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Sonntag in der Oktav von Christi Himmelfahrt

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Erste Lesung

Anfang des ersten Briefes vom heiligen Apostel Johannes. Derselbe, der vor Anfang war, von dem wir gehört haben, den wir mit unseren Augen gesehen, den wir kennengelernt haben, und den unsere Hände betastet haben als die Wirklichkeit des Lebens, und ihn, der das Leben ist und sichtbar geworden ist, den wir gesehen haben und von dem wir Zeugen sind, und den wir euch als das ewige Leben verkünden, das beim Vater war und uns sichtbar geworden ist; also, was wir gesehen und was wir gehört haben, das tue ich euch kund, damit ihr in Gemeinschaft kommt mit uns, und damit wir in Gemeinschaft treten mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesus Christus. Und das schreibe ich euch, damit ihr Freude habet und damit eure Freude eine vollkommene werde. Und das ist die Kunde, die wir von ihm gehört haben, die ich euch bringe: Gott ist ein Lichtwesen und Dunkel gibt es in ihm gar nicht.

Zweite Lesung

Wenn wir sagen, daß wir mit ihm Gemeinschaft haben und in Werken der Dunkelheit wandeln, dann sind wir Lügner und entstellen die Wahrheit. Wenn wir aber einen dem Licht angepaßten Wandel vorweisen, so wie er selbst aus Licht besteht, dann haben wir mit ihm gegenseitige Gemeinschaft und das Blut seines Sohnes Jesus Christus macht uns von allem Sündhaften frei. Wenn wir sagen, daß wir nichts von der Sünde in uns haben, dann betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit hat in uns keinen Platz. Wen wir unsere Sünden eingestehen, dann ist er der Treue und der Gütige, so daß er uns unsere Sünden abnimmt und uns rein macht von allem, was unrecht ist. Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, dann machen wir ihn zum Lügner und sein Wirken ist nicht in uns.

Dritte Lesung

Meine Kindlein, das schreibe ich euch, damit ihr nicht fehlt. Aber auch wenn einer gefehlt hat, dann haben wir einen Anwalt beim Vater, Jesus Christus, bei dem alles richtig ist; und er ist die Sühne für unsere Verfehlungen; und nicht allein für unsere, sondern auch für die der ganzen Welt. Und dadurch kommen wir zur Erkenntnis, daß wir zu ihm gehören, wenn wir seine Gebote beobachten. Wenn einer sagt, daß er sich zu ihm bekenne, aber seine Gebote nicht hält, der ist ein Lügner, und die Wahrheit hat in ihm keinen Platz. Wer aber das beachtet, was er sagt, in dem ist wahrhaftig die Liebe zu Gott zur Vollendung gelangt und daran erkennen wir, daß wir in Gemeinschaft mit ihm sind. Wer da sagt, daß er in Verbindung mit ihm bleiben will, muß auch selbst einen Lebenswandel haben so, wie er lebt.

Vierte Lesung

Predigt vom heiligen Bischof Augustin. Unser Heiland ist, Geliebteste, in den Himmel aufgestiegen, wir wollen auf der Erde uns nicht verwirren lassen. Dort mag der Geist sein, und alsdann wird hier Ruhe sein. Wir wollen inzwischen mit Christus im Herzen aufsteigen; wenn der von ihm verheißene Tag kommt, dann werden wir ihm auch mit dem Leibe folgen. Wir müssen aber, Brüder, das wissen, daß mit Christus nicht aufsteigt der Stolz, nicht die Habsucht, nicht die Gier nach fleischlicher Lust; keines unserer Laster steigt hinauf mit unserem Arzte. Und wenn wir deshalb darnach verlangen, dem Arzte nach in die Höhe zu steigen, müssen wir unsere Laster und Sünden ablegen. Sie drücken nämlich uns alle gleichsam wie mit Fesseln und gehen darauf hinaus uns in den Netzen der Sünde gebunden zu halten. Und deshalb wollen wir mit Hilfe Gottes nach den Worten des Psalmisten „die von ihnen aufgelegten Bande zerreißen“, damit wir sorgenfrei dem Herrn sagen können: „Du hast zerrissen meine Bande, dir bring ich dar ein Lobesopfer.“

Fünfte Lesung

Die Auferstehung des Herrn ist unsere Hoffnung, die Auffahrt des Herrn in den Himmel ist unsere Verherrlichung. Wir begehen heute die Festlichkeit der Himmelfahrt. Wenn wir also richtig, wenn wir gläubig, wenn wir andächtig, wenn wir heilig, wenn wir fromm die Auffahrt des Herrn feiern, dann wollen wir mit ihm aufsteigen und unsere Herzen erhoben halten. Im Aufsteigen aber wollen wir uns nicht überheben und nicht auf unsere Verdienste, als ob es eigene wären, übermäßiges Vertrauen haben. Wir müssen aber einen zum Herrn erhobenen Sinn haben. Ein hoher, nicht zum Herrn erhobener Sinn wird nämlich Hochmut genannt; der zum Herrn erhobene Sinn aber wird Zuflucht genannt. Seht also, Brüder, ein großes Wunder. Ein hohes Wesen ist der Herr; wenn du dich erhebst, weicht er von dir; wenn du dich erniedrigst, steigt er zu dir herab. Weshalb dies? Weil er „erhaben ist und auf das Kleine gnädig schaut, und das Hohe nur von Ferne ansieht“. Das Niedrige sieht er aus der Nähe an, um es zu erhöhen; das Hohe, d. h. das Hochmütige, beobachtet er aus der Ferne, um es niederzudrücken.

