Tradition und Glauben

Der Wille Gottes Teil 9

Beitrag hören
Bewerten Sie den post

V. Praktische Anweisungen

Kommen wir nun zum praktischen Teil. Sehen wir nun im einzelnen, worin wir unseren Willen dem göttlichen Willen vereinigen müssen.

Wir dürfen nur einen einzigen Willen mit Gott zusammen haben in allem, was uns der Naturablauf bringt: außerordentliche Hitze, sehr strenge Kälte, Regen, Mißernten und dergleichen. Hüten wir uns dann vor solchen Ausdrücken: „Welch unerträgliche Hitze, welch schreckliche Kälte, welcher Kummer, welches traurige Schicksal, welche Zeit des Unglücks“, und andere Reden dieser Art, die einen Widerwillen ausdrücken in Hinsicht auf die Fügung Gottes, auf den Willen Gottes. Wir müssen jede Sache wollen, so wie sie Gott schickt; denn es gibt nichts, was von Gott nicht verfügt ist!

Als der hl. Franz von Borgia nachts, als es schneite, bei einem Ordenshaus ankam, klopfte er mehrmals an die Türe, aber es öffnete niemand. Als der Tag gekommen war, brachte man ihm das lebhafteste Bedauern zum Ausdruck, daß man ihn im Freien hatte warten lassen. Aber der Heilige sagte, daß er während dieser Stunden eine süße Tröstung empfunden habe bei dem Gedanken, daß Gott es war, der ihm die Schneeflocken auf die Schultern fallen ließ.

Wir müssen uns dem Willen Gottes in allem vereinigen, was uns im Inneren unserer selbst erreicht, wie die Leiden des Hungers, des Durstes, der Armut, der Trostlosigkeit, der Verdemütigungen. Dies sind ebenso viele Gelegenheiten, immer wieder zu sagen: „Herr, handle so oder so, nach Deinem Gutdünken, ich bin immer zufrieden, ich will nur, was Du willst.“

Bei dieser Gelegenheit rät uns der Pater Rodriguez, was wir bei den Gelegenheiten antworten sollen, bei denen der Dämon manchmal unserem Geist etwas vorgaukelt, um uns in irgendeinen inneren Fehler hineinzuziehen: „Wenn dieser oder jener dieses oder jenes Wort an dich richtet, was wirst du sagen, was wirst du tun? Wir sollen nur eine Antwort haben: Ich werde das sagen oder tun, was Gott will.“ So werden wir weder einen Fehler machen, noch wird eine Unruhe über uns kommen.

Nach der Werbung geht's weiter

Haben wir irgendeinen natürlichen Fehler, geistig oder körperlich, ein schlechtes Gedächtnis, eine lahme Intelligenz, einen Mangel an Behendigkeit, eine gebrechliche Gesundheit: Beklagen wir uns nicht. Welches Recht haben wir denn auf einen erhobeneren Geist oder auf einen besseren Körper? Oder welche Verpflichtung hatte Gott, sie uns zu geben? Wenn Gott uns freigebig etwas zuteil werden ließ, so haben wir darüber nicht zu diskutieren. Danken wir Gott für das, was wir empfangen haben aus lauter Güte, und begnügen wir uns damit, so zu sein, wie Er uns geschaffen hat.

Wer weiß, ob wir mit einem glänzenderen Geist, mit einer kräftigeren Gesundheit, mit einem angenehmeren Äußeren uns nicht ins Verderben gestürzt hätten! Wie oft war für jemand sein Talent und sein Wissen eine Gelegenheit, sich durch Selbstgefälligkeit und Verachtung gegenüber den anderen zu verderben! Einer solchen Gefahr sind diejenigen um so mehr ausgesetzt, die in besonderer Weise mit geistigen Fähigkeiten ausgestattet sind. Wie vielen wurde die körperliche Schönheit zum Verderben, so daß sie in zahlreiche Verbrechen fielen! Und wie viele andere hat der Reichtum, die Gesundheit und die Anziehungskraft ihres Aussehens in die Hölle geführt! Und wie viele gibt es dagegen, die dank ihrer Armut und ihrer Krankheiten und ihrer Unansehnlichkeit die Heiligkeit erreicht haben und zum ewigen Heile gelangt sind!

Ja, begnügen wir uns mit dem, was Gott uns gegeben. Denn „eines nur ist nötig“, und dieses Einzige, das nötig ist, das ist nicht, daß man jemand gefällt, noch, daß es einem gut geht, noch daß man eine lebhafte Intelligenz hat, das einzig Wichtige ist, seine Seele zu retten.

 

 

Beitrag hören
Bewerten Sie den post

Zum Download für Abonnenten geht es hier:

Translate

Werbung

Letzte Beiträge

Letzte Beiträge

Kommentare

Top Beiträge

Weniger Pfingsten – weniger Gnaden
Carol Byrne, Die Pfingstoktave zerstören (73.2 von 110)
Höffner, Meisner, Woelki oder Köln ist überall
Septem Dolorum Beatae Mariae Virginis – Sieben Schmerzen Mariä - Freitag vor Karfreitag
Sabine Töpfer: Zehn Jahre als Auxiliarin beim Opus Dei
Fürstin Glorias Rückzieher oder am Kaninchenzüchterwesen mag der deutsche Hochadel genesen

Archive

Gesamtarchiv
Monatsarchive

Beitrag teilen

Werbung

UNSERE pRODUKTE

Werbung

Spenden

Ihre Paypal-Spende

Möchten Sie uns unterstützen? Wählen Sie einen Betrag. Bei der Übernahme der Paypal-Gebühren kommt mehr bei uns an. Vergelt's Gott, wir beten für Sie!

€10,00

Blogstatistik

Kommentar- und Printfunktion nur für Abonnenten.

  • 584.903 Besuche

You cannot copy content of this page

error: Content is protected !!