Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (27). Wahre göttliche Offenbarung untrüglich feststellbar.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Wenn Gott sich jemandem offenbart, dann gibt er ihm die untrügliche Gewissheit, dass Er es ist. Kardinal Bona stellt in den unten angeführten Texten eine Reihe von Heiligen, die ein untrügliche Gabe der Herzensschau hatten und denen man nichts vormachen konnte. Warum ist es theoretisch möglich, dass man eine solche Gewissheit erlangt? Weil:

  1. Gott die Wahrheit (veritas) und wahrhaftig (verax) ist.
  2. Seine Offenbarung wahr ist.
  3. Die menschliche Seele auf Wahrheit ausgerichtet ist.
  4. Gott sich Menschen offenbart, die Seiner Offenbarung würdig sind.
  5. So trifft die Wahrheit Gottes auf einen wahrheitsfähigen Grund.
  6. Und die Gewissheit entsteht.

Deswegen unternahmen die Patriarchen und Propheten des Alten Bundes wundersame Sachen, deswegen besaßen manchem Heilige untrügliche Herzensschau und wussten einfach, dass Gott es ist, der zu ihnen spricht. Also, liebe Leserinnen und Leser, wenn Gott Sie dazu auserwählt seiner Offenbarungen teilhaftig zu werden, dann werden Sie es WISSEN. Aber es ist kein deduktives Wissen, wie bei einem mathematischen Beweis, es ist diesmal keine intellektuelle Angelegenheit – die Geistesunterscheidung. Es ist als würden Sie einen Röntgenblick erhalten und einfach sehen, was in einem steckt, als würden sie sofort nach Paris versetzt werden, um zu sehen wie tatsächlich die erste Plattform des Eiffelturms aussieht. Es ist etwas Übernatürliches und Geistiges, wenn Sie es erfahren, dann werden Sie schon sehen wie es ist. Es ist so als würden sie bei einer Weinprobe bei der Blindverkostung, wo man Wein verkostet, ohne zu wissen, was für einer es ist, einen 200 € Wein mit 100 Parker-Punkten neben einem 1,99 € Discounter-Wein trinken. Sie werden wirklich wissen, welcher der teurere Wein ist. Irrtum ausgeschlossen. Denn Menschen mit unterentwickelten Geschmacksnerven schmecken keine Unterschiede und machen keine Weinverkostungen. Wenn man bei einer Weinprobe landet, wo es Weine ab 80 Parker-Punkten gibt, dann hat man sich schon durchgekostet. Gott ist aber allwissend und er gibt keine Offenbarungen an Menschen, die diese nicht erkennen können.

Etwas anderes ist hier noch erwähnenswert und zwar das Zitat des hl. Bernhard von Clairvaux:

„Die Unwissenheit, diese arge Mutter, hat zwei nicht weniger schlimme Töchter, die Falschheit und die Zweifelhaftigkeit […]“.

Und woran denken wir hier? Jawohl an all die modernen, modernistischen Novus-Ordo-Theologen, womit wir Theologen, Priester, Bischöfe und Kardinäle meinen. Nehmen wir Deutschland. Ein deutscher Bischof, sollte er gläubig sein, befindet sich doch permanent in Falschheit und Verstellung zwischen:

a. katholischen Lehre, sollte ihm diese noch bekannt  sein („Du sollst nicht ehebrechen“, „Du sollst keine homosexuelle Unzucht treiben“, „Du sollst nicht unwürdig kommunizieren“);

b. den Beschlüssen seiner eigenen Bischofskonferenz, die er wohl unterschrieben hat,

c. den widersprüchlichen Signalen aus Rom – Amoris Laetitia versus Glaubenspräfekt Ladaria SJ,

d. den Forderungen der Hochschultheologen,

e. den Forderungen der katholischen Räterepublik,

f. seinem eigenen Gewissen, falls er noch welches hat.

Glaubt er nichts und ist er ein diabolischer Narzisst, so fallen die Widersprüche a. bis f. weg und er lügt dauernd. Aber der Widerspruch liegt dennoch ständig vor, denn, so fragt ein weltlicher Journalist:

Die Homosexualität ist etwas Gutes, warum verurteilt die Kirche diese?

