Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (11 von 20). Woher dieser Abfall oder das abnehmende Brevier.

Sicherlich wird fast allen unseren Lesern die im letzten Beitrag vorgestellte Lehre von den Wirkungen der Sakramentalien neu sein. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) wusste es auch nicht, denn niemand hat es ihm gesagt, obwohl er Theologie studierte. Er konnte also aufgrund seines Nichtwissens gezielt keine aktuellen Gnaden erbeten. Dennoch stellte er fest, dass er durch das Beten des Alten Breviers spirituell sehr schnell fortgeschritten ist. Dazu aber später. In dieser Lage, wie es DSDZ war, sind wohl 99% aller Priester und Ordensleute. Sie wissen nicht, wie man mehr aktuelle Gnaden erhält, die meisten wissen nicht mal, dass es aktuelle Gnade gibt. Es gibt aber durchaus Personen des geistlichen Standes, die um ihre eigene Heiligung bemüht sind, dennoch irgendwie nicht weiterkommen. Warum? Weil die nachkonziliaren Sakramentalien dermaßen geändert worden sind, dass sie entweder gar keine oder kaum aktuelle Gnade vermitteln.

Wie will man das beweisen?

Novus Ordo Sakramente ungültig?

Durch die Auswirkungen der Konzilsreformen und den jetzigen Zustand unserer Geistlichkeit. Unter vielen traditionellen Katholiken, Anhängern der FSSPX und hauptsächlich unter den Sedisvakantisten herrscht die Meinung, dass die Novus Ordo Sakramente ungültig seien. Dies ist aber falsch und das aus zweifachen Grund. Es ist wirklich nicht mit den Dogmen von der göttlichen Vorsehung und von der Allgemeinheit des göttlichen Heilswillens vereinbar, dass Gott es zulassen würde, dass ab ca. 1970 alle Sakramente ungültig werden würden. Weil viele Sakramente absolut heilsnotwendig sind, so würde ihre Ungültigkeit das Heil für allermeisten Menschen ausschließen. Sedis und Anhänger der FSSPX reden sich so raus, dass die Sakramente in ihren Kapellen natürlich gültig seien. Dies stimmt zwar, sie sind gültig (valide), aber unerlaubt (illicite) und daher dürfen sie nicht ohne Not, d.h. nur dann wenn kein regulärer Priester erreichbar sind, dort empfangen werden. Aber angenommen Sedisvakantisten haben Recht und Sakramente sind ausschließlich bei ihnen gültig, dies würde praktisch fast alle Katholiken ausschließen, die zu keiner Sedi-Kapelle Zugang haben oder wissen Sie, wo die nächste Sedi-Kapelle ist? Eine falsche Prämisse führt immer zu absurden Lösungen.

Aber die Annahme von der Ungültigkeit der Novus Ordo Sakramente ist auch aus rein theologischen Gründen falsch. Denn sie unterscheidet nicht streng genug zwischen dem eigentlichen Sakrament (sacramentum tantum) und den beigefügten Zeremonien (caeremoniae adnexae). Die letzteren sind Sakramentalien,[1] sodass man sagen kann, dass der Ritus der Sakramentenspendung zu 98% oder 99% aus Sakramentalien besteht. Wie wir hier schon öfters schrieben: die Anforderung an die Gültigkeit (validitas) eines Sakraments sind wirklich minimal.[2] Im Falle der Taufe genügt es, wenn ein Laie und sogar ein Ungetaufter Wasser nimmt,[3] jemanden besprengt und sagt, auch in der Landessprache,

Ich taufe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Diese Art der Taufe, auch Laientaufe genannt, wurde schon immer von der Kirche anerkannt.[4] Die Taufe ist gültig, weil ihr aber alle die Sakramentalien fehlen welche einer vorkonziliaren Taufe beigefügt sind, ist sie natürlich weniger heiligend und wirkungsvoll als eine Taufe, die sozusagen „die ganze Packung“ der Heiligung beinhaltet. Ebenso verhält es sich mit anderen Sakramenten. Bei allen Novus Ordo Sakramenten ist die Form und Materie unverändert geblieben, gleich was Father Cekada über die Priesterweihe oder sonst noch schreibt. Die Novus Ordo Sakramente heiligen dennoch weniger, weil sie fast aller Sakramentalien entledigt worden sind. Ebenso ist die Novus Ordo Messe gültig, in diesem Sinne, dass darin ein Sakrament verwirklicht wird (sacramentum confecit), wenn die Wandlung stattfindet, was sie ja meistens tut. Da aber eine Novus Ordo Messe, sollte sie auch tatsächlich nach den Rubriken zelebriert werden, was in D, A und CH kaum stattfindet, fast keine Sakramentalien der Tridentinischen Messe enthält, so heiligt die Novus Ordo Messe als Messe viel weniger, weil das eucharistische Sakrament von der Messe selbst kaum abzusondern ist. Da uns die Sakramentalien dazu disponieren, wie es Bischof Müller darlegt, „damit mit reichlicher Frucht die Sakramente empfangen werden können und dem Messopfer beigewohnt wird,“[5] so sind wir durch die Novus Ordo Messe schlechter zum Kommunionempfang disponiert und wir erleben die Messe als Messe ebenso weniger heiligend. Die Thematik der Novus Ordo Sakramente werden wir sicherlich noch in anderen Beiträgen vertiefen. Hier beantworten wir die Frage, warum die nachkonziliaren Geistlichen dermaßen ungläubig geworden sind, dass sie nicht einmal die bergoglianischen Häresien sehen geschweige denn ermahnen. Die Antwort darauf lautet: weil die Sakramente, die sie spenden und empfangen, aufgrund der fehlenden Sakramentalien, ihnen, wie uns ja auch, kaum aktuelle Gnaden vermitteln. Denn der tägliche Strom der aktuellen Gnaden fließt uns durch Sakramentalien – nicht durch Sakramente – zu, da wir die letzteren viel seltener empfangen.

