Über das Fasten (7 von 15). Definition und Speise und Getränk

Was ist Speise, was es Getränk?

Da die Speisen das Fasten brechen, die Getränke jedoch nicht, so ist es wichtig genau auseinanderzuhalten, was ein Getränk und was eine Speise darstellt. Wir geben hier die katholische Morallehre wieder, wie sie bei Bischof Müller vorkommt.

Speise:

All das, was grundsätzlich zur Ernährung beiträgt, ist Speise (cibus). Wird sie essend (comedendo), trinkend (bibendo) oder schlürfend (sorbendo) eingenommen. Daher ist auch eine Suppe (sorbitio) eine Speise und kein Getränk.

Getränk:

All das aber, was zur Beförderung der Speise dient und die Verdauung fördert, wird als Getränk (potus) bezeichnet.[1]

Gemisch:

Bei einer Zusammensetzung von Speise und Getränk muss ihr Hauptanliegen oder der Beweggrund (ratio) beachtet werden, d.h. ob diese Mischung grundsätzlich zum Essen oder zum Trinken dient. Das Einfrieren (congelatio) ändert die Natur der Dinge nicht, sodass es erlaubt ist das als Eis oder als Gefrorenes einzunehmen, was auch in der gewöhnlichen Form einzunehmen erlaubt ist.

Ratio der Nahrungsaufnahme

Aus diesen Grundsätzen ist abzuleiten, dass das Trinken von Wein, Bier und anderen Getränken das Fasten nicht bricht, auch wenn sie, wie beispielsweise das Fastenbier, dazu dienen den Hunger zu stillen, denn die Absicht etwas einzunehmen, ändert die Natur dieses Dinges nicht. Andererseits bricht das Fasten das Einnehmen von Milch oder Brühe oder ähnlicher Speise, gleich ob sie geschlürft oder gegessen werden, weil sie den Beweggrund (ratio) des Speisen und nicht des Trinkens in sich tragen. Es ist jedoch nicht erlaubt gepressten Saft aus Früchten einzunehmen, weil dieser nicht zur Beförderung der Speise dient, sondern den Beweggrund (ratio) des Speisen in sich trägt. Kaffee oder Tee brechen das Fasten nicht, wenn ihm nicht eine große Menge von Zucker oder Milch beigemischt ist. Wird irgendeinem Getränk eine große Menge Zucker beigemischt, dann bricht dieses doch das Fasten, weil es als Nahrungsergänzung aufgefasst wird. Das Trinken von Schokolade bricht das Fasten, wenn sie in Milch gekocht wird oder eine große Menge von ihr in Wasser aufgelöst wird. Heilpflanzen oder Kräuter, wenn sie mit Zucker vermischt sind, brechen das Fasten, sie dürfen aber als Medizin eingenommen werden.[2]

[1] Müller, Theologia moralis, Bd. II, Wien 1894, 485.

[2] Ebd., 486-487.

Tradition und Glauben – Angebot

Digitalabo 9,99 oder 19,99 im Monat

Abo 1 59,99 für 3 Monate

Abo 2 89,99 für 6 Monate

Werbeanzeigen

2 Gedanken zu „Über das Fasten (7 von 15). Definition und Speise und Getränk

  1. Ach, wie schön hier etwas lehrreiches katholisches lesen zu können, dass so rein gar nichts mit der Corona-Hysterie zu tun hat 🙂

    1. Coronavirus kommt noch, falls das Ironie war, da aber es nicht einmal mehr Gottesdienste gibt, so muss jemand das Katholische hochhalten;)

Kommentar verfassen