So lauten die möglichen Antworten:

a. Homosexualität ist nichts Gutes, darum verurteilt die Kirche diese.

b. Homosexualität ist etwas Gutes, die Kirche sollte ihre Meinung ändern.

c. Homosexualität ist etwas Gutes und es scheint nur so, dass die Kirche diese verurteilt, aber nur jenen, welche kein dialektisch geschulten Verstand haben, denn jedoch-aber-wenn-die-pastoralen-Gründe-dafür-sprechen ….[es folgt ein 20 Minütiger verklausulierter Vortrag, am dessen Ende man vergessen hat, was man überhaupt gefragt hat].

Aber in der Falschheit befinden sich auch alle akademischen Theologen, denn

a. lehrt man katholisch, so befindet man sich im Konflikt mit allen Kollegen und Bischöfen und wird letztendlich entlassen,

b. lehrt man modernistisch-deutsch („jedoch-aber-wenn“), dann befindet man sich im Konflikt mit Rom

c. lehrt man ein wenig rechtgläubig, nach außen hin aber modern[istisch], so befindet man sich im Konflikt mit sich selbst.

„Konflikt“ ist hier als Falschheit zu lesen, denn man lügt ständig. Die andere Tochter der Unwissenheit ist die „Zweifelhaftigkeit“, welche mit „Bedenklichkeit, Verdächtigkeit, Fragwürdigkeit, dem Bedenklichsein“ gleichbedeutend ist. Was lernen wir als erstes im Theologiestudium? Dass man zweifeln darf, soll, muss. Dass man alles hinterfragen soll, um als modern zu gelten und eventuell eine Stelle zu ergattern. Warum aber diese Falschheit und Zweifelhaftigkeit oder Zweifelssucht unter unseren Theologen? Aus Unwissenheit, weil sie es intellektuell nicht WISSEN wie es geht und keine übernatürliche Glaubensgewissheit im oben angeführten Sinne haben, weil sie nicht GLAUBEN, d.h. katholische Glaubenswahrheiten mit dem Verstand aufnehmen aufgrund der Autorität des sich offenbarenden Gottes, der weder irren noch andere in Irrtum führen kann. Wie Kardinal Bona schreibt, haben sich Heilige den Häretikern oder Sündern, Betrügern nicht einmal genähert geschweige denn mit ihnen „einen Dialog“ geführt. Lernen wir daraus.

 

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Kardinal Bona „Unterscheidung der Geister“ als pdf-Datei

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Da wir jetzt über viel Speicherplatz und eine schnelle Internetverbindung verfügen, so wollen wir das Gesamtwerk von Kardinal Bona, über welches wir schon geschrieben haben, als pdf-Datei umsonst zum Download bereitstellen. Spenden sind herzlich willkommen, aber unser geistliches Eigentum ist die Bona-Reihe, die als Kommentar selbstverständlich fortgeführt wird. Für all jene aber, die es eilig haben, gibt es hier das Gesamtpaket. Die „Unterscheidung der Geister“ ist sicherlich kein Werk, dass man in einem Zug lesen kann, man muss es anwenden, wie die „Nachfolge Christi“, aber zuerst muss man es besitzen. Laden Sie es runter, denn Ihr Beichtvater, falls Sie einen haben, wird es sicherlich nicht besser wissen.

Bona, Die Unterscheidung der Geister

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (21) Gutes kommt von Gott, Böses vom Teufel.