Das nahrhafte Brevier oder die Brevierreform

Damit die geistlichen Stände der Kirche (Ordensleute, Priester) auch geistlich bleiben, so schreibt ihnen die Kirche ein Mindestmaß an täglichen Praktiken vor. Unterschreitet man diese ohne Not (z.B. Krankheit), so begeht man eine Todsünde.

Zu welchen Praktiken sind die geistlichen Stände täglich verpflichtet?

  1. Zum Stundengebet
  2. Zur hl. Messe (bei den meisten Orden)

Sowohl 1. als auch 2. sind Sakramentalien, die Messe natürlich auch ein Sakrament. Fangen wir aber mit dem Stundengebet an, weil es wirklich für alle verpflichtend ist. DSDZ hat schon mehr als einmal von seiner Erfahrungen mit den Alten Brevieren berichtet. Er fing im Jahre 2012 an, nach über 20 Jahren Erfahrung mit dem nachkonziliaren Brevier, sich sozusagen „in die Vergangenheit zu beten“. Dies bedeutet, dass er:

  • zuerst das Brevier von 1960 betete,
  • danach das Brevier von 1910 betete,
  • und schließlich bis heute das Tridentinische Brevier (1570-1910) betet.

Er erfuhr einen immensen Gnadenzuwachs: die Sünden wurden weniger, die Tugenden mehr, das Verständnis der geistigen Dinge wuchs. Da sich sonst nichts in seinem Leben änderte, von wenigen Tridentinischen Messen abgesehen, so musste es an den Brevieren gelegen haben.

Warum wirken die Alten Breviere auf diese Art und Weise?

Weil sie Sakramentalien enthalten, siehe Punkt 6) bei Müller:

6) Gebete der Kirche – Brevier, Stundengebet[6]

Das nachkonziliare Brevier hingegen, d.h. das Brevier, das im Jahre 1970 vom Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution Laudis canticum eingeführt wurde, enthält nicht nur eine veränderte Psalmenversion, die sog. Neovulgata, sondern es enthält auch eine ganz neue Anordnung der Gebete im Vergleich zu den anderen Brevieren. Zwei Horen: fielen aus (Matutin, Prim) und andere wurden so verkürzt und umgestaltet, dass das Stundengebet zum Minutengebet wurde. Denn wenn Sie das Allernotwendigste beten, dann sind Sie in 20 Minuten durch.

 Macht das denn etwas aus?

Ja, natürlich macht es was aus. Schauen Sie sich unsere Novus Ordo Geistlichen oder Ordensschwestern an, beantwortet sich die Frage selbst. Manchmal denken wir, dass das geistliche Leben ausschließlich etwas mit Willen und Wissen zu tun hat. Dies ist aber nur bedingt wahr. Das geistliche Leben ist ein Gnadenleben. Sie müssen irgendwo Gnade auftanken, um vergöttlicht zu werden.

Was haben wir aber im nachkonziliaren Brevier?

  • Veränderte Psalmen – weniger oder kaum Sakramentalien und somit aktuelle Gnaden.
  • Kürzeres Offizium – weniger oder kaum Sakramentalien und somit aktuelle Gnaden.
  • Neue Gebete – weniger oder kaum Sakramentalien und somit aktuelle Gnaden.

Man muss an dieser Stelle sagen, dass das nachkonziliare Brevier nicht vom Himmel fiel. Die Tendenz zum Verkürzen der Breviergebete fing schon mit der Brevierreform des Pius X. an, der das Brevier Divino Afflatu Spiritu herausgab. Wie nämlich ein Mitglied der Reformkommission ausrechnete, die das Brevier Divino Afflatu herausgab, wurde darin das Brevierpensum des Tridentinischen Breviers um 28,2% also beinahe um ein Drittel gekürzt. Siehe das nachfolgende Bild:

Während man also von 1570 bis 1910 durchschnittlich 3685 Psalmenverse pro Woche betete, betete man zwischen 1911 und 1955 nur 2646 Verse, während man im nachkonziliaren Brevier 987 Verse pro Woche betet (oder 1227 falls man wirklich alle Horen verrichtet, was nur die wenigen kontemplativen Orden tun). Vom Tridentinischen zum nachkonziliaren Brevier haben wir es also mit einer Reduktion von 73,3% zu tun. Und wir sprechen hier nur von der Anzahl der Psalmenverse, die am schnellsten zu zählen und zu vergleichen sind. Stellen Sie sich vor, unsere lieben Geistlichen würden 73,3% weniger Lohn oder Verköstigung erhalten. Ja, das gäbe einen Aufschrei. Wenn aber der vorgeschriebene „Sakramentalienempfang“ um beinahe 75% gekürzt wurde, wenn die Riten der Sakramente kaum Sakramentalien erhalten, denn der Priester heiligt sich selbst ja auch, indem er diese spendet, so ist es nicht verwunderlich, dass die Geistlichen kaum Gnaden erhalten. Es ist die Reduktion der Breviergebete ab dem Jahre 1911 an, welche die zunehmende Verblendung unserer Geistlichkeit herbeiführte. Warum? Weil das Brevier wirklich das tägliche Brot ist, denn es zu beten, ist die tägliche Pflicht (CIC 1917, can. 135; CIC 1983, can. 276 § 3). Die tägliche Messe ist es nicht. Im neuen Kirchenrecht wird die tägliche Zelebration empfohlen (CIC 1983, can. CIC 1983, can. 276 § 2), das alte Kirchenrecht schreibt sie lediglich mehrmals im Jahr vor (CIC 1917, can. 805). Sollte uns jetzt eine fromme Seele fragen:

Wollen Sie allen Ernstes sagen, dass die Sakramentalien so verändert wurden, dass sie nicht oder kaum wirken?

