Hilary White und der Untergang der Nonnen – Relecture

Da wir in Juli eine Reihe zu Cor orans von Hilary White planen oder darüber, wie der Vatikan plant kontemplative Frauenorden nach und nach aufzulösen, erinnern wir an die älteren Beiträge zu diesem Thema dieser Autorin. Wir erinnern auch an unsere statistischen Beiträge  zum Niedergang des Ordenslebens. Wir planen auch eine eigene Reihe zu Cor orans, sodass die Ordensthematik präsent sein wird. Wir würden gerne etwas Herzerwärmendes dazu schreiben, aber wir haben Angst, dass falls wir schreiben, dass irgendein Kloster im deutschen Sprachraum sich von Novizen nicht retten kann, dieses bald geschlossen wird. Nein, kein Witz. So etwas passiert gerade in Frankreich.  Die Diözese ist pleite, der Bischof braucht Geld, ein Novus Ordo Frauenorden, der konservativ geworden ist, hat welches und deswegen wird ihm eine apostolische Visitation nach der anderen an den Hals geschickt, die Oberin und Novizenmeisterin wurden verbannt und eine neuen Oberin kommissarisch eingesetzt. Man kann es bei Hilary nachlesen. Es geht also nicht um Traditionalismus, es geht überhaupt um Frömmigkeit und ums Geld, was wir ebenfalls schon festgestellt haben.

Aber die deutsche Kirche hat doch Geld wie Heu!

werden Sie vielleicht sagen. Stimmt, aber man kann nicht genug haben und jemandem es wegzunehmen macht doch mehr Spaß als bloß auf das Steuergeld zu warten. Wer die oben vorgestellten Beiträge nicht kennt, sollte sie lesen als Vorbereitungslektüre sozusagen vor dem Cor orans-Zyklus, um zu verstehen, dass diese Entwicklung nicht von heute auf morgen kommt, sondern die Konsequenz von Vatikanum II ist.

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Wie war es damals? Kurt Hutten und ein Rückblick in den Zerrspiegel der Geschichte.

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Beim Stöbern bei gloria.tv, wo sich unverhofft auch gute Beiträge finden lassen (die unsrigen werden dort leider nicht exponiert, sodass wir immer weniger reinstellen), fand DSDZ einen interessanten Beitrag aus dem Jahre 1970, der von der Traditionalistenbewegung handelt. Er stammt es der Feder von Kurt Hutten, einem protestantischen Theologen, der ihn in der Information (Nr. 42 Stuttgart III/1970) der Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen im Jahre 1970 unter dem Titel Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten veröffentlicht hatte. Der Text stammt also von jemand, der aus einer protestantisch-weltlich-rationalistischen Sicht über Sekten schreibt. Was macht solch ein Beitrag auf einem katholischen, traditionalistischen Blog? Wir veröffentlichen ihn, weil er recht objektiv und eher unvoreingenommen eine Situation schildert, über welche man schlecht in den offiziellen, katholischen Quellen nachlesen kann (siehe orwellsche Geschichtsverfälschung). Die Situation, die Karl Hutten beschreibt gleicht wirklich der von 2018 aufs Haar.

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David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (2 von 2)

church in the demons mouth-th-century-miniature-paintingsWas wäre aber, wenn die konservative Fraktion gewonnen hätte und wenn durch dieses Konzil tatsächlich die Irrlehren der Moderne verurteilt worden wären, wie es geplant war? Was war denn geplant? Das kann man anhand der originellen Schemata des Konzils ersehen, die hier auf Englisch zu lesen sind. Kurz, klar, präzise und katholisch. Aber überhaupt von Fraktionen innerhalb der Kirche zu sprechen, ist eine Schande, denn die Kirche ist keine Partei. Es lässt sich nur von mehr oder weniger Heiligkeit, mehr oder weniger Gott entgegen kommen, sprechen. Wie ungläubig und die Kirche hassend müssen diese Männer der „Reform“ gewesen sein. Wieviele Miliarden von Seelen haben sie auf dem Gewissen. Wem hat es denn geschadet, dass nach der Messe noch die Leoninischen Gebete gebetet wurden. Den Dämonen, nicht den Menschen, denn diese zusätzlichen 5 Minuten ändern wirklich nichts.  Warum soll man denn „zum Volk hin zelebrieren“? Ist das Volk Gott? Warum muss der Priester im Mittelpunkt sein? Wird er angebetet? Ist er Gott? Ist dieser ganze Novus Ordo nicht ein Menschenkult? Das hat doch tatsächlich Paul VI. gesagt, dass die Kirche von nun an dem Menschen helfen wird dem Menschen sein irdisches Los zu meistern. Das ist die Horizontale, wo ist aber die Vertikale? Der Mensch kann sein Los selbst meistern, dafür braucht er keine Kirche. Wie man es dreht und wendet: Bei Novus Ordo geht es um den Menschen, nicht um Gott. Dem Schreiber dieser Zeilen wird immer mehr klar, wie sehr die Neue Messe Gott beleidigt. Der Priester und die Gemeinde schauen sich in die Augen und der Priester unterhält die Leute ein bißchen. Frauen in Stolas betreten das Podium, um auch „etwas beizutragen“, aber die Stimmung will irgendwie nicht aufkommen und das Publikum bleibt weg.

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David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (1 von 2)

Anbei publizieren wir einen Text von David Martin, der auf onepeterfive erschienen ist, in der vorzüglichen Übersetzung von Eugenie Roth.  Es läßt sich nicht leugnen, dass traditionelle und traditionalistische Internetseiten eine bestimmte Hartnäckigkeit bei der Behandlung des Zweiten Vatikanischen Konzils an den Tag legen. Man könnte bösartig von einer Zwangsneurose sprechen, als gäbe es nichts anderes. Ihr Pfarrer mit der Pastoralassistentin um die Ecke werden Ihnen sagen:

„Lassen wir das Konzil gut sein, machen wir miteinander weiter“. 

Aber was sollen wir machen? Wie sollen wir es machen? Was ist das Ziel unserer Aktivität? Das Konzil hat dermaßen die Inhalte des katholischen Glaubens ausgehöhlt, dass man nicht mehr weiß, was ihn eigentlich ausmacht, am wenigsten weiß es Ihr Pfarrer, der sich diese Fragen gar nicht stellt. Warum beschäftigen wir uns dermaßen mit dem Konzil? Weil seine Auswirkungen uns persönlich betreffen. Wie denn?

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H. Reed Armstrong, (2 von 2) Ein zweifelhafter Einfluss: De Lubacs & Von Balthasars Effekt auf das katholische Denken.

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Kurzfassung für Eilige: Worum geht es? Urs von Balthasar, ein ehemaliger Jesuit,  lebte mit Adrienne von Speyer, einer verheirateten Frau, jahrelang in einer „mystischen Ehe“ samt ihrem Ehemann unter einem Dach. Balthasar und Speyer konstruierten ein gnostisches System, bei dem Balthasar Kabbala und jede mögliche Pseudomystik einsetzte. Trotzdem oder vielleicht deswegen machte ihn  Johannes Paul II zum Kardinal. Sic!

II

Unter den jüngeren Zeitgenossen de Lubacs, die er in La Fourvière erwähnte, war Hans Urs von Balthasar (S.J.), den viele, wenn nicht die meisten „Konservativen“ als den führenden Theologen der postkonziliaren Kirche betrachten.

Als Balthasar seine siebenjährige Ausbildung in La Fourvière beendet hatte, wurde er 1936 zum Priester geweiht. Dann arbeitete er kurz in München für die Zeitschrift der Jesuiten, Stimmen der Zeit. 1940, als das Naziregime die Freiheit der katholischen Journalisten beschnitt, verließ er Deutschland und begann, in  Basel als Kaplan der Studenten zu arbeiten.

