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Vigil von Pfingsten

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Vierte Lesung

Aus der Abhandlung des heiligen Bischofs Augustin über das Glaubensbekenntnis für die Taufschüler. Als auf Grund des geheiligten Kreuzzeichens die heilige Mutter Kirche euch in ihren Schoß empfangen hat, die euch, wie eure Brüder, mit größter Freude in geistigem Sinn als Kinder zur Welt bringen wird, seid ihr neuartige Zukunftssprößlinge einer so erhabenen Mutter, bis sie auch im heiligen Bade zur zweiten Geburt bringt und in das wahre Licht hinüberführt, so lange sie mit angemessener Nahrung diejenigen, die sich in sich trägt, in ihrem Schoß ernährt und zum Tage, an dem sie die Geburt vollzieht, selbst erfreut, sie in Freude hinleitet; denn sie ist nicht eingeschlossen in dem über Eva gefällten Urteil, die in Trauer und Seufzer die Kinder zur Welt bringt, und zwar so, daß auch diese selbst sich nicht freuen, sondern im Gegenteil weinen. Diese nämlich löst das, was jene gefesselt hat, so daß diese die Nachkommenschaft, die jene durch ihren Ungehorsam dem Tode überliefert hat, auf Grund ihres Gehorsams ins Leben zurückführt. Alle die heiligen Handlungen, die an euch vorgenommen worden sind und vorgenommen werden mit Hilfe der Diener Gottes bei den Beschwörungen (des Teufels), bei den Gebeten, bei den frommen Gesängen, bei den Anhauchungen, bei der Anlegung der Bußkleider, bei den Beugungen des Nackens, bei den Beugungen der Knie, auch selbst die innere Scheu, die mit aller Sicherheit anzustreben ist, alles das sind, wie ich gesagt habe, Speisungen, die euch im Mutterschoß Kraft gewähren, damit euch die Mutter durch die Taufe zum neuen Leben bringt und euch in Fröhlichkeit zu Christus führt.

Fünfte Lesung

Ihr habt auch das Glaubensbekenntnis bekommen, einen Schutz von der euch im Schoß tragenden Mutter gegen das Gift des Schleichers. In der Offenbarung des Apostels Johannes steht das geschrieben, daß das Ungeheuer sich gegenüber der Frau, die gebären sollte, aufstellte, um nach der Geburt ihr Kind zu verschlingen. Daß das Ungeheuer der Teufel ist, ist keinem von euch unbekannt, ebenso daß jene Frau die Jungfrau Maria bezeichnet habe, die unversehrt uns ein unversehrtes Haupt geboren hat, die auch ein Vorbild der heiligen Kirche in sich darstellt, so daß, wie sie bei der Geburt des Sohnes Jungfrau geblieben ist, auch diese zu allen Zeiten dessen Glieder zum leben bringt und doch die Jungfräulichkeit nicht verliert. Wir haben uns daran gemacht, die Sätze des hochheiligen Glaubensbekenntnisses mit Hilfe des Herrn zu erklären, damit wir den Inhalt der einzelnen eurem Sinn beibringen. Eure Herzen sind vorbereitet, weil der Feind aus eurem Herzen ausgeschlossen ist.

Sechste Lesung

Von diesem habt ihr euch auf Grund eures Bekenntnisses losgesagt; bei diesem Bekenntnis habt ihr nicht vor den Menschen, sondern vor Gott und seinen Engeln, die das vermerkt haben, gesagt: Ich sage mich los. Sagt euch los nicht bloß mit worten, sondern auch mit dem ganzen Wandel; nicht bloß mit dem Laut der Zunge, sondern auch mit dem dies verkündenden Werken. Bleibt euch bewußt, daß ihr mit einem verschlagenen, alterfahrenen und jetzt noch schlummernden Feind den Kampf auf euch genommen habt; laßt ihn nach der Lossagung in euch nicht seine Werke vorfinden, laßt euch nicht gemäß dem Recht in seine Knechtschaft ziehen. Du wirst nämlich von ihm gefaßt und als ihm zugehörig entdeckt, o Christ, wenn du etwas anderes tust als du bekennst; wenn du dem bloßen Namen nach gläubig bist, aber etwas anderes in der Tat darstellst, indem du gegenüber deinem Versprechen nicht die Treue hältst; wenn du jetzt in die Kirche trittst, um Gebete zu verrichten, nach kurzer Zeit ins Theater, um mit den Gauklern schamlos mitzuschreien. Was hat du mit dem Blendwerk des Teufels zu schaffen, von denen du dich losgesagt hast?