So antworten wir:

Ja, genauso ist es.

Man sieht die Umsetzung dieses Konzepts an den negativen Auswirkungen der Liturgiereform auf unsere lieben Geistlichen. Man sieht aber die positive Wirkung der vorkonziliaren Sakramentalien auf Umsessene oder Besessene. Kurz und gut: alte Sakramentalien wirken, die neuen tun es kaum. Dies bedeutet, dass wirklich allen, die es mit ihrem geistlichen Leben ernst meinen, durch die Konzilsreformen das geistliche Wasser abgegraben wurde. Denn es gibt tatsächlich Menschen, die sich in diesem Zusammenhang fragen:

Warum mache ich keine Fortschritte? Was mache ich falsch?

Es liegt nicht nur am fehlenden Wissen. Es liegt einfach an der falschen „Ernährung“. Wenn Sie Kraftsport betreiben, aber nicht ausreichend Proteine zu sich nehmen, dann erfahren Sie keinen Kraft- und Muskelzuwachs. Und genauso ist es bei Novus Ordo: die nachkonziliaren Sakramentalien halten die Dämonen kaum fern und erbitten uns kaum aktuelle Gnaden, aber die Mühen des Kampfes gegen die Welt, das Fleisch und den Dämon bleiben bestehen, wenn sie nicht gar größer werden. Die Welt wird immer heidnischer, die Dämonen zahlreicher und das Fleisch bleibt meistens, was es ist. Es ist, als würden Sie immer schwerere Gewichte bei immer weniger Nahrung stemmen müssen. Sie bleiben am Ende von einer Stange erschlagen liegen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verminderung des täglichen Gebetspensums über einen Zeitraum von über 100 Jahren, angefangen 1911 durch das Brevier Divino afflatu bis heute 2018 eine immer größer werdende geistliche Verblendung aller Geistlichen brachte.  

Welche Breviere hatten wir denn im 20 Jhdt.?

  1. Das Tridentinische Brevier bis 1910,
  2. Das Divino afflatu Brevier des Pius X. (1911-1955),
  3. Das Pianische Brevier des Pius XII. von 1955 (1955-1960),
  4. Das Brevier des Johannes XXIII. (1960-1970),
  5. Das nachkonziliare Brevier (ab 1970).

Man muss leider sagen, dass jede Breviergeneration nach dem Tridentinischen Brevier immer weniger aktuelle Gnaden erhielt und immer mehr verblendet wurde, was die theologische Entwicklung oder eher den Verfall im 20 Jahrhundert exakt wiederspiegelt. Ohne das Gnadenlicht können Sie die übernatürlichen Gegenstände des Glaubens nicht geistlich sehen und diese als Theologe richtig gewichten oder darstellen. Nehmen wir an, dass wir uns als Versuchspersonen durchschnittliche Diözesanpriester aussuchen, die ohne Todsünde leben, sich um ihre Heiligung bemühen und alle vorgeschriebenen Breviergebete verrichten, ohne diese durch andere Gebete zu ergänzen oder zu kompensieren. Gehen wir von unserer Gleichung:

Weniger Breviergebet – weniger aktuelle Gnaden

aus, was theologisch korrekt ist, dann müssen wir annehmen, dass ein Priester der Breviergeneration 2. weniger aktuelle Gnaden als ein Priester der Breviergeneration 1. erhielt. Ferner erhielt ein Priester der Breviergeneration 3. weniger Gnaden als der Breviergeneration 2., 4. weniger als 3. und 5. weniger als 4. Es ist also ganz anderes als uns unsere lieben Geistlichen einreden:

Wir sündigen, weil ihr zu wenig für uns betet!

Sie sündigen, weil sie selbst zu wenig für sich selbst und andere beten. Das Harte dabei ist aber dies, dass durch die Einführung eines jeden neuen Breviers gleichzeitig ein Verbot des Betens es älteren Breviers verhängt wurde. So stellt die Bulle Divino afflatu des Pius X., welche das Brievier von 1911 einführt fest:

Daher erklären Wir vor allem in Kraft dieses Rundschreibens die Ordnung des Psalteriums, wie sie gegenwärtig im Römischen Brevier vorliegt, für abgeschafft und verbieten seinen Gebrauch vom 1. Januar 1913 an ganz und gar. Wir befehlen, dass in allen Kirchen des Welt- und Ordensklerus, in den Klöstern, Orden und Kongregationen und in allen religiösen Gemeinschaften ohne Ausnahme, wo sie nach Pflicht oder Herkommen das kanonische Stundengebet nach dem Römischen Brevier, wie es von Pius V. herausgegeben und von Klemens VIII., Urban VIII. und Leo XIII. neu durchgesehen ist, verrichten, von diesem Tage an die neue Ordnung des Psalteriums, wie Wir sie mit ihren Regeln und Rubriken bestätigt und in der Vatikanischen Druckerei zu veröffentlichen befohlen haben, gewissenhaft eingehalten werde. Zugleich bedrohen Wir aber jene mit den rechtlichen Strafen, welche die Pflicht, täglich das kirchliche Stundengebet zu verrichten, versäumt haben; sie mögen wissen, dass sie der schweren Pflicht nicht genügen, wenn sie nicht Unsere Ordnung des Psalteriums übernehmen.