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Wie so Vieles bekommt auch der Begriff „Unterscheidung“ (discretio) unter Bergoglio einen schlechten Touch. Katholisch bedeutet es, dass man zwischen objektiv Guten und Bösen unterscheidet, bei Bergoglio bedeutet es, wie man die Gebote Gottes aushebelt, um „frisch drauf los zu sündigen“, um es mit Luther zu formulieren. Aber irgendeine Unterscheidung ist erst dann möglich, wenn ich ein objektives, unveränderliches Kriterium habe, das nicht mit mir selbst identisch ist. Denn es alles, was ich mache, weil es mir Lust bereitet und „gut für die Umwelt ist“, um es mit Amoris Laetitia zu sagen, gut ist, dann braucht ja nichts unterschieden zu werden. Kardinal Bona schreibt, dass alles Gute von Gott und alles Böse entweder vom Teufel direkt oder vom Teufel durch unsere gefallene Natur kommt. Das ist natürlich keine große Überraschung, aber dieser Satz wird erst dann sinnvoll, wenn ich weiß, was das Gute und Böse an sich ist. Ich brauche Offenbarung, welche sich auf Metaphysik stützt, diese wiederum auf Logik. Wenn der Jesuit Spandaro schreibt, dass 2 und 2 in Theologie auch 5 ergeben können, dann argumentiert er diabolisch und ist ein Dummkopf. Ja, der Teufel hasst die Logik, Mathematik hasst er auch und deswegen werden Sie bei den Novu Ordo Leuten keinen stringenten Beweis erleben, sondern das hegelianische Sowohl-als-Auch-Gewusel, bei dem es nichts zu unterscheiden gibt.

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

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Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (20) Geistesunterscheidung ist schwierig.

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In einer wirklich langen Vorrede zum vierten Kapitel stellt Kardinal Bona fest, dass die Unterscheidung unserer Antriebe: Gott, Teufel oder ich schwierig ist. Das ist wirklich nichts Neues und man fragt sich, warum er sich wiederholt. Um es klarer zu machen. Kardinal Bona schreibt nämlich nicht, dass die Geistesunterscheidung an sich unmöglich ist, sondern dass der Unterscheidende selbst Schwierigkeiten dabei haben wird. Warum? Weil er in Bewegung ist und keine Außenansicht hat, die sein subjektives Empfinden objektiviert. Der Schreiber dieser Zeilen nimmt seit einem Jahr wieder einmal Gesangsunterricht, welcher darin besteht, dass er singt und seine Lehrerin in dauernd kritisiert. Warum ist das notwendig? Weil Sie selbst, als die Schallquelle, sich objektiv nicht hören. Sie emittieren Laute, welche durch Schallwellen erst jemanden erreichen. Bei bestimmten Lagen ist man objektiv nicht in der Lage sich selbst zu hören und deswegen hat jeder Opernsänger seinen Korrepetitor  der ihm sagt, ob er zu hoch oder zu tief ist. Da das Singen darin besteht bestimmte Bewegungen auswendig zu lernen, wie beim Tanz, so ist es möglich, dass wenn Sie einen Part falsch einstudieren Sie dann diesen Ton immer zu tief oder zu hoch singen werden, ohne sich dessen bewußt zu sein. Dies sind aber keine Fragen des Talents oder stimmlichen Voraussetzungen, sondern Fragen der Physik und der Mechanik. Genauso ist es bei der Geistesunterscheidung bei einem selbst. Man weiß es selbst manchmal nicht und braucht die Außenansicht und eine Korrektur, die leider nicht erfolgt, weil wir keine gläubigen, betenden und ein asketisches Leben führende Priester haben. Sie müssten ja jemanden finden, der Ihnen nicht nur wohlgesonnen ist, sonder der selbst um diese ganze Thematik weiß. Da es solche nicht gibt, publizieren wir hier Kardinal Bona und jammern nicht weiter darüber.  Da das nächste Kapitel von der Ergründung des Herzens handelt, werden wir es mit den Bildern vom Hl. Herzen Jesu illustrieren.

 

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

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Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (19) Menschliche Antriebe.