Dort war es, wo er die zweimal verheiratete protestantische Mystikerin Adrienne von Speyr traf, die er zum katholischen Glauben bekehrte. 1945 gründeten sie gemeinsam eine religiöse Gemeinschaft mit Namen Johannesgemeinschaft, um die visionäre Theologie Frau von Speyrs voranzubringen. Da dies mit der [katholischen] Lehre nicht vereinbar war, verließ von Balthasar 1950 die Jesuiten, um die Zusammenarbeit mit von Speyr ernsthaft fortzuführen. Nach von Balthasar in seinem Buch Unsere Aufgabe (Il nostro compito),[10]

„… ihr Werk und das meine sind in keiner Weise trennbar: weder psychologisch noch philosophisch. Denn sie stellen beide Hälften eines Ganzen dar, das seine Mitte in einer einzigartigen Gründung hat.“ … „Das Hauptziel dieses Buches ist einfach, jedem Versuch vorzubeugen, nach meinem Tod mein Werk von dem von Adrienne von Speyr zu trennen.“

Adrienne behauptete, dass der Himmel von Balthasar und ihr eine kirchliche Mission anvertraut hatte. In einer „marianischen“ Vision sagt Adrienne zu Gott:

„Wir beide (Adrienne und von Balthasar) möchten Dich lieben, Dir dienen, und Dir für die Kirche danken, die Du uns anvertraut hast.“

Diese letzten Worte, fährt Adrienne fort, wurden improvisiert ausgesprochen und von der Mutter Gottes diktiert, d. h. von uns (der Mutter Gottes und Adrienne);

„wir sprachen diese Worte beide zusammen, und für den Bruchteil einer Sekunde, legte sie das Kind in meine Arme, doch es war nicht nur das Kind, es war die Una Sancta (die Kirche) en miniature, und es schien mir eine Einheit von allem, was uns anvertraut worden war und ein Werk in Gott für den katholischen [Glauben] darstellt, zu repräsentieren.“[11]

Diese Behauptung, dass die Muttergottes  selbst die Zukunft der Kirche in ihre (Hans und Adriennes) Hände gelegt habe, gewissermaßen in einer privaten Offenbarung, unabhängig von der Hierarchie und dem Magisterium, ist verdächtig und höchst ungewöhnlich. Dass die Hierarchie und das Magisterium diese umstrittenen Offenbarungen unbesehen als authentisch annehmen sollten, ist nicht nicht nachvollziehbar.[12]

Von Balthasar ist dem breiteren Publikum am besten  für sein kontroverses Buch von 1986, Wagen wir zu hoffen, dass alle Menschen gerettet sind? bekannt, das teilweise auf den Spekulationen des brillanten griechischen Theologen Origines (185–253) basiert, dessen Gedanken über Apokatastasis (Allerlösung, einschließlich des Teufels), die in seiner Abhandlung De Principiis 1.6.-3 enthalten sind, jedoch während es Zweiten (5. Ökumenischen), Konzils von Konstantinopel (583) verdammt wurden[13].

Im Vorwort seines Werkes stellt von Balthasar fest, dass Origines, ebenso wie Gregor von Nyssa und Maximus der Bekenner, ihre zirkuläre Geschichtstheorie auf neoplatonische und gnostische Theorien stützten, die zu apokatastasis führen, die zu jener Zeit im Oströmischen Reich [Byzanz] weit verbreitet waren. Er behauptet auch, dass diese Ideen ebenfalls in der Werken von Meister Eckhardt und Teilhard de Chardin vorkommen.[14]

Weniger bekannt ist sein elegisches Nachwort (in der deutschen Ausgabe Vorwort) zu Valentin Tombergs Buch von 1985 mit dem Titel Die großen Arcana des Tarot. Meditationen. [eng. Meditations on the Tarot, a Journey into Christian Hermeticism].[15]

Aus Platzgründen können wir dieses Buch nicht umfänglich behandeln, da hierfür eine umfassende Rezension notwendig wäre, es gibt jedoch einige hervorstechende Zitate, die eine durchaus genaue Vorstellung vom Grundton des Werkes geben. Der „anonyme“ Autor, Valentin Tomberg, präsentiert Gnostik, Magie, Kabbala und Hermetik als nicht nur kompatibel, sondern wesentlich für den katholischen Glauben. Während er St. Paulus und St. Johannes den Evangelisten zitiert und die Visionen von so katholischen Mystikern wie St. Johannes vom Kreuz, St. Theresa von Avila und St. Franziskus von Assisi lobt, ebenso St. Augustinus und St. Thomas von Aquin zitiert, gibt er gleichermaßen Bericht von dem freimaurerischen Martinist Saint Yves d’Alveydre, dem anerkannten luziferianischen Stanislau de Guaita, dem satanischen Magier Eliphas Lévi, ebenso wie von dem kabbalistischen falschen Messias Sabbatai Zevi, Madame Blavatsky, Swami Vivekananda, Rudolf Steiner, Teilhard de Chardin, Jacob Boehme, Swedenborg, Carl Jung und vielen anderen.

Von Balthasar hat nur Lob für dieses Werk. In seinem Vorwort (in der deutschen Ausgabe) /Nachwort (in der englischen Ausgabe) hat er folgendes zu sagen:

Ein denkender, betender Christ von unverkennbarer Reinheit offenbart uns die Symbole christlicher Hermetik in ihren unterschiedlichen Graden von Mystizismus, Gnosis und Zauberei, und behandelt ebenfalls die Kabbala und bestimmte Elemente Astrologie und Alchimie … die sogenannte „heimliche Weisheit der Ägypter“ …. (Hervorhebungen hinzugefügt)

Professor von Balthasar fährt fort und schreibt:

„… Jedoch ist die kreative Kraft der Transformation in der Einverleibung von  Jacob Boehme’s Christosophie  ebenso stark ….“

 

…. Eine dritte, weniger eindeutige Transposition wird nur kurz erwähnt; das der alten Magie/Alchimie in den Bereich der Tiefenpsychologie von C.G. Jung.

…. Die mystischen, magischen, okkulten Zuflüsse, die in den Strom seiner (Tombergs) Meditationen einfließen sind viel umfassender; jedoch wird der Zusammenstrom ihrer Wasser in ihm, voller Bewegung, nach innen eine Einheit christlicher Kontemplation.

… Wiederholte Versuche wurden unternommen, um die Kabbala und das Tarot der katholischen Lehre anzupassen. Das ausgedehnteste Unterfangen dieser Art war das von Élephas Lévi (Pseudonym von Abbé Alphonse-Louis Constant), dessen erstes Werk (Dogma et ritual de la haute magie) 1854 erschien.

Die Liste der „spirituellen“ Suchenden, die in diesem glühenden Nachwort zu Tombergs Buch beworben werden, geht jedoch weiter, eine kurze Vorstellung einiger derer, die oben aufgeführt werden, mag genügen um ihre Unvereinbarkeit mit dem katholischen Glauben und der katholischen Moral zu zeigen.

Allen voran Jacob Boehme (1575–1624), ein böhmischer Schumacher aus einer lutherischen Familie, der – wie Frau von Speyr – Visionen erhielt, erstmals 1600, als er ein großes Licht sah, das in einem schwarzen Zinnteller reflektiert wurde; dies führte ihn dazu, das Folgende zu verkünden:

Das Sein aller Seienden ist nur ein einfaches Sein, wenn es jedoch sich selbst gebiert, teilt es sich in zwei Prinzipien, in Licht und Dunkelheit, in Freude und Schmerzen, in Böse und Gut, in Liebe und Zorn … die Schöpfung selbst als sein eigenes Liebesspiel zwischen den Qualitäten beider ewiger Begierden.

(Jakob Böhme, Sämtliche Schriften ed. W. E. Peuckert, vol. 16 (Stuttgart: Frommann, 1957), p. 233.)