Als Geistlicher mussten sie das aktuelle, kargere Brevier beten, es sei denn es wurden Dispense gewährt, was wir bezweifeln. Sollte jemand früh, z.B. mit 10 Jahren, im Jahre 1908 in ein Kleines Seminar eingetreten sein und lange genug gelebt haben, so ist es möglich, dass er in seinem Klerikerleben alle Brevierreformen mitgemacht hat. Sollte er nicht den Glauben verloren und die Kirche verlassen haben, so ist es doch unmöglich, dass diese fortwährende Wegnahme der geistlichen Nahrung an ihm spurlos vorübergegangen ist. Es ist kaum anzunehmen, dass ein Kleriker im Jahre 1914 sich sagte:

Ja, die Breviergebete sind weniger geworden, dann muss ich mich auf andere Weise mehr heiligen!

Der Mensch ist ein „Energiesparer“ oder er ist faul. Die wenigsten machen wirklich mehr als sie müssen.

Was passierte aber als das Gebetspensum verkürzt wurde?

Die ganze Welt erhielt weniger Gnaden, weil weniger gebetet wurde und zwar durch die Geistlichen, die dazu verpflichtet sind. Schauen wir uns  dieses Zusammenspiel an:

Brevier Weltliches Geschehen
Divino afflatu Brevier (1.01.1913 bis 1954) Der erste Weltkrieg (1914-1918)

Der Zweite Weltkrieg (1939-1945)

Der Kalte Krieg (1945-1989)

Das Pianische Brevier (1955-1960) 1958 Begin des Pontifikats von Johannes XII.

1960 Das Dritte Geheimnis von Fatima wird nicht veröffentlicht

1960 erste Arbeiten zur Einberufung des Konzils

Das Brevier des Johannes XXIII. (1960-1970) Vatikanum II. (1962-1965) samt Folgen
Das nachkonziliare Brevier des Pauls VI. (ab 1970) Paul VI. und nachkonziliare Apostasie

Johannes Paul II. und nachkonziliare Apostasie

Benedikt XVI. und nachkonziliare Apostasie

Bergoglio – Apostasie kaum steigerungsfähig

Sollten Sie diese Tabelle oder diesen Aufsatz ihrem nachkonziliaren Pfarrer zeigen, so wird er schnaubend aufspringen und schreien, dass alles:

Magisches Denken!

Spiritualistischer Unsinn!

Verwechslung von Ursache und Wirkung!

etc. sei. Solch eine Reaktion würde aber zeigen, dass er an die Realität des Spirituellen (Gott, Gnade, Kirche etc.) nicht glaubt, sondern die Religion für ein intellektuelles Konstrukt des Subjekts hält, wie man ihm in seinem Theologiestudium beigebracht hat, welches qua Placebo-Effekt für das Subjekt eine Wirklichkeit darstellt, aber die Wirklichkeit an sich nicht ist. Einfacher formuliert bedeutet es:

Sie bilden sich da was ein. Wenn es für Sie funktioniert, dann ist es ok, aber Sie sollen Ihre Meinung nicht anderen Menschen aufzwingen. Kirchensteuer müssen Sie weiterhin zahlen, sonst sind Sie exkommuniziert! Amen.

Diese Ansicht ist falsch, weil sie davon ausgeht, dass es keine Wirklichkeit als solche gibt, sondern dass sich jeder seine eigene Welt schafft. Dies ist die stark verkürzte Sicht des deutschen Idealismus, welcher seit drei Jahrhunderten, und zwar seit Kant, in Deutschland wuchert und den jetzigen Zustand der Kultur und der Kirche herbeigeführt hat. Interessanterweise betrifft laut diesen deutschen Idealisten das Konzept der fehlenden Wirklichkeit an sich lediglich die Religion, die Metaphysik und die Moral. Denn was Naturwissenschaften, Rechtsordnung, Steuergesetze und (staatliche) Kirchengesetze anbelangt, da gibt es schon die Wirklichkeit an sich, an die man sich zu halten und zu zahlen hat. Dies gilt nur nicht im Religiösen, weil es für den ungläubigen Pfarrer bequemer ist. Wenn es aber eine Wirklichkeit als solche gibt, an der wir uns ausrichten („Es ist Winter – es ist kalt“), so muss es auch eine geistliche Wirklichkeit geben, mit ebenfalls objektiven Gesetzen, an denen wir uns auszurichten haben. Zu dieser Wirklichkeit haben Sie Zugang durch die Gnade, welche einen Glaubensakt i. S. der Zustimmung des Verstandes zu einer geoffenbarten Wahrheit erst ermöglicht. Kurz und gut: haben Sie keine Gnade, so sind Sie für das Göttliche blind. Die geistlichen Stände sind in der Kirche dazu da, dass sie für die Kirche und die Welt diese Gnade erbitten und die Heiligkeit gleichsam generieren. Die Gnade, wie wir bereits schrieben, hält die Einflüsse der Dämonen und der Welt fern und bewirkt mehr Erleuchtung und Heiligkeit. Natürlich müssen Sie es willentlich in Anspruch nehmen, aber zuerst muss die durch Sakramentalien und Sakramente erbetene und bewirkte Gnade da sein. Es ist also ganz anders als Ihnen Ihr eventuell frommer Pfarrer sagt:

Die Kirche stürzt in den Abgrund nicht deswegen, weil die Laien zu wenig gebetet haben.

Der nachfolgende Satz stimmt:

Die Kirche stürzt in den Abgrund deswegen, weil die Geistlichen zu wenig für die Kirche und die Laien gebetet haben.

Somit haben wir den ersten Teil der Frage beantwortet, warum unsere lieben Geistlichen dermaßen ungeistlich geworden sind:

Weil ihnen durch den Wegfall der Sakramentalien immer mehr aktuelle Gnaden genommen worden sind.

