mihi: tradidit me quem diligebam:
* Et terribilibus oculis plaga crudeli percutientes, aceto potabant me.
V. Inter iniquos projecerunt me, et non pepercerunt animae meae.
R. Et terribilibus oculis plaga crudeli percutientes, aceto potabant me.

R. Alle meine Freunde haben mich verlassen und meine Verfolger nahmen Überhand: derjenige, den ich liebte, hat mich verraten.

* Und mit schrecklichen Blicken schlugen sie mir grausame Wunden, mit Essig tränkten sie mich.

V. Unter Verbrecher haben sie mich geworfen, und sie schonten meine Seele nicht.

R. Und mit schrecklichen Blicken schlugen sie mir grausame Wunden, mit Essig tränkten sie mich.

Palestrina, Karfreitag. Lamentatio Jeremiae I: Heth und Teth.

Ausführende: Musica Contexta
Dirigent: Simon Ravens
Aufnahme: Aus dem Jahre 2000 für Chandos Records Ltd, Colchester, Essex, England

Da wir in der Karwoche wahrscheinlich alle wenig erbauliche Liturgien über uns ergehen lassen werden, es sei denn jemand hat das Glück sie im Alten Ritus und würdig zu feiern, so wollen wir uns auf das Triduum ein wenig einstimmen, indem wir uns die Tenebrae von Palestrina anhören. Beim vorgestellten Stück handelt es sich um die erste Lesung des ersten Nokturns der Matutin von Karfreitag, welche zwar schon auf Lateinisch, aber noch nicht auf Deutsch beim divinum officium eingesehen werden kann. Unserer Meinung nach stellt Palestrina, neben Victoria, die katholischste Musik dar, welche die göttliche Vollkommenheit und Schönheit am besten vermittelt. Obwohl das Leid und die Zerstörung beklagt werden, so geschieht es, anders als bspw. beim vorgestellten Thomas Tallis, auf eine harmonische Art und Weise. Diese Musik ist wirklich ein Träger des Sakralen und deswegen wird sie so selten in der heutigen Kirche aufgeführt. Wir stellen eine eigene Übersetzung vor, da wir die Allioli-Bibel, die ebenfalls aus der Vulgata übersetzt, nicht zur Hand haben.

Die Kirche erkannte bis zum letzten Konzil im zerstörten Jerusalem sich selbst. Man hielt sich einmal im Jahr, bei den dunklen Laudes, also bei den Tenebrae, die mögliche göttliche Strafe für die eigenen Sünden vor Augen. Wahrscheinlich hat es ein wenig geholfen, da man es zurzeit ja nicht macht und die Folgen sieht. Die Kirche ist zwar der Neue Israel, aber Gott ändert seine Vorgehensweise nicht. Er fordert von der Kirche und ihren Vertretern viel mehr, als er von Israel forderte. Wenn man all das realisiert und sich die heutige Lage der Kirche und der Kleriker in den deutschsprachigen Ländern ansieht, so kann die Strafe Gottes, auch in diesem Leben, wirklich nicht weit sein und erst nach dem Tod. Wir alle, die wir noch leben, können uns bekehren, beichten, sühnen und Buße tun. Auch für andere.

Lectio 1
De Lamentatione Jeremiae Prophetae.
Lam 2:8-11
8 Heth. Cogitavit Dominus dissipare murum filiae Sion; tetendit funiculum suum, et non avertit manum suam a perditione: luxitque antemurale, et murus pariter dissipatus est.
9 Teth. Defixae sunt in terra portae ejus, perdidit et contrivit vectes ejus; regem ejus et principes ejus in Gentibus: non est lex, et prophetae ejus non invenerunt visionem a Domino.

Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

Lectio 1
Die Wehklages des Propheten Jeremias.
Lam 2:8-11
8 Heth. Der Herr beschloss die Mauer der Tochter Zion zu zerstreuen; er nahm ein Richtmaß und zog seine Hand von der Zerstörung nicht zurück: er brachte die Vormauer in eine Schieflage und gleichzeitig wurde die Hauptmauer auseinander geworfen.

9 Teth. Eingeschlagen sind ihre Tore, er hat zerstört und zermahlt ihre Türriegel; ihren König und ihre Fürsten zerstreute er unter die Heidenvölker: es gibt kein Gesetz und ihre Propheten haben bei Gott keine Vision gefunden.

Jerusalem, Jerusalem, kehre zu Gott, Deinem Herrn, zurück.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (He): Deller Consort

De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:5

5 He. Facti sunt hostes eius in capite; inimici eius locupletati sunt: quia Dominus locutus est super eam propter multitudinem iniquitatum eius; parvuli eius ducti sunt in captivitatem ante faciem tribulantis.
Ierusalem, Ierusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

 

Lam 1:5

5 He. Zum Haupt geworden sind ihre Angreifer; ihre Feinde haben sich bereichert: denn der Herr hat [ein Urteil] über sie gesprochen wegen der [großen] Menge ihrer Sünden; ihre Kinder wurden in Gefangenschaft geführt vor dem Angesicht, das sich grämte.

 

Jerusalem, Jerusalem, kehrte zum Herrn, Deinem Gott zurück.