 

Carl Gustav Jung (1875–1961) berühmter schweizer Psychoanalytiker, Sohn eines Pastors der Reformierten Schweizer Kirche, hörte 1913 erstmals Stimmen und hatte Visionen. Seine religiösen Rückschlüsse beinhalten folgendes Zitat:

In unserem Diagramm erscheinen Christus und der Teufel als gleich und gegensätzlich, und entsprechen so der Idee der „Widersacher“. Diese Konkurrenz bedeutet Konflikt bis zum Äußersten und es ist die Aufgabe der Humanität, diesen Konflikt auszuhalten, bis die Zeit oder der Wendepunkt erreicht ist, wo Gut und Böse sich selbst zu relativieren, sich selbst zu bezweifeln beginnen, und der Schrei nach einer Moralität „jenseits von Gut und Böse“ ertönt. (Carl Gustav Jung, Zur Psychologie der Trinitätslehre, translated in vol. 11, 2nd ed. of his Complete Works (Princeton: Princeton University Press, 1969), p. 174)

 

Éliphas Lévi, a.k.a. Abbé Alphonse-Louis Constant (1810–1875), französischer Okkultist, von Geburt katholisch, Ex-Seminarist, bestens bekannt für sein Werk Dogme et rituel de la haute magie (1854)[16]:

Was ist absurder und gottloser als den Namen Luzifer dem Teufel zuzuschreiben, d. h. dem personifizierten Bösen. Der intellektuelle Luzifer ist der Geist der Intelligenz und Liebe; es ist der Paraklet, es ist der Heilige Geist, während der physische Luzifer der große Agent des universellen Magnetismus ist.

(Éliphas Lévi, The Mysteries of Magic, p. 428; Hervorhebungen vom Verfasser hinzugefügt)

 

Das geschaffene Prinzip ist [yod] der göttliche Phallus; und das geschaffene Prinzip ist das formale [cteïs] weibliche Organ. Das Einführen des vertikalen Phallus in das horizontale cteïs wird zum Kreuz der Gnostiker, oder das philosophische Kreuz der Freimaurer.

(Éliphas Lévi, Dogme et rituel de la haute magie[17] (Paris: Chacon Frères, 1930), pp. 123-124.)

Das unten gezeigte Bild, von Lévi signiert, mit Ziegenkopf, erigiertem Phallus und weiblichen Brüsten ist die klassische Darstellung Satans. [18]

Baphomet

Alle oben genannten Autoren stimmen darin überein, dass es, um eine allgemeine oder göttliche Harmonie zu erreichen, apokatastasisein Zusammenspiel und eine Vereinigung zwischen den Kräften von männlich und weiblich [Androgynie], Licht und Dunkel sowie von Gut und Böse – Gott und dem Teufel – geben muss.

Dies ist die ausdrückliche Lehre der Cabbala (Kabbalah), die sowohl von esoterischen mystischen Juden als auch von Freimaurern vorangetrieben wird, und wieder, wie oben ausgeführt, durch von Balthasar. Weiter unten gibt es zwei interessante Bezüge auf die Kabbalah, ersterer von dem argentinischen Autor Jorge Luis Borges, der zweite von Éliphas Lévi:

Kabbalah betrachtet die Notwendigkeit des Bösen, der Theodizee, die, zusammen mit der Gnostik, gleichgesetzt wird mit einem unvollkommenen Gott der Kreatur, der nicht der endgültige Gott ist … [das bedeutet] die Lehre der Griechen, genannt apokatastasis, dass alle Kreaturen, einschließlich Kain und dem Teufel, am Ende großer Transmigrationen zurückkehren werden, um wieder mit der Gottheit vermischt zu werden, von der sie einst heraustraten.[19]

Der Luzifer der Kabbalah ist kein verfluchter und geschlagener Engel; er ist der Engel, der erleuchtet, der  durch Feuer regeneriert.[20]

Oder, wie Albert Pike in seinem autoritativen Werk Morals and Dogma of Freemasonry in Kapitel XII “Sublime Prince of the Royal Secret” erklärt:

„Die  primäre Tradition der eizigen Offenbarung wurde unter dem Begriff der ‚Kabalah‘ (sic.) erhalten … dieses Equilibriums zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit in der Welt, das uns versichert, dass alles das Werk der Unendlichen Weisheit und Unendlichen Liebe ist.“[21]

(Übersetzungen bzw. Rückübersetzungen vom Englischen ins Deutsche vom Übersetzer).

Diese „Theodizee“ ist dem orthodoxen Katholizismus vollkommen fremd und extrem blasphemisch, denn wie uns St. Paul warnt, nicht mit Kassettenrekorder, sondern durch seine geschriebenen Instruktionen, „… Denn was haben Gerechtigkeit und Schlechtigkeit miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemein? Wie stimmen Christus und Belial zusammen? …“ (2 Korinther 6:14,15)

Während der persönliche Glaube und die Hingabe Hans Urs von Balthasars an Christus und Unsere Liebe Frau in keiner Weise zu hinterfragen sind, scheint sein Pantheon, vom oben geschriebenen abgeleitet, Luzifer/Satan und die gefallenen Engel als notwendige Teilnehmer am göttlichen Drama der universellen Erlösung einzuschließen.

Die Gedanken, die in seinem Nachwort zu Tombergs Meditations on the Tarot enthalten sind, wurden 1985 geschrieben, d. h. Ein Jahr vor der deutschen Originalausgabe 1986 von Dare We Hope? Bis zu welchem Ausmaß hat Tombergs okkulte Theosophie von Balthasars Blick auf die Erlösung beeinflusst, und wie tief hat die kabbalistischer okkulte Lehre eines dualen Gottes, zusammengesetzt aus Gut und Böse, den Orden der Jesuiten und die Kirche als Ganzes durchdrungen?

NOTIZEN: 

[1]  “ … verborgen unter der Maske der Tugend gibt es viele, die, indem sie Streit zwischen Menschen und intellektueller Konfusion durch ein unbedachtes Streben nach Seelen belagen, gedrängt werden durch einen großen und drängenden Wunsch, die Barriere abzuschaffen, die gute und ehrliche Menschen trennt; diese vertreten einen ‚Irenismus‘  nach dem, indem man die Fragen beiseite schiebt, welche die Menschen trennen, sie nicht nur danach streben, die Kräfte zu einen, um die Attacken des Atheismus‘ zu abzuwehren, sondern auch, Dinge wieder zu versöhnen, die im Bereich des Dogmas einander widersprechen … heute sind einige unverfroren genug, um ernsthaft zu fragen, ob die Theologie … nicht nur perfektioniert, sondern auch komplett reformiert werden sollte, um eine effizientere Verkündigung des Königreichs Christi überall auf der Welt unter den Menschen aller Kulturen und religiöser Meinungen voranzubringen.“ H.H. Papst Pius XII, Human Generis, 1946 art. 11

[2]  H.H. Pope Pius XII, Mystici Corporis Christi, Art. 6, Vatican 1943, English translation, St. Paul Editions.

[3]  Henri de Lubac, At the Service of the Church (San Francisco: Ignatius Press, 1993), p. 67.

