Proprium missae – In Assumptione Beatae Mariae Virginis

INTROITUS
Ap 12:1
Signum magnum appáruit in coelo: múlier amicta sole, et luna sub pédibus eius, et in cápite eius coróna stellárum duódecim
Ps 97:1
Cantáte Dómino cánticum novum: quóniam mirabília fecit.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. AmenAp 12:1
Signum magnum appáruit in coelo: múlier amicta sole, et luna sub pédibus eius, et in cápite eius coróna stellárum duódecim
Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, zu ihren Füßen der Mond, auf ihrem Haupte ein Kranz von zwölf Sternen.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn Wunderbares hat Er getan.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, zu ihren Füßen der Mond, auf ihrem Haupte ein Kranz von zwölf Sternen.

GRADUALE
Ps 44:11-12; 44:14
Audi, fília, et vide, et inclína aurem tuam, et concupíscit rex decórem tuum.
V. Omnis glória eius fíliæ Regis ab intus, in fímbriis áureis circumamícta varietátibus.
Höre, o Tochter, sieh und neige dein Ohr: nach deiner Schönheit sehnt Sich der König. V Die Königstochter, festlich bereitet, hält ihren Einzug; von Gold gewoben sind ihre Gewande.

ALLELUIA
Allelúia, allelúia.
V. Assumpta est María in coelum: gaudet exércitus Angelórum. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
V Aufgenommen in den Himmel wurde Maria! Es frohlocken die Heere der Engel. Alleluja.

OFFERTORIUM
Gen 3:15
Inimicítias ponam inter te et mulíerem, et semen tuum et semen illíus.
Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinen Sprossen und ihrem Sohn.

COMMUNIO
Luc 1:48-49
Beátam me dicent omnes generatiónes, quia fecit mihi magna qui potens est.
Selig preisen mich alle Geschlechter, denn Großes hat mir getan der Allmächtige.
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Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 – Mariae Himmelfahrt

Evangelium des Festes Mariä Himmelfahrt

Lk 1, 41 – 50

Sobald Elisabeth den Gruß Marias vernahm, frohlockte das Kind in ihrem Schoße. Elisabeth wurde vom Heiligen Geiste erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Du bist gebendeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Woher wird mir die Gnade, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, sobald dein Gruß an mein Ohr drang, frohlockte das Kind vor Freude in meinem Schoße. Selig, die geglaubt hat, daß in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn gesagt ward.“ Da sprach Maria:

Hochpreiset den Herrn meine Seele, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heil. Denn er hat in Gnaden herabgeschaut auf seine niedrige Magd. Seht, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter. Denn Großes hat an mir getan, der mächtig und dessen Name heilig ist. Sein Erbarmen waltet von Geschlecht zu Geschlecht über denen, die ihn fürchten.“

Predigt vom Hl. Johannes von Damaskus
Orátio 2 de Dormit. B. M. V., post init.
Heute läßt sich die heilige und beseelte Bundeslade des lebendigen Gottes, die in ihrem Schoße ihren Schöpfer empfangen hat, im Tempel des Herrn nieder, der nicht von irgendwelchen Händen aufgebaut ist; und ihr Vater David jubelt und mit ihm führen die Engel Reigen auf und es feiern sie die Erzengel, es rühmen sie die Mächte, es hüpfen die Fürsten, die Kräfte gesellen sich zur Freude, es jubeln die Herrschaften, die Throne feiern ein Fest, die Cherubim loben sie, die Seraphim künden ihre Herrlichkeit. Heute nimmt der Adam des neuen Eden den belebten Lustgarten zu sich, in dem die Verdammnis weggenommen ist, in dem der Baum des Lebens gepflanzt ist, in dem unsere Nacktheit umhüllt worden ist.
V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Verzeihe, o Herr! wir flehen, die Fehler deiner Diener, auf daß wir, die wir durch unsere Thaten, dir nicht gefallen können, gerettet werden durch die Fürbitte der Mutter deines Sohnes, unsers

