05. Feste in Mai Unser Archiv:

Vierter Tag innerhalb der Oktave vom heiligen Josef

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Evangelium vom Fest des Hl. Josef, Gemahl der hl. Jungfrau Maria, Bekenner und Schutzpatron der ganzen Kirche

Luk 3, 21-23

Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs.

Predigtext des Kirchenvaters

Vierte Lesung

Aus der Predigt des heiligen Johannes Chrysostomus. „Josef, Sohn Davids, fürchte nicht, Maria als deine Gattin zu behalten.“ Was heißt aber „behalten“. Gewiss: „im Hause zurückbehalten;“ schon hatte er sie nämlich in Gedanken fortgehen lassen, aber du kannst, heißt es, die Entlassene zurückbehalten, die Gott mit dir verbindet, nicht die Eltern; und er verbindet sie mit dir nicht zur vollständigen ehelichen Gemeinschaft, sondern zum Zusammenleben in gemeinsamer Wohnung, und er verbindet sie durch Vermittlung meiner Worte. Wie sie nämlich später Christus selbst seinem Jünger anvertraut, so auch jetzt der Engel dem Bräutigam, damit sie an ihm nur einen Helfer habe ohne wirklichen ehelichen Bund. Als dann setzte er in möglichst ehrbarer und in sehr würdiger Weise die Tatsache der Geburt auseinander und unterdrückte vollends jeden Verdacht. Nicht nur, sagt er, ist sie unverletzt von jedem unerlaubten Umgang, sondern sie ist sogar auf eine übernatürliche und ungewöhnliche Weise Mutter. Also bei keine mit solcher Seligkeit verbundenen Geburt deiner Braut ziehe nicht die Traurigkeit herbei, im Gegenteil breche vielmehr in besonders großer Freude aus; denn was in ihr Lebendiges ist, dass es vom Heiligen Geist.

Fünfte Lesung

„Sie wird einen Sohn zur Welt bringen und du sollst ihm den Namen Jesus geben.“ Denn nicht sollst du deshalb, weil es vom Heiligen Geiste ist, meinen, du seist von der Dienstleistung bei einem solchen Huldverweis ausgeschlossen. Denn wenn du auch an dieser Geburt unbeteiligt bist – die Jungfrau war doch unberührt geblieben – will ich doch das, was dem Vater zukommt und was in keiner Weise die Würde der Jungfrau verdunkelt, dir leichthin zubilligen, nämlich dass du im den Namen gibst; du wirst ihn also als erster bekennen, wenn nämlich auch derjenige, der geboren wird, nicht dein Sohn ist, so sollst du doch ihm gegenüber eine väterliche Sorge und Besorgnis an den Tag legen; und darum verknüpfe ich dich gleich von der Beilegung des Namens an mit ihm. Als dann sagte er, damit nicht jemand infolgedessen ihn als Vater halte: „Sie wird einen Sohn zur Welt bringen;“ er sagte nicht: „sie wird dir einen Sohn zur Welt bringen,“ sondern ließ dies unbestimmt und ungewiss. Denn sie hat nicht ihm, sondern der ganzen Welt im vollen Sinne des Wortes Christus geboren.

Sechste Lesung

Darum hat der Evangelist auch berichtet, dass er seinen Namen der Engel vom Himmel brachte, um auch auf diese Weise zu zeigen, dass auf ein Wunder jene Geburt zurückzuführen sei, insofern als er berichtete, dass der Name dem Josef sowohl durch den Engel als auch von Gott übersandt worden sei. Denn selbst das Wort als solches ist nicht ohne Grund gebildet wurden, der sicher tausend wertvolle Schätze in sich enthält. Darum erklärt es auch der Engel, indem er den Traurigen zu guter Hoffnung anregt; und auch das lädt ihn nun zum Glaube an das ein, was er sagt. Denn leicht lassen wir uns zu erwünschten Dingen bringen und bereitwillig passen wir den Glauben dem an, was beglückt. „Denn er wird, so sagt er, sein Volk von seinem Sündenelend befreien.“ Auch hier wird das Neuartige des Segenswerkes angedeutet. Denn nicht von sichtbarem Kriege, auch nicht vom Schwerte der Barbaren, sondern, was viel mehr ist als dies, von seinem Sündenelend soll sein Volk nach der Ankündigung befreit werden; und dies zu leisten, war keinem Menschen jemals möglich.