Tenebrae des Gründonnerstags – Nachtrag

 

Wie tiefgehend sind doch diese Texte. Wie sehr fallen sie ins Gedächtnis, wenn man sie entweder vor Sonnenaufgang am Gründonnerstag betet oder in der Nacht von Karmittwoch auf Gründonnerstag. Diese Fülle des Schmerzen, der desolate Zustand von Jerusalem und die Strafe Gottes. Die Kirche hat diese Texte jahrhundertlang gebetet und sich einen Spiegel vorzuhalten. Denn als das neue Jerusalem, denn es gilt weiter die Substitutionslehre, wonach die Kirche Israel in seiner Heilsmission ablöste, ungeachtet Nostra aetate und der neuere Ausführungen von Kardinal Koch, wußte die Kirche, dass die Strafe Gottes auch sie ereilen wird, falls sie Gott untreut wird.  Das oben angeführte Bild stellt Sacco di Roma dar, das Strafgericht Gottes über das Renaissance-Rom, welches genau 10 Jahre nach dem Auftritt Luthers, also im Jahre 1527 stattfand. All die bei Jeremias beschreibenen Umstände fanden in Rom im Jahre 1527 buchstäblich statt und die Kleriker, die danach ihr Brevier beteten, wußten Bescheid. Warum straft Gott die heutige Kirche nicht? Er wird es sicherlich tun, weil der Verfall wirklich viel mehr fortgeschritten ist als in der Renaissance-Zeit. Wir können nur Sühne leisten, Fürbitte tun, damit es nicht so schlimm ausfällt und uns selbst im Gnadenstand halten, damit wir jederzeit sterben können.  Sollten die 500-jährigen Jubileen zur Ketzerei Luthers tatsächlich auch in der katholischen Kirche stattfinden, wie geplant, dann bleibt dabei zu bedenken, dass das 500-jährige Jubiläum von Sacco di Roma ebenfalls nicht weit entfernt ist. Vielleicht wird es sich das auch jähren?  Ist es realistisch? Hat jemand vor einem Jahr damit gerechnet, dass „Mutti Merkel“ 1 Million, wenn nicht mehr zumeist islamische „Flüchtlinge“ und darunter sicherlich einige Terroristen ins Land lässt? Bis zum Jahr 2027 kann also noch einiges passieren. Deswegen häufig beichten, Ablässe für sich selbst erwirken (wir werden noch schreiben wie) und bereit sein, denn wir wissen weder Tag noch Stunde. Die Römer sollten sich gleich ganz warm anziehen, denn Gott ändert sein modus operandi nicht und es wird uns allen wie Israel in den Wehklagen Jeremias ergehen.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Dhalet): Deller Consort

De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:4

4 Daleth. Viae Sion lugent, eo quod non sint qui veniant ad solemnitatem: omnes portae eius destructae, sacerdotes eius gementes; virgines eius squalidae, et ipsa oppressa amaritudine.

Lam 1:4

4 Daleth. Die Wege Sions weinen, denn es gibt keine, die zum Fest komment würden: zerstört sind all ihre Tore, ihre Priester weinen; ihre Jungfrauen sind beschmutzt und sie selbst [die Stadt Jerusalem] durch die Bitterkeit unterdrückt.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Ghimel): Deller Consort

 

De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:3

3 Ghimel. Migravit Iudas propter afflictionem, et multitudinem servitutis; habitavit inter Gentes, nec invenit requiem.

 

3 Ghimel. Es wanderte Juda wegen der Bedrängnis und der Vielheit des Frondienstes; er wohnte unter den Heidenvölker und fand die Ruhe nicht.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Beth): Deller Consort

 

Lam 1:2

2 Beth. Plorans ploravit in nocte, et lacrimae ejus in maxillis ejus: non est qui consoletur eam ex omnibus caris ejus; omnes amici ejus spreverunt eam, et facti sunt ei inimici.

 Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

Lam 1:2

2 Beth. Weinend weinte sie nachts und ihre Tränen auf ihren Wangen: es gibt niemanden, der sie trösten könnten von all ihren Lieben; all ihre Freunde haben sie verachtet und wurden ihr zu Feinden.

Jerusalem, Jerusalem, kehrte zu Deinem Herrn zurück.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Aleph): Deller Consort

Zur Matutin der ersten Nokturn am Gründonnerstag werden Fragmente der Wehklagen des Jeremias gelesen, wobei die Kirche klar die Parallele zwischen ihrer Lage und der des gestürtmten und gefallenen Jerusalems zieht. Leider erfolgt an dieser Stelle keine detailierte Einführung in die Liturgie der Karwoche oder in das Brevier der Karwoche, was mehrere sehr detailierte Beiträge erfordern würde. Omnia habet tempus suum – „alles hat seine Zeit“ und diese fehlt uns gerade, wie auch die Kräfte. Um aber unsere Leser auf die Liturgie des Triduums einzustimmen, stellen wir die Lamentatio Jeremiae von Thomas Tallis vor in der historischen, aber sehr eindruckvollen, denn schmerzreichen Ausführung der Deller Consort aus den 1970-gern.

 

Incipit Lamentatio Jeremiae Prophetae

 Lam 1:1
1 Aleph. Quomodo sedet sola civitas plena populo! facta est quasi vidua domina Gentium; princeps provinciarum facta est sub tributo.

 Lam 1:1
1 Aleph. Wie sitzest Du einsam, Stadt voll von Volk! Geworden bist Du wie eine Witwe, Herrin der Heidenvölker; die Herrscherin der Provinzen ist zu einer Tributzahlerin geworden.