Die Natur kennt aber keine Leere, sowenig wie die Welt des Übernatürlichen die Leere kennt.  Wenn Sie sich schlecht ernähren, so werden Sie schwächer und krank. Wenn Sie zu wenig aktuelle und habituelle Gnade haben, dann werden Sie immer stärker angefochten und Sie können gegen die Welt, das Fleisch und die Dämonen kaum bestehen.

[1] Müller, Ernest, Theologia moralis, Bd. III, Wien 1895, 537-538.

[2] Diese Thematik wurde schon hier erörtert: https://traditionundglauben.com/2015/11/18/die-novus-ordo-sakramente-sind-gultig-der-novus-ordo-ritus-ist-mangelhaft-eine-skizze/ Und sehr gründlich in dem Zyklus: https://traditionundglauben.com/2015/09/16/dom-prosper-gueranger-antiliturgische-haresie-antiliturgische-haresie-3-1-fur-alle-statt-fur-viele-als-beispiel-einer-neuen-formulierung/ Vgl. Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Die Sakramente im Allgemeinen. § 8. Die Erfordernisse zur gültigen Spendung der Sakramente, Will: Alverna 2012, 841-849, Ott, Grundriss der Dogmatik, § Der Spender der Sakramente, 472-476.

[3] Diekamp-Jüssen, Dogmatik, 880.

[4] So ist beispielsweise darüber in Decretum pro Armenis zu lesen: „Die Ma t e r i e dieses Sakramentes ist wahres und natürliches Wasser, gleichgültig, ob es kalt ist oder warm. Die Form aber ist: »Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes«. Wir bestreiten jedoch nicht, daß auch durch jene Worte: »Es soll der Diener Christi N. getauft werden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes «, oder: »Es wird durch meine Hände N. getauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes«, die Taufe wahrhaft zustande kommt; denn da die Hauptursache, aus der die Taufe ihre Kraft hat, die heilige Dreifaltigkeit ist, die werkzeugliche Ursache aber der Spender ist, der das Sakrament äußerlich übermittelt, so kommt, wenn die Handlung, die durch den Spender selbst ausgeführt wird, zusammen mit der Anrufung der heiligen Dreifaltigkeit zum Ausdruck gebracht wird, das Sakrament zustande.” (DH 1314) „Der S p e n d e r dieses Sakramentes ist der Priester, dem es von Amts wegen zukommt, zu taufen. Im Notfall aber kann nicht nur ein Priester oder Diakon, sondern auch ein Laie oder eine Frau, ja sogar ein Heide und Häretiker taufen, sofern er nur die Form der Kirche wahrt und die Absicht hat zu tun, was die Kirche tut.” (DH 1315)

[5] Müller, Theologia moralis, 538.

[6] Ebd., 537-538.

Hat es Ihnen gefallen? Damit dieser Beitrag auch für andere frei zugänglich bleibt, können Sie uns etwas spenden.

Sharing is caring!

31 Gedanken zu „Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (11 von 20). Woher dieser Abfall oder das abnehmende Brevier.

  1. Neben Chemie war Mathematik eines meiner Lieblingsfächer. Hier ist es extrem wichtig, einen Sachverhalt in die richtige mathematische Formel zu bringen. Bei der in der DDR stattfindenden Kreis Mathematik Olympiade, an der ich ein paarmal teilnahm war das 4/5 der Arbeit.
    Diese Arbeit leisten Sie, lieber TuG in der Theologie meisterhaft und so kann ich mit diesem Wissen ausgestattet, mich selbst und meine Familie gezielt und spürbar heiligen, was uns hoffentlich hilft, nicht in die Hölle zu kommen.
    Also nochmals vielen, vielen Dank für diese erleuchtenden, klärenden und vor allem sofort in tägliche Praxis umzusetzenden Ansätze für das geistliche, das eigentliche Leben ( Es ist das, was “übrigbleibt”).
    Wahrheit ist zum Schluss einfach, schön und gut.

    1. Danke. Ja, das ist das Hauptproblem auch in der Logik. Formalisiere ich richtig? Wende ich das Richtige an? Daher die aktuelle Gnade:)))

  2. Hm, leider erscheint mein Kommentar, den ich soeben gepostet habe, nicht.

    Daher nochmal: Wir können uns glücklich schätzen, Sie zu haben. Gott hat Sie sehr begnadet! Bei Ihnen erfahre ich Dinge, die ich bisher nirgendwo erfahren habe, weshalb ich die Lehre, den Glauben und die Tradition mehr oder weniger oberflächlich kenne. In Ihren Texten lernen wir den Katholizismus zu 100% kennen, auch in seiner Breite und Tiefe. Ihr Texte sind ein Segen! Fast jeden Abschnitt ihrer Texte könnte man sich einrahmen. Nur leider kann man Abschnitte aus ihren Texten nicht kopieren, und dabei wäre das sinnvoll, um Ihre Seite im Internet bekannt zu machen.

    Noch zwei Fragen:

    1.) Wo bekommt man das Tridentinische Brevier?

    2.) Welche Nachteile hätte ein Priester, wenn er das von Pius X. verbotene Tridentinische Brevier betet? Ist der inakzeptable Machtspruch eines Papstes etwa mächtiger als die Liebe zum echten katholischen Brevier, von dem Gott will, dass es die Priester und Ordensleute beten? Wessen Wille ist hier entscheidender, dieser Wille Gottes, oder der ihm entgegengesetzt stehende Wille eines Papstes! Es kann doch nicht angehen, dass man uns unter Drohungen Katholisches verbietet, da Gott doch will, dass wir es praktizieren! Steht nun die Macht des Papstes, die dieser missbraucht, um uns Katholisches zu verbieten, über dem Willen und der Macht Gottes? Lässt Gott die Macht des Papstes bei einem solchen Missbrauch wirklich bestehen? Oder hebt Gott einen solchen Machtspruch nicht eher auf? Kaum zu glauben, dass Gott einen inakzeptablen Machtspruch eines Papstes zulässt und bestehen lässt zu Ungunsten seiner Herde, von der er will, dass sie vollkommen katholisch lebt und sich heiligt, Ihr aber dies vom Papst verboten und verwehrt wird! Haben wir in solchem Falle nicht die Pflicht, Gott mehr zu gehorchen als einem Papst, der menschlich denkt?