Auslegung des Evangeliums

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius. Keinen soll dies aufregen, dass so geschrieben steht: „Er galt als Sohn Josefs.“ Richtig nämlich galt er nur als solcher, weil er es von Natur nicht war. Aber deshalb galt er als solcher, weil ihn Maria, die ihrem Gatten Josef angetraut war, geboren hatte. Denn so heißt es.: „Ist das nicht der Sohn des Handwerkers Josef?“ Ich habe es vorhin gesagt aus welchem Grunde er von einer Jungfrau, aus welchem Grunde er von einer Ehefrau, aus welchem Grunde zur Zeit der Volkszählung der das Heil bringende Herr geboren werden wollte. Es scheint auch nicht unpassend zu sein, dass ich erkläre, weshalb er einen Handwerker zum Vater hatte. Durch diese Kennzeichnung weist er darauf hin, dass er denjenigen zum Vater hatte der als Handwerksmeister des Alls die Welt gebildet hat. Denn wenn auch Menschliches nicht mit Göttlichem verglichen werden kann, so ist es doch ein recht vollständiges Bild, dass der Vater Christi mit Feuer und mit Geist arbeitet und wie ein guter Bildner der Seele unsere Fehler ringsum abhaut, schnell das Beil an die unfruchtbaren Bäume legt, es versteht das Gestrüpp abzuhacken, das hochwachsende bis zum Gipfel zu führen, die Härte der Seelen durch das Feuer des Geistes zu erweichen, und zu verschiedenen Berufen das ganze menschliche Geschlecht gemäß der verschiedenen Arten der Dienstleistungen auszubilden.

Achte Lesung

Weshalb aber lieber der Stammbaum Josefs angeführt wird, als der Marias, obwohl Maria Christus durch Mitwirkung des Heiligen Geistes geboren hat und Josef an der Geburt des Herrn keinen Teil zu haben scheint, darüber könnten wir zweifelhaft werden, wenn uns nicht die Gewohnheit der Heiligen Schrift darüber belehrte, die stets nach dem Ursprung des Mannes fragt. Nach der Person des Mannes wird gefragt, der ja auch bei der Verwaltung und bei den übrigen Beamtenstellen der Städte die Würde des Geschlechtes wahrt. Wie hässlich wäre es aber, wenn der Ursprung des Mannes übergangen und der Ursprung der Frau untersucht würde, sodass es aussehen könnte, als hätte der den Völkern der ganzen Welt zu Verkündende keinen Vater gehabt! Man sieht jedoch, dass überall die Familie durch die Stammbäume der Männer bestimmt wird. Wundere dich nicht, dass die Abstammung Josef berichtet ist, denn der gemäß dem Fleische Geborene musste sich der Behandlung des Fleisches anpassen; und der in diese Welt kam, wusste nach der Gewohnheit der Welt beschrieben werden; vor allem geschieht dies, weil in der Abstammung Josephs auch die Abstammung Marias enthalten ist.

Neunte Lesung

Weshalb aber der heilige Matthäus den Stammbaum Christi von Abraham darzustellen beginnt, der heilige Lukas von Christus bis zu Gott fortführt, scheint erklärt werden zu müssen. Lukas glaubte seinen Ursprung auf Gott zurückzuführen zu müssen, weil der wahre Vater Christi Gott ist, entweder Vater gemäß der wirklichen Zeugung oder der Begründer des hehren Gnadenzustandes gemäß der erweiterten Zeugung Taufbad; deshalb hat er auch nicht gleich mit der Darstellung des Stammbaums begonnen, sondern erst, nachdem er seine Taufe geschildert hatte, in der Absicht, Gott als den Urheber des Alls auf Grund der Taufe darzustellen. Er hat auch nachgewiesen, dass Christus von Gott in der Stellung eines Vertreters ausgegangen sei und darin alles zusammengefasst, sodass er ihn gemäß der Natur als auch gemäß der Gnade als auch gemäß dem Leibe als Gottes Sohn darstellte. Was für ein deutlicheres Zeichen des Ursprung aus Gott gibt es aber, als dies, dass er im Begriff von Stammbaum zu reden, den Vater selbst zuvor sagen lässt: „Das ist mein Sohn, mein Liebling, an dem ich mein ganzes Wohlgefallen habe?“

Kirchengebet

Oh Gott, der du in deiner unaussprechlich wunderbaren Vorsehung dich gewürdigt hast, den heiligen Josef zum Gemahl deiner heiligsten Mutter auszuwählen, verleihe uns, wir bitten dich, die Gnade, dass wir an ihm, die wir als unseren Beschützer auf Erden verehren, einen Fürsprecher im Himmel haben. Durch unsern Herrn. Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 788 f.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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