Tradition und Glauben

Über die Präsanktifikaten-Messe oder hatten die damals auch schon keine Ahnung?

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Die polnische Literaturnobelpreisträgerin Wisława Szymborska führt in einem ihrer Essays einen italienischen Tenor an, der behauptete, dass, obwohl er über zwanzigmal in Verdis „Rigoletto“ aufgetreten sei, immer noch nicht wisse, worum es sich in dieser Oper handelt.

„Opernführer braucht man also sowohl diesseits auch jenseits des Vorhangs.“

Wisława Szymborska

Und genau diese Schlussfolgerung lässt sich auf die Geistlichen um 1953 übertragen (wir sprechen hier von den Monsignori und Kardinälen, sowie vom Pius XII selbst), wenn es um die Präsanktifikaten-Messe geht. Sie hatten wirklich keine Ahnung, was sie das taten und warum sie es taten, sodass sie in diesem wohl seit der Urkirche bestehenden Ritus keinen Sinn sahen. Diesen Blog gab es noch nicht, so konnten sie es auch offensichtlich nirgends nachlesen – kleiner Scherz am Rande. Pius XII. war doch genauso wenig das Opfer seiner Umgebung wie Pius X. oder Johannes Paul II. Man sucht sich doch diejenigen Mitarbeiter aus, mit denen man übereinstimmt, die man mag, denen man vertraut, weil man mit ihnen übereinstimmt oder ihnen vertraut. Pius XII. wusste also ebenso wenig wie der Rest, wie zum Beispiel das Heilige Offizium oder die Kongregation der Riten um das Jahr 1953 (sic!), worum es sich bei der Präsanktifikaten-Messe eigentlich handelt. Überhaupt ist die Idee aus der Karfreitagsliturgie irgendetwas „herauszuschneiden“, doch absurd! Liturgie ist doch kein Stück Fleisch! Der logische Zirkelschluss der Liturgischen Bewegung scheint auch niemanden aufgefallen zu sein.

Denn:

  • Man wollte durch die reformierte Liturgie näher der Urkirche kommen.
  • Gleichzeitig aber den Bedürfnissen „des modernen Menschen“ entsprechen.

Aber das Urchristentum ist doch zeitlich noch weiter entlegen als das Mittelalter! Fiel das niemandem auf?

Außerdem von welchem „modernen Menschen“ sprechen wir hier? Dem von 1940, von 1953, von 1969 oder 2021? Da die Zeit vergeht, wird ja irgendwann mal etwas immer unmodern sein! Der Ausdruck Präsanktifikaten-Messe ist auch nicht verwunderlich, denn der katholische Gottesdienst ist Messe. Am Karfreitag findet auch ein Gottesdienst statt, der eine Messe ohne Wandlung darstellt. Daher ist es nur natürlich, dass auch dort Elemente der Messe vorkommen. Wessen Elemente sollen es denn sonst sein? Die Wandlung findet deswegen nicht statt, weil Christus symbolisch nicht mehr da ist. Er ist gestorben und wird auferstehen. Die fehlende Wandlung macht seinen Tod deutlich. War es wirklich so schwierig diesen Zusammenhang herzustellen, wenn man Priester war und alljährlich die Präsanktifikaten-Messe zelebrierte? Oder ging es ihnen wie diesem italienischen Tenor, der sang, ohne zu wissen, was, warum und weswegen? Kein Gnade für uns Laien, wirklich keine Gnade.

Tradition und Glauben – damit die Kirche wieder schön wird

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