Von der Sehnsucht nach dem katholischen Helden oder die Kavallerie kommt nicht

Die objektive Wirklichkeit

Wenn Ann Barnhardt am Anfang ihres Vortrags über den diabolischen Narzissmus ihre Qualifikationen offenbart über solche Themen zu reden, so sagt sie (0:44), dass sie „die Fähigkeit habe die objektive Realität anzuerkennen“ (the ability to acknowledge objective reality). Nach solch einem Statement wird ein erkenntnistheoretischer Realist sagen,[1] dass diese Aussage banal sei, da ja jeder dazu in der Lage ist. Ein erkenntnistheoretischer Idealist jedoch, also eigentlich jeder, der im deutschsprachigen Raum großgeworden ist, wird ausrufen:

Wie vermessen! Diese Aussage ist überheblich und falsch, denn es gibt keine objektive Realität, es gibt nur eine subjektive Meinung, die jeder äußern darf, aber jeder, der meint die objektive Realität anzuerkennen oder wahrzunehmen, gehört in die Klappsmühle!

Ja, liebe Leserinnen und Leser, so wurden wir indoktriniert. Zwar hat theoretisch jeder Recht auf seine eigene Meinung, aber durch den Totalitarismus der Political Correctness bedingt, hat doch nicht  jeder recht, auf jede Meinung. Denn Sie dürfen:

  • Keine Fake-News verbreiten. Übersetzt: Nichts, was wahr ist, aber den Regierenden unangenehm ist.
  • Kein „Hater“/Hasser sein. Übersetzt: Nichts, was von dem jetzigen Mainstream der Medien abweicht, sagen.
  • Kein Fundamentalist sein. Übersetzt: Kein überzeugter Christ oder gar Katholik ist, was jedoch nicht für den Islam gilt, der „zu Deutschland gehört“.
  • Etc.

Je höher Ihr Bildungsgrad ist und je höher Sie auf der Karriereleiter hochgestiegen sind, desto kleiner ist Ihre Meinungsfreiheit, sodass unsere Politiker wirklich nichts sagen. Was darf man denn überhaupt noch sagen? Das, was der Parteilinie entspricht, wie in jedem Totalitarismus. Interessanterweise sind wir beim Totalitarismus angekommen, indem wir vom Idealismus und Kantismus ausgingen, wonach es ja angeblich keine objektive Realität und demzufolge auch Wahrheit gibt. Wenn es keine Wahrheit gibt, dann können Sie genauso gut die staatliche Wahrheit annehmen, wie jede andere auch. Es tut nicht weh und zahlt sich aus. Stichwort: 6,14 Milliarden Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2016, Durchschnittsverdienst eines Pfarrers in Deutschland: 5.500 EUR Brutto. Ja, ja, Prostitution mit dem Zeitgeist zahlt sich aus.

Wenn Sie also jemanden sagen hören, dass es keine objektive Wahrheit gibt, so will er Ihnen damit sagen, dass es wohl eine gibt, dass es sich aber für ihn selbst vielmehr lohnt mit seiner subjektiven Weltanschauung zu leben, da er sich ansonsten der objektiven Wahrheit unterordnen müsste, was mit finanziellen Einbußen verbunden wäre. Wozu braucht der deutsche Staat die Kirche? Um seine politische Agenda wirklich flächendeckend umsetzen zu können. Nicht jeder arbeitet im öffentlichen Dienst und ist an die Auflagen der Politik gebunden. Ja, wir haben in Deutschland eine katholische Staatskirche, in der Sie als Bischof zwischen 8.800 und 12.000 EUR Brutto im Monat fürs Nichtstun verdienen können.[2] Wo kommen Sie denn sonst an so viel Geld? Somit ist der deutsche Subjektivismus, der in den Totalitarismus mündet, eine Lüge, die gut bezahlt wird.