[4]  Henri de Lubac, La Pensée Religieuse du Père Teilhard de Chardin (Paris: Aubier, 1962), English translation: The Man and His Meaning, (New York: New American Library, 1964)

[5]  Monitum: „Mehrere Werke von Fr. Pierre Teilhard de Chardin, von denen einige posthum veröffentlicht wurden, werden überarbeitet und erreichen einen guten Erfolg. Von einem Urteil über diese Punkte ablenkend, welche die positiven Wissenschaften  [Naturwissenschaften] betreffen, ist es genügend klar, dass die oben erwähnten Werke  im Überfluss solche Zweideutigkeiten und in der Tat sogar schwerwiegende Fehler enthalten, die der katholischen Lehre widersprechen. Aus diesem Grund ermahnen die bedeutendsten und ehrwürdigsten Väter des Heiligen Offiziums  sowohl alle Ordinarien als auch die Oberen religiöser Institute, Rektoren von Seminarien und Präsidenten von Universitäten, den Geist, vor allem der Jugend gegen die Gefahren zu schützen, die in den Werken von Fr. Teilhard de Chardin und seiner Gefolgsleute zu finden sind. Gegeben zu Rom vom Palast des Heiligen Offiziums, am dreizehnten Tag des Juni 1962. Sebastianus Masala, Notarius.“

Communiqué der Pressestelle des Heiligen Stuhls (erschienen in der englischen Ausgabe von L’Osservatore Romano, 20. Juli 1981): „Der Brief, der vom Kardinal Staatssekretär an Seine Exzellenz, Mons. Poupard anlässlich des 100. Jahrtages der Geburt von Fr. Teilhard de Chardin gesandt wurde, wurde von einem bestimmten Teil der Presse als eine Revision vorheriger Standpunkte  interpretiert, die vom Heiligen Stuhl in Anbetracht des Autors verfasst wurden, und insbesondere die Ermahnung [Monitum] des Heiligen Offiziums vom 30. Juni 1962, das darauf hinwies, dass das Werk des Autors Zweideutigkeiten und schwerwiegende Fehler der Lehre enthält. Es wurde die Frage gestellt, ob eine solche Interpretation wohlbegründet ist. Nachdem der Kardinalstaatssekretär und der Präfekt der Glaubenskongregation konsultiert wurde,  die auf Anordnung des Heiligen Vaters auftragsgemäß bezüglich des fraglichen Briefes konsultiert wurden, sind wir in der Lage, die Frage negativ zu beantworten. Weit davon entfernt, eine Revision der vorherigen Standpunkte des Heiligen Stuhls  zu sein, drückt Kardinal Casarolis Brief die Vorbehalte in verschiedenen Passagen aus – und diese Vorbehalte wurden von gewissen Zeitungen in Stille übergangen – Vorbehalte, die sie präzise auf das Urteil beziehen, das in (der Zeitschrift) Monitum von Juni 1962 veröffentlicht wurde, auch wenn dieses Dokument nicht explizit erwähnt wird.“ [6]  Georg W. Friedrich Hegel, zitiert von Massimo Borghesi, “Joachim and his Spiritual Sons,” 30 Days, No. 3 – 1994, p. 56

[7]  Ibid., “Joachim and his Spiritual Sons,” pp. 57-61

[8]  Henri de Lubac, La Postérité Spirituelle de Joachim de Flore (Paris: Lethielleux, 1981), pp. 270-271

[9]  Ibid., p. 275; Hervorhebung im französischen Original

[10]  Hans Urs von Balthasar, Our Task (San Francisco: Ignatius Press, 1994), p. 130

[11]  Ibid., p. 51

[12]  Ein Beispiel der Theologie von Balthasars und  von Speyrs, die auf den späteren Visionen basieren, betrifft die katholische Lehre, welche im Glaubensbekenntnis enthalten ist und Christi Hinabstieg zur Unterwelt (ad inferos) behandelt. Nach der Ansicht von John Calvin behauptet von Speyr, dass Christus die totale Entfremdung und das Leiden in der Hölle der Verdammten erlitt, im Unterschied zu der traditionellen katholischen Sicht, die von St. Thomas von Aquin vertreten wird, das Christus nicht die Hölle der Verdammten betrat, sondern den Limbus der Gerechten, um sie zu befreien (St. Thomas Aquinas, Summa Theologica III, 52 Teil ll). Ein anderer deutlicher Widerspruch ist ihre protestantische Sicht der Eucharistie, erklärt in ihrem Buch The Passion from Within ](auf Englisch veröffentlicht1998) worin sie behauptet, dass Christus in der ucharistie zu Brot wird und Brot ist: „Nachdem er Fleisch geworden ist, wird er nun Brot … er gibt dem Brot seinen Körper.“ Und wieder sagt sie „er gibt der Kirche seinen Akt, Brot zu werden, ebenso wie seinen Status, Brot zu sein“, und bekräftigt „Das Brot ist nicht Teil seines Leibes; es ist sein ganzer Leib … und so erreicht er die völlige Identität zwischen den beiden Formen seines Leibes.“(pp. 24, 31, 37, cit. Ann Barbour Gardiner, New Oxford Review, Sept. 2002)

[13]  Mgr. Philip Hughes, History of the Councils, http://www.christusrex.org/www1/CDHN/coun6.html

Für von Balthasar ist der „Teufel“ nicht sicher, da (er-es) nicht wirklich eine Person ist, (und da) (er-es) nicht wirklich eine Person ist, nicht fähig zur Liebe.

[14]  Hans Urs von Balthasar, Dare We Hope That All Men Are Saved? English translation Dr. David Kripp and Fr. Lothar Krauth (San Francisco: Ignatius Press, 1988), Epilogue

[15]  Anonymous (Valentin Tomberg), Meditations on the Tarot (New York: Jeremy P. Tarcher/Putman, 1985)

[16]  Der gesamte Text dieses Buches in der englischen Übersetzung von Arthur Waite ist im PDF-Format erhältlich: http://www.iapsop.com/ssoc/1896__levi___transcendental_magic.pdf

[17]  Dieses und weitere Zitate findet man bei: “Eliphas Levi.” AZQuotes.com. Wind and Fly LTD, 2017. 10 March 2017. http://www.azquotes.com/author/8769-Eliphas_Levi

[18]  Dogme et rituel de la haute magie (1854), Englische Übersetzung von Arthur Waite als Transcendental Magic  http://www.iapsop.com/ssoc/1896__levi___transcendental_magic.pdf (S. 174)

[19]  Jorge Luis Borges, Seven Nights (New York: New Directions, 1984), zitiert in The University Bookman, ed. Russell Kirk, Winter 1987, p. 15, Überarbeitung Anthony Kerrigan

[20]  Dogme et rituel de la haute magie (1854), Englische Übersetzung von Arthur Waite als Transcendantal Magic  (London: George Redway, 1896), p.177

[21]  Albert Pike, Morals and Dogma of the Ancient and Accepted Scottish Rite of Free Masonry (Charleston: Southern Jurisdiction, A\M\ 5680), pp. 841, 859

Quelle: https://onepeterfive.com/a-dubious-influence-de-lubac-von-balthasars-effect-on-catholic-thought/

H. Reed Armstrong, (1 von 2) Ein zweifelhafter Einfluss: De Lubacs & Von Balthasars Effekt auf das katholische Denken.

16d528e3342dd73669d2232491ed5fb5--medieval-life-medieval-art     Reed Armstrong 30. März 2017 265 Comments

Wenn wir hier des Öfteren schreiben, dass die eigentlichen Urheber des Vat. II und der späteren Reformen Dämonen sind, welche sich bestimmter Menschen bedienten, da ist uns ein Lacher, ein Eintrag beim kreuzknappen oder erntehelfer auf gloria.tv sicher.  

„Die verrückten Traditionalisten! So ungebildet, so irrational!“

Wir sind zwar weder das eine, noch das andere, dennoch freut uns diese umgekehrte Anerkennung. Noch mehr freut uns aber, wenn wir unsere Thesen rational und akademisch beweisen können, indem wir Beiträge veröffentlichen, welche belegen, dass sich die Haupttheologen des Vatikanums II wie Henri de Lubac oder Hans Urs von Balthasar mit Esoterik, wenn nicht gar mit Okkultismus befassten oder wie Karol Wojtyla/Johannes Paul II aus Quellen schöpften, die esoterisch waren. Und was bedeutet „esoterisch“ in diesem Kontext? Dämonisch, einfach dämonisch. Der Aufsatz von H. Reed Armstrong, den wir in zwei Teilen in der ausgezeichneten Übersetzung von Eugenia Roth publizieren, schließt manche Wissenslücke auch des Schreibers dieser Zeilen, der sich einfach in der okkulten Materie zu wenig auskennt, um ihre die Einflüsse festhalten zu können. Die Periti des Konzils haben uns also auf einem sehr verklausurierten und verschlagenen Weg die Lehre der Dämonen mitgeteilt, zu denen sich die Menschen in der Endzeit zuneigen werden (1 Tim 4,1). Ja, es ist schrecklich, aber Einsicht ist der beste Weg der Besserung.