Herrn! Amen.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (29). Selbsterfahrung, Selbstvollzug und Empathie

 

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

 

Als DSDZ am letzten Sonntag die wieder einmal grauenvolle Predigt eines Priesters, der auch die Alte Messe liest  über sich ergehen ließ, so dachte er, wie gut es doch ist, dass katholische Priester sechs Jahre lang im Priesterseminar von der Welt abgesondert werden, um die Perspektive Gottes kennen zulernen und alle Dinge von Gott her beurteilen zu können. Denn spirituelle Unterweisung kommt  von den Mönchen, den Eremiten, welche fort gingen, um als Einzelner/Einsamer – monachos Gott das Eine – monas– kennen zulernen, wie es hl. Hieronymus fasste. Der Priester, von dem die Rede ist, ist diesen Weg nicht gegangen, was bei allem, was er predigt leider sehr zum Nachteil sichtbar wird. Wir wollen an dieser Stelle nicht den traurigen Zustand unserer Seminare samt McCarrick-Geschichten betrachten, sondern gleich zum Idealfall übergehen, welcher eigentlich der Realfall ist, weil es sonst nicht funktioniert.

Man braucht sehr viel Selbsterkenntnis und Selbsterforschung, um das, was man in sich selbst wahrnimmt bei anderen feststellen zu könnnen. Wir sprechen hier vom geistlichen Leben, nicht vom Suhlen im Sündenpfuhl. DSDZ hat schon viele Sportarten betrieben, er singt auch und weiß, dass ein Sänger eine sehr spezifische Körperwahrnehmung entwickeln muss, um selbst zu spüren, wie sich z.B. hohe Töne „anfüllen“ und andere, falls es dazu kommt, darin zu unterrichten. Gesangsunterricht ist schwierig, denn man arbeitet mit Bildern und Metaphern, um den anderen zu dieser speziellen Körperwahrnehmung zu führen. Eine Gesangslehrerin von DSDZ sagte:

„Das ist dieser Ton. Merken Sie sich, wie Sie es gemacht haben und machen es immer so“.

Dies ist leichter gesagt als getan, es braucht viel Übung bis man diese Bewegungen automatisiert. Es gibt durchaus Menschen, die es intuitiv immer richtig machten. Diese brauchen es nicht zu lernen und wissen nicht, wozu diese Theorie gut sein soll.

„Entweder man kann singen oder man kann es nicht. Punkt.“, sagen sie.

Und durch diese Gesangsmetapher kommen wir zur Geistesunterscheidung und zum inneren Leben. Während man den Gesang in sich selbst produziert, arbeitet die Gnade in uns und der böse Feind ficht uns in uns selbst an. Diese warmen und kalten Gnadenströme können sich bei anderen Personen durchaus anders anfühlen, weil sich die Menschen gerne verstellen und der Feind die Wahrnehmung trübt. Aber ohne die eigene Erfahrung als Lehrmeisterin, um mit Kardinal Bona zu sprechen, können wir niemanden helfen, weil wir gar nicht feststellen können, was in ihm vorgeht. Deswegen erfordert das geistliche Leben Schweigen und Einsamkeit, um diese Selbstbeobachtung einüben zu können. Deswegen können Eheleute, die noch Kinder haben und die ehelichen Pflichten absolvieren, zu dieser subtilen Selbsterkenntnis nicht kommen, weil sie viel zu sehr mit äußeren Faktoren (Das Kind hat den Hund gebissen und der Hund biss zurück) beschäftigt sind. Daher der Zölibat. Aber ebenso verhält es sich mit Tugendübung. Hat niemand sich der Tugend der Geduld gewidmet, um zu wissen, wie weit er kommt und wie weit man kommen kann, so kann er doch auch nicht anderen helfen. Im Fitnessstudio trifft man immer Männer, die sich dem Bankdrücken oder der Beinmuskulatur sehr gewidmet haben, man sieht es ihnen an und man kann manchmal gute Trainingstipps von ihnen bekommen. Denn sie tun ja was. Den traditionellen Seitenschlag auf unsere lieben Geistlichen, die es so schwer haben, sparen wir uns an dieser Stelle, weil unsere Leser diese Gedankengänge selbstständig entwickeln können. Um die Klammer zum Priesterseminar zu schaffen, ist an dieser Stelle festzustellen, dass nur die zeitweise Isolation von der Welt auf Gott die Augen öffnet, da man ja als Priester die Welt mit Gottes Augen zu sehen und zu beurteilen hat. Doch diese Perspektive muss man sich mühsam mit Hilfe der Gnade erarbeiten. Durch Selbstbeobachtung im Lichte des göttlichen Gesetzes und mit Tugendübung. Dann ist man anderen auch nützlich.

