Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (3 von 7) Todsünde und heilige Kommunion.

asmodeus

2. Todsünde und Heilige Kommunion

Die traditionelle Lehre

Die Kirche hat immer gewissenhaft und treu davor gewarnt, die heilige Kommunion im Zustand der Todsünde zu empfangen. In der Liturgie des Gründonnerstags und des Fronleichnamsfestes präsentiert uns die Kirche in ihrer Liturgie des Alten Ritus für unsere Meditation den Abschnitt des ersten Briefes des hl. Paulus an die Korinther im Kapitel 11, der vor dem Empfang der Heiligen Kommunion, der zur Verdammnis führt, warnt. Im Fronleichnamsfest wiederholte der Autor (des Messtextes (Anm. d. Übers.)) selbst, der hl. Thomas von Aquin, pointiert die Passage im Communio-Gebet; In der Sequenz Lauda Sion erklärt er unmissverständlich:

Sumunt boni sumunt mali,

sorte tamen İnaequalis,

vitae vel interitus.

Mors est malis, vita bonis:

vide paris

Sumptionis quam sit dispar exitus.

 

Gute kommen, Böse kommen

Doch nicht jedem will es frommen

Leben bringts und Todesbann

Bösen: Tod, den Guten: Leben

Sieh das Gleiche wird gegeben

Doch nicht Gleiches man gewann.

 

Die Kirche lehrt traditionell, dass jemand im Stand der Todsünde verpflichtet ist, zu beichten, bevor er die Heilige Kommunion empfängt. Wenn er andererseits (ohne Beichte (Anm. d. Übers.) die Messe besucht, muss er auf die sakramentale Kommunion verzichten und kann nur die geistliche Kommunion empfangen. Es ist wahr, daß ein Akt der vollkommenen Reue außerhalb des Bußsakramentes genügt, um einen Menschen von der Todsünde zu befreien, aber da es unmöglich ist zu wissen, ob die Reue in jedem gegebenen Fall vollkommen ist, würde die betreffende Person in der Tat riskieren, eine weitere Todsünde zu begehen, indem sie unter solchen Umständen die heilige Kommunion empfängt; deshalb ist es falsch, so zu handeln.

Dementsprechend lesen wir im Katechismus des hl. Pius X. (§ 630):

„Wer weiß, dass er im Stand der Todsünde ist, muss vor der Kommunion eine gute Beichte ablegen, denn der vollkommene Reueakt ohne Beichte genügt für den, der im Stand der Todsünde ist, nicht, um würdig zu kommunizieren[1].“

 

Die neue Lehre 

Sowohl in der Neuen Liturgie als auch im jüngeren Lehramt der Kirche entdecken wir, dass die oben beschriebene traditionelle Doktrin verwässert wurde.

Im Novus Ordo[2]  ist die Ermahnung des Heiligen Paulus gegen den Empfang der Heiligen Kommunion im Stand der Todsünde in der Liturgie sowohl des Gründonnerstages als auch des Fronleichnamsfestes (an zwei Stellen bei letzterem (siehe oben)) entfernt worden. Darüber hinaus wurde die Sequenz Lauda Sion optional; alternativ ist eine kürzere Version vorgesehen (siehe z.B. die Seite der Ameriaknischen Bischöfe), die nicht mehr die oben genannten Verse enthält.

Wie im jüngeren Lehramt lesen wir im Codex des Kirchenrechts:

„Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist, darf ohne vorherige sakramentale Beichte die Messe nicht feiern und nicht den Leib des Herrn empfangen, außer es liegt ein schwerwiegender Grund vor und es besteht keine Gelegenheit zur Beichte; in diesem Fall muß er sich der Verpflichtung bewußt sein, einen Akt der vollkommenen Reue zu erwecken, der den Vorsatz miteinschließt, sobald wie möglich zu beichten.“ (CIC 1983 can. 916 [3]).

Der Kanon bezieht sich in erster Linie auf Priester, gilt aber auch für Laien. Er rechtfertigt (den Empfang der HK ohne Beichte nur mit Erweckung vollkommener Reue (Anm. d Übers.)) die heilige Kommunion bei einem „schwerwiegenden Grund“, aber was könnte dieser schwerwiegende Grund sein? Für einen Priester könnte er z.B. die Verpflichtung sein, eine Messe für eine vorhandene Gemeinde zu zelebrieren[4], aber was könnte er für einen Laien sein? Was könnte einen Grund darstellen, der schwer genug ist, eine sakrilegische Kommunion zu riskieren? Verlegenheit, was andere denken oder sagen könnten? Menschlicher Respekt? „Solidarität“ mit dem Ehepaar, dessen Hochzeit er zum Beispiel besucht? Der Gedanke, dass die heilige Kommunion ihm irgendwie helfen könnte, seine Sünde zu überwinden?

Wir beobachten, daß dieser bereits in sich schon fragwürdige Kanon im Katechismus der katholischen Kirche wie folgt zitiert wird (§ 1457):

„Wer sich bewußt ist, eine Todsünde begangen zu haben, darf selbst dann, wenn er tiefe Reue empfindet, die heilige Kommunion nicht empfangen, bevor er die sakramentale Absolution erhalten hat, außer wenn ein schwerer Grund vorliegt zu kommunizieren, und es ihm nicht möglich ist zu beichten.“

Hier werden nur zwei der im Kanon aufgeführten Bedingungen ausdrücklich zitiert, nämlich die Unmöglichkeit eines sakramentalen Bekenntnisses und der „schwerwiegende Grund“; Der Akt der Reue wird erwähnt, aber nicht ausdrücklich als Bedingung; während die vierte Bedingung, nämlich die Entschlossenheit, so bald wie möglich nach der Heiligen Kommunion zu beichten, völlig ausgelassen worden ist.