Emotionen und die Wahrnehmung

Wenn Sie aber ein erkenntnistheoretischer Realist sind, dann werden Sie zwar zugeben, dass jeder die objektive Realität erkennen kann, er dies aber nur in einem Ausschnitt tun kann, da nur Gott alles weiß und unser Wissen nur ein Stückwerk ist. Dies ist wohl wahr, aber wir erkennen die Wirklichkeit immer mehr, je mehr wir uns mit etwas befassen, sodass unser Gesamtbild voller wird. Man kann es mit dem Puzzle-Spiel vergleichen, bei dem Sie ab einem gewissen Punkt schon das Gesamtbild sehen. Die Erkenntnis der Wirklichkeit ist nicht nur eine Frage der Anzahl der Informationen, sondern der Filterung der Informationsaufnahme durch die Emotionen. Das Stichwort lautet: Emotionen und Kognitionen, was auf den Punkt gebracht bedeutet, dass man diese Informationen zur weiteren Verarbeitung zulässt, die einem angenehm sind, indem man das Unangenehme ausblendet.[3] Emotionen stören das Denken oder die objektive Wahrnehmung der Wirklichkeit. Das ist wirklich nichts Neues, das wussten schon die Philosophen der Antike, insbesondere haben die Stoiker die störenden Einflüsse der Emotionen auf den Geist untersucht.  Schon der selige Boethius (gest. 524) Philosoph, Logiker und Märtyrer, dessen Fest auf den 23. Oktober fällt, stellte diesen Zusammenhang im folgendem Gedicht dar[4]:

Si vis

Lumine claro

Cernere verum

Tramitte recte

Carpere callem

Gaudiam pelle

Pelle timorem

Spemque fugato

Nec dolor adsit.

Wenn Du

Das helle Licht

Erblicken möchtest

Versuche den rechten

Weg zu wählen

Vertreibe die Freude

Vertreibe die Angst

Vertreibe die Hoffnung

Damit kein Schmerz vorhanden ist.

In diesen Versen spielt der sel. Boethius auf die vier Grundformen der Emotionen an (passiones principales), welche das Denken trüben: gaudium, spes, timor, dolor – Freude, Hoffnung, Angst, Schmerz. Macht man sich von ihnen frei, so kann man klar logisch Denken und die Wirklichkeit, so wie sie wirklich ist, anerkennen. Wahrscheinlich können dies diejenigen tun, die entweder ihre Emotionen wirklich im Griff haben und sich von diesen bei den Denkprozessen distanzieren können oder einfach Autisten sind. Wenn Ann Barnhardt sagt, dass sie dazu in der Lage ist, dann spricht sie die Wahrheit, denn ihre Analysen sind wirklich brillant. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht an ihren Autismus, sondern daran, dass sie es lernte ihre Ängste und Emotionen zu überwinden, sowie in allen Bereichen des Lebens logisch vorzugehen. Es ist nicht die Unfähigkeit zum logischen Schließen, welche die Menschen daran hindert die Wirklichkeit anzuerkennen, sondern die Angst vor den Konsequenzen der Entdeckung und der eigenen Aussagen. Wenn Ann Barhardt sagt, dass:

a. Papst Franziskus und seine Mannen nicht nur ungläubig sind, sondern Gott hassen

dann ist dies eine Prämisse, welche das Vorgehen von Franziskus und Co. lückenlos erklärt. Denn ein gläubiger Papst oder Bischof würde nicht so handeln, wie Franziskus handelt. Wenn sie ferner sagt, dass:

b. Alle Bischöfe und Kurienmitarbeiter deswegen nichts gegen Franziskus unternehmen, weil sie erpressbar sind,

dann erklärt diese Prämisse auch das Nicht-Handeln der katholischen Hierarchen angesichts des franziskanischen Kahlschlags. Wenn wir wiederum sagen, dass die deutschen Bischöfe:

c. eine Bande von ungläubigen, kirchensteuerfinanzierten Schnorrern ist, welche sich überwiegend keinen Deut um die katholische Lehre, Christus und seine Kirche kümmern,

dann erklärt dies auch das Verhalten der DBK in den letzten Jahrzehnten und jetzt. Wären diese Prämissen falsch, dann wäre auch die Schlussfolgerung falsch. Diese lautet:

               ad a. Darum zerstören sie die irdische, sprich die kämpfende Kirche.