      1. Ich habe den neuesten Firefox-Browser, finde aber die entsprechende Textfunktion nicht, von der Sie sprechen.

    1. @ Stjepan

      ad 1.

      Entweder unter divinum officium online oder antiquarisch bei ebay, am besten bei ebay.fr. Ganze Komplette sind aber selten und teuer.

      ad 2.
      Die Berechtigungen eines Papstes in Sachen Liturgie reichen weit. Ich kann aber die einzelnen Frage nicht beantwortet, obwohl sie mich selbst interessieren. Man müsste an die Kommentare zu den Reformen des Pius X., was nicht einfach ist. Den Präzedenzfall gab es im Jahre 1570 als das römische Brevier verpflichtend wurde. Ich weiß aber nicht, ob die vorherigen abgeschafft wurden oder nicht.

      Der Priester wäre ungehorsam und würde gegen die Anordnungen seines höchsten Vorgesetzen verstoßen. Was das aber für das Gnadenleben bedeuten würde, kann ich jetzt nocht nicht beantworten.

      Ich plane für den spirituellen Mittwoch die forlaufende und kommentierte Lektüre der “Geschichte des Breviers” von Bäumer, dann lernen wir es alle.

      Es lässt sich sicherlich sagen, dass die erste einscheidenste liturgische Reform nach dem Tridentinischen Konzil stattfand und dann nach ca. 500 Jahren kamen die Reformen des Pius X., der kürzte. Falls Sie Englisch können, dann schauen Sie bei New Liturgical Movement nach. Da werden Sie am ehesten fündig, ist wirklich ein spezifisches Fachwissen. Ich glaube nicht, dass sich viele Leute kritisch mit Pius X. auseinandersetze, aus der liturgischen Sicht.

      Ich frage Peter Kwasniewski. Er ist Liturgiker, publiziert bei uns und wir so auf Deutsch gelesen, vielleicht kann er etwas dazu schreiben.

      1. @TuG

        Zu ad 1.
        Vielen Dank für die Hinweise.

        Zu ad 2.

        a) Ist der höchste Vorgesetzte eines Priesters nicht Christus, dem daraufhin der Papst folgt, der als stellvertretender Hirte der Herde mit dem Willen Christi, des wirklich obersten Hirten, übereinstimmen muss?

        b) Ist ein Papst auch in dem Moment Stellvertreter Christi, wenn er sich über Christi Willen hinwegsetzt, etwa wenn er den Priestern und Ordensleuten verbindlich statt die Speise Christi, eine andere, schlechtere Speise, wie das Brevier ab 1911/13 und ab später vorspschreibt? Sollte ein Priester oder eine Ordensperson in solchem Falle nicht dann vielmehr Christus folgen? Wem ist ein Priester und eine Ordensperson insofern und im Hinblick auf den Katholizismus mehr verpflichtet? Christus oder dem Papst, der vom Willen Christi abweicht, und sich somit als schlechter Hirte entpuppt?

        Ich stelle diese Fragen trotzdem, auch wenn Sie andeuten, solche Fragen nicht beantworten zu können. Leider verstehe ich nichts vom Kirchenrecht, und leider habe ich auch in der Heiligen Schrift nichts Eindeutiges zu b) finden können. Schade! Und dabei ist das doch zur Heiligung und zur Erlangung des Heils so notwendig, zu wissen! Ich habe lediglich die Stelle in der Apostelgeschichte vor Augen, nach der die Apostel Petrus und Johannes den jüdischen geistlichen Vorgesetzten den Gehorsam dort verweigerten, wo jene dem Willen Christi nicht entsprochen haben. Müsste das dann nicht auch entsprechend im Hinblick auf Päpste und Bischöfe übertragen werden, wenn Sie von uns verbindlich fordern, etwas zu tun, was dem Willen Christi widerspricht oder ihm nicht entspricht, oder von uns verbindlich fordern, giftige oder verdorbene oder schlechte geistliche Speise zu uns zu nehmen? Wem also mehr gehorchen, einem vom Willen Christi abweichenden Papst, der etwas Schlechtes für verbindlich erklärt, oder Christus, der dies ablehnt!

        Ich hoffe, dass das hier jemand liest, der bescheid weiß und vor allem zu Punkt b) etwas weiß.

      2. Könnte man hier nicht eventuell vertragsrechtlich argumentieren: Wenn jemand in den kirchlichen Dienst eintritt, verpflichtet er sich, das zu jener Zeit gültige Brevier zu beten. Wenn nun von der anderen Vertragsseite dieses Brevier abgeändert wird, müßte ihm ein “Sonderkündigungsrecht” (ähnlich wie bei Änderung der Kontobedingungen durch die Bank) zustehen, weil er argumentieren kann, daß er wenn er von dem neuen Brevier gewußt hätte er niemals sich verpflichtet hätte.

      3. Interessanter Ansatz. Aber ich fürchte, dass die Geistlichen weniger an ihrem Brevier hingen als DSDZ. Ferner dachten sie: Befehl ist Befehl und kürzer ist besser. Ich besitze Breviere, in denen man mi Rasierklinge die „überflüssigen“ Offizien herausgeschnitten hat. Darauf muss man beim Kauf achten. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass dies jemand tun kann.

