Tradition und Glauben

Worum es bei der Herbstsynode wirklich geht? (1) Forderungen der progressiven und katholische Moral

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Worin besteht nach Mediator Dei die wahre Barmherzigkeit Gottes? Sie besteht darin „das Menschengeschlecht mit übernatürlichen Wohltaten zu überhäufen“ (Mediator Dei, 212). Sie besteht also nicht darin Menschen, die in Todsünde leben noch zu weiteren Todsünden, d.h. zum Sakrileg und zur Blasphemie, zu verleiten. Sie besteht nicht darin die von Gott geoffenbarten Gebote und Werte umzuetikettieren, um das Falsche und Böse als Richtiges und Gutes auszugeben. Niemand kann das tun: kein Papst, da er damit eine formale Häresie in forum externum begeht und damit, nach Robert Bellarmin und anderen,[1] ipso facto aufhört ein Papst zu sein; kein Kardinal, kein Bischof, keine Synode und kein Konzil. In diesem Kontext kommt uns das Wort des Heilands in den Sinn, welches vielleicht gerade für diese Zeiten vorgesehen war:

„Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst.“ (Mt 23,15)

 Man muss die jetzigen Postulate des Papstes,[2] mancher Kardinäle und mancher Bischöfe einfach aus einer geistlichen Perspektive heraus sehen und beurteilen, denn aus der menschlichen und rationalen Perspektive heraus betrachtet, machen sie überhaupt keinen Sinn. Es geht um die Forderungen der Wertschätzung und Kommunionzulassung von:

  1. „Wiederverheirateten Geschiedenen“, im Klartext: von notorischen Ehebrechern.
  2. „Anerkennung anderer Formen des menschlichen Zusammenlebens“, im Klartext: von notorischen Konkubinariern.
  3. Homosexuellen, im Klartext: von notorischen Sodomiten.

Ad 1. „Wiederverheiratete Geschiedene“

In diesem Falle haben wir mindestens mit drei Todsünden zu tun:

  • mit der Todsünde des Ehebruchs,
  • mit der Todsünde des öffentlichen Ärgernisses und
  • mit der Todsünde der Verstockung, da man ansonsten in diesem Zustand nicht verbleiben würde.

Ad 2. Konkubinat

In diesem Falle haben wir es ebenfalls mit mindestens drei Todsünden zu tun:

  • mit der Todsünde der vor- oder außerehelichen Unzucht/Unkeuschheit,
  • mit der Todsünde des öffentlichen Ärgernisses und
  • mit der Todsünde der Verstockung, da man ebenfalls ansonsten in diesem Zustand nicht verbleiben würde. Oft steht ja, außer den eigenen Ängsten, nichts einer sakramentalne Ehe im Wege.

Ad 3. Homosexualität

In diesem Falle haben wir mindestens mit drei Todsünden zu tun:

  • mit der Todsünde der Sünde gegen die Natur in allen möglichen Schattierungen und Stufen der Perversion,
  • mit der Todsünde des öffentlichen Ärgernisses und
  • mit der Todsünde der Verstockung, da man ansonsten in diesem Zustand ebenfalls nicht verbleiben würde.

Dies ist die katholische Moralehre. Wir sprechen hier im Kontext von (1) bis (3) über das Sittenleben von Katholiken, von Menschen also die offiziell nicht exkommuniziert sind, sich in irgendeiner Weise zur Kirche zugehörig fühlen, da sie ihre Sakramente empfangen möchten. „Als Katholik darf man das nicht“, sagt der tolerante Ungläubige und er hat recht, denn ein Todsünder ist kein Glied der Kirche. Entweder also man ist Katholik und man macht es nicht oder man macht es und man ist kein Katholik mehr. Tertium non datur! Jeder, der mit Katholiken der Gruppen (1) bis (3) zu tun hat, weiß, dass sie wirklich ganz genau wissen, dass sie schwer sündigen und sich deswegen schuldig fühlen. Diese Schuldgefühle können sich verschieden äußern. Meistens ist es der Hass auf die Kirche, welche durch ihre Lehre die innere Dunkelheit des Sünders offenbart. Dieser Hass offenbart sich auch sehr konkret allen anwesenden Katholiken gegenüber und der Schreiber dieser Zeilen bekommt fast immer diese Hassausbrüche zu spüren, welche oft nicht persönlich gemeint sind. Interessanterweise fühlen sich auch Ungläubige und Ungetaufte, die nach 1 bis 3 leben ebenfalls schuldig. Schuldig fühlen sich auch getaufte Nichtkatholiken.

