Tradition und Glauben

Über das Fasten: immaterieller werden

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Bekanntermaßen beginnt am Aschermittwoch die Fastenzeit, welche im Alten Ritus bereits mit der Vorfastenzeit begonnen hat. Wir werden aber wieder weder bei unseren Novus Ordo noch Vetus Ordo Messen erfahren, warum man eigentlich fasten sollte. Die Antworten, die uns gegeben werden, werden lauten:

  • Weil Christus gefastet hat,
  • Weil man es tut (Tradition der Kirche),
  • Weil man damit den Armen in der Dritten Welt hilft,
  • Weil man dadurch freier wird.

Dies ist zwar alles richtig, aber es geht am Eigentlichen vorbei. Wir werden sogar hören, das Fasten eine geistliche Waffen sei, ohne jedoch darüber informiert zu werden, warum es so ist. Die Antwort lautet:

Um bessere Chancen gegen die Dämonen zu haben!

Denn die gefallenen Engel, die uns ständig quälen und versuchen, sind keine materiellen Wesen. Sie sind geistlich, sie sind immateriell. Sie müssen weder essen, noch schlafen, noch ausruhen, noch andere Dinge machen. Wir sind fleischlich, wie man schön auf Deutsch sagt, da wir aus Fleisch bestehen und Fleisch essen, in anderen Sprachen ist dieses Wortspiel nicht möglich, sodass wir im Kampf gegen die Dämonen unterlegen sind. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Boxer des Schwergewichts (> 79,378 kg) und Sie hätten gegen ein Mittelgewicht (72 kg) zu bestehen. Sie denken es ist leicht? Mitnichten! Sie müssen das Mittelgewicht erst mal treffen. Ein Mittelgewicht ist viel beweglicher als Sie und hat eine bessere Kondition. Der Schreiben dieser Zeilen (DSDZ) hat in seinem Leben auch geboxt, obzwar nicht als Profi, war damals noch ein Mittelgewicht und weiß wie beweglich man im Ring sein muss, um überhaupt kämpfen zu können und wie anstrengend es auch ist. Obwohl die Außerstehenden es nicht sehen, so bewegt sich ein Boxer in der anaeroben Schwellenzone, d.h. 80 – 90% der max. Herzfrequenz. Dies bedeutet, dass  Sie sich sehr schnell im Ring bewegen müssen, bevor Sie überhaupt zuschlagen können. Wie geht das? Es geht, wenn man leicht ist. Das ist auch der Grund, warum die Boxer an Gewicht vor Wettkampf verlieren oder „runter kochen“, wie man in der „Branche“ sagt.

Was hat das mit Geistlichem leben zu tun?

Alles. Unser „Wettkampf“ ist Ostern. Sie können die Ostergeheimnisse mit einem beschwerten und fleischlichen Herzen gar nicht wahrnehmen. Wenn Sie leicht sind, dann können Sie im Ring weglaufen, sich wegdrehen, zurückspringen oder auch Schläge austeilen. Dämonen sind immateriell, sie sind leicht, sie hängen an nichts. In einer sehr schönen Predigt,  die eigentlich vom Basilius dem Großen stammt, aber in die lateinische Welt durch Gregor den Großen Einzug gehalten hat, vergleicht der heilige Papst den Kampf der Christen mit den Dämonen mit einem Kampf zweier Ringer. Im Altertum wurden, wie man weiß, die Ringkämpfe nackt und eingeölt ausgetragen, damit man den Gegner nicht zu fassen bekam. Im Judo ist es immer noch so, dass zu 90% derjenige, der den Gegner richtig fassen kann, ihn auch wirft. Deswegen kämpft man am Anfang um den Griff, was für Außerstehende nach einem wirren Gezeter aussieht. Der hl. Gregor der Große sagt, dass die Dämonen immer nackt sind, weil sie keiner körperlichen Anhänglichkeit haben, wir hingegen sind bekleidet, sodass uns die Dämonen und unseren Anhänglichkeiten, wie an der Kleidung, fassen und bezwingen können. Sind wir auch nackt, d.h. ohne Anhänglichkeiten, so sind die Kräfte zwischen uns und den Dämonen ausgeglichener. Im Gegensatz zu ihnen sind wir im Fleische, aber durch das Fasten werden wir wörtlich und im übertragenen Sinnen „fleischloser“. Der Sinn des Fastens besteht darin geistlicher also immaterieller und „fleischloser“ zu werden. Das Fasten ist also kein Zweck an sich, sondern ein Ausgleich der Kräfte. Deswegen haben alle Menschen, die ein geistliches Leben führen wollten, gefastet.

Was bedeutet fasten?