      4. @ Elkawe
        Nach Ihrem Argument müssen alle nach Vat. II kündigen, spätestens nach der Neuen Messe.

  3. @Stjepan
    In der Kommandozeile, in der man die Website eingibt, gibt es eine Papier Symbol, das man anklickt oder Strg+Alt+R

  4. Ergänzung zu meinem letzten Kommentar oben:

    Kommt es nicht einer Verfluchung gleich,
    wenn ein Papst oder ein Bischof einen rechtgläubigen Priester mit dem Bann belegt oder exkommuniziert,
    weil dieser das von ihnen im Ungehorsam gegen Gott verbotene, aber von Gott gewollte Katholische praktiziert?

    Hat eine solche Verfluchung eines gott- und der katholischen Kirche treuen Priesters Wirkung, sodass er dann ob seiner Treue zu Gott und Seiner Kirche in die Hölle kommt? Oder macht Gott eine solche Verfluchung durch einen Papst oder einen Bischof nicht vielmehr unwirksam, weil sie im Ungehorsam IHM gegenüber etwas verlangen, was widergöttlich ist?

    Ein Papst oder Bischof kann uns doch nicht verfluchen, so dass wir in die Hölle kommen, nur weil wir uns für das von ihnen verbotene Gottgewollte, das Katholische, entscheiden, und uns weigern, das von ihnen befohlene von Satan Gewollte zu praktizieren. Oder?

    Ist es nicht unsere christliche Pflicht, einem gegenüber Gott und seiner Kirche ungehorsam Papst oder Bischof den Gehorsam dort zu verweigern, wo er uns Gift, Satanisches, und Schädliches reicht, auch dann, wenn er uns daher unrechtmäßig mit dem Bann belegt oder exkommuniziert?

    1. @ Stjepan

      Sie bringen hier Vieles durcheinander. Es gibt keine “Verfluchung” seitens des Papstes, denn er ich kein Hexer. Der Kirchenbann, wenigstens nach dem Kirchenrecht von 1917 ist die Aufforderung diesen Menschen, der kein Mitglied der Kirche ist auch sozial zu meiden. Ich müsste ganz genau nachschauen, wie es formuliert ist. Im Mittelalter verlor ein exkommunizierter Kaiser die Amtsgewalt, daher hatte die deutschen Kaiser vor dem Kirchenbann Angst.

      Ein Exkommunizierter hat keinen Zugang zu Sakramenten, aber das gab es auch Ausnahmeregelungen in der Todesstunde. Das bedeutet aber nicht, dass er in die Hölle kommt.

      Zu einer umfassenderen Antwort bin ich jetzt nicht fähig. Sie kommt irgendwann auf meine To do list: der große Kirchenbann und seine Folgen. Wahrscheinlich hat es schon jemand geschrieben. Aber für uns ist es nicht aktuell, weil Franziskus uns noch nicht entdeckt und exkommuniziert hat. Da er, wie wir glauben ein Antipapst ist, wäre es auch nicht meiden. Wir müssen uns vor Benedikt in Acht nehmen, aber der wird es wohl nicht tun. Dann gibt es noch Berufungsverfahren etc. Es ist wirklich ein komplexes Problem. Für eine andere Zeit.

      1. @TuG

        Das betrifft natürlich den rechtmäßigen Gebrauch des Kirchenbanns etc.. Aber wenn ihn ein Papst gegen rechtgläubige Katholiken anwendet, nur weil sie Katholisches praktizieren, was er verbietet, dann ist das doch eine Art Verfluchung – des rechtgläubigen Katholiken. Oder nicht?

      2. @ Stjepan

        1. Das hat Bergoglio noch nicht getan
        2. Sie sollten das Wort “Verfluchung” aus ihrem theologischen Wortschatz streichen. Das gibt es nämlich nicht.
        3. Man kann sagen, dass er der Rechtgläubigkeit schadet

        Aber Bergoglio ist spätestens sein AL Häretiker. Unserer Meinung nach ist der niemals Papst gewesen. Daher sind seine Beschlüsse vor Gott nicht bindend.

  5. Lieber TuG,

    ich hatte oben eher an Papst Pius VI. gedacht, der die FSSPX-Priester suspendierte, letztlich nur weil sie das Katholische nicht aufgeben wollten, sowie an einen künftigen Papst, der evtl. rechtgläubige Katholiken mit dem Bann belegen könnte, nur weil sie Katholisches praktizierten, das er verbieten könnte.

    Liegt denn daher nicht praktisch ein Fluch über der FSSPX, nur weil sie zurecht das letzte Konzil nicht anerkennen können und das Katholische bewahren, und somit über alle, die bei ihnen die Sakramente empfangen?

    Und würde daher über rechtgläubige Katholiken nicht ein Fluch liegen, wenn sie wegen dem Festhalten am Katholischen von einem Papst, der das nicht wollte, mit dem Bann belegt würden?

    Und wenn es Priester gegeben hätte, die trotz des durch Pius X. befohlenen neuen Breviers am Tridentinischen Brevier festgehalten hätten, weil der Heilige Geist das Tridentinische Brevier der Kirche eingegeben hat, während das neue Brevier von dem von Gott gegebenen Tridentinischen abweicht (weil Satan hier seine Finger im Spiel hatte, um die Wirksamkeit des Gebets zu schwächen), hätte dann durch den päpstlichen Bann, der über diese Priester gekommen wäre, nicht ein Fluch gelegen?

    Ist denn ein Bann nicht eine wirkmächtige Kraft, wie der wirkmächtige Segen?

    Das sind äußerst wichtige Fragen für mich, die mich bewegen, weil es um das ewige Leben geht, dass mir ein Papst durch Bann/Exkommunikation wegnehmen könnte, nur weil ich Katholisches praktiziere, das er verbietet.