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Kardinal Bona schreibt, dass der menschliche Geist einem jeden Menschen angeboren ist. Ein ungetaufter Heide hat also nur einen Geist auf sechs mögliche Geister, die Kardinal Bona beschreibt und hält das für die Welt. Der Schreiber dieser Zeilen lebt und arbeitet unter lauten Atheisten. „Aber gute Menschen“, würde ein Novus Ordo Pfarrer zufügen. Nein, leider keine guten, sehr schlechte Menschen. Es ist die gefallene Natur – natura lapsa, welche von der Erbsünde lädiert und von anderen Sünden wurmstichartig zersetzt ist, wie ein wurmstichiger Pilz, den man im Wald findet. Interessanterweise halten sich all diese Menschen für den Mittelpunkt der Welt und fordern einen quasi-göttlichen Kult für sich, den der Schreiber dieser Zeilen natürlich nicht entgegenbringt. Nein, liebe Leserinnen und Leser, es ist wirklich nicht dasselbe, denn ein Atheist:

  • nimmt die Welt anders war,
  • hat eine ganz andere Hierarchie der Werte,
  • und benimmt sich dementsprechend,
  • es geht die ganze Zeit nur im IHN.

Der menschliche Geist ist also sogut wie nichts, er kann sehr leicht vom bösen Geist aufgrund der Affinität angetrieben werden. Woher also die Aufforderung „des Dialogs mit der Welt“? Daher, dass diese Theologen selbst Atheisten oder noch besser Apostaten sind und mit ihresgleichen schnell eine gemeinsame Ebene finden. Ein Apostat, also ein vom Glauben abgefallener Getaufter, ist in einer schlimmeren Situation als ein ungetaufter Heide. Denn ihm wurd die Gnade gegeben, er hat wenigstens ganz kurz am göttlichen, innertrinitären Leben Anteil gehabt, bevor er wie ein gefallener Engel niederstürzte. Wenn er gar noch ein Priester ist, dann wurde er wirklich mit allen Sakramenten ausgestattet. Der eine gefallene Engel wird von einem anderen gefallenen Engel geleitet. Diese Menschen sind sehr gefährlich. Sie bevölkern Bischofskonferenzen, die römische Kurie, Ordinariate und fast alle Pfarrereien, sie hassen Gott und hassen alle, die sich zu Gott bekennen. Wenn sie Sie auch hassen, dann haben Sie alles richtig gemacht.

 

Drittes Kapitel

Wie weit sich die Unterscheidung der Geister erstrecke. – Mancherlei Bewegungen und Neigungen der Menschen. – Bedeutung des Wortes „Geist“. – Was und wievielerlei der Geist sei. – Es gibt hauptsächlich einen dreifachen Geist, einen in uns, einen zweifachen außer uns.

 

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Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (18) Drei Grundgeister.

Pentecost 1

Da jeder, der sich mit einer Sache näher beschäftigt gut zu differenzieren weiß, unterscheidet der Hl. Bernhardt von Clairvaux sechs Geister, die im Menschen wirken. Nur einer ist der rein menschliche Geist. Nur eines ist das ICH, das moderne ICH, das Subjekt, das Individuum oder wie wir es auch nennen wollen. Und schon allein dadurch sieht man, wie absolut falsch der „moderne Ansatz“ ist, der den „modernen Menschen“ auf den Altar stellt, weil der „moderne Mensch“, den es ja nicht gibt, nur solch einen kleinen Teil der Wirklichkeit ausmacht. Das, was der hl. Bernhardt mit St. Paulus „den Geist der Welt“ nennt, ist die kulturelle Matrix, in der wir leben. Manchmal trifft der Schreiber dieser Zeilen Menschen, die ihn irgendwie beeindrucken wollen und ohne es zu wissen Leitartikel der Mainstreampresse aufsagen, überzeugt ihre eigensten Gedanken wiederzugeben. Ja, die Propaganda hat ganze Arbeit geleistet, denn jemanden so zu beeinflussen, dass er 100% Systemkonform wird, ohne das er es merkt, ist die höchste Leistung der Manipulation.  Man muss sich wirklich die Frage stellen:

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Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (17) Was „Geist“ bedeutet.