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Diese Reaktionen sprechen wirklich auf der ganz existenziellen Ebene für die Wahrheit der katholischen Religion. Denn warum sollte sich jemand gegenüber etwas schuldig und von etwas angegriffen fühlen, wenn er es für einen ausgemachten Unsinn hält. So fühlt sich der Schreiber dieser Zeilen überhaupt nicht schuldig, weil er nicht nach den Geboten der Mormonen oder der Moon-Sekte lebt. Bei Katholizismus jedoch gehen gleich alle hoch. In Todsünde lebende Katholiken, ohne sich auf der moralisch-theologischen Qualifikation ihrer Taten auf der intellektuellen Ebene klar bewusst zu sein (sie tun es dennoch auf der unbewussten Ebene), fühlen sich wirklich auf der existenziellen Ebene sehr schuldig. Dies ist auch richtig, da die Scham und das Schuldgefühl etwas der Natur überhaupt Eingeschriebenes ist. Nicht nur Menschen auch Tiere haben Schuldgefühle, wenn sie etwas Verkehrtes getan haben. Daher meiden die schweren Sünder sozusagen instinktiv und von sich aus das Heilige, besonders die heilige Kommunion, dass sie sich ihrer zu Recht unwürdig fühlen. Sie spüren auch, dass der Empfang der Kommunion ohne die rechte Disposition, d.h. in der Todsünde, eine zusätzliche schwere Sünde des Sakrilegs ist. So sieht es von der gefühlt moralischen Seite aus.

Statistisch betrachtet, sieht es aber so aus, dass Menschen,

(1) die im permanenten Ehebruch leben, d.h. die so genannten „wiederverheirateten Geschiedenen“,

(2) die Konkubinarier und

(3) die Homosexuellen

sich von sich aus von der Kirche abwenden und nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Wir haben zurzeit keine Statistiken hierzu zur Hand, können uns aber vorstellen, dass diese „freiwillige Exkommunizierung“ wohl 90 % aller Betroffenen betrifft. Von den übrig gebliebenen 10 % sind vielleicht 1 bis 2 % weiterhin am Sakramentenempfang interessiert. Wir gehen doch stark davon aus, dass die Gruppe (1) bis (3) eine Minderheit unter den Katholiken bildet. Rechnen wir wirklich sehr großzügig damit, dass die Gruppe (1) bis (3) 49 % aller Katholiken bildet, so wird sie in Wirklichkeit wahrscheinlich eher 25 % bis 33 % (nach den Gaußschen Gesetzen der Normalverteilung)[3] aller Katholiken ausmachen. Wir sprechen also hier von einer „Klientel“ von 0,25% bis 0,33 % beziehungsweise von 2,5 % bis 3,3 % und sehr großzügig gerechnet von 0,49% bis 4,9 % aller Katholiken, für welche nach dem Willen mancher Synodenväter die Lehre Christi und die kirchliche Disziplin geändert werden soll. Es ist also eine verschwindend kleine Minderheit, für welche man die übrigen 94,9% bis 99, 75% Katholiken diskriminiert, welche auch sündigen und gegen viele Versuchungen ankämpfen, aber nicht in einer permanenten Todsünde der Art (1) bis (3) leben und in diesem Zustand von sich aus eine sakrilegische Kommunion empfangen wollen. Die meisten Angehörigen der Gruppe (1) bis (3) haben davor noch Angst.

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[1] Mehr dazu http://www.cfnews.org/page88/files/d9316b1dfdf813d95b197bee8640f489-219.html

[2] Ja, es sind wirklich seine. http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/08/progressive-exultation-this-pope-will.html

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung

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