 

 

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gennario

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Priestertum und Zölibat (6 von 12): Untersuchung der Einwände gegen das Zölibat (iii) Auf Glaubensabfall folgt Zölibatsbruch.

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Wir haben mehr als einmal darüber geschrieben. Wie sieht der „Glaubensverlust“, wie es so hoch romantisch heißt, eigentlich in Praxis aus:

  1. Er betet nicht.
  2. Er beichtet nicht.
  3. Er glaubt immer weniger, weil die Glaubenswahrheiten „seiner konkreten Lebenswirklichkeit“ angepasst werden müssen.
  4. Er hat einmal Sex.
  5. Er hat immer mehr Sex mit wechselnden Partnerinnen/Partnern.
  6. Er legt sich auf eine Konkubine fest, weil es so bequemer ist.
  7. Er engagiert sich „Wir sind die Kirche“ sowie für die „Aufhebung des Zwangszölibats“.

Es ist widerwärtig und kein Grund ihn zu bedauern. Ja, wir haben ausreichend viel für ihn gebetet.

Auf Glaubensabfall folgt Zölibatsbruch

  1. Obwohl im Zuge der sexuellen Revolution oft und gerne behauptet wird, dass die Sexualität ein menschliches Grundbedürfnis darstellt, so ist, psychologisch gesehen, das eigentliche Grundbedürfnis das Bedürfnis nach Nähe (intimacy).[1] Wird das letztere Bedürfnis, welches das Suchen nach Selbstachtung, Identität, Freundschaft und Wertschätzung widerspiegelt, anders als sexuell befriedigt, so spielt die sexuelle Komponente in den zwischenmenschenschlichen Beziehungen eine geringere Rolle und das Zölibat selbst wird als befreiend und bereichernd erfahren.[2]

a. Aus mehreren Befragungen von Geistlichen zum Thema Zölibat geht hervor, dass sowohl diejenigen, die das Zölibat halten, als auch diejenigen, die diese Lebensweise aufgegeben haben, den größten Vorzug des Zölibats in der Quantität und Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen sehen.[3]

b. So berichten viele Zölibatäre von einer Entwicklung ihrer interpersonellen Fähigkeiten, vom wachsenden Mitgefühl, Offenheit und Sensibilität. Einer der Respondenten legt diese Entwicklung wie folgt dar: „Es entsteht eine Freiheit, die Freiheit großherzig und authentisch zu lieben, großherzig ohne ausschließlich sein zu müssen und [durch die Wahl des Einzelnen] alle anderen auszuschließen“.[4] Die Möglichkeit die altruistische Liebe vielen Menschen auf verschiedene Art und Weise, unter Ausschließung des beschränkenden, sexuellen Aspekts, mitteilen zu können, wird als eine große Freiheit empfunden. Als ebenso befreiend wird die Erfahrung beschrieben von mehr als einer Person geliebt zu werden. Dass die Möglichkeit dieser Art der allumfassenden und nicht beschränkten Liebe im Familienalltag nicht gegeben ist, geht aus den Aussagen der verheirateten Ex-Zölibatäre hervor.