               Ad b. Darum schweigen sie, um ihren Hals zu retten.

               Ad c. Darum tun sie, was sie tun.

Die allermeisten Menschen, insbesondere, wenn sie gläubig sind oder gar in oder für die Kirche arbeiten, scheuen sich a. bis c. auch nur zu denken, weil sie durch die vier Grundemotionen: Freude (gaudium), Hoffnung (spes), Angst (timor), Schmerz (dolor) davon gehindert werden.

  • Durch Freude (gaudium), weil man sich freuen würde von einem heiligen, katholischen Papst und katholische Hierarchen angeführt zu werden und somit Sinnvolles zu tun.
  • Durch Hoffnung (spes), weil man hofft, dass es so ist oder hofft, dass es nicht so schlimm ist, wie es scheint.
  • Durch Angst (timor), weil man Angst hat, entlassen zu werden, seine Einkünfte zu verlieren und verfolgt zu werden.
  • Durch Schmerz (dolor), den man empfindet oder empfinden würde, wenn die Prämissen a. bis c. doch stimmen würden.

Es sind also Gefühle, welche uns hindern die objektive Wirklichkeit anzuerkennen. Und woher wissen wir, was objektiv ist? Es ist das, was stringent und nicht selbstwidersprüchlich ist. Und ein katholischer Papst, der die katholische Kirche zerstört ist selbstwidersprüchlich.

Wunschdenken

Wenn ihr guternährter und gutdotierter Pfarrer darauf erwidern würde, dass doch Gefühle „menschlich“ seien, so können Sie schon  daraus erkennen, dass er es sagt, dass diese Aussage falsch ist. Sie können eigentlich 90% der Aussagen der Novus Ordo Priester rückwärtslesen, damit diese Aussagen katholisch werden. Ja, vieles ist menschlich, weil es der von der Erbsünde gekennzeichneten Natur entstammt. Deswegen brauchen wir die Gnade, damit wir göttlich werden, indem wir am Leben der Hl. Dreifaltigkeit teilnehmen können, was mit der Taufe anfängt und mit der ersten Todsünde endet, was wiederum die Buße erwecken lässt. Im christlichen Leben geht es darum, das wir das Kontinuum vom menschlich zu göttlich mit Gottes Hilfe durchschreiten, um den heroischen Tugendgrad zu erreichen. Die Moraltheologie des hl. Thomas von Aquin zeigt diesen Prozess ganz genau, wie sich eine Anlage z.B. Angst (timor) im Negativbereich bewegt, sprich Feigheit oder sie in den Positivbereich der Gottesfurcht mündet. „Menschlich“ allein ist so gut wie nichts, denn die menschliche Natur ist leider von der Erbsünde lädiert und braucht deswegen die Gnade. „Menschlich“ ist ja „weltlich“, was uns die nachkonziliare Kirche vorexerziert, denn es hat noch nie dermaßen massenweise verweltlichte Geistliche gegeben, wie jetzt.

So müssen wir doch an dieser Stelle eine „Bischofsperle“ zitieren, welche wirklich himmelschreiend ist. Sie stammt, vom Bischof – der „Papnase“ – Oster aus Passau, da er, wie er selbst zugibt, ein „gelernter Clown“ ist. Wir zitieren den ganzen Text der kna, bei dem sich wirklich der Magen umdreht:

“Traditionen überprüfen”

Stefan Oster (52), Bischof von Passau, wäre nach eigener Einschätzung früher nicht zum Priester geweiht worden. In einem Interview erinnerte sich an seine Zeit als Radiomoderator mit Freundin. Gleichzeitig forderte er die Jugend dazu auf, weiter zu suchen.

In der in Freiburg erscheinenden “Herder Korrespondenz” sagte Oster am Montag zu der Frage “Kann es sein, dass man in den Fünfzigerjahren so jemanden nicht geweiht hätte: einen Radiomoderator mit Freundin, der als Clown auftritt und sich von der Kirche deutlich entfernt hatte?”, dass das “wahrscheinlich stimmt”.

