Zwei Kardinäle und drei Bischöfe, Erklärung der Wahrheiten (8 von 8)

Am Ende der Erklärung der Wahrheiten der Unterzeichner erfolgen Bemerkungen zur Beichte und zum Zölibat. Der Kreis schließt sich. Ebenso wie die gefallenen Dämonen so haben auch die gefallenen, sakrilegischen Geistlichen etwas Vampirisches an sich. Sie wollen die Anderen zu einem ihresgleichen machen und genauso unglücklich wie sie selbst. Siehe die Ausführungen von Ann Barnhardt über die diabolischen Narzissten. Begeht ein Priester eine Todsünde wie die der Unzucht, wie es wohl 95% tun, wird daraus eine habituelle Sünde wie z.B. des Konkubinats oder Stricherdiensten, weil man “Frieden mit sich selbst und seinen Bedürfnissen geschlossen hat”, dann lebt man dauernd in einem Sakrileg.  In einer schweren habituellen Sünde also. Man begeht aber bei einem Zölibatsbruch jedesmal eine vielfache Sünde:

  1. der Unzucht,
  2. des Treuebruchs, denn man ist mit der Braut- Kirche geistig verheiratet,
  3. des Wortbruch dem Bischof gegenüber, dem man ein Zölibatsversprechen geleistet hat,
  4. der Inzucht, denn der Priester ist der geistliche Vater einem jeden Gläubigen oder gar Menschen gegenüber,
  5. des Sakrilegs, weil der eigene Leib geheiligt ist und Christus gehört. Man ist ein geweihtes Gefäß. 

Zölibatsbruch ist also absolut verheerend für die Spiritualität des Priesters und seine geistliche Sicht der Dinge. Man wird blind, man verliert den Glauben, man hasst alles Heilige und diejenigen, die es schätzen – “die Fundamentalisten”, “die Katholen” – natürlich auch. Daher möchte man möglichst viele Menschen verderben und vom Heiligen wegführen. Nach den soziologischen Untersuchungen von Prof. Baniak steht bei den Gründen für die priesterliche Identitätskrise an erster stelle der Zölibatsbruch, an zweiter die fehlende eigene Beichtpraxis. All das wird dann, leider auch von Baniak, als “Krise des zölibatären Priestertums” verpackt, als ob es ein anderes Priestertum gäbe. Die gefallenen Priester beichten selbst nicht und nehmen sehr ungern anderen die Beichte ab. Das erklärt auch, warum in D, A und CH es keine Beichte kurz vor der Messe gibt, wie es in anderen Ländern der Fall ist. Daher auch die Idee, wie sie in Amoris Laetitia steht, allen ohne Beichte die Kommunion zu spenden oder wenigstens die Lossprechung ohne Reue zu erteilen, wenn einer schon kommt. Man überträgt also seine eigene priesterliche Situation 1:1 auf die Gläubigen. Das Vat. II wurde durch eine lange Krise des Priestertums vorbereitet, denn auf solche Ideen, wie dort vertreten wurden, kommt kein normaler Priester; das Vat. II hat die Krise des Priestertums vertieft und alles deutet darauf hin, dass das die “Amazonas-Synode” als Abschluss von Vat. II das katholische Priestertum aufheben wird. Dann brauchen unsere lieben Geistlichen, die nicht priesterlich leben, sich nicht mehr schuldig zu fühlen, weil sie keine Priester mehr sind. Beten wird darum, dass es nicht so kommt.