c. Dass der Aufgabe der zölibatären Lebensweise in den meisten Fällen eine langjährige, spirituelle Krise vorausgeht,[5] wird unter anderem daran deutlich, dass ein dauernder Verstoß gegen die zölibatäre Ordnung, scil. Konkubinat, bei den untersuchten niederländischen Respondenten erst in ihren späten Vierzigern, also mindestens zehn Jahre nach ihrer Priesterweihe, stattfand. [6]

  1. Eine spirituelle Krise, welche als „Verlust der Gottesnähe“ und daraus folgende Sinn- und Identitätskrise umschrieben wird, erfolgt aber fast immer dann, wenn das Gebetsleben des Priesters schwindet und schließlich ganz aufgegeben wird. Wie die spirituelle Literatur lehrt, wird gerade im Gebet, besonders beim betrachtenden Gebet, d.h. in der Meditation, die Liebe und Anwesenheit Gottes tatsächlich erfahren. Diese Erfahrung von Anwesenheit und Liebe wird auch durch diverse neurologisch-medizinische Untersuchungen zum Thema Meditation bestätigt, welche zeigen, dass im Meditationszustand gerade diejenigen Gehirnareale aktiviert werden, welche für das Wahrnehmen von Liebe, zuständig sind.[7]

a. Da man aus der Meditationsforschung weiß, dass das Meditieren alle Stresssymptome senkt, Empathie fördert, Altruismus und soziale Kompetenz steigert,[8] so ist im Umkehrschluss anzunehmen, dass die wachsende Frustration, Traurigkeit und Vereinsamung mancher Priester auf ein fehlendes oder falsches Gebetsleben zurückzuführen ist. Besonders die oft beklagte Einsamkeit ist eher auf ein Auseinanderfallen des Sinngefüges der priesterlichen Existenz als auf die tatsächliche soziale Isolation zurückzuführen.

b. Wie verschiedene Studien zur Einsamkeit darlegen, hat das Einsamkeitsgefühl weniger mit der Anzahl der sozialen Kontakte zu tun, als mit der Möglichkeit „wert- und sinnvolle soziale Beziehungen“ (meaningful social connections) zu knüpfen.[9] Interessanterweise ist das Gefühl der Einsamkeit hauptsächlich mit der Selbstwahrnehmung verbunden. Empfindet ein Individuum sein Leben als sinnlos, so leidet es, aufgrund des geringen Selbstwertgefühls, an Einsamkeit, welche dadurch vertieft wird, dass, wegen des geringen Selbstwertgefühls, soziale Kontakte und soziale Situationen gemieden werden. Umgekehrt besteht eine deutliche Verbindung zwischen dem „geistlichen Wohlergehen“ (spritual well-being), welches ein Sinngefüge vermittelt und der sozialen Kompetenz und allgemeinen Lebenszufriedenheit. [10]

  1. Für die Forderung des Zölibats lassen sich auch religionsgeschichtliche, neurologische und traditionelle Argumente anführen, auf die im Nachfolgenden eingegangen wird.

[1] Manuel, “Religious celibacy”, 292: “Both Goergen [ders., Sexual Celibate, 80] and Brown cite Rollo May: »For human beings, the more powerful need is not for sex per se but for relationships, intimacy, acceptance and affirmation.«“; Hoenkamp-Bisshops Anne M., „Catholic priests and their experience of celibacy“, Journal of Religion and Health 31:4 (1992) 327-336, hier 332.

[2] Hoenkamp-Bisshops, „Catholic priests“, 332; Manuel, “Religious celibacy”, 292; Brown, New Celibacy, 170; Goergen, The Sexual Celibate, 74.

[3] Manuel, “Religious celibacy”, 283-284.

[4] Manuel, “Religious celibacy”, 284.

