Über das Fasten (6 von 15). Bestandteile des kirchlichen Fastens

Bestandteile des kirchlichen Fastens

Das kirchliche Fasten besteht aus gleichsam drei Teilen:

  1. eine Mahlzeit innerhalb von 24 Stunden, eine kleine abendliche Erfrischung eingeschlossen;
  2. Abstinenz von Fleisch und Milchprodukten;
  3. innerhalb der festgesetzten Fastenzeit.

An sich ist es nicht erlaubt ein Frühstück einzunehmen, es sei denn aus einer rechtmäßigen Gewohnheit oder aufgrund einer ausdrücklichen Dispens.[1]

Ad 1. Von der einen Mahlzeit und der abendlichen Erfrischung

  1. Das Fastengebot sich auf eine Mahlzeit pro Tag zu beschränken verpflichtet unter schwerer Sünde, was vom Papst Alexander VII. (1599-1667) in der verurteilten Propositio 23 bekräftigt wurde. Es wurde darin die folgende Ansicht verurteilt:

Derjenige, der das Fasten der Kirche bricht, wozu er angehalten wurde sündigt nicht schwer, es sei denn er tut es aus Verachtung oder aus Ungehorsam, da er sich nicht dem Gebot unterwerfen möchte.

Dies bedeutet positiv gewendet, dass jeder, der aus gleich welchen Gründen das kirchliche Fasten bricht, schwer sündigt.

  1. Es ist nicht erlaubt am Fastentag mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, was wiederum aus einer anderen Zensur des Alexander VII. hervorgeht, welche das ordentliche Lehramt widerspiegelt.

  1. Getränke brechen das Fasten nicht, obwohl die ersten Christen sich von Wein und ähnlichen Getränken in den Fastenzeiten zu enthalten pflegten.

Sollte jemand, indem er diese Zeilen liest, ins Grübeln verfallen, so möchte er sich beruhigen, denn er ist unter schwerer Sünde nur zu der jetzigen Fastenpraxis verpflichtet, welche das Fasten im oben genannten Sinn nur am Aschermittwoch und Karfreitag vorschreibt. Wir wollen dennoch all die alten Fastenvorschriften wiedergeben, um das richtige katholische Fastenverständnis darzustellen.

[1] Müller, Theologia moralis, Bd. II, 484.

Tradition und Glauben – Angebot

7 Tage gratis lesen – testen Sie uns!

Monatsabo nur 19,99 € im Monat

Jahresabo nur 149,99 € im Jahr

Jetzt mit Print-Möglichkeit!

Besuchen Sie unseren Online-Shop

 

Zum Download für Abonnenten geht es hier:

(2) Kommentare

  1. Maria Magdalena sagt:

    Wie ist es am Sonntag? Da wird nicht gefastet, oder?
    Und an den Hochfesten? Z. B. Hl. Josef (19. März) oder Mariae Verkündigung (25. März)?

    1. Traditio et Fides sagt:

      @Maria Magdalena, Nein, an Sonntagen und Hohen Festen wird nicht gefastet. Kommt noch…::)

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: