Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (27). Wahre göttliche Offenbarung untrüglich feststellbar.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Wenn Gott sich jemandem offenbart, dann gibt er ihm die untrügliche Gewissheit, dass Er es ist. Kardinal Bona stellt in den unten angeführten Texten eine Reihe von Heiligen, die ein untrügliche Gabe der Herzensschau hatten und denen man nichts vormachen konnte. Warum ist es theoretisch möglich, dass man eine solche Gewissheit erlangt? Weil:

  1. Gott die Wahrheit (veritas) und wahrhaftig (verax) ist.
  2. Seine Offenbarung wahr ist.
  3. Die menschliche Seele auf Wahrheit ausgerichtet ist.
  4. Gott sich Menschen offenbart, die Seiner Offenbarung würdig sind.
  5. So trifft die Wahrheit Gottes auf einen wahrheitsfähigen Grund.
  6. Und die Gewissheit entsteht.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Kardinal Bona „Unterscheidung der Geister“ als pdf-Datei

250px-Cardinal_Giovanni_Bona

Da wir jetzt über viel Speicherplatz und eine schnelle Internetverbindung verfügen, so wollen wir das Gesamtwerk von Kardinal Bona, über welches wir schon geschrieben haben, als pdf-Datei umsonst zum Download bereitstellen. Spenden sind herzlich willkommen, aber unser geistliches Eigentum ist die Bona-Reihe, die als Kommentar selbstverständlich fortgeführt wird. Für all jene aber, die es eilig haben, gibt es hier das Gesamtpaket. Die „Unterscheidung der Geister“ ist sicherlich kein Werk, dass man in einem Zug lesen kann, man muss es anwenden, wie die „Nachfolge Christi“, aber zuerst muss man es besitzen. Laden Sie es runter, denn Ihr Beichtvater, falls Sie einen haben, wird es sicherlich nicht besser wissen.

Bona, Die Unterscheidung der Geister

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (21) Gutes kommt von Gott, Böses vom Teufel.

herz_jesu2

Wie so Vieles bekommt auch der Begriff „Unterscheidung“ (discretio) unter Bergoglio einen schlechten Touch. Katholisch bedeutet es, dass man zwischen objektiv Guten und Bösen unterscheidet, bei Bergoglio bedeutet es, wie man die Gebote Gottes aushebelt, um „frisch drauf los zu sündigen“, um es mit Luther zu formulieren. Aber irgendeine Unterscheidung ist erst dann möglich, wenn ich ein objektives, unveränderliches Kriterium habe, das nicht mit mir selbst identisch ist. Denn es alles, was ich mache, weil es mir Lust bereitet und „gut für die Umwelt ist“, um es mit Amoris Laetitia zu sagen, gut ist, dann braucht ja nichts unterschieden zu werden. Kardinal Bona schreibt, dass alles Gute von Gott und alles Böse entweder vom Teufel direkt oder vom Teufel durch unsere gefallene Natur kommt. Das ist natürlich keine große Überraschung, aber dieser Satz wird erst dann sinnvoll, wenn ich weiß, was das Gute und Böse an sich ist. Ich brauche Offenbarung, welche sich auf Metaphysik stützt, diese wiederum auf Logik. Wenn der Jesuit Spandaro schreibt, dass 2 und 2 in Theologie auch 5 ergeben können, dann argumentiert er diabolisch und ist ein Dummkopf. Ja, der Teufel hasst die Logik, Mathematik hasst er auch und deswegen werden Sie bei den Novu Ordo Leuten keinen stringenten Beweis erleben, sondern das hegelianische Sowohl-als-Auch-Gewusel, bei dem es nichts zu unterscheiden gibt. Weiterlesen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (20) Geistesunterscheidung ist schwierig.

herz-jesu1

 