Sechste Lesung

Christus ist nämlich auferstanden, um uns die Hoffnung zu bieten, daß der Mensch aufersteht, der stirbt. Damit wir nicht im Sterben verzweifeln und meinen, daß unser Leben mit dem Tode beendet sei, gibt er uns Gewißheit. Wir waren nämlich besorgt um unsere Seele; und er hat uns durch seine Auferstehung auch bezüglich der Auferstehung des Leibes Zuversicht verschafft. Sei also gläubig, damit du ein Reiner werdest. Zunächst mußt du glauben, damit du durch den Glauben verdienst, später Gott anzuschauen. Willst du also Gott schauen? Höre ihn selbst: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen.“ Zunächst sei also um die Reinigung des Herzens besorgt; was du dort Gott Mißfallendes siehst, das schaffe hinaus.

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, den Geist der Wahrheit, welcher vom Vater ausgeht, so wird er von mir Zeugnis geben. Und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Dieses habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht Anstoß nehmet. Sie werden euch aus den Synagogen ausstoßen; ja, es kommt die Stunde, wo jeder, der euch tödtet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. Und dies werden sie euch thun, weil sie weder den Vater noch mich kennen.

Aber dies habe ich euch gesagt, damit, wenn diese Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, daß ich es euch gesagt habe.

Auslegung vom heilgen Bischof Augustin. Der Herr Jesus hat in der Ansprache, die er seinen Jüngern nach dem Abendmahl, unmittelbar vor seinem leidensvollen Tode, als er sich anschickte, wegzugehen, und sie bezüglich der leiblichen Gegenwart zu verlassen, aber mit allen Seinigen bis zum Ende der Welt in geistiger Gegenwart zusammen zu sein, gehalten hat, sie ermahnt, die Verfolgungen seitens der Glaubensfeinde zu ertragen, die er mit dem Worte „Welt“ benannte; und doch sagte er, daß er „aus dieser Welt seine Jünger auserwählt“ habe, damit sie wüßten, daß sie auf Grund der Gnade Gottes das seien, was sie sind, auf Grund eigener Fehler aber das gewesen seien, was sie waren.

Achte Lesung

Alsdann bezeichnete er als Verfolger, und zwar als seine und als Verfolger der Seinigen ganz deutlich die Juden, damit es ganz klar würde, daß auch diejenigen in dem Ausdruck „verdammungswürdige Welt“ eingeschlossen seien, die die Christen verfolgen. Und als er von ihnen erklärte, daß sie den nicht kennen, von dem er gesandt war, und dennoch den Vater und den Sohn hassen, d. h. denjenigen, der gesandt war und denjenigen, von dem er gesandt war – von alledem habe ich schon in anderen Vorträgen gesprochen – kam er zu der Stelle, in der er sagte: „Damit der Satz erfüllt werde, der in ihrem Offenbarungsbuch also ausgedrückt ist: Sie hassen mich ohne Grund.“

Neunte Lesung

Alsdann fügte er gleichsam als Folgerung das an, wovon ich bei der Ansprache ausgegangen bin: „Wenn aber der Beinstand kommt, den ich euch vom Vater schicken werde, gen Geist der Wahrheit, der wird für mich Zeuge sein und auch ihr werdet als Zeugen für mich auftreten, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.“ Was hat das für eine Beziehung zu dem, was er gesagt hatte: „Nun aber haben sie mich gesehen und hassen doch sowohl mich wie auch meinen Vater, auf daß der Satz erfüllt werde, der in ihrem Offenbarungsbuch also ausgedrückt ist: Sie hassen mich ohne Grund“. Vielleicht deshalb, weil der Heilige Geist, wo er als Geist der Wahrheit kam, diejenigen, die ihn (den Heiland) gesehen hatten und doch haßten, mit einem deutlichen Zeugnis widerlegt hat? Ja, er hat doch sogar einige von denen, die gesehen hatten und doch noch haßten, zum Glauben, der in der Liebe tätig ist, durch die Offenbarung seiner selbst bekehrt.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott, laß uns dir ständig einen unterwürfigen Willen entgegenbringen und deiner Majestät mit aufrichtigem Herzen dienen. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 357 – 361

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