    Es kann doch nun wirklich nicht sein, dass ich das ewige Leben verlieren soll, nur weil ich die antikatholische/-christliche moderne Messe nicht mitmachen und auch nicht zur FSSP gehen will, weil diese Irrlehren des Zweiten Vatikanums verbreitet, z.B. dass die kath. Kirche nicht die Kirche Chtristi sei, sondern ein Teil von ihr, und ich daher zur FSSPX ginge, weil ich hier in meiner Umgebung nur dort das Katholische bekomme, zu dem mich der Heilige Geist in meinem Herzen drängt!

    Als ich 2009 zum katholischen Glauben gekommen bin, habe ich noch nicht geahnt, dass die Päpste seit Johannes XXIII. so einen Fluch über mich (und viele andere rechtgläubige Katholiken) gebracht hätten!

    Vor solchem Hintergrund muss ich wirklich vom “Fluch” reden! Denn was soll das anderes sein, als ein Fluch?

    1. Zunächst, Gott hört nicht auf diese ungerechtfertigten Flüche. Er ist frei davon bei seinem Gericht. Selbst wenn Sie exkommuniziert werden, können Sie in den Himmel kommen, da Gott das Herz sieht und damit umfänglichen Einblick hat. Eine Exkommunikation ist (nur) ein (ernstzunehmender) Warnhinweis der Hierarchie für die Gläubigen.

      Trotzdem, der Teufel stürzt sich auf jeden ausgesprochenen Fluch. Man sollte hier seine Gedanken (sic!) und Worte gut abwägen. Eine Verfluchung geschieht NICHT nur, wenn etwas explizit und willentlich gesagt wird. Inwiefern der Teufel dadurch Macht gewinnt, um dem Verfluchten zu schaden, obliegt Gott allein, der es zulassen kann oder auch nicht.

      Flüchten Sie unter den Mantel der Gottesmutter. Das hilft immer. Und zu Ihrer Beruhigung: Was unseren Vorfahren half, in den Himmel zu kommen, das kann uns heute nicht in die Hôlle stürzen. Unmöglich !

      1. Geehrte Anna Gallicana!
        Ich danke Ihnen besonders für den letzten Absatz Ihres Kommentars, gerichtet an @Stjepan. Und weil mir Ihre Worte eine große Hilfe sind, wiederhole ich sie noch einmal:

        “Flüchten Sie unter den Mantel der Gottesmutter. Das hilft immer.
        Und zu Ihrer Beruhigung: Was unseren Vorfahren half, in den Himmel zu kommen, das kann uns heute nicht in die Hölle stürzen.”

        Da Gott, wie Sie zu Recht schreiben, in unser Herz sieht, weiß ER um unseren guten Willen und unsere ehrlichen Absichten, IHM unsere Ehre und Liebe zu erweisen.
        Auch wenn dies -für mein Teil- durch den häufigen Besuch der Hl. Messe bei der FSSPX geschieht.

      2. Liebe Anna Gallica,

        danke für diese trostreichen und stärkenden Worte! Ich denke, dass kann wirklich nicht anders sein, als wie Sie schreiben. Die oben von mir dargelegten Bedenken hatte ich schon vor Jahren, weshalb ich mich nicht getraut hatte zur Piusbruderschaft in meiner Nähe zu gehen, weshalb ich lange, lange ohne Messe lebte. Ein Pater der Piusbruderschaft ließ mir in diesem Zusammenhang über eine andere Person ausrichten:

        “Haben Sie keine Angst, katholisch zu sein!”

        Recht hat er!

        In Anbetracht dessen und dessen, was Sie, diesem Pater gleich, schreiben, muss ich mich also nicht fürchten, dorthin zu gehen, wo ich das Katholische bekomme, in meiner Umgebung also zur Piusbruderschaft, weil hier nur sie uns das Katholische gibt.

        Das Kirchenrecht und die Macht der Päpste und Bischöfe darf nie gegen den Katholizismus und somit gegen alle diejenigen gebraucht werden, die ihn bewahren, weitergeben und leben wollen! So hat es Gott nämlich nicht vorgesehen, und deshalb sind solche antikatholischen Machtmissbräuche durch Päpste und Bischöfe nichtig! Das kann unmöglich anders sein!

  6. Es gibt eine Möglichkeit das Brevier von “Quo Primum” als vollständigen Text zu bekommen: hofficium.zip oder officium.zip. (Bitte googlen, oder kann ich diese dem Betreiber des Blogs als e-Mail zusenden?) Diese enthält den Text der Beviere von 1570 bis 1965 vollständig. Man muß sich jeweils .html-Dokumente kreieren und anschließend beliebig in .pdf umwandeln. Um den einheitlich lateinischen Text zu bekommen, braucht man nur eine Kolumnensprache zu wählen und man kann sich dann den Brevier ausdrucken zum Mitnehmen auf Reisen, ohne ein kostbares Buch mitnehmen zu müssen. Und man wirs so nicht von einem elektronischen Medium abgelenkt.

    1. @Christoph Rhein

      Vielen Dank für diesen Hinweis! Wenn ich “hofficium.zip” oder “officium.zip” eingebe, finde ich bei Google nichts. Würde es Ihnen etwas ausmachen, daher auch mir die zip-Datei per E-Mail zuzusenden? Wenn ja, meine E-Mail-Adresse: sancta.maria[ät]gmx.de

  7. Ich habe diese Dateien (hofficium.zip und officium.zip) offline zur Verfügung. Ich könnte sie gerne als Download bereitstellen mit der freundlichen Erlaubnis der Forumsbetreiber. ad bonum commune et utilitatem Ecclesiae Sanctae.
    Per Mariam ad Christum

Kommentar verfassen