Oster hält auch bei heutigen Jugendlichen Suchbewegungen für normal. “Ich wünsche mir nicht die Jugendlichen, die nach der Firmung einfach nur scheinbar geradlinig katholisch durchs Leben ziehen. Die gibt es eh nicht.” Der Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz sieht sich auch heute noch als einen Suchenden. Zugleich sprach er über “die tiefe Erfahrung des Angekommenseins bei Christus”.

“Sucht, fragt, zweifelt”

Als Professor rief Oster nach eigenem Bekunden die Studenten auf, alles infrage zu stellen. Traditionen sollten nicht ungeprüft übernommen werden: “Sucht, fragt, zweifelt, ringt, ernsthaft und redlich.” Dabei könne darauf vertraut werden, “dass man Wahrheit wirklich finden kann”, so Oster.

Bischof Oster ist also deswegen zum Bischof geweiht und zum Jugendbischof von der DBK ernannt worden, weil er die bestmögliche Form eines verweltlichten Bischofs abgibt, der herum hampelt, zweifelt, nicht weiß, worum es im Katholizismus geht und anscheinend in der Welt der Medien „angekommen ist“.  Oster wurde von Franziskus ernannt, was wirklich alles sagt. Wäre er gläubig und fromm gewesen, so wäre er sicherlich kein Bischof geworden, wer weiß, ob er Priester geworden wäre, wohl auch nicht. Aber er ist Bischof geworden, da er „menschlich“ ist, er ist  jetzt die Vorzeigefigur der DBK, im Sinne „jugendlich“ mit 52, dynamisch und mit den Bällen jonglierend.

Aber vielleicht wird er jemanden zu Christus führen?

wird vielleicht jemand naiv fragen.

Wie denn?, fragen wir zurück.

Diese Masche der Clowns-Messen war doch innerhalb der letzen 50 Jahre nur darin erfolgreich, Kinder und anschließen erwachsene Menschen aus der Kirche zu vertreiben, denn sucht man einen Clown, geht man in den Zirkus, sucht man einen Geistlichen, geht man in die Kirche. Wir haben mittlerweile viele Clowns, wenige Priester. Es ist doch unmöglich, dass ein Priester, der die 245 Dogmen der katholischen Kirche (1) kennen und (2) glauben würde, solch ein Unsinn von sich geben würde wie:

Als Professor rief Oster nach eigenem Bekunden die Studenten auf, alles infrage zu stellen. Traditionen sollten nicht ungeprüft übernommen werden.

Wenn Sie beispielsweise ein Physiker sind, dann wissen Sie sehr wohl, dass man bspw. die Maxwell-Gleichungen sehr wohl „ungeprüft übernehmen kann“, weil sie einfach stimmen, wofür man Ihnen in ihrem Physikunterricht oder im Studium den Beweis liefert. Weil die Richtigkeit dieser Gleichungen von der Richtigkeit anderer Gleichungen und Beweise abhängt, so verwerfen Sie, falls Sie die Maxwell-Gleichungen verwerfen, die gesamte Physik. Also ist die Aufforderung an Studenten, die sich an einen Professor als an eine Autoritätsperson wenden „alles in Frage zu stellen“ ein Zeichen davon, dass man intellektuell die Richtigkeit und die Konsistenz der katholischen Dogmen nicht anerkennt und deswegen nicht an sie glaubt. Ferner ist die Aussage:

„Ich wünsche mir nicht die Jugendlichen, die nach der Firmung einfach nur scheinbar geradlinig katholisch durchs Leben ziehen“

eine Aufforderung zu Sünde, mit dem Unglauben verbunden, dass man überhaupt „geradlinig“, was wohl ohne schwere Sünde bedeutet, „durchs Leben ziehen kann“. Was Bischof Oster ja auch nicht tat, denn mit einer „Freundin“ ist wohl voreheliche Unzucht gemeint, sodass andere nicht heiliger sein dürfen als er selbst. Kann also ein katholischer Bischof so etwas von sich geben? Nein, er kann es nicht. Wenn er es dennoch tut, dann „glaubt er an diesen Bullshit nicht“, um mit Ann Barnhardt zu reden und er möchte so viele Seelen wie möglich in den Abgrund ziehen, wozu ihn Franziskus ja auch erwählt hat.

