Zwei Kardinäle und drei Bischöfe, Erklärung der Wahrheiten (4 von 8)

In dem Teil das Gesetz Gottes nehmen die Unterzeichner Amoris Laetitia aufs Korn, welche schon in anderen Initiativen kritisiert worden ist, siehe unser Archiv

Was ist so schlimm an Amoris Laetitia?

Dass sie drei Dinge behauptet:

  1. man muss sündigen, denn Gott hält einem die Gnade vor,
  2. die sittlichen Normen (“Du sollst nicht ehebrechen”) sind ein Ideal, aber keine Pflicht,
  3. man sündigt eigentlich nicht, wenn man sündigt.

Das ist, wie richtigerweise Prof. Seifert feststellte, das Ende einer jeden Moral. Denn  einerseits behauptet AL, dass die subjektive Norm gilt und man kann objektiv in Todsünde leben, ohne es subjektiv zu sein oder ‘so zu empfinden’, andererseits sind die Normen des Evangeliums unerreichbar, insbesondere was das Sechste Gebot anbelangt. Um es ganz einfach auszudrücken:

Eigentlich ist X nicht ok. Wenn ich es aber tu und zwar unter Umständen a bis f, dann ist es ok!

Wenden wir diesen Satz auf alle unsere Verpflichtungen an: Steuerhinterziehung, Kirchensteuerboykott, Nichteinhaltung der Verkehrsvorschriften, fehlende Körperhygiene, Unterschlagung, Mord etc. , etc. , etc. Unsere Pastoralassistentin wird zwar sagen, dass Gesetze im weltlichen Bereich durchaus ok sind, die o.a. Ausnahme gilt nur für das Sechste Gebot für Katholiken nach Amoris Laetitia. Und wenn das kein Argument ist….

Das Gesetz Gottes

  1. Eine gerechtfertigte Person hat die notwendige Kraft, mit Gottes Gnade die objektiven Forderungen des Göttlichen Gesetzes zu erfüllen, weil alle Gebote Gottes für den Gerechtfertigten möglich sind. Wenn die Gnade Gottes den Sünder rechtfertigt, bewirkt sie kraft ihrer Natur eine Abkehr von allen schweren Sünden (vgl. Konzil von Trient, Dekret über die Rechtfertigung, Kap. 11; Kap. 13).
  2. „Die Gläubigen sind verpflichtet, die spezifischen, von der Kirche im Namen Gottes, des Schöpfers und Herrn, vorgelegten und gelehrten sittlichen Gebote anzuerkennen und zu achten. (…) Die Gottesliebe und die Nächstenliebe sind nicht zu trennen von der Einhaltung der Gebote des Bundes, der im Blut Jesu Christi und durch die Gabe des Geistes erneuert wurde“ (Johannes Paul II., Veritatis splendor, 76). Gemäß der Lehre derselben Enzyklika ist die Meinung derjenigen falsch, die „glauben, die freie und bedachte Wahl von Verhaltensweisen, die den Geboten des göttlichen und des Naturgesetzes widersprechen, als sittlich gut rechtfertigen zu können.“ Deshalb „können sich diese Theorien nicht auf die katholische moralische Tradition berufen“ (Ebd.).
  3. Alle Gebote Gottes sind gleich gerecht und barmherzig. Deshalb ist die Meinung falsch die sagt, dass eine Person durch den Gehorsam im Bezug auf ein göttliches Verbot – wie z. B. das sechste Gebot, die Ehe nicht zu brechen – durch diesen Akt des Gehorsams gegen Gott sündigen, sich selbst moralisch schädigen, oder gegen eine andere Person sündigen kann.
  4. „Kein Umstand, kein Zweck, kein Gesetz wird jemals eine Handlung für die Welt statthaft machen können, die in sich unerlaubt ist, weil sie dem Gesetz Gottes widerspricht, das jedem Menschen ins Herz geschrieben, mit Hilfe der Vernunft selbst erkennbar und von der Kirche verkündet worden ist“ (Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium Vitae, 62). Es gibt moralische Prinzipien und moralische Wahrheiten, die in der göttlichen Offenbarung und im natürlichen Sittengesetz enthalten sind, die negative Verbote einschließen, die bestimmte Arten von Handlungen absolut verbieten, insofern als diese Art von Handlungen immer ein schweres Unrecht hinsichtlich ihres Objekts darstellen. Daher ist die Meinung falsch, dass eine gute Absicht oder eine gute Folgetat ausreichend sei oder sein könne, um die Durchführung solcher Handlungen zu rechtfertigen (vgl. Konzil von Trient, sess. 6 de iustificatione, c. 15; Johannes Paul II., Apostolische Exhortation, Reconciliatio et Paenitentia, 17; Enzyklika Veritatis Splendor, 80).

 

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