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Im nachfolgenden Beitrag stellt Kardinal Bona die Bedeutungen des Wortes „Geist“, wie sie in der Heiligen Schrift vorkommen zusammen. Er verwendet das Wort aber im Sinne einer Motivation, einer inneren Regung, die einem Menschen von innen heraus einen Impuls verleiht. Dennoch ist dieser Impuls etwas, was von außen kommt. Wie wir Luft holen, also den Spiritus, den Hauch von außen, so holen wir auch von außen unsere Motivationen. Diese sind: Gott oder Teufel, soweit Gott ihm seine Tätigkeit erlaubt. Es ist aber nicht so, wie Luther glaubte, dass der Mensch ein Esel sei, auf dem entweder Gott oder der Teufel reitet, was den freien Willen ausschließen würde, sondern damit jede Tätigkeit mit zum Heil oder zur Verdammnis gereichen kann, geht die Motivation zu einer Handlung oder zur Art und Weise ihrer Erfüllung entweder von oben oder von unten aus. Es ist also nicht das Ich, wie der deutsche Idealismus es gerne hätte, welches sich der Außenwelt überstülpt, sodass immer irgendwo etwas „gottet“, weil alles irgendwie „Geist“ ist, wie der dumme Hegel es wollte.  Nein, die menschliche Eigenheit wird bewahrt, die Eigenständigkeit auch, da aber das Geistliche auf das Körperliche wirkt, weil es dem Letzteren übergeordnet ist, so wirken die geistigen Mächte auf uns, meistens so, dass wir es nicht merken, wenn wir noch keine Geistesunterscheidung ausgearbeitet haben.

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (12) Geschmack für das Göttliche.

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Sensus divinus als gustus divinus

Die Kirche verwendet den Begriff Glaubenssinn (sensus fidei), womit ausgedrückt wird, dass man einen übernatürlichen Sinn (sensus) für die übernatürlichen Dinge des Glaubens durch die Taufe erhält. Wie bei jeder natürlichen Sensorik kann man diesen Sinn durch seine Ausübung verfeinern. Jemand, der ausschließlich Kartoffeln ißt, wird wohl niemals ein Feinschmecker werden, weil sein Geschmackssinn durch diese eintönige Speise dermaßen verkümmert ist, dass er nichts anderes herausschmecken wird. Ob sich der in der Kindheit durch Mangelernährung oder Fast Food verkümmerter Geschmackssinn wieder erholen und entwickeln kann, soll an dieser Stelle nicht untersucht werden, obwohl es in manchen Fällen wohl möglich sein wird. Die Rede vom Geschmack soll uns hier nur als eine Analogie dienen. Kardinal Bona spricht nämlich in den hier vorgestellten Texten vom „Geschmack“ (gustus) mit dessen Hilfe man das Heilige vom Unheiligen unterschieden kann. Er unterscheidet ihn von der Geistesunterscheidung, da die letztere „im Verstande“ der Geschmack des Übersinnlichen, so wollen wir ihn hier nennen, sich im Begehrungsvermögen (pars concupiscibile) befindet, womit, ganz vereinfacht ausgedrückt, die sub-rationale Ebene des Menschen darstellt. Es ist doch tatsächlich wahr, dass die Geistesunterscheidung noch auf einer sub-rationalen Ebene einsetzt, auf der wir spüren, dass irgendetwas nicht stimmt und was man auf Deutsch als „Bauchgefühl“ bezeichnet. Der Schreiber dieser Zeilen ist mehr als einmal in die Irre gegangen, weil er auch sein Bauchgefühl oder gustus nicht gehört hat und zwar deswegen, weil er dieser seiner Ebene nicht traute. Es stellt sich heraus, dass doch tatsächlich Männer keine schlechtere Intuition als Frauen haben, aber nicht auf diese Hören, weil sie mehr der rationalen Ebene trauen. [1]  Warum ist es so? Weil intuitive Wahrnehmung immer noch als Frauendomäne betrachtet wird, außer beim Aktienkauf, wie es scheint. Außerdem sind Männer überhaupt in der Lage die Gefühle vom Denken zu unterscheiden, weil je männlicher ein Gehirn ist, desto weniger Verbindungen zwischen den Arealen, die für das Fühlen verantwortlich sind und denen, die für das Denken verantwortlich sind, aufweisen. Was man unterscheiden kann, dass kann man auch ausklammern. Je weiblicher ein Gehirn ist, desto mehr werden Gefühle, also auch Intuitionen und das Denken vermischt. Jeder kann es selbst herausfinden und einen der Tests: „Wie männlich oder weiblich ist mein Gehirn?“ lösen. Und daher handeln Männer weniger intuitiv, weil sie es eher können.