Warum sträuben wir uns, alle diese Zeilen über Bischof Oster zu lesen? Weil wir von unseren vier Grundemotionen geleitet werden, die uns die Augen auf die objektive Wirklichkeit verschließen. Wie hätten wir es denn gerne?

  • Dass Bischof Oster ein nach Außen verrückter, aber im Innen ein tieffrommer Mann wäre, der stellvertretend für die ihm anvertrauten Seelen Buße tun würde (wie die Bischöfe Hl. Karl Borromäus oder Hl. Alphons Liguori), welche aus:
    • Nachwachen,
    • Beten der lateinischen Breviere,
    • Kasteiung,
    • Fasten bei Brot und Wasser,
    • Eucharistischer Anbetung,
    • Bußübungen

bestehen würden.

  • Dass seine Theologie, der Form frei, aber tief orthodox wäre und viele Seelen retten würde.
  • Dass seine Zelebration, vom Jonglieren abgesehen, dermaßen andächtig wäre, dass sich viele vom Anblick allein bekehren würden.
  • Dass er Stunden im Beichtstuhl verbringen würde, wundersame Seelenschau besitzend.
  • Dass er Armen, Witwen und Schwachen aus seiner eigenen Tasche aushelfen würde.
  • Dass er selbst in tiefster Armut und Gottesfurcht leben würde.

Erkennen Sie es? All das wird uns doch von den “Gut-Katholiken” in die Ohren gelegt, nicht dass es so wäre, sondern dass wir es nicht ausschließen können, dass es so ist, da eine Ordensschwester einer anderen Ordensschwester angeblich erzählt hätte, dass er einmal wirklich andächtig “geguckt” hätte. Es ist aber alles ein Wunschdenken! Es ist nicht wahr! Es ist eine fehlende Anerkennung der Wirklichkeit! Bischof Oster ist ungläubig und modernistisch wie sie alle, sonst wäre er unter Franziskus kein Bischof geworden. Punkt. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt auch die objektive Wirklichkeit anzuerkennen, vielleicht weniger deutlich als Ann Barnhardt, aber er tut, was er kann.

Die Sehnsucht nach dem Helden

Wenn wir all das oben Gesagte überdenken, dann ist es doch höchst fatal, dass katholische, konservative Internetseiten, sei es gloria.tv, katholisches.info oder onepeterfive immer wieder versuchen uns positive Identifikationsfiguren, eines starken katholischen, orthodoxen Bischofs zu bieten. So ist es gloria.tv wie onepeterfive eine Schlagzeile wert, dass doch tatsächlich ein argentinischer Bischof die Unauflöslichkeit der Ehe bekräftigte und eine konservative Leseweise von Amoris Laetitia vorlegte. Ein katholischer Bischof mit katholischen Ansichten! Na, so was! Katholisches.info, welches leider zurzeit nicht einsehbar ist, weil die Leser wieder einmal nicht zahlen (wie unsere übrigens auch), versucht unentwegt Benedikt, Kardinal Müller oder in der letzten Zeit Kardinal Sarah als die alte-neue Hoffnung des Katholizismus aufzubauen, worin sie von onepeterfive leider unterstützt wird. Immer wieder, wenn der Schreiber dieser Zeilen diese Nachrichten liest, hat er ein flaues Gefühl im Magen, ja, er verspürt eine Übelkeit, weil er weiß, dass es nicht stimmt. Es ist die Leugnung der Wirklichkeit, keine Anerkennung. Benedikt XVI. hat diesen Schlammassel mit seinem Rücktritt verursacht, nein, nicht „mitverursacht“, verursacht, Müller ist ein feiger Häretiker, Sarah ist ebenfalls feige und seine Ideen einer Mischform oder der „Versöhnung“ zwischen der Tridentinischen Messe und dem Novus Ordo sind wirklich abstrus, weder Burke noch Schneider sind glaubwürdig, weil sie wirklich nichts tun, außer zu jammern und vorsichtig von der „Krise“ oder „Apokalypse“ zu sprechen. Einen Mann macht es nicht aus, dass er jammert, sondern dass er etwas tut. Keiner tut etwas, weil keiner sich darum schert! So traurig ist die jetzige Lage und es hilft uns nichts, wenn wir sie schönreden und medial irgendwelche katholischen „Drachentöter“ (Drache – Franziskus, Töter- Kardinal) hochstilisieren, indem wir die Wirklichkeit schönreden. Sie sind alle geflohen, wie die Jünger im Ölgarten, wie die Jünger bei der Kreuzigung, und überließen die Schafe, also uns, den reißenden Wölfen. Benedikt hat es vorgemacht und jetzt ist es nicht feige, sondern päpstlich es zu tun, denn es ist „menschlich“.