De Lubac Hans-Urs-von-Balthasar

 

(Bild: von links nach rechts Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac)

 

 

 

Anmerkung des Herausgebers: Der Autor dieses Essays ist nach seinen eigenen Worten „kein zertifizierter Akademiker, geschweige denn Theologe. Diese Gedanken sind einfach die Meinung eines katholischen Künstlers, der, nachdem er die Entbehrungen der ‚modernen Kunst‘ studiert hatte, besorgt ist über den aktuellen Zustand der katholischen Kirche und darüber, wie die selben fremden, sogar teuflischen Einflüsse, die man in der Kunst sieht, seit dem Vatikanum II in die Kirche hineingekrochen zu sein scheinen.“

Wie in der Online-Ausgabe des New Oxford Review vom 22. Februar 2017 berichtet wurde, hat der Generalobere der Gesellschaft Jesu (Jesuiten, SJ) gesagt, dass die gesamte Doktrin der Kirche der Unterscheidung unterworfen sein muss.

In einem Interview mit einem schweizer Journalisten sagte Father Arturo Sosa Abascal, dass die Worte Jesu auch in ihrem „historischen Kontext“ betrachtet werden müssten, indem man die Kultur, in der Jesus lebte, einbezieht und die menschlichen Beschränkungen der Menschen, welche die Evangelien geschrieben haben.

Als er in einem Gedankenaustausch über die Lehre der Kirche zu Ehe und Scheidung zu der Verdammung von Ehebruch durch Christus befragt wurde, sagte Pater Sosa,

„dass man sehr viel darüber nachdenken müsste, was Jesus wirklich gesagt hat.“

Er fuhr fort:

„Zu jener Zeit hatte niemand ein Aufnahmegerät, um seine Worte aufzunehmen. Was wir wissen ist, dass die Worte Jesu in den Kontext gestellt werden müssen, sie sind in einer Sprache gesprochen, in einem bestimmten Zusammenhang, sie wurden zu jemand ganz bestimmtem gesagt.“

Pater Sosa erklärte, dass er Jesu Worte nicht in Frage stellen, aber eine weitergehende Untersuchung „der Worte Jesu“ vorschlagen wolle, „wie wir sie interpretiert haben“. Er sagte, dass dieser neuer Prozess der Unterscheidung vom Heiligen Geist geführt werden sollte. Als der Interviewer anmerkte, dass die Betrachtung eines einzelnen Menschen dazu ihn zu einem Ergebnis führen könnte, das der katholischen Lehre widerspricht, antwortete der Obere der Jesuiten:

„Das ist so, weil die Lehre weder die Unterscheidung noch den Heiligen Geist ersetzt.“

Die von Fr. Sosa vertretenen Ansichten sind nicht spontan aus dem Nichts entstanden.

Zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (Okt. 1962 – Dez. 1965), von den der Tradition verbundenen Gläubigen, die der Vision von Papst Pius XII und seinen Vorgänger anhingen abgesehen, teilte sich die Kirche in „Konservative“ und „Progressive“, die von der spekulativen Theologie der führenden zeitgenössischer katholischer Denker angeführt wurden. Zum Ende des Zweiten Vatikanums im Jahr 1965 begannen die Progressiven mit der Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Titel Concilium, in der unter anderem die Schriften von Yves CongarHans KüngJohann Baptist MetzKarl Rahner S.J., und Edward Schillebeeckx veröffentlicht wurden. In Kontrast dazu gründete eine Gruppe der konservativeren modernen Denker, unter anderem Joseph RatzingerHans Urs von BalthasarHenri de LubacWalter KasperMarc OuelletLouis Bouyer und andere 1972 ein Gegenstück, genannt Communio.

Während die Schriften der Progressiven, wie z. B. Hans Küng, Schillebeeckx, und besonders Karl Rahner S.J. einen großen Einfluss auf das zeitgenössische katholische Denken hatten, muss man, um das o. g. Zitat des Generalsuperiors der Jesuiten zu verstehen, auch auf den sogenannten „konservativen“ Jesuitischen Theologen Henri de Lubac S.J. und den Ex-Jesuiten Hans Urs von Balthasar verantwortlich für die endgültige Zerstörung der Theologie vor dem 2. Vatikanum schauen.

Henri de Lubac, der dann unter Papst Johannes Paul II im Jahre 1983 Kardinal wurde, war früher unter den Verdacht der kirchlichen Autoritäten vor dem Zweiten Vatikanum (des Heiligen Offiziums) geraten und, obwohl nicht extra genannt, war er dafür bekannt, der Vertreter der häretischen Ideen zu sein, die in den Enzykliken Mystici Corporis (1943) und Humani Generis[1] (1950) von Papst Pius XII verurteilt wurden.

Diese folgenden Worte des Papstes, die Mystici Corporis, entnommen wurden, lauten:

„… [es] schleicht sich … ein falscher Mystizismus ein, der die unverrückbaren Grenzen zwischen Geschöpf und Schöpfer zu beseitigen sucht und die Heilige Schrift mißdeutet.“[2],

sie richteten sich als Antwort auf die noch unveröffentlichten Essays de Lubacs; diese hatten sich besonders unter seinen Kollegen an der jesuitischen theologischen Hochschule La Fourvière verbreitet, und wurden dann in seinem kontroversen Buch Surnaturel vom 1943 zusammengefasst. Die These all seiner Essays war, dass alle Menschen, nach ihrer Natur ein übernatürliches Zielbesitzen mit den Gnaden, die ausreichen, um die Beseligende Anschauung zu erreichen ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Gnade (gratia gratum faciens), die man durch die sakramentale Einverleibund in den mystischen Leib Christi (die Kirche) erhält.

Im Juni 1950, als de Lubac selbst sagte, „ein Blitz schlug ein in Fourvière.“[3] wurde er von seiner Professur in Lyon und seiner Stelle als Herausgeber von Recherches de science religieuse entfernt und es wurde verlangt, dass er die Provinz [des Jesuitenordens] Lyon verließ. Alle Provinzen der Jesuiten wurden angewiesen, drei seiner Bücher „wegen verderblicher Fehler in wesentlichen Punkten des Dogmas“ – SurnaturelCorpus Mysticum und Connaissance de Dieu – zu entfernen.

Im Jahre 1962, eine gute Weile nach  dem Tod von Pius XII, schrieb de Lubac das Buch Teilhard de Chardin: Der Mensch und Seine Bedeutung,[4] in dem er die Werke des pantheistischen Paleontologen lobte, dessen Notizen er mit seinen Kollegen in La Fourvière studiert hatte. De Chardin selbst war bereits 1925 zensuriert worden und seine Lehrerlaubnis wurde ihm aberkannt, da er die Erbsünde und die Existenz der Hölle verneinte. Seine Schriften sind immer noch offiziell verboten,[5] bleiben jedoch bis heute unter den Jesuiten enorm populär und wie auch in  den  höchstrangigen Kreise der gegenwärtigen Römisch Katholischen Kirche.

Nach den oben erwähnten Büchern schrieb de Lubac 1979 – 1981 ein enthusiastisches Buch über den Mönch und Mystiker aus dem zwölften Jahrhundert, Joachim da Fiore, mit dem Titel La Posterité Spirituelle de Joachim de Flore.