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (14, 15 – 21). In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, damit er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, und ihn nicht kennt. Ihr aber werdet ihn kennen; denn er wird bei euch bleiben, und in euch sein.

Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; ich werde zu euch kommen. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr. Ihr aber werdet mich sehen, weil ich lebe und ihr leben werdet. An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch.

Wer meine Gebote hat, und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Wenn er sagt: „Ich will den Vater bitten, daß er euch einen anderen Beistand gebe“, so zeigt er, daß er selbst ein Beistand ist. Paraclitus heißt nämlich auf lateinisch advocatus (auf deutsch: Beistand); und von Christus ist gesagt: „Wir haben einen Beistand beim Vater, Jesus Christus, der alles recht macht“. In demselben Sinne aber kann nach seiner Aussage die Welt nicht den heiligen Geist empfangen, wie auch gesagt ist: „Die Klugheit der sinnlichen Natur ist eine Feindin Gottes; sie ist nämlich gegenüber dem Gesetzt Gottes nicht untertänig, ja sie kann es nicht einmal sein“, ähnlich wie wir sagen: Das Unrecht kann nicht recht sein. Er spricht nämlich an dieser Stelle von der Welt und bezeichnet damit diejenigen, die die Welt lieben; diese Liebe aber ist nicht vom Vater. Und deshalb ist dieser Liebe zur Welt, bezüglich der wir uns abmühen, daß sie in uns abnehme und zerstört werde, entgegengesetzt die göttliche Liebe, die ausgegossen ist in unseren Herzen dadurch, daß uns der Heilige Geist gegeben ist.

Achte Lesung

Die Welt kann ihn also nicht empfangen, weil sie an ihm nichts sehen kann und für ihn keinen Sinn hat. Denn es hat die Liebe zur Welt keine unsichtbaren Augen mit denen der Heilige Geist erschaut werden kann; da er ja anders nicht als unsichtbar erschaut werden kann „Ihr aber, sagt er, werdet erkennen, wer er ist; denn er wird bei euch bleiben und in euch sein“. Er wird in ihnen sein, um dort zu bleiben, nicht dort bleiben, um anwesend zu sein; das Frühere ist nämlich, irgendwo zu sein, also zu bleiben. Aber damit sie nicht glaubten, daß der Ausdruck: „Er wird bei euch bleiben“, in dem Sinne gesagt sei, wie bei den Menschen ein Gast sichtbar zu bleiben pflegt, erklärte er den Ausdruck: „Er wird bei euch bleiben“, indem er hinzufügte und sagte: „Er wird in euch sein“.

Neunte Lesung

Also wird er unsichtbar gesehen. Auch kann, wenn er nicht in uns ist, von ihm in uns kein Bewußtsein sein; so wird nämlich auch von uns in uns unser Bewußtsein gesehen. Denn, was das Gesicht angeht, sehen wir das eines anderen; das unsrige können wir nicht sehen; bei dem Bewußtsein sehen wir das unsere, das des anderen sehen wir nicht. Doch das Bewußtsein kann niemals anderswo sein als in uns; der Heilige Geist kann aber auch ohne uns sein. Er wird nämlich gegeben, damit er auch in uns sei; aber von uns gesehen und gemerkt werden, so wie er gesehen und gemerkt werden soll, kann er nicht, wenn er nicht in uns ist. Nach dem Versprechen der Sendung des heiligen Geistes, fügte der Herr, damit nicht jemand glaube, er wolle ihn derartig an seiner Statt geben, daß er selbst nicht mehr mit ihnen sein werde, etwas hinzu und sagte: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich will zu euch kommen“. Obwohl uns also der Gottessohn bei seinem Vater zu Kindern gemacht und gewollt hat, daß wir auf Grund der Gnade denselben Vater haben, den er auf Grund seiner Wesenheit hat, deutet er dennoch auch seine gewissermaßen natürliche Zuneigung zu uns an, wenn er sagt: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen“.

Kirchengebet

O Gott, der du am heutigen Tage den heiligen Geist in die Seelen der Gläubigen hast hineinstrahlen lassen und ihnen dadurch Lehrer geworden bist, hilf uns, daß wir auf Grund der Wirksamkeit desselben Heiligen Geistes für das Recht Sinn haben und uns des beglückenden Zusammenseins mit ihm ständig erfreuen. Durch unsern Herrn … in Gemeinschaft mit demselben Heiligen Geiste. Amen. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 380 – 382

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