Es bedeutet:

  1. Weniger essen.
  2. Kein Fleisch essen.
  3. Manches nicht essen.
  4. Gar nicht essen.

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Bei dieser Anfangsform des Fastens reduzieren Sie die Menge, die Sie zu sich nehmen bis max. 30% der Gesamtmenge, was sich auf die ganze Fastenzeit umrechnet sehr bezahlt macht.

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Sie führen mehr fleischlose Tage ein. Traditionell sind Mittwoch, Freitag und Samstag die Fastentage in der Kirche.

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Sie essen bestimmte Speisen gar nicht und trinken keinen Alkohol.

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Sie fasten z.B. einmal im Monat, beispielsweise am Tage, an dem die Bußpsalmen gebetet werden voll, was bedeutet, dass Sie nur Wasser trinken und trocken Brot essen.

Wenn Sie all diese Arten einhalten, falls es geht auch (4), dann merken Sie wie viel leichter und geistlicher Sie werden und um wie viel weniger fleischliche Versuchungen Sie erleiden. Sie merken mit der Zeit, wie sich ihr Organismus umstellt und dass das, was Ihnen als unmöglich vorkam auf einmal einfacher wird. Wenn Sie außer dem körperlichen Verzicht, noch den intellektuellen Verzicht (kein Fernsehen, keine Nachrichten etc.) üben, so merken Sie nach und nach wie Sie gleichsam vom Erdboden abheben.

Aber das Fasten ist nicht nur ein Verzicht, sondern auch ein Mehrtun. Bei den Benediktinern gibt es den Brauch einer Fastenlektüre, d.h. Sie nehmen sich in der Fastenzeit vor ein Buch von vorne bis hinten zu lesen. Um diesen bewerkstelligen zu können, planen Sie eine Zeit an, wo dies geht und sind systematisch. DSDZ liest die Gnadenlehre aus der Katholischen Glaubenskunde von Premm 15 Minuten lang nach seinen Morgengebeten. Das ist machbar und man ist zu dieser Zeit noch so frisch, dass man eine gute Auffassungsgabe hat.  Sie sollten sich für diese Zeit auch ein zusätzliches Gebet vornehmen. Bei DSDZ werden dies 15 Minuten Meditation am Tag sein, was wiederum abends stattfindet und ebenfalls machbar ist.

Ihr meistens übergewichtiger und selbstzufriedener Novus Ordo Priester wird wahrscheinlich in seiner Predigt am Aschermittwoch das Mittelalter auslachen und Ihnen sagen, dass Sie nicht übertreiben sollen, denn das geistliche und nicht vorhandene Fasten ist wichtiger als das sichtbare und vorhandene Fasten oder so ähnlich. Wir sagen Ihnen das Gegenteil. Es ist heutzutage in Westeuropa wirklich unmöglich mit Fasten zu übertreiben. Wir alle haben einen Überfluss an Nahrung vor uns und sollten Sie tatsächlich unterernährt oder anorektisch sein, dann sind Sie das Fasten dermaßen gewohnt, dass es Ihnen überhaupt nicht schaden kann. Der Körper verträgt das Hungern viel besser als den Überfluss, sodass es unmöglich ist sich innerhalb von 40 Tagen zu Tode zu hungern. Dennoch sollten Sie sich nicht mehr als drei Fastenvorhaben vornehmen und diese tatsächlich aufschreiben. Dies wären z.B.:

  • Drei fleischlose Tage in der Woche,
  • 15 Minuten Fastenlektüre,
  • 15 Minuten zusätzliches Gebet.

Das ist alles realistisch und erfüllbar. Sollten Sie ein Mann und ein Schwerstarbeiter sein, dann müssen Sie die fehlenden Kalorien und Proteine durch andere Nahrungsmittel, wie Fisch oder Hüttenkäse, ausgleichen. Aber wirklich wenige von uns arbeiten beim Waldroden oder im Bergwerk. Meistens sitzen wir am Schreibtisch und verbrennen wenig.  Es ist gut die drei fleischlosen Tage im Laufe der Fastenwoche auszudehnen, falls es geht, d.h. in der vierten Fastenwoche vier, in der fünften fünf und in der sechsen Fastenwoche sechs fleischlose Tage einzulegen. Sollten Sie nebenbei Krafttraining betreiben, so wird eine Krafteinbuße von bis 15% sichtbar, aber Sie stehen wohl nicht im Wettkampf und es gibt auch Eiweißpräparate. Alles ist also machbar, denn das geistliche Leben geht vor. Sie werden fleischloser, um ihre Chancen gegen die immateriellen Feinde auszugleichen. Amen.

 

 

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