Man kann aber etwas falsch Wahrgenommenes falsch rationalisieren, weil man den logischen Fehler der petitio principi begeht und eine falsche Prämisse als eine richtige annimmt und von dieser Prämisse ausgehend seine Schlüsse zieht.

Beispiel:

Man spürt:

„Bei ihm stimmt es vorne und hinten nichts. Ich fühle mich unwohl.“

 

Man denkt:

„Aber er ist ein Priester, Pfarrer, Theologieprofessor, Bischof, Kardinal. Sie ist eine Generaloberin. Es wird schon richtig sein. Ich kann micht irren. Man soll nicht nach dem Anschein urteilen. Man kann niemandem ins Herz schauen …“

Man handelt nach dem Gedachten nicht nach dem Wahrgenommenen.

Man rationalisiert also den Ersteindruck, indem man in verfälscht und in eine nicht wahrgenommene Kategorie presst. Und dann wundert mann sich, dass man Erfahrungen hat, die dem schon längst vergessenen Ersteindruck entsprechen.  Soll man also „auf sein Bauchgefühl“ oder „auf sein Herz“ hören? Nein, denn der Dämon hat einen viel größeren Einfluß auf unsere Gefühle als auf unser abstraktes Denken und oft wissen wir nicht, wessen „Schwingungen“ wir wahrnehmen: eigene oder unseres Gegenübers. Wenn man aber geistlich wächst, so lernt man dies tatsächlich zu unterscheiden. Und man lernt es dadurch, dass man sich zuerst dem Heiligen (Gebet, Anbetung) aussetzt, um von dieser Warte aus das Unheilige zu differenzieren. Es bleibt hier festzuhalten: es gibt diesen prärationalen oder präkognitiven Geschmack (gustus) der geistichen Unterscheidung, den es zu entwickeln und auszubauen gilt.

[1] http://www.huffingtonpost.com/laura-day/why-men-are-more-intuitiv_b_528412.html https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/2014/02/intuition-typisch-weiblich-typisch-maennlich

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. . Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

 

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (11) Geistesunterscheidung kommt mit Heiligkeit und Erfahrung

Himmelsleiter

 

Die Unterscheidung der Geister ist graduell und verläuft gemäß dem geistlichen Fortschritt des Individuums. Daher beginnt Kardinal Bona mit einem Zitat von Johannes Klimakus:

„1° Die Unterscheidung ist bei den Anfängern und sonst noch Unerfahrenen eine völlige und wahrhafte Erkenntnis des eigenen inneren Zustandes.

2° In den Voranschreitenden ist sie ein Gefühl des Geistes, welches das eigentlich Gute von dem Natürliche und seinem Gegenteil ohne Irrtum unterscheidet.

3° In den Vollkommenen ist sie eine aus göttlicher Erleuchtung entstandene Erkenntnis, welche alles Dunkle in sich und in Anderen klar macht.

Überhaupt, wenn wir Alles zusammenfassen, so wird unter der Unterscheidung verstanden eine sichere und feste Kenntnis des göttlichen Willens zu aller Zeit, an allen Orten, in allen Angelegenheiten, die nur jeden eigen ist, welche reines Herzens, Leibes und Mundes sind.“

Soweit der Hl. Johannes Klimakus (gest. 649), Mönch des Sinaiklosters und Verfasser der Berühmten asketischen Schrift „Die Himmelsleiter“, in welcher er die Stufen des Aufstiegs der Seele zu Gott beschreibt. Schauen wir uns diese Aussagen näher an.