In einer wirklich langen Vorrede zum vierten Kapitel stellt Kardinal Bona fest, dass die Unterscheidung unserer Antriebe: Gott, Teufel oder ich schwierig ist. Das ist wirklich nichts Neues und man fragt sich, warum er sich wiederholt. Um es klarer zu machen. Kardinal Bona schreibt nämlich nicht, dass die Geistesunterscheidung an sich unmöglich ist, sondern dass der Unterscheidende selbst Schwierigkeiten dabei haben wird. Warum? Weil er in Bewegung ist und keine Außenansicht hat, die sein subjektives Empfinden objektiviert. Der Schreiber dieser Zeilen nimmt seit einem Jahr wieder einmal Gesangsunterricht, welcher darin besteht, dass er singt und seine Lehrerin in dauernd kritisiert. Warum ist das notwendig? Weil Sie selbst, als die Schallquelle, sich objektiv nicht hören. Sie emittieren Laute, welche durch Schallwellen erst jemanden erreichen. Bei bestimmten Lagen ist man objektiv nicht in der Lage sich selbst zu hören und deswegen hat jeder Opernsänger seinen Korrepetitor  der ihm sagt, ob er zu hoch oder zu tief ist. Da das Singen darin besteht bestimmte Bewegungen auswendig zu lernen, wie beim Tanz, so ist es möglich, dass wenn Sie einen Part falsch einstudieren Sie dann diesen Ton immer zu tief oder zu hoch singen werden, ohne sich dessen bewußt zu sein. Dies sind aber keine Fragen des Talents oder stimmlichen Voraussetzungen, sondern Fragen der Physik und der Mechanik. Genauso ist es bei der Geistesunterscheidung bei einem selbst. Man weiß es selbst manchmal nicht und braucht die Außenansicht und eine Korrektur, die leider nicht erfolgt, weil wir keine gläubigen, betenden und ein asketisches Leben führende Priester haben. Sie müssten ja jemanden finden, der Ihnen nicht nur wohlgesonnen ist, sonder der selbst um diese ganze Thematik weiß. Da es solche nicht gibt, publizieren wir hier Kardinal Bona und jammern nicht weiter darüber.  Da das nächste Kapitel von der Ergründung des Herzens handelt, werden wir es mit den Bildern vom Hl. Herzen Jesu illustrieren. Weiterlesen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (19) Menschliche Antriebe.

Pentecost 2

Kardinal Bona schreibt, dass der menschliche Geist einem jeden Menschen angeboren ist. Ein ungetaufter Heide hat also nur einen Geist auf sechs mögliche Geister, die Kardinal Bona beschreibt und hält das für die Welt. Der Schreiber dieser Zeilen lebt und arbeitet unter lauten Atheisten. „Aber gute Menschen“, würde ein Novus Ordo Pfarrer zufügen. Nein, leider keine guten, sehr schlechte Menschen. Es ist die gefallene Natur – natura lapsa, welche von der Erbsünde lädiert und von anderen Sünden wurmstichartig zersetzt ist, wie ein wurmstichiger Pilz, den man im Wald findet. Interessanterweise halten sich all diese Menschen für den Mittelpunkt der Welt und fordern einen quasi-göttlichen Kult für sich, den der Schreiber dieser Zeilen natürlich nicht entgegenbringt. Nein, liebe Leserinnen und Leser, es ist wirklich nicht dasselbe, denn ein Atheist:

  • nimmt die Welt anders war,
  • hat eine ganz andere Hierarchie der Werte,
  • und benimmt sich dementsprechend,
  • es geht die ganze Zeit nur im IHN.

Weiterlesen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (18) Drei Grundgeister.

Pentecost 1

Da jeder, der sich mit einer Sache näher beschäftigt gut zu differenzieren weiß, unterscheidet der Hl. Bernhardt von Clairvaux sechs Geister, die im Menschen wirken. Nur einer ist der rein menschliche Geist. Nur eines ist das ICH, das moderne ICH, das Subjekt, das Individuum oder wie wir es auch nennen wollen. Und schon allein dadurch sieht man, wie absolut falsch der „moderne Ansatz“ ist, der den „modernen Menschen“ auf den Altar stellt, weil der „moderne Mensch“, den es ja nicht gibt, nur solch einen kleinen Teil der Wirklichkeit ausmacht. Das, was der hl. Bernhardt mit St. Paulus „den Geist der Welt“ nennt, ist die kulturelle Matrix, in der wir leben. Manchmal trifft der Schreiber dieser Zeilen Menschen, die ihn irgendwie beeindrucken wollen und ohne es zu wissen Leitartikel der Mainstreampresse aufsagen, überzeugt ihre eigensten Gedanken wiederzugeben. Ja, die Propaganda hat ganze Arbeit geleistet, denn jemanden so zu beeinflussen, dass er 100% Systemkonform wird, ohne das er es merkt, ist die höchste Leistung der Manipulation.  Man muss sich wirklich die Frage stellen:

Weiterlesen!

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (17) Was „Geist“ bedeutet.