[5] Dies geht eindeutig aus der Untersuchung von Józef Baniak hervor: Baniak Józef, „Czynniki kryzysu tożsamości kapłańskiej wśród księży rzymskokatolickich w Polsce. Studium socjologiczne“ [=Ursachen für die Krise der priesterlichen Identität. Eine soziologische Untersuchung unter den römisch-katholischen Priestern in Polen], Teologia praktyczna 8 (2007) 209-263. Baniak befragte zum Thema „Krise der priesterlichen Identität“ insgesamt 1063 Ordens- und Weltpriester, darunter 287 Ex-Priester und 744 tätige Priester. Laut Baniak, „Czynniki“, 257 gaben die befragten Ex-Priester für die Krise ihrer priesterlichen Identität, welche schließlich mit dem Amtsverzicht endete folgende Gründe an:

Ursachen für die priesterliche Identitätskrise und den Amtsverzicht Ex-Priester
1 Krise des zölibatären Priestertums 82,3 %
2 Verstöße gegen das Zölibat 81,2 %
3 Vernachlässigung der eigenen Beichtpraxis 72,2 %
4 Vernachlässigung des eigenen (Stunden-)gebets 69,3 %
5 Kritische Beurteilung des eigenen Priesterdienstes innerhalb der Kirche 61,6 %
6 Theatralisierung und Desakralisierung des religiösen Kultes 62,7 %
7 Glaubenskrise und Krise der priesterlichen Frömmigkeit 61,8 %
8 Zweifel an der Notwendigkeit des priesterlichen Dienstes überhaupt 58 %
9 Starke Konflikte mit den kirchlichen Vorgesetzten 58,2 %
10 Vernachlässigung der Predigten und Unterweisungen 60 %
11 Kritik am Priesteramt und der Gemeindeseelsorge 53,3 %
12 Vernachlässigung der Schulkatechese 51 %
13 Fehlende Priesterberufung 52,6 %

Es ist anzunehmen, dass die, unter 3. Bis 13. angeführten Gründe, früher oder später zum Punkt 2. (Verstöße gegen das Zölibat) und schließlich zum Punkt 1. (Krise der zölibatären Priestertums) führen.

[6] Hoenkamp-Bisshops, „Catholic priest”, 329. Ähnliches berichtet Baniak, “Czynniki”, 235-236.

[7] Bei den durchgeführten Gehirnscans wurde deutlich, dass für die neutrale Wahrnehmung von Liebe, sei es romantische, Mutter- oder altruistische Liebe, ein Gehirnareal namens Gyrus Cinguli Arterior (engl. anterior cingulate cortex ACC) zuständig ist: Bartels A. und Zeki S., “The neural basis of romantic love,” Neuro-Report 11 (2000) 3829–3834; diess., “The neural correlates of maternal and romantic love,” Neuroimage 21 (2004) 1155–1166; Beauregard M. und Courtemanche J. et al., “The neural basis of unconditional love”, Psychiatry Research: Neuroimaging 172 (2009) 93-98. Eine andere neurologische Studie zeigt, dass betende Personen Gott als eine real existierende, zu ihnen sprechende Person erfahren, da beim freien Gebet diejenigen Gehirnareale aktiviert werden, welche für die soziale Wahrnehmung zuständig sind. Schljoedt U. et al, “Highly religious participants recruit areas of social cognition in personal prayer”, Social Cognition and Affective Neuroscience 4:2 (2009) 199–207. [Abstract:] “This finding supports our hypothesis that religious subjects, who consider their God to be ‘real’ and capable of reciprocating requests, recruit areas of social cognition when they pray. We argue that praying to God is an intersubjective experience comparable to ‘normal’ interpersonal interaction”.