Erster Grad – Die Selbsterkenntnis

Den ersten Grad der Geisterunterscheidung bildet die eigene Selbsterkenntnis, dazu noch ein „völlige und wahrhafte“. Falls jemand das tatsächlich von sich sagen kann, dann hat er das Anfangsstadium erreicht. Diese Art der Erkenntnis muss aber eine wahrhafte Erkenntnis sein, was bedeutet das wir uns selbst weder zu gut noch zu schlecht einschätzen dürfen. Bei sehr vielen Christen ist die Neigung zur Selbstunterschätzung und einer falschen Demut, welche die heilige Theresia von Avila so beklagt, vorrangig.[1] Sie schreibt:

„Die wahre Demut, obschon die Seele sich als böse erkennt und über ihren Zustand Schmerz empfindet, kommt doch nicht in Bestürzung, noch beunruhigt und verdunkelt sie die Seele, auch verursacht sie keine Trockenheit, sondern Tröstung. Sie erzeugt Schmerz wegen der Beleidigung Gottes, aber von der anderen Seite erweitert sie das Herz durch die Hoffnung auf seine Barmherzigkeit. Sie bringt Licht, um sich selber zu beschämen, und preist zugleich Gott, der sie so langmütig ertragen hat. Bei jener falschen Demut dagegen, welche der Teufel hervorbringt, ist kein Licht für irgend etwas Gutes; es scheint, als wolle Gott an alles Feuer und Schwert legen .. . Diese Erfindung des Teufels ist eine der schwierigsten, feinsten und verstecktesten, die ich je an ihm bemerkt habe. (Leben, Kap. 30,7)“

Die Stufe der Selbsterkenntnis aber ist eine völlig natürliche Stufe, welche auch vielen Atheisten, falls Sie mit sich selbst ehrlich sind, erfahrbar ist.

Zweiter Grad – Die Unterscheidung des natürlich Guten vom übernatürlich Guten

Hat die Seele ihre eigene Natur erkannt, so kann jetzt die Erkenntnis dessen folgen, was ihr von Gott durch die Gnade gleichsam von außen zukommt und dessen, was ihren natürlichen Zustand ausmacht. Man kann sich fragen: Bin es immer noch ich oder beginnt Gott an mir zu wirken? Diese Unterscheidung muss ohne Irrtum erfolgen, erst dann ist der Aufstieg zur nächsten Stufe möglich. Die Unterscheidung der zweiten Stufe beschränkt sich aber auf den Unterscheider selbst. Er kann sozusagen das Ich vom Nicht-Ich, d.h. der göttlichen Einsprechung klar unterscheiden. Wie soll das gehen? Indem man sich weitgehend von seinem eigenen Ich freigemacht hat und nicht dadurch, indem man sich im eigenen Ich permanent suhlt, wie uns vom deutschen Idealismus inspirierte gegenwärtige Theologie vorgaukelt, wodurch jede Spiritualität zur „geistlichen, ich-bewußten Wellness“ wird. Siehe Pater Anselm Grün, welcher den Bogen vom Benediktiner zum Esoteriker schaffte.

Dritter Grad – Klare Unterscheidung in sich und in Anderen

Der dritte Grad zeichnet sich dadurch aus, dass die Seele des Unterscheiders dermaßen frei von sich selbst geworden ist, dass sie transparent ist und somit sie die Geistesregungen auch in den Anderen vernehmen kann, weil sie nichts mehr in sie hineinprojiziert. Deswegen konnten die Heiligen einander erkennen, weil sie die Heiligkeit und nicht sich selbst in den anderen vernehmen konnten. Wie kommt man dazu? Durch die Sündenlosigkeit, sprich die Reinheit:

  • Des Herzens – also der Gefühle,
  • Des Leibes – also durch Keuschheit und Askese,
  • Des Mundes – durch Schweigen und gottgemäße Reden.

Anders geht es nicht. Wer in Sünde lebt, wird niemals zu einer Geistesunterscheidung gelangen. So ist es! Den Rest der Ausführungen von Kardinal Bona kann sich jeder selbst durchlesen.

[1] Mehr zum Thema Demut findet sich hier: Scaramelli, Die den Merkmalen des göttlichen Geistes entgegengesetzten Kennzeichen des teuflischen Geistes in Bezug auf die Bewegungen und Akte des Willens http://www.theologisches.net/files/1970_Nr.5.pdf Seite 6.

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. . Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

 

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