Während dieses Buch, auf Französisch geschrieben und noch immer nicht ins Englische übersetzt, der Mehrheit der Leser unbekannt bleibt, sprechen die meisten „konservativen“ Kommentatoren wohlwollend darüber als eine Anklage an weltliche utopische Träume.

Joachim da Fiores Traum war jedoch alles andere als materialistisch. Seine Vision war, dass es eine göttlich inspirierte historische Entwicklung gebe, wie von dem deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel erwähnt:

„Von der sichtbaren Kirche zur Kirche des Geistes. Vom historischen Evangelium zum ewigen. Nicht „anti-“, sondern „transkatholisch“.[6]

Nach Joachim ist die Heilsgeschichte in drei Perioden eingeteilt: das Alte Testament oder die Zeit des Vaters mit seinem rigorosen Mosaischen Gesetz; Das Neue Testament als die Zeit des Sohnes, verkörpert in der Römischen Sakramentalen Kirche, die auf Petrus gegründet wurde; und schließlich eine Zeit des Heiligen Geistes, eine “tempus amplioris gratiae,” eine Zeit universeller gegenseitiger Annäherung und Freiheit vom Gesetz, symbolisch gleichgesetzt mit dem Heiligen Johannes dem Evangelisten, dem „Apostel der Liebe“.[7]

In diese Stimmung hinein spricht de Lubacs Buch, rätselhaft, aber mehr oder weniger wohlwollend, von einer Rede des polnischen Historikers Slavischer Literatur Adam Mickiewicz (okkultistischer Martinist und Freimaurer) an das College de France im Jahr 1884 über seine Vision der künftigen Kirche:

“Weihnachten. In St. Peter in Rom liest der Papst die Messe, umgeben von müden alten Männern. Plötzlich tritt in ihre Mitte ein junger Mann ein, gekleidet in Purpur: es ist die Kirche der Zukunft in der Person des [Hl.] Johannes. Er berichtet den Pilgern, dass die Zeiten erfüllt seien … Er nennt das Haupt der Apostel beim Namen (Petrus) und befiehlt ihm, das Grab zu verlassen … (er kommt heraus) … Die Kuppel der Basilika bricht auf und teilt sich und Petrus geht zurück ins Grab, nachdem er seinen Platz an Johannes abgegeben hat. Die gläubigen Pilger sterben unter den Ruinen … Petrus ist für immer gestorben. Die Römische Kirche ist erledigt, ihre letzten Gläubigen sind tot. … Sie (eine Gruppe teilnehmender Bauern nach Mickiewicz) wird diese Kuppel zum Licht des Himmels öffnen, so dass sie wie das Pantheon aussieht, von dem sie eine Kopie ist: damit es eine Basilika des Universums sein könnte, das Pantheon, der Pan-Kosmos und Pandemie, der Tempel aller Geister; so dass sie uns den Schlüssel gibt zu allen Traditionen und alle Philosophien.“[8]

„Ein Ökumenismus ohne Grenzssteine, mit einer vollkommenen Öffnung zur Zukunft, immer noch innerhalb der Kirche Christi, bewegt, sich selbst ohne Unterlass zu vergrößern (bis) zu dem unsterblichen Traum, katholisch[9] zu bleiben.“ (Hervorhebungen im Original)

Dieser Abschnitt bezieht sich ganz klar auf Joachims historische Vision, die von Hegel und den pantheistischen Freimaurern Friedrich Schelling und Gotthold Ephraim Lessing aufgenommen wurde, worin, vor dem Ende der Welt, ein letztes, immanentes „Zeitalter des Heiligen Geistes“ von absoluter Freiheit sein werde, in dem alle einen direkten Zugang zur Führung durch den „Heiligen Geist“ haben würden, ohne die Notwendigkeit der Rückkehr zu den doktrinellen oder moralischen Lehren der Heiligen Mutter Kirche.

Ist nicht das, was Fr. Sosa vorschlägt?

Von der Gefahr und Notwendigkeit theologisch Okkultismus zu studieren

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Da ein jeder Mensch sich zwischen dem personenhaften Gott und dem personenhaften Teufel entscheiden kann, wobei der Letztere nur ein untergeordnetes Geschöpf und kein Gott ist, so wächst man mit der Zeit entweder in der Kenntnis des Theologischen oder in der Kenntnis des Okkulten. Mit Kenntnis ist nicht nur ein intellektuelles Erfassen, sondern ein geistliches Durchdrungen-Werden gemeint. Wenn Sie Heiliges lesen und Heiliges praktizieren, so „färbt“ das Heilige auf sie ab. Ebenso ist es mit Bösen, wenn Sie okkulte oder esoterische Literatur lesen, wirkt diese negativ auf Sie, was bis zur Besessenheit führen kann. Obwohl viele Menschen dies für lächerlich halten werden, so wird oft die Master Copy, also diejenige Kopie, von welcher die CDs gepresst werden, einem okkulten oder satanischen Ritual unterzogen, sodass mit der gekauften CD man sich eine okkultes „Anti-Sakramentale“ holt, was manchmal ebenfalls zu Besessenheit führen kann.[1] Ebenso verhält es sich bei den okkulten Büchern.[2] Wie ein ehemaliger Okkultist sagte:

„Man kauft sich ein Buch und bekommt einen Dämon gratis dazu“,

weil diese Bücher besprochen werden, was der Erzähler wusste, da seine eigene Mutter dieses Handwerk der „schwarzen Kunst“ praktizierte. Daher sind okkultistische Bücher mit radioaktiven Gegenständen zu vergleichen, welche ihren Besitzern, falls richtig angewandt, okkulte Macht vermitteln, aber auch nicht angewandt Böses verstrahlen. Deswegen sind sie oft handgeschrieben, schwer zugänglich und teuer, was der Film „Die neuen Pforten“ von Roman Polanski, der leider diese Thematik aus eigener Erfahrung kennt, deutlich darstellt.

Deswegen ist es für einen Christen und Theologen fast unmöglich sich ein okkultes Wissen anzueignen, weil schon das Lesen dieser Bücher samt ihrem Besitz wirklich gefährlich für das eigene Seelenheil sein kann. Es gibt wohl Menschen, die dazu eine spezielle Berufung und einen speziellen Schutz Gottes haben, wozu der Schreiber dieser Zeilen sich selbst nicht rechnet. Dennoch ist es unmöglich die Bedeutung des Bergoglio-Pontifikats und der damit verbundenen Symbolik zu verstehen, wenn man keinen Okkultismus studiert hat. Deswegen tappen wir Katholiken im Dunkeln, während für die Esoteriker, Okkultisten und Satanisten alles klar ist, weil diese Symbole wahrnehmen, welche für uns unverständlich sind. Okkultismus kommt aber vom occultum – „verborgen“, sodass es schwierig ist an diejenigen Informationen zu kommen, welche gezielt verborgen werden.

Umso erfreulicher ist jemanden zu finden, der ein wenig Einblick in diese Welt hat und als Katholik diese uns mitteilt. Der Aufsatz von H. Reed Armstrong, Der zweifelhafte Einfluss, den wir am 9.10.2017 in einer deutschen Übersetzung publizieren werden, zeigt, dass wenigstens zwei einflussreiche Konzilstheologen aus esoterischen und somit okkulten Quellen schöpften. Wenn wir also hier schreiben, dass es Dämonen waren, welche dieses unsägliche Konzil inspirierten, dann gibt uns der Aufsatz von Armstrong das Recht es weiterhin zu behaupten.  Akademisch würde man diesen Gedankengang politisch-nachkonziliar-korrekt wie folgt formulieren:

„Die Konzilstheologen standen unter dem Einfluss von einer dem Christentum fremden Spiritualität, welche sie nicht als feindlich, sondern als ergänzend und befruchtend wahrnahmen“.