holy spirit

Im nachfolgenden Beitrag stellt Kardinal Bona die Bedeutungen des Wortes „Geist“, wie sie in der Heiligen Schrift vorkommen zusammen. Er verwendet das Wort aber im Sinne einer Motivation, einer inneren Regung, die einem Menschen von innen heraus einen Impuls verleiht. Dennoch ist dieser Impuls etwas, was von außen kommt. Wie wir Luft holen, also den Spiritus, den Hauch von außen, so holen wir auch von außen unsere Motivationen. Diese sind: Gott oder Teufel, soweit Gott ihm seine Tätigkeit erlaubt. Es ist aber nicht so, wie Luther glaubte, dass der Mensch ein Esel sei, auf dem entweder Gott oder der Teufel reitet, was den freien Willen ausschließen würde, sondern damit jede Tätigkeit mit zum Heil oder zur Verdammnis gereichen kann, geht die Motivation zu einer Handlung oder zur Art und Weise ihrer Erfüllung entweder von oben oder von unten aus. Es ist also nicht das Ich, wie der deutsche Idealismus es gerne hätte, welches sich der Außenwelt überstülpt, sodass immer irgendwo etwas „gottet“, weil alles irgendwie „Geist“ ist, wie der dumme Hegel es wollte.  Nein, die menschliche Eigenheit wird bewahrt, die Eigenständigkeit auch, da aber das Geistliche auf das Körperliche wirkt, weil es dem Letzteren übergeordnet ist, so wirken die geistigen Mächte auf uns, meistens so, dass wir es nicht merken, wenn wir noch keine Geistesunterscheidung ausgearbeitet haben.

Weiterlesen!

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (12) Geschmack für das Göttliche.

St. Aloysius popup 2

Sensus divinus als gustus divinus

Die Kirche verwendet den Begriff Glaubenssinn (sensus fidei), womit ausgedrückt wird, dass man einen übernatürlichen Sinn (sensus) für die übernatürlichen Dinge des Glaubens durch die Taufe erhält. Wie bei jeder natürlichen Sensorik kann man diesen Sinn durch seine Ausübung verfeinern. Jemand, der ausschließlich Kartoffeln ißt, wird wohl niemals ein Feinschmecker werden, weil sein Geschmackssinn durch diese eintönige Speise dermaßen verkümmert ist, dass er nichts anderes herausschmecken wird. Ob sich der in der Kindheit durch Mangelernährung oder Fast Food verkümmerter Geschmackssinn wieder erholen und entwickeln kann, soll an dieser Stelle nicht untersucht werden, obwohl es in manchen Fällen wohl möglich sein wird. Die Rede vom Geschmack soll uns hier nur als eine Analogie dienen. Kardinal Bona spricht nämlich in den hier vorgestellten Texten vom „Geschmack“ (gustus) mit dessen Hilfe man das Heilige vom Unheiligen unterschieden kann. Er unterscheidet ihn von der Geistesunterscheidung, da die letztere „im Verstande“ der Geschmack des Übersinnlichen, so wollen wir ihn hier nennen, sich im Begehrungsvermögen (pars concupiscibile) befindet, womit, ganz vereinfacht ausgedrückt, die sub-rationale Ebene des Menschen darstellt. Es ist doch tatsächlich wahr, dass die Geistesunterscheidung noch auf einer sub-rationalen Ebene einsetzt, auf der wir spüren, dass irgendetwas nicht stimmt und was man auf Deutsch als „Bauchgefühl“ bezeichnet. Der Schreiber dieser Zeilen ist mehr als einmal in die Irre gegangen, weil er auch sein Bauchgefühl oder gustus nicht gehört hat und zwar deswegen, weil er dieser seiner Ebene nicht traute. Es stellt sich heraus, dass doch tatsächlich Männer keine schlechtere Intuition als Frauen haben, aber nicht auf diese Hören, weil sie mehr der rationalen Ebene trauen. [1]  Warum ist es so? Weil intuitive Wahrnehmung immer noch als Frauendomäne betrachtet wird, außer beim Aktienkauf, wie es scheint. Außerdem sind Männer überhaupt in der Lage die Gefühle vom Denken zu unterscheiden, weil je männlicher ein Gehirn ist, desto weniger Verbindungen zwischen den Arealen, die für das Fühlen verantwortlich sind und denen, die für das Denken verantwortlich sind, aufweisen. Was man unterscheiden kann, dass kann man auch ausklammern. Je weiblicher ein Gehirn ist, desto mehr werden Gefühle, also auch Intuitionen und das Denken vermischt. Jeder kann es selbst herausfinden und einen der Tests: „Wie männlich oder weiblich ist mein Gehirn?“ lösen. Und daher handeln Männer weniger intuitiv, weil sie es eher können.

Man kann aber etwas falsch Wahrgenommenes falsch rationalisieren, weil man den logischen Fehler der petitio principi begeht und eine falsche Prämisse als eine richtige annimmt und von dieser Prämisse ausgehend seine Schlüsse zieht.

Beispiel:

Man spürt:

„Bei ihm stimmt es vorne und hinten nichts. Ich fühle mich unwohl.“

 

Man denkt:

„Aber er ist ein Priester, Pfarrer, Theologieprofessor, Bischof, Kardinal. Sie ist eine Generaloberin. Es wird schon richtig sein. Ich kann micht irren. Man soll nicht nach dem Anschein urteilen. Man kann niemandem ins Herz schauen …“

Man handelt nach dem Gedachten nicht nach dem Wahrgenommenen.