[8] Wachholtz Amy B. und Pargament Kenneth I., „Is Spirituality a Critical Ingredient of Meditation? Comparing the Effects of Spiritual Meditation, Secular Meditation, and Relaxation on Spiritual, Psychological, Cardiac, and Pain Outcomes“, Journal of Behavioral Medicine 28:4 (2005) 369-384; Cahn Rael B. und Polich John, “Meditation States and Traits: EEG, ERP, and Neuroimaging Studies”, Psychological Bulletin 132/2 (2006) 180-211; Kristeller J. und Johnson T. J., “Cultivating Loving-Kindness: A Two-Stage Model for the Effects of Meditation on Compassion, Altruism and Spirituality”, Zygon 40(2005)391-407.

[9] Eine sehr umfangreiche Studie zu diesem Thema legten vor: Masi Christopher M., Chen Hsi-Yuan et al., „A Meta-Analysis of Interventions to Reduce Loneliness“, Personality and Social Psychology Review 15:3(2011)219-266; vgl. Cacioppo John. T., Hawkley Louise C. et al., „Sociality, Spirituality, and Meaning Making: Chicago Health, Aging, and Social Relations Study“, Review of General Psychology 9:2 (2005) 143-155.

[10] Ellis Jon B. und Smith Peggy C., „Spiritual Well-Being, Social Desiderability and Reasons for Living: Is there a Connection?“, International Journal of Social Psychiatry 37:1 (1991) 57-63; Paloutzian R. F. und Ellison C. W., “Loneliness, spiritual well-being and quality of life”, In: Peplau L. A. und Perlman D. (eds.), Loneliness: A Sourcebook of Current Theory, Re-search, and Therapy, New York: Wiley Interscience 1982,  224–237.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zwölfter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des zwölften Sonntags nach Pfingsten

Lk 10, 23 – 37 (Nachdem Jesus gebetet hatte) wandte er sich an seine Jünger besonders und sprach: „Selig die Augen, die sehen, was ihr seht! Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und sahen es nicht, wollten hören, was ihr hört, und hörten es nicht.“ Und siehe, ein Gesetzeslehrer erhob sich, um ihn auf die Probe zu stellen. Er fragte: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“ Er sprach zu ihm: „Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liest du?“ Jener antwortete: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit allen deinen Kräften und mit deinem ganzen Gemüte und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Er sprach zu ihm: „Du hast recht geantwortet. Du das, wo wirst du das Leben haben.“ Jener aber wollte sich rechtfertigen und fragte Jesus: „Wer ist denn mein Nächster?“ Da nahm Jesus das Wort und sprach: „Ein Mann ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber. Diese plünderten ihn aus, schlugen ihn wund ließen ihn halbtot liegen und gingen davon. Zufällig zog ein Priester denselben Weg hinab. Er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam auch ein Levit dorthin, sah ihn und ging vorüber. Auch ein Samariter kam auf seiner Reise in seine Nähe. Als er ihn sah, ward er von Mitleid gerührt. Er trat zu ihm hin, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Lasttier, brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn. Am andern Tage zog er zwei Denare heraus und gab sie dem Write mit den Worten: Sorge für ihn; was du noch darüber aufwendest, werde ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme. Wer von den dreien hat wohl als Nächster gehandelt an dem, der unter die Räuber gefallen war?“ Jener antwortete: „Der ihm Barmherzigkeit erwiesen hat.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Geh hin und tu desgleichen!“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Priester Beda dem Ehrwürdigen.

Nicht die Augen der Schriftgelehrten und Pharisäer, die nur den Leib des Herrn sehen, sondern jene Augen sind selig, die seine verhüllten Schätze sehen können, von denen es heißt: „Und du hat sie den Kleinen enthüllt“. Selig sind die Augen der Kleinen, denen der Sohn in seiner Herablassung den Vater und sich enthüllt. „Abraham hüpfte auf, als er den Tag, an dem Christus sich offenbart, zu sehen bekam; und er sah ihn und hatte große Freude.“ Auch Isaias und Michäas und viele andere Propheten sahen die Herrlichkeit des Herrn, die deshalb auch Seher genannt wurden; aber alle diese, die ihn aus der Ferne schauten und grüßten, sahen ihn durch einen Schleier und in einem Rätsel.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Barmherziger Gott, durch dessen Gnade deine Gläubigen Dir würdig und wohlgefällig dienen; wir bitten Dich, verleih, daß wir nach deinen Verheissungen eifrig streben und die aufstossenden Hindernisse überwinden! Amen.