Der Schreiber dieser Zeilen fragt sich sogar, ob die radikale Ann Barnhardt, die ihm durch ihre Podcasts die Leviten liest, nicht auch von der Wirklichkeit wegläuft, indem sie vom „Triumph des Unbefleckten Herzens“ redet, welchen sie irgendwie mit einer Atom- oder Naturkatastrophe gleichsetzt. Es kommt einem das Lied „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ von Zarah Leander gesungen in den Sinn. Das Lied wurde im Nazi-Deutschland rauf und runter gespielt, mit der V2-Waffe assoziativ verbunden als die Rote Armee schon in den Vororten von Berlin stand. Das Wunder passierte, Gott sei Dank, nicht und Hitler-Deutschland fiel. Aber einige wollten es bis zum Ende nicht glauben. In Israel wurde keinem der Propheten geglaubt und es war dennoch ihre Aufgabe „Gewalt und Ruin“ auszurufen. Als die Assyrer und Babylonier in den Vororten von Jerusalem standen, glaubten auch viele, dass „Jahwe sein Volk“ doch retten werde, das er „barmherzig“ sei und „alle sehr lieb“ habe. Er tat es nicht, denn die Heiden handelten als das Strafgericht in seinem Auftrag.  Auch diesmal wird kein Wunder geschehen, sondern ein Strafgericht, bei dem die Frommen zusammen mit den Sündern gerichtet werden. Uns wird es als Sühne gereichen und vielleicht werden wir dadurch für die Ewigkeit gerettet werden. Der Schreiber dieser Zeilen hatte sich noch keine Gedanken über Fatima gemacht, denn „der Triumph des Unbefleckten Herzens“ kann auch sehr metaphorisch stattfinden. Auf Sünde folgte immer eine Strafe Gottes, welche eine Reinigung mit sich brachte, und noch nie wurde so viel gesündigt wie jetzt, was die jüngsten Naturkatastrophen, wie in Houston, Texas, erklärt. Gott handelt immer gleich, wir wollen es nur nicht wahrhaben.

Was ist zu tun?