 „Fremd“ ist hier als „diabolisch“, „ergänzend und befruchtend“ als „destruktiv“ zu lesen. Der Aufsatz von Armstrong ist nicht genug zu loben, weil es sich bisher um eine einzigartige Leistung handelt. Wir hoffen noch viel von diesem Autor zu lesen und zu hören, deswegen sollten wir für ihn beten. Ave Maria

[1] https://www.youtube.com/watch?v=Otti-82jEAc&list=RDOtti-82jEAc&t=15  https://books.google.de/books?id=4colfroukf8C&pg=PA15&lpg=PA15&dq=satanism+in+the+music+industry+master+copy&source=bl&ots=MD-2oxebeG&sig=jlhDyFRUHoDvwZhGEe6Ez52CVUc&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj0x4bXj7bWAhWiBsAKHVMYCo4Q6AEIODAD#v=onepage&q=satanism%20in%20the%20music%20industry%20master%20copy&f=false

[2] https://www.youtube.com/watch?v=m2UisZ7EN-s

Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht. (1 von 7) Es gibt keine „Sexualität“!

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Die Reihe von Don Pietro Leone, welche wir mit Erlaubnis, Zustimmung und Segen des Autors als einzige auf Deutsch in der, wie immer vorzüglichen Übersetzung von davillatollkuehn, veröffentlichen, heißt Die Kirche und Asmodeus und nicht Die Kirche des Asmodeus, dessen sind wir uns bewußt. Dennoch ist Sex, Sexualität, das Geschlechtliche, der Geschlechtsakt dermaßen in der nachkonziliaren Kirche auf allen Ebenen der Lehre, insbesondere bei Amoris Laetitia, zu Deutsch „Die Freude am Sex“ gegenwärtig, dass man getrost sagen kann, dass die Kirche zu einer Kirche des Asmodeus also des Dämons der Unzucht, geworden ist. Denn bei Dämonen gibt es Bereiche der Spezialisierung, wie wir noch darlegen werden.  Die Muttergottes sagt ja selbst in La Salette:

Zittert, Erde und ihr, die ihr Gelübde zum Dienste Jesu Christi abgelegt habt und die ihr innerlich euch selbst anbetet, zittert! Denn Gott geht daran, euch seinen Feinden zu überliefern, da die heiligen Orte in Verderbnis sind.

Zahlreiche Klöster sind nicht mehr Häuser Gottes, sondern die Weiden des Asmodeus und der Seinen.

In der Kirche sexelt es so, wie niemals zuvor und zwar nicht nur beim Ehebruch, beim Bruch des Zölibats- oder des Keuschheitsversprechens, sondern auch auf der Ebene der Lehre, in welche der pansexuelle Freudismus eingedrungen ist. Don Pietro Leone stellt dies sehr richtig dar, aber unserer Meinung nach tut er es so priesterlich-zurückhaltend-verdeckt, dass die Meisten nicht wissen, worin eigentlich das Skandalöse der nachkonziliaren Lehre besteht, weil die allermeisten Katholiken die richtige, vorkonziliare Lehre nicht kennen. Deswegen werden wir einen jeden Abschnitt von Don Leone mit eigenen Worten einleiten, manches zusammenfassen und wiederholen, damit man weiß, worum es hier eigentlich geht.

Der Schreiber dieser Zeilen hat die Gabe seine Opponenten zur Weißglut zur bringen und erlebt öfters Szenen, wie aus den Blues Brothers.  Ja, es ist eine große Gabe Gottes, welche jedoch davon zeugt, dass man, wie bei hl. Stephanus, keine Argumente mehr hat und deswegen zu Steinen greifen kann. Der Schreiber dieser Zeilen übt sich noch mehr in Gleichmut und in Nehmer-Qualitäten, was ihm in der Zukunft von Nutzen sein kann. Obwohl ihn manchmal solche Reaktionen schmerzen, so kann er an ihnen ablesen, dass er seine Zuhörer dann erreicht hat, wenn sie ihm an die Gurgel springen, ihn beleidigen, ausfällig werden, ihn anschreien oder in Tränen zusammenbrechen.  Und von dieser Gabe soll ein wenig unsere Kirche-und-Asmodeus-Reihe profitieren.

Es gibt keine „Sexualität“!

Wenn Sie traditionelle theologische Werke lesen, dann werden Sie feststellen, dass es eine lateinische Entsprechung des deutschen Wortes „Sexualität“ oder „Geschlechtlichkeit“ gar nicht gibt. Warum? Weil das Wort „Sexualität“ ein neumodisches, Unsinns-Allzweckwort ist. Es gibt ja das Abstraktum Sexualität gar nicht, sondern es gibt nur Menschen, die in verschiedenen Umständen sexuelle Handlungen ausführen, also solche Handlungen, welche zur sexuellen Erregung führen und bei denen die Geschlechtsteile involviert sind. Im theologischen Sinne gibt es also keine Sexualität, sondern einen Menschen, der mit Verstand und freien Willen gesegnet,  verschiedene Akte oder Taten vollführt, die sich in einer objektiven Norm befinden und nach dieser Norm einzuschätzen sind. Sexuelle Taten sind nur innerhalb einer sakramentalen Ehe zum Zweck der Fortpflanzung erlaubt, alles außerhalb ist schwere Sünde, wenn es voll bewußt und freiwillig geschieht. Und daher haben wir entweder den actus conjugalis – den Eheakt, spricht den ehelichen Beischlaf oder die fornicatio – die Unzucht, womit außerehelicher Verkehr von zwei Unverheirateten gemeint ist. Sonst gibt es noch das adulterium – den Ehebruch, wobei wenigstens einer der beiden Sexpartner verheiratet ist. Außerdem gibt es noch die sodomia – Sodomie, welche in der Moraltheologie nicht nur Analverkehr bezeichnet, sondern auch jeden Akt non in vasa debita – „nicht in das geschuldete Gefäß“.  Sex dient der Fortpflanzung. Punkt. Und deswegen ist eine sexuelle Handlung umso sündiger, je mehr sie sich von der Forpflanzung entfernt. Somit ist Masturbation eine schwere Perversion, nach St. Thomas von Aquin, ist sie schwerwiegender als Unzucht (fornicatio), weil sie dermaßen weit von der Forpflanzung entfernt ist.  Obwohl der eheliche Akt in der Ehe erlaubt ist, auch wenn er nicht jedesmal zur einen Zeugung führen kann, obwohl Geschlechtsverkehr in der Ehe auch an unfruchtbaren Tagen moralisch zulässig ist, so wird Sex als ein notwendiges Übel gesehen, da er mit Konkupiszenz verbunden ist und jedesmal vom Geistlichen wegführt. Ja, so ist es nunmal. Sex in der Ehe ist keine Sünde, er ist auch keine Heiligung und kein Weg zur Heiligkeit, gleich was darüber Johannes Paul II in seiner Theologie des Leibes gnostisch von sich gab.