  1. Das Sakrament der Buße ist das einzige ordentliche Mittel, durch das schwere Sünden, die nach der Taufe begangen wurden, vergeben werden, und nach göttlichem Gesetz müssen alle solche Sünden nach Anzahl und Art gebeichtet werden (vgl. Konzil von Trient, sess. 14, can. 7).
  2. Nach göttlichem Gesetz darf der Beichtvater das Beichtsiegel unter keinen Umständen verletzen. Keine kirchliche Autorität hat die Vollmacht, ihn vom Siegel des Sakraments zu dispensieren, und die staatliche Gewalt ist gänzlich unbefugt, derartiges anzuordnen (vgl. Kodex des Kanonischen Rechts 1983, can. 1388 § 1; Katechismus der Katholischen Kirche 1467).
  3. Gemäß dem Willen Christi und der unveränderlichen Tradition der Kirche darf das Sakrament der Eucharistie jenen nicht gespendet werden, die im öffentlichen Stand einer objektiven schweren Sünde leben, und die sakramentale Lossprechung darf jenen nicht erteilt werden, die ihrer Ablehnung Ausdruck verleihen, mit dem göttlichen Gesetz übereinzustimmen, auch wenn ihre mangelnde Bereitschaft nur eine einzige schwere Materie betrifft (vgl. Konzil von Trient, sess. 14, c. 4; Johannes Paul II., Brief an den Großpönitentiar Kardinal William W. Baumvom 22. März 1996).
  4. Gemäß der beständigen Überlieferung der Kirche, darf das Sakrament der Heiligen Eucharistie jenen nicht gespendet werden, die eine Wahrheit des Katholischen Glaubens leugnen, indem sie formell ihre Anhängerschaft an eine häretische oder eine offiziell schismatische christliche Gemeinschaft bekennen (vgl. Kodex des Kanonischen Rechts 1983, can. 915; 1364).
  5. Das Gesetz, durch das die Priester verpflichtet sind, vollkommene Enthaltsamkeit im Zölibat zu beobachten, hat seinen Ursprung im Beispiel von Jesus Christus und gehört zur immerwährenden apostolischen Tradition in Übereinstimmung mit dem beständigen Zeugnis der Kirchenväter und der Römischen Päpste. Aus diesem Grund darf dieses Gesetz in der Römischen Kirche nicht abgeschafft und ein optionaler priesterlicher Zölibat auf regionaler, oder universaler Ebene eingeführt werden. Das beständig gültige Zeugnis der Kirche hält fest, dass das Gesetz der priesterlichen Enthaltsamkeit „keine neuen Gebote aufstellt und dass diese Gebote beobachtet werden sollten, weil sie von einigen durch Unwissenheit und Trägheit nicht befolgt wurden. Diese Gesetze gehen dennoch auf die Apostel zurück und sie wurden durch die Väter festgelegt, wie geschrieben steht: ‘Seid also standhaft, Brüder und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief!’ (2 Thess. 2, 15). Es gibt in Wahrheit viele, die durch Verachtung der Verordnungen unserer Vorväter die Keuschheit der Kirche, durch ihre Anmaßung verletzten und dabei das Gericht Gottes nicht fürchtend, dem Willen der Menschen folgten“ (Papst Siricius, Dekretale Cum in unumvom Jahr 386).
  6. Durch den Willen Christi und die göttliche Verfassung der Kirche können nur getaufte Männer (viri) das Weihesakrament empfangen, sei im Bischofsamt, im Priestertum, oder im Diakonat (vgl. Johannes Paul II., Apostolischer Brief Ordinatio Sacerdotalis, 4). Zudem ist die Aussage falsch, dass nur ein Ökumenisches Konzil diese Angelegenheit definieren kann, weil die Lehrautorität eines Ökumenischen Konzils nicht weiter greift als die des Römischen Papstes (vgl. 5. Laterankonzil, 11. Sitzung; 1. Vatikanische Konzil, 4. Sitzung, 3. Kap, Nr. 8).

31.Mai 2019

Kardinal Raymond Leo Burke, Patron des Souveränen Malteserordens
Kardinal Janis Pujats, emeritierter Erzbischof von Riga
Tomash Peta, Erzbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana
Jan Pawel Lenga, emeritierter Erzbischof-Bischof von Karaganda
Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana

 

 

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