Zwei Kardinäle und drei Bischöfe – ein neuer Syllabus ist besser als Nichts!

Wie Ann Barnhardt unter Berufung auf National Catholic Register informiert, haben sage und schreibe fünf Hierarchen der katholischen Kirche (d.h. 0,094% von 5.304 Bischöfen, das Pareto-Prinzip lässt grüßen) ein Dokument zur Bekräftigung der katholischen Lehre mit dem Titel „Die Kirche des lebendigen Gottes – die Säule und das Bollwerk der Wahrheit“ (1 Tim 3, 15) herausgegeben.

Wer sind sie?

Es handelt sich dabei um:

  • Kardinal Raymond Burke, den Patron des Souveränen Malteserordens,
  • Kardinal Janis Pujats, Emeritierter Erzbischof von Riga – Lettland,
  • Erzbischof Tomasz Peta, Ordinarius von Astana – Kasachstan,
  • Erzbischof Jan Pawel Lenga, Emeritierter Bischof von Karaganda – Kasachstan,
  • Bischof Athanasius Schneider, Weihbischof von Astana – Kasachstan.

Wir finden in dieser Zusammenstellung zwei Emeriti (Pujats und Lenga), einen quasi Emeritus (Burke), einen Weihbischof (Schneider) und einen Bischof Ordinarius (Peta). Was die Nationalitäten angelangt liegen die Polen vorn (Peta und Lenga), gefolgt von einem Deutsch-Russen und wohl auch Deutschen (Schneider), einem Letten (Pujats) und einem Amerikaner (Burke). Kirchenpolitisch gesehen ist es um katholische Orthodoxie am besten in Kasachstan bestellt oder allgemein im ehemaligen Ostblock, denn Pujats ist Lette und Lenga wohnt derzeit in Polen. Burke ist US-Amerikaner und ist der ehemals Ranghöchste unter ihnen. Dennoch eine reale Kirchenmacht repräsentiert Erzbischof Peta und er hat am meisten zu verlieren.

Was schreiben sie?

Sie stellen auf 8 Seiten 40 Punkte der katholischen Lehre in folgenden Themenblöcken zusammen :

  1. Fundamente des Glaubens,
  2. Glaubensbekenntnis,
  3. Das Gesetz Gottes
  4. Sakramente

Der erste Abschnitt enthält zwei Punkte, der zweite 9, der dritte 17 und der letzte 10 Punkte. Es wird das dargestellt und bekräftigt, was derzeit unter Bergoglio in Frage gestellt oder verleugnet wird. Bevor wir alles übersetzen, wollen wir ein paar Beispiele nennen:

Fundamente des Glaubens

1. Die richtige Bedeutung der Ausdrücke “lebendige Tradition”, “lebendiges Lehramt”, “Hermeneutik der Kontinuität “und „ Entwicklung der Lehre“ schließen die Wahrheit ein, was auch immer neue Einsichten in Bezug auf die Hinterlegung des Glaubens zum Ausdruck gebracht sein mögen, sie können dennoch nicht im Widerspruch zu dem stehen, was die Kirche immer im gleichen Dogma, im gleichen Sinne und in der gleichen Bedeutung dargestellt hat (siehe I. Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Sess. 3, c. 4: “in eodem dogmate, eodem sensu, eademque sententia”).

Glaubensbekenntnis

4. Nach der Einführung des Neuen und Ewigen Bundes in Jesus Christus kann niemand mehr gerettet werden durch Gehorsam gegenüber dem Gesetz Moses allein, ohne Glauben an Christus als wahren Gott und einzigen Retter von Menschheit (siehe Röm 3:28; Gal 2:16).

Das Gesetz Gottes

16. Einer Frau, die ein Kind in ihrem Mutterleib empfangen hat, ist es nach Naturrecht und göttlichem Gesetz verboten dieses menschliche Leben in ihr zu töten, eigenständig oder durch andere. direkt oder indirekt (siehe John Paul II., Enzyklika Evangelium Vitae, 62).

Sakramente

35. Das Bußsakrament ist das einzige gewöhnliche Mittel, wodurch die nach der Taufe begangenen schwere Sünden erlassen werden können, und nach dem göttlichen Gesetz müssen alle diese Sünden nach Anzahl und Art bekannt werden (Siehe Konzil von Trient, Sess. 14, can. 7).

Was wird das bringen?

Leider wenig, denn die Hierarchen halten sich an die Strategie den Übeltäter und Häretiker – Bergoglio – nicht beim Namen zu nennen und der Häresie nicht anzuklagen, wozu sie im letzten Offenen Brief an die Bischöfe aufgefordert wurden, von Menschen, die mehr zu verlieren hatten als sie. Die fünft Verfasser benennen stattdessen recht abstrakt das, was fälschlicherweise gelehrt wird, ohne zu sagen wer es wo verbreitet. Aber ohne eine deutliche Häresieanklage seitens der Kardinäle oder Bischöfe – und dieses Schreiben ist eben keine formelle Anklage – wird sich nichts ändern. Das häretische Gift wird weiterverbreitet, und zwar von der höchsten kirchlichen Stelle. Natürlich ist es schön zu erfahren, dass es noch Bischöfe gibt, obwohl nicht in Westeuropa, die Katholisches von Nicht-Katholischem unterscheiden können und dies sogar schriftlich tun. Aber die Aufgabe der Kardinäle und Bischöfe ist nicht etwas zu schreiben, sondern etwas zu tun. Und dazu reicht der Mut leider nicht. Aber seien wir froh darüber, was wir haben, denn im deutschsprachigen Raum, zu welchem Kasachstan zu sehr bedingt zählt, haben wir wenig zu lachen. Wir werden diesen Text nach und nach übersetzen und kommentieren und Sie können ihn bei uns lesen. Das Original findet sich hier.

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