Der moderne Klerus scheint dagegen typischerweise nur auf den vierten Zustand zu insistieren, denn allzu oft kommen die Laien einem Beichtvater mit der unbekümmerten Ankündigung, ein Priester habe ihnen gesagt, daß es genügte, nach dem Empfangen der Kommunion zu beichten. Was hier am bemerkenswertesten ist, ist der Mangel an logischer Kohärenz seitens aller Beteiligten.

Wenn wir noch in der glücklichen Zeit und auf dem Territorium des Heiligen Römischen Reiches lebten und der Kaiser seine Absicht geäußert hätte, uns in unserem Haus zu besuchen, wäre es dann ausreichend, ihn in einer stickigen Wohnung mit zugezogenen Vorhängen zu begrüßen, mit ungewaschener Kleidung und Tellern, Staub, Schmutz und einem Haufen Müll überall, und ihm zu versichern, dass wir am nächsten Tag den ganzen Platz für seinen Besuch reinigen würden?

Die tolerantere Haltung der Kirche in Bezug auf den Empfang der heiligen Kommunion ist relevant für die Frage der Sexualität, insoweit sie die Schwere des Empfangs der heiligen Kommunion im Zustand der Todsünde herabsetzt, Sie verniedlicht die Schwere der Todsünde selbst, bei der die Unkeuschheit traurigerweise eine der häufigsten Arten ist.

So sehr auch diese liturgischen und lehramtlichen Neuerungen inzwischen das Verständnis der Gläubigen hinsichtlich der Schwere der Unkeuschheit beeinträchtigt hat, müssen wir in aller Ehrlichkeit zugeben, daß der Klerus in jüngster Zeit weit davon entfernt war, die wahren christlichen Werte, welche die dieser Sünde  entgegengesetzte Tugend betreffen, zu vermitteln.

Wann, oh aufmerksamer Leser; hast du in der letzten Zeit eine Predigt über die Herrlichkeit der Reinheit oder den Gräuel der Unkeuschheit gehört? Wann hast du gehört, daß ein Priester die Gemeinde warnte, die heilige Kommunion zu empfangen, nachdem sie eine Tat der Unkeuschheit begangen hat, sogar alleine? Wann hat er dich zuletzt im Beichtstuhl auf die Gefahr der Unkeuschheit für die Rettung deiner ewigen Seele ermahnt oder wann hat er dich jemals ermutigt, Gott das Opfer eines Lebens vollkommener Keuschheit anzubieten[5]?

[1] [1] Chi sa di essere in peccato mortale, che cosa deve fare prima di comunicarsi? Chi sa di essere in peccato mortale, deve, prima di comunicarsi, fare una buona confessione; non bastando l’atto di contrizione perfetta, senza la confessione, a chi è in peccato mortale per comunicarsi come conviene (n. 630).

[2] Wie wir in unserem Booklet ‘Die Zerstörung des Römischen Ritus’ bemerkten

[3] (Zitiert in Redemptoris Sacramentum, Kapitel 4, 81) Der Codex Iuris Canonici ist weder unfehlbar, noch stellt eine nachfolgende Version notwendigerweise eine Verbesserung gegenüber einer früheren Version dar. Darin ähneln die Kanones den nicht-unfehlbaren Erklärungen eines Konzils.

[4]    Er ist mit einem choix corneillien (schwierigen Wahl) konfrontiert, aber wie kommt es, dass er nicht mehr Respekt für das heilige Priestertum hat, aus dem heraus er den unauslöschlichen und ewigen Charakter in seiner Seele trägt? Hat er solche Lehren nie studiert? Hat sein Beichtvater im Seminar nie die Schwere solcher Sakrilegien abgewehrt?

[5] Wir erwähnen in diesem Zusammenhang die Unterdrückung der Initiative durch einen Teil der vatikanischen Hierarchie, den Heiligen Aloysius Gonzaga zum Schutzherrn der Jugend zu machen. Auch wenn diese Aktion, deren Nachweis wir nicht liefern können, nicht stattgefunden hätte, so ist sie doch typisch für die zeitgenössische kirchliche Sicht auf die Reinheit.

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (3 von 7) Von Unkeuschheit zum Sakrileg.

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Sehr richtig schlägt Don Pietro den Bogen von der Unkeuschheit, also der Sünde gegen das Sechse Gebot, zum Sakrileg. Wenn Sie in einer Kirche im deutschsprachigen Raum sind, können Sie davon getrost ausgehen, dass 90% der Menschen nicht im Gnadenstand ist und das 99% diesen Zustand den sexuellen Sünden verdanken. Sie gehen fast alle zur Kommunion und begehen eine weitere Todsünde, des Sakrilegs wie auch derjenige Priester, der ihnen diese Kommunion wissend spendet. Wozu finden also die Novus Ordo Messen statt? Damit mehr Todsünden begannen werden. Deswegen kämpft das Novus Ordo Establishment um sie, und Franziskus wird vielleicht die Alte Messe in die Piusbruderschaft  auslagern und woanders  verbieten.

Welche Sünden sind es denn?

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