Was wir tun können, ist an unserer eigenen Heiligkeit zu arbeiten. Dadurch werden wir mehr Licht und Heiligkeit in die Welt hinaus senden, wie die Lichtstrahlen am dunklen Nachthimmel, auch ganz anonym, anwesend oder abwesend, wodurch viele Menschen erleuchtet werden können und Gott ein kleines Sühneopfer für all die schrecklichen Sünden, insbesondere der Geistlichen der Franziskus-Ära, denn die haben einen höheren „Umrechnungsfaktor“ als Laien, dargebracht werden kann. Beten wir mehr, tun wir Buße, opfern wir unseren Alltag auf, praktizieren wir Bußübungen, gehen wir oft beichten und gehen zur Alten Messe, sooft wir nur können. Hören wir auf, auf die Kavallerie der „guten, frommen, orthodoxen, männlichen, tapferen Bischöfe“, wie es Ann Barnhardt ausdrückte, zu warten, denn sie werden nicht kommen. Es gibt sie nicht, niemand wird uns retten. Die guten, orthodoxen Priester müssen erst geboren werden (physisch, geistlich, sakramental)  und zwar nach dem völligen Kollaps der Novus Ordo Kirche, welche der Antipapst Franziskus so herrlich vollendet. Hören wir auf uns zu belügen und von Emotionen fehlgeleitet irgendwelchen Geistlichen Attribute zuzuordnen, die sie evident nicht besitzen. Hören wir auf uns ein X für ein U vorzumachen, um in jemanden etwas zu sehen, was er nicht ist. Die Wahrheit ist brutal, sie ist nüchtern, aber sie ist sehr befreiend. Fast kein Priester, der nach dem Konzil ausgebildet und geweiht wurde, hat eine Ahnung von der Katholischen Lehre, glaubt an sie oder weiß, was das katholische Priestertum ausmacht. Diejenigen, die es tun, sind im Promillebereich und sie müssen noch eine lange Reinigung durchmachen, um wirklich aus der nachkonziliaren Matrix herauszukommen.

auftauchen

Der Schreiber dieser Zeilen ist Theologe und kein Priester, aber er selbst fühlt sich wie ein Taucher, der erst langsam Richtung Wasseroberfläche auftaucht, indem er die Auftauchzeit nach seiner, symbolträchtigen Seiko-Uhr richtet. Ja, das Herauskommen aus der Matrix geht langsam voran, ein schnelles Auftauchen würde uns alle umbringen. Wir müssen uns akklimatisieren, um nicht vom Schmerz, einem der vier Grundaffekte, wie vom Wasserdruck erdrückt zu werden. Es dauert, es tut weh, weil man sieht, wie sehr man angelogen wurde und wie sehr man selbst, auch im guten Glauben, irrte. Der Schreiber dieser Zeilen weiß aber jetzt auch, dass all diese Männer, die Konzilstheologen, die gottgeweihte Priester waren, absichtlich mit ihrer Lehre die Kirche zerstörten, um möglichst viele Seelen zu verderben und mit sich selbst in den Abgrund zu ziehen. Dies taten schon die Modernisten, vor denen Pius X. warnte, dies taten alle Konzilstheologen, auch Ratzinger, dies tut natürlich auch Franziskus mit seiner Amoris Laetitia. Es war Absicht, es war diabolisch, es war pure Bosheit und jetzt sieht jeder die Konsequenzen. Wir verstehen aber die Welt nicht mehr und verwickeln uns in Widersprüche, wenn wir von der falschen Prämisse ausgehen, indem wir uns von Emotionen leitenlassen, die unser Denken verblenden. Das waren keine Männer Gottes, die uns das Konzil brachten, es sind heute keine Männer Gottes, welche feige schweigen. Die Sehnsucht nach dem starken katholischen Mann, ist romantisch, sie erinnert an Siegfried, den Drachentöter, den deutschen Helden. Sie ist unrealistisch, weiblich, verweiblicht und ein wenig schwul. Hüten wir uns, der harten Wirklichkeit aus dem Weg zu gehen, sondern erkennen wir die objektive Wirklichkeit an, denn die ist von Gott. Amen.

[1] Zum Begriff des Realismus siehe: https://traditionundglauben.com/2017/03/29/hilary-white-wieviele-finger-haelt-franziskus-gerade-hoch-amoris-laetitia-und-die-unterwerfung/

[2] https://fowid.de/meldung/gehaelter-klerikern-2016

[3] Vgl. Bspw. http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7426/pdf/WrankeChristina_2010_02_04.pdf

