Katholische Engellehre: (30). Die bösen Geister, ihre Sünde und ihre Sturz. (1) Es gibt böse Geister.

I. Es gibt böse Geister. De fide

Die Existenz der Dämonen, der Teufel, der bösen Geister, der gefallenen Engel ist ein Dogma. Dies ist dogmatisch genauso sicher, wie das, dass Gott dreieinig und Christus auferstanden ist. Dabei gibt es kaum eine Glaubenswahrheit, die mehr der Lächerlichkeit preisgegeben oder wenigstens verschwiegen wird wie die Existenz der Dämonen. Sie werden kaum eine Novus Ordo-Predigt hören, wo man sich nicht über den „mittelalterlichen Teufelsglauben“ lustig macht, einem Glauben, der, so der selbstzufriedene Pfarrer weiter,

„aus Unwissen resultierte, aus der Angst, aus der Bestrebung die inneren Zustände nach außen zu tragen und zu objektivieren“.

Es wird fälschlich behauptet, dass sowohl im Neuen Testament als auch in der kirchlichen Tradition Besessenheitsfälle mit psychiatrischen Erkrankungen verwechselt wurden und das, wofür wir heute die Psychiatrie haben, damals,

„in der dunklen mittelalterlichen Zeit mit Exorzismus therapiert wurde“.

Es lässt sich nicht feststellen, wie viel Unwissenheit oder bewusste Desinformation hinter solchen Behauptungen stecken. Es lässt sich aber feststellen, dass hinter solchen Ansichten sich die Dämonen selbst verbergen, welche ihre Existenz, wie alle Geheimdienste, verleugnen und nicht preisgeben wollen.

Dämon oder Krankheit?

Denn schon die oberflächliche Lektüre der Einführung zum Exorzismus des Rituale Romanum, und zwar der „Normen, die zu beachten sind bei denen, die man vom Dämon exorzisiert“[1] zeigt deutlich, dass es sich bei den Symptomen von Besessenheit nie und nimmer um Krankheiten oder psychiatrische Fälle handeln kann, da die Symptome ganz anders sind. Bei welchen psychiatrischen Erkrankungen, wie es die Norm Nr.3 des Exorzismus anführt:

  • Redet man in unbekannten Sprachen?
  • Kann entfernte und verborgene Dinge offenbaren?
  • Hat Kräfte, die das Alter und die Verfassung der Natur überschreiten?

Die 21 Normen des Rituale geben jedoch nur die gröbste Anzeichen der Besessenheit an. Um etwas mehr und genauer zu erfahren, muss man exorzistische Traktate wie die von Pater Canido Broglio[2] oder von Pater Hieronymus Menghi OFM[3] aufmerksam lesen. Brognolo stellt insgesamt 96 Zeichen von Besessenheit zusammen, darunter 30 sichere und 66 mutmaßliche, alles schön nach den Vermögen des Menschen (Intellekt