Tradition und Glauben

14. September: Kreuzerhöhung

Lesungen des alten Breviers (Divino afflatu von 1910) zum heutigen Fest.
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Evangelium zum Fest Kreuzerhöhung

Joh 12, (31) 32 – 36

(Jetzt ergeht das Gericht über die Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen werden.) Und ich, wenn ich von der Erde erhöhet bin, werde alles an mich ziehen. (Dies sagte er aber, um anzudeuten, welchen Todes er sterben werde.)

Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetze gehört, daß Christus bleibt in Ewigkeit; wie sagst du denn: Der Menschensohn muß erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? Jesus aber antwortete ihnen: Noch eine kurze Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, so lange ihr das Licht habet, damit euch nicht die Finsternis überfalle; und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.

So lange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes seiet. Als Jesus dies gesagt hatte, verbarg er sich vor ihnen.

Predigtext des Kirchenvaters,

4. Lesung Der persische König Chosroas schaffte in der letzten Zeit des Kaisers Phokas, nachdem er Ägypten und Nordafrika in seine Gewalt bekommen, Jerusalem erobert und daselbst viele Tausende von Christen niedergemetzelt hatte, das Kreuz Christi des Herrn, das Helena auf dem Kalvarienberg aufgestellt hatte, nach Persien weg. Darum bat Heraklius, der Nachfolger des Phokas, durch die vielen Mühen des Mühen des Krieges und die Not veranlasst, um Frieden, den er von dem durch die Siege übermütig gewordenen Chosroas nicht einmal auf Grund unwürdiger Bedingungen erlangen konnte. Daher verlegte er sich in dieser höchsten Gefahr auf ununterbrochenes Fasten und Beten und flehte Gottes Hilfe in innigster Weise an; auf dessen Eingebung rüstete er ein Heer aus, griff den Feind an und besiegte drei Heerführer des Chosroas mit ihren drei Heeren.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

5. Lesung Infolge dieser Niederlagen gebrochen, bestimmte Chosroas auf der Flucht, auf der er sich anschickte, den Tigris zu überschreiten, seinen Sohn Medarses zum Teilhaber an der Regierung. Da aber der ältere Sohn des Chosroas, Siroes, dies als eine Beleidigung mit schwerer Kränkung aufnahm, sann er darauf, den Vater und den Bruder zu ermorden; und dies führte er nicht lange darauf bei beiden, die er als Flüchtlinge zurückbringen ließ, aus und erlangte von Heraklius das Königsrecht unter Annahme gewisser Bedingungen, unter denen die erste die war, daß er das Kreuz Christi, des Herrn zurückgeben sollte. Also wurde das Kreuz vierzehn Jahre, nachdem es in die Gewalt der Perser gekommen war, zurückgewonnen. Dieses trug bei seiner Rückkehr nach Jerusalem Heraklius in großer Feierlichkeit auf einen Schultern auf denselben Berg zurück, auf den es der Herr getragen hatte.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

 

6. Lesung Dieses Ereignis wurde durch ein ganz deutliches Wunder in seiner Bedeutung hervorgehoben. Denn Heraklius wurde, so wie er mit Gold und Perlen geziert war, gezwungen, am Tore Halt zu machen, das zum Kalvarienberge führte. Je mehr er nämlich sich bemühte, voranzukommen, um so mehr schien er zurückgehalten zu werden. Als darüber Heraklius selbst und die übrigen alle staunten, sagte Jerusalems Bischof Zacharias: Gib acht, Kaiser, daß du in diesem Triumphsgewande bei dem Tragen des Kreuzes ja nicht die Armut und die Demut Jesu Christi nachbildest. Da warf Heraklius die überreiche Gewandung ab, zog die Schuhe aus und, nachdem er sich mit einem ärmlichen Umhang bekleidet, legte er mit Leichtigkeit den übrigen Weg zurück und stellte das Kreuz auf derselben Stelle des Kalvarienberges auf von der es durch die Perser weggeschafft worden war. Darum begann das Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes, das an diesem Tage jährlich begangen wurde, als feierlicher zu gelten wegen des Andenkens an die Tatsache, daß es dorthin von Heraklius zurückgebracht wurde, wo es zuerst für den Heiland aufgestellt worden war.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott, Du erfreust uns am heutigen Tage durch die jährliche Feier der Erhöhung des heiligen Kreuzes; wir bitten Dich nun: laß uns im Himmel sie Früchte der Erlösungstat Dessen, [nämlich Jesu Christi] erlangen, dessen Geheimnis wir auf Erden erkannt haben. Durch Ihn, unsern Herrn. Amen.

 

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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