Man rationalisiert also den Ersteindruck, indem man in verfälscht und in eine nicht wahrgenommene Kategorie presst. Und dann wundert mann sich, dass man Erfahrungen hat, die dem schon längst vergessenen Ersteindruck entsprechen.  Soll man also „auf sein Bauchgefühl“ oder „auf sein Herz“ hören? Nein, denn der Dämon hat einen viel größeren Einfluß auf unsere Gefühle als auf unser abstraktes Denken und oft wissen wir nicht, wessen „Schwingungen“ wir wahrnehmen: eigene oder unseres Gegenübers. Wenn man aber geistlich wächst, so lernt man dies tatsächlich zu unterscheiden. Und man lernt es dadurch, dass man sich zuerst dem Heiligen (Gebet, Anbetung) aussetzt, um von dieser Warte aus das Unheilige zu differenzieren. Es bleibt hier festzuhalten: es gibt diesen prärationalen oder präkognitiven Geschmack (gustus) der geistichen Unterscheidung, den es zu entwickeln und auszubauen gilt.

[1] http://www.huffingtonpost.com/laura-day/why-men-are-more-intuitiv_b_528412.html https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/2014/02/intuition-typisch-weiblich-typisch-maennlich

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. . Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

 

 Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.

Dokument4Dokument5

Dokument6

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (11) Geistesunterscheidung kommt mit Heiligkeit und Erfahrung

Himmelsleiter

 

Die Unterscheidung der Geister ist graduell und verläuft gemäß dem geistlichen Fortschritt des Individuums. Daher beginnt Kardinal Bona mit einem Zitat von Johannes Klimakus:

„1° Die Unterscheidung ist bei den Anfängern und sonst noch Unerfahrenen eine völlige und wahrhafte Erkenntnis des eigenen inneren Zustandes.

2° In den Voranschreitenden ist sie ein Gefühl des Geistes, welches das eigentlich Gute von dem Natürliche und seinem Gegenteil ohne Irrtum unterscheidet.

3° In den Vollkommenen ist sie eine aus göttlicher Erleuchtung entstandene Erkenntnis, welche alles Dunkle in sich und in Anderen klar macht.

Überhaupt, wenn wir Alles zusammenfassen, so wird unter der Unterscheidung verstanden eine sichere und feste Kenntnis des göttlichen Willens zu aller Zeit, an allen Orten, in allen Angelegenheiten, die nur jeden eigen ist, welche reines Herzens, Leibes und Mundes sind.“

Soweit der Hl. Johannes Klimakus (gest. 649), Mönch des Sinaiklosters und Verfasser der Berühmten asketischen Schrift „Die Himmelsleiter“, in welcher er die Stufen des Aufstiegs der Seele zu Gott beschreibt. Schauen wir uns diese Aussagen näher an. Weiterlesen

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (7) Gebet um Gnade der Geistesunterscheidung

Jean_II_Restout_-_Pentecôte

Das unten angeführte, wunderbare Gebet von Kardinal Bona um Gnade und Erleuchtung des Heiligen Geistes ist nicht nur ein Zeugnis von tiefer Frömmigkeit, sondern auch der richtigen Theologie, welche klar macht, dass der Mensch ohne Gnade zu nichts Gutem und Übernatürlichen fähig ist. Sine tuo numine, nihil es in homine, nihil es innoxium – „ohne Dein lebendig Wehn, kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund“, wie die Pfigstsequenz sagt. Natürlich gilt im Katholizismus kein sola gratia– „Gnade allein“, denn der Mensch muss schon mitwirken. Aber die Gnade kommt unseren Taten zuvor und unterstützt sie, wenn wir um sie beten und bitten. Leider wird in der nachkonziliaren Theologie kaum über Gnade gelehrt, denn Rahner soll ja angeblich den Unterschied zwischen Natur und Übernatur aufgehoben haben, was natürlich kompletter Quatsch ist. Wir leben also in einem praktischen Pelagianismus, bei dem wir mehr oder weniger annehmen, dass wir es sind, die wirken. Wir wirken zwar auch, aber mit. Deswegen sollte man sich immer daran erinnern, wenigstens in Stoßgebeten, Gott um die Gnade für das Tageswerk und die Standespflichten zu bitten. Kardinal Bona macht es uns allen vor.

Kapitel I

Zweck dieses Buches – Wie schwer die Unterscheidung der Geister sei und woher solches komme – Hohe Nothwendigkeit derselben – Mannigfaltige und traurige Verirrungen, die aus Ermangelung derselben entstehen – Gebet um Erlangung derselben.

 Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.

 

Bona dt 5.1Bona dt 5.2Bona dt 5.3