Die Don-Leone-Sex-Wochenbeilage

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Anhand der Diskussionen, die unsere Zölibatsreihe auf gloria.tv auslöst, stellen wir fest, dass die allermeisten Katholiken die katholische Lehre über die Ordnung des Geschlechtlichen, um das vermaledeite Wort „Sexualität“ an dieser Stelle nicht zu verwenden, überhaupt nicht kennen. Und interessanterweise diejenigen, die sich für sehr katholisch halten. Die nachkonziliare Kirche hat wirklich die ganze Arbeit geleistet, da wir solche Sätze lesen wie:

„Sexualität hat ihren Ursprung in Gott.“

„Zölibat gab es in der Urkirche nicht. Es ist eine spätere Erfindung.“

Beides stimmt nicht. Beides ist Mainstreamdenken der deutschen Schnittmenge Staat-Staatskirche. Wir werden noch viel, viel schreiben müssen, um überhaupt die katholische Ehelehre darzustellen, denn wenn man sie überhaupt kennt, so kann man sie entweder annehmen oder verwerfen.

Was ist der primäre Ehezweck?

Das Zeugen der Kinder, um:

  1. das Menschengeschlecht zu erhalten,

  2. Seelen Gott und der Kirche zuzuführen,

  3. die Zahl der Erwählten zu vollenden.

     

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Priestertum und Zölibat (5 von 12): Untersuchung der Einwände gegen das Zölibat (ii) Sex ist nicht lebensnotwendig.

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Sex ist nicht lebensnotwendig und viele Menschen, die keine Priester sind, leben sexlos glücklich. Zölibat ist also machbar und möglich.

Sex ist nicht lebensnotwendig

  1. Dass eine ausgelebte Sexualität auch in der Welt nicht unbedingt zu einem glücklichen und erfüllten Leben notwendig ist, zeigt das in der neueren Zeit immer öfter auftretendes Phänomen der Asexualität, in welcher Menschen, die auch in Beziehungen leben oder leben möchten,[1] kein Bedürfnis nach einer sexuellen Interaktion verspüren.[2]

a. Obwohl die Asexualität oder Anaphrodisie sich vom Zölibat grundsätzlich dadurch unterscheidet, dass ihr entweder gar kein oder ein sehr schwach ausgeprägter Geschlechtstrieb zugrundeliegt, welcher, im Gegensatz zum Zölibat, nicht beherrscht oder sublimiert zu werden braucht, so zeigt doch dieses Phänomen, dass ein Leben ohne ausgelebte Sexualität, für manche Menschen, möglich und erfüllend ist.

b. Zwar handelt es sich bei der Asexualität um eine äußerst seltene Erscheinung, welche 1% der Gesamtbevölkerung betreffen kann,[3] dennoch wird die Anaphrodisie neuerdings nicht als eine sexuelle Störung, sondern als eine sexuelle Orientierung betrachtet.[4] Dies zeigt, dass die sexuelle Freiheit auch darin bestehen kann keine Sexualität zu praktizieren.

c. Die Tatsache, dass das Priesterzölibat, von manchen „Zwangszölibat“ genannt, so viele Menschen beschäftigt, welche sich zu dieser Lebensweise gar nicht verpflichten müssen, ist vielleicht ein Indiz für eine tiefe Unzufriedenheit mit dem eigenen Sexualleben der Zölibatskritiker und birgt somit den psychologischen Mechanismus der Projektion in sich, wodurch man die eigene innere Ordnung auf die äußere Welt überträgt.

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