Zusammenfassung der Dissertation, welche Altbekanntes wiedergibt : „Seit einigen Jahren gibt es ein wachsendes Interesse, die Kognitions- und Emotionspsychologie stärker miteinander zu verbinden. Im Fokus dieser Arbeit steht dabei, wie Emotionen das logische Denken beeinflussen. Um dieses Zusammenspiel näher zu ergründen, wurden sieben psychologische Experimente durchgeführt. Hierbei wurden Emotionen zum einen experimentell induziert, zum anderen wurde der emotionale Gehalt der Denkprobleme variiert. Zudem wurde der Einfluss starker Emotionen aufgrund von Angststörungen auf das logische Denken untersucht. Die Experimente zeigten, dass induzierte Emotionen das logische Denken beeinträchtigen. Außerdem ergab sich, dass emotionale Aufgabeninhalte und solche, die mit Ängsten assoziiert sind, die Performanz in logischen Denkaufgaben verschlechtern. Eine Erklärung für diese Befunde ist, dass erlebte Emotionen Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses belasten, weshalb weniger Ressourcen zur Bearbeitung kognitiver Aufgaben zur Verfügung stehen. Möglicherweise geht auch die Verarbeitung emotionaler Aufgabeninhalte mit einer stärkeren Belastung kognitiver Ressourcen einher, wodurch die Performanz beeinträchtigt wird.“

[4] Boethius, Consolatio philosophiae, I, 7, 19-20.

 

 

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(4) Kommentare

  1. davilatollkuehn sagt:

    Eine nüchterne Analyse! Bravo!

    Als praktizierender Chirurg muss ich diese Sichtweise täglich bei meinen Patienten mit teilweise brutalen (operativen), aber für diese lebensrettenden Maßnahmen anwenden. Nur durch das Trauma der Operation kann zB bei einem entzündeten Blinddarm die Krankheit geheilt und das Leben des Patienten gerettet werden.

    Am Anfang des Genesungsprozesses steht die schonungslose und klar objektive Diagnosestellung, die im schlimmsten (oder günstigsten?) Fall zu einer traumatisierenden, aber rettenden Operation führt. Auch hier sind Emotionen hinderlich und können die Heilung nicht nur verzögern, sondern das Leben des Patienten gefährden.

    Allerdings ist es im geisltichen und kirchlichen Leben um so schwerer, da es unser Herz ist, unser gläubiges Herz, das wir durch diese schlimme, verruchte Zeit und in dieser in ihren (vor allem amtlichen) schlimmen und verruchten Gliedern streitende Kirche hindurch retten müssen.

    Meine Erfahrung ist die, dass in einem unbedingten Vertrauen zur Allerseligsten Jungfrau und Gottemutter Maria zusammen mit dem täglichen Rosenkranzgebet (wenn möglich auf Latein) der Mut und die Fähigkeit stetig und beständig wächst, die Realität anzuerkennen und die eigene Heiligkeit anzustreben, die nur von oben, aber auch nur (als zulassende Bedingung) durch eigene gegenüber sich selbst rücksichtslose Konsquenz erwirkt werden kann.

    Haben wir den Mut, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist, das Schwert zu ergreifen, (vor allem gegen uns selbst, aber auch gegen die Welt und den Teufel) zu kämpfen und zu siegen!

    1. Vielen Dank! Ja, seid nüchtern und betet – sobrii estote…Nüchternheit ist das Gebot der Stunde, nicht Sentimentalismus. Wenn man schneiden muss, dann muss man schneiden.

      1. sagt:

        “Nuechtern betrachtet …” Ein Gedanke zur Nuechternheit kam mir angesichts dieser Redewendung: Heute ist man weit ueberwiegend nuechtern und es trinkt man sich Mut an, um Entscheidungen zu treffen. Frueher war es wohl anders, denn sonst haette diese Redewendung gar nicht entstehen koennen. So wurde Bier taeglich getrunken, weil sauberes Wasser waehrend der Arbeit auf dem Felde nicht verfuegbar war. Wenn aber eine Entscheidung angestanden hat, dann wurde man nuechtern, um diese bestmoeglich treffen zu koennen.
        Nebenbemerkung: Der moderne Fortschrittliche weiss es tatsaechlich nicht besser als die Alten.

  2. Der Held ist eine Heldin.
    Und es gibt ihn massenweise.

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