VIGANÒ über REVOLUTION in der KIRCHE (3 von 6)

„Ab dem Zweiten Vatikanum wurde eine Parallelkirche erbaut …“

Es kommt ein Moment in unserem Leben, in dem wir durch das Walten der Vorsehung vor einer entscheidenden Entscheidung für die Zukunft der Kirche und für unser ewiges Heil stehen. Ich spreche von der Wahl zwischen dem Verstehen des Fehlers, in den praktisch alle von uns gefallen sind, fast immer ohne böse Absichten, und dem Wunsch, weiterhin wegzuschauen oder uns selbst zu rechtfertigen.

Wir haben unter anderem auch den Fehler begangen, unsere Gesprächspartner als Menschen zu betrachten, die trotz des Unterschieds ihrer Ideen und ihres Glaubens immer noch von guten Absichten motiviert waren und bereit wären, ihre Fehler zu korrigieren, wenn sie sich unserem Glauben öffnen könnten. Zusammen mit zahlreichen Konzilsvätern betrachteten wir die Ökumene als einen Prozess, eine Einladung, die Dissidenten zu der einen Kirche Christi, Götzendiener und Heiden zu dem einen wahren Gott und das jüdische Volk zum verheißenen Messias ruft. Aber von dem Moment an, als es in den Konzilskommissionen theoretisiert wurde, wurde die Ökumene so konfiguriert, dass sie in direktem Widerspruch zu der zuvor vom Lehramt geäußerten Doktrin stand.

Wir haben gedacht, dass bestimmte Exzesse nur eine Übertreibung derer waren, die sich von der Begeisterung für Neuheiten mitreißen ließen. Wir glaubten aufrichtig, dass der Anblick von Johannes Paul II., umgeben von Zauberern, Geist-Heilern, buddhistischen Mönchen, Imamen, Rabbinern, protestantischen Pastoren und anderen Ketzern, die Fähigkeit der Kirche beweist, Menschen zusammenzurufen, um Gott um Frieden zu bitten, während das autoritative Beispiel dieses Ereignis [des Weltgebetstreffens von Assisi 1986, vom Papst Johannes Paul II. durchgeführt] eine von der katholischen Norm abweichende Folge von Pantheons [d.h. Anbetung der Vielgötterei] in Gang setzte, die mehr oder weniger offiziell waren, sogar bis zu dem Punkt, wo die Bischöfe das unreine Idol der Pachamama auf ihren Schultern trugen, sakrilegisch [als eigentlicher Götze] verborgen, unter dem Vorwand die heilige Muttergottes darzustellen.

Aber wenn erst das Bild einer höllischen Gottheit in den Petersdom eindringen konnte, so ist dies Teil eines Cresecendo, das die andere Seite [die modernistisch-dämonische] von Anfang an vorausgesehen hatte. Zahlreiche praktizierende Katholiken und vielleicht auch die Mehrheit der katholischen Geistlichen sind heute davon überzeugt, dass der katholische Glaube für die ewige Erlösung nicht mehr notwendig ist. Sie glauben, dass der Eine und Dreieinige Gott, der unseren Vätern offenbart wurde, derselbe ist wie der Gott Mohammeds. Bereits vor zwanzig Jahren hörten wir dies von Kanzeln und bischöflichen Kanzeln und Kathedralen wiederholt gepredigt, aber erst kürzlich hörten wir, dass es sogar vom höchsten Thron [des Papstes] mit Nachdruck bestätigt wurde.

Wir wissen gut, dass die Progressiven und Modernisten unter Berufung auf das Wort der Schrift Littera enim occidit, spiritus autem vivificat [Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig (2 Kor 3: 6)], scharfsinnig wussten, wie man zweideutige Ausdrücke in den Konzilstexten verbirgt, die damals den meisten harmlos erschienen, heute aber in ihrem subversiven Wert offenbart werden. Dies ist die Methode, die in der Formulierung von subsistit in verwendet wird: eine Halbwahrheit zu sagen und zwar nur so viel, um nicht den Gesprächspartner zu beleidigen (unter der Annahme, dass es erlaubt sei die Wahrheit über Gott aus Respekt vor seinem Geschöpf zu verschweigen), aber mit der Absicht die halbe Wahrheit zu verwenden, welche sogleich zerstreut worden wäre, wenn die ganze Wahrheit verkündet werden würde. So spezifiziert der Satz „Ecclesia Christi Subsistit in Ecclesia Catholica“ [die Kirche Christi subsistiert in der katholischen Kirche] nicht die Identität der beiden, sondern die Subsistenz der einen in der anderen und folgerichtig [die Existenz der Kirche Christi] auch in anderen Kirchen. Hier findet sich die Öffnung auf die interkonfessionellen liturgischen Feiern, ökumenische Gebete und das unvermeidliche Ende jeglicher Notwendigkeit der [katholischen] Kirche, was die Heilsordnung, ihre Einzigkeit und ihre missionarische Natur anbelangt.

Quelle:

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