Der Weg zu Amoris Laetitia

Ja, liebe Leserinnen und Leser, dies ist die katholische Lehre. Und wenn Sie sich jetzt abregen oder zu lachen aufhören und es realisieren, dass dies die göttliche und gottgewollte Norm ist, so wird ihnen auch klar, wie schrecklich viele Menschen gegen das Sechse Gebot sündigen und zwar mit der Zustimmung der nachkonziliaren Kirche. Durch Amoris Laetitia wird ja Ehebruch legitim, Konkubinat auch und zwischen den Zeilen Homosexualität ebenso. Ein Papst kann aber weder die 10 Gebote noch die Worte Christi aufheben! Was jetzt in Amoris Laetitia stattfand, wurde aber lange in der nachkonziliaren Lehre vorbereitet, was Don Leone treffend darlegt.  Die Kirche begann im Schulterschluss mit der „Moderne“ mit Papa Freud zu lehren, dass es „die Sexualität“ gibt und dass „sie wichtig ist“, was Ihnen Ihre bürstenschnittige Pastoralassistentin, die langsam zu einer traurigen Antiheldin unseres Blogs mutiert, mit einem Augenaufschlag bestätitgen wird. Aber es stimmt nicht! Die Sexualität ist unwichtig, weil es sie nicht gibt! Es gibt dafür die unsterbliche Seele und die ewige Höllenstrafe für jene, die meisten durch Unkeuschheit, durch Unzucht (für alle zum Mitlesen durch Sex-Sex-Sex) früher oder später in die Hölle kommen.  Der Schreiber dieser Zeilen hat vor Kurzem Gaudium et Spes 48 und 49 gelesen, wo solche eine übertriebene Vergöttlichung des ehelichen (wirklich?) Sex stattgefunden hat, dass es unmöglich schein, dass diesen Text Männer verfasst haben, die wirklich zölibatär, sprich keusch, lebten. Es war eine Rechtfertigung ihres Lebens und eigentlich ihrer Sünde (Justify my life, Madonna). Karl Rahner SJ hat während des Konzils Luise Rinser gedatet„, ein anderer Peritus Gregory Baum gab selbst zu homosexuell gewesen zu sein, ja auch während des Konzils und Karol Wojtyla, einer der Schöpfer von Gaudium et Spes hatte seine Maria Teresa Tymieniecka.

Das war aber alles völlig unschuldig und platonisch!,

werden manche ausrufen.

Wirklich? Sind Sie sich so sicher? Waren Sie dabei?

Wir können es nicht wissen, da sicherlich nur ein Teil der Briefe publiziert wurde, aber können Priester, die solche Passagen niedergeschrieben haben, keusch leben? Siehe Gaudium et Spes 48, wo das Wort amor – körperliche Liebe, nicht caritas verwendet wird.

48. […] Christus der Herr hat diese Liebe (amor), die letztlich aus der göttlichen Liebe hervorgeht und nach dem Vorbild seiner Einheit mit der Kirche gebildet ist, unter ihren vielen Hinsichten in reichem Maße gesegnet. Wie nämlich Gott einst durch den Bund der Liebe und Treue seinem Volk entgegenkam (3), so begegnet nun der Erlöser der Menschen und der Bräutigam (4) der Kirche durch das Sakrament der Ehe den christlichen Gatten. Er bleibt fernerhin bei ihnen, damit die Gatten sich in gegenseitiger Hingabe und ständiger Treue lieben, so wie er selbst die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat (5). Echte eheliche Liebe [amor, d.h. Sex Red.] wird in die göttliche Liebe aufgenommen und durch die erlösende Kraft Christi und die Heilsvermittlung der Kirche gelenkt und bereichert, damit die Ehegatten wirksam zu Gott hingeführt werden und in ihrer hohen Aufgabe als Vater und Mutter unterstützt und gefestigt werden (6).

 

49.

Diese eigentümlich menschliche Liebe geht in frei bejahter Neigung von Person zu Person, umgreift das Wohl der ganzen Person, vermag so den leib-seelischen Ausdrucksmöglichkeiten eine eigene Würde zu verleihen und sie als Elemente und besondere Zeichen der ehelichen Freundschaft zu adeln.

Diese Liebe (amor) hat der Herr durch eine besondere Gabe seiner Gnade und Liebe geheilt, vollendet und erhöht. Eine solche Liebe, die Menschliches und Göttliches in sich eint, führt die Gatten zur freien gegenseitigen Übereignung ihrer selbst, die sich in zarter Zuneigung und in der Tat bewährt, und durchdringt ihr ganzes Leben (11); ja gerade durch ihre Selbstlosigkeit in Leben und Tun verwirklicht sie sich und wächst. Sie ist viel mehr als bloß eine erotische Anziehung, die, egoistisch gewollt, nur zu schnell wieder erbärmlich vergeht.

Kurz und gut: Sex als Ort der Gottesbegegnung, als höchster Ausdruck des Menschseins, als die eigentliche Würde des Menschen. Das steht dort wirklich geschrieben! Oder lesen wir eine Passage der Theologie des Leibes von Karol Wojtyła:

„Nirgends tun Eheleute Gottes Liebe tiefergreifender kund als wenn sie ‚ein Fleisch‘ werden“,

Das ist doch gnostisch!! Lesen wir Don Pietro Leone, der dies herausgearbeitet hat, weiter:

Der Papst stellt fest, dass Gottes Geheimnis der Liebe

“zur sichtbaren Realität durch die Vereinigung des ersten Mannes und der ersten Frau wird” (Rede vom 13. Okt. 1982, West S. 89).

In seiner Darstellung der Theorie des  Papstes behauptet West, dass

“eheliche Vereinigung gewissermaßen als  Ikone Bild des innerentrinitatischen Lebens gedacht ist” (West S. 25),

und erklärt, dass “ein Fleisch werden” sich daher nicht nur auf die Vereinigung zweier Leiber beziehe (wie unter den Tieren), sondern

“ein ‘sakramentaler’ Ausdruck sei, welcher der Kommunion (communio) von Personen entspreche” (Rede vom 25. Juni 1980, West S.25);

Das ist doch blasphemisch! Sex als das Abbild der Hl. Dreifaltigkeit? Sex als unio mystica? Wer hat denn solchen Sex? Ja, liebe Leserinnen und Leser, das sind die ipissima verba von Johannes Paul II. Auf solche Ideen kommt doch kein Mensch, der zölibatär lebte! Asmodeus war bei den Geistlichen, die sakrilegisch Unzucht getrieben haben und dann all diese Erfahrungen in den Konzilsdokumenten mehr oder weniger verdeckt, niederzuschreiben. Haben denn vorher alle Theologen keusch gelebt? Wohl nicht, aber sie haben ihr Fehlverhalten auf keine theoretische Ebene gehoben und falls doch, dann war es häretisch.

Bergoglio zerstört die Kirche und keiner tut was. Eine vorläufige Bestandsaufnahme.

 

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Der Stand der Dinge

Wie heute gloria.tv in Berufung auf anonimi della croce informierte, wird es keine öffentliche Ermahnung des Papstes geben, weil sich keine ausreichende Mehrheit der unterstützenden Kardinäle gefunden hat. Im Klartext bedeutet das, dass sich niemand traut öffentlich oder auch nicht gegen Bergoglio vorzugehen. Da der Blog anonimi della croce von römischen Priestern mit Insider-Informationen geleitet wird, so ist davon auszugehen, dass es sich um Kurienmitarbeiter handelt oder um jemanden, der Kontakte zu ihnen hat. Laut anonimi hat vor drei Wochen ein Treffen in Rom stattgefunden, währenddessen die Dubia-Kardinäle sich ihre Machtlosigkeit eingestehen mussten. Diese Entwicklung ist mehr als wahrscheinlich, da die angedrohte formelle Korrektur des Papstes wegen der Häresien von Amoris Laetitia, von der Kardinal Burke noch Mitte Dezember 2016 sprach auf sich warten lässt. Burke ist auf den Guam-Gulag verbannt worden und als Patron des Malteserordens praktisch entmachtet, der Orden und ein souveräner Staat gleich mit. Der Bergoglio Antipapst macht weiter, denn in der nächsten Zeit, so wird berichtet, kommt:

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)

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Wir wollen hier wieder einmal einen Text von Don Pietro Leone vorstellen, welcher nach den neuesten Eskapaden von Kardinal Marx nicht  besser gewählt sein könnte. Es geht um den leidigen Ökumenismus.  Und was ist so falsch daran? Das, dass sich die logischen Werte „wahr“ und „falsch“ im Laufe der Jahre nicht verändern oder gilt das für den Satz von Pythagoras. Aber in Religion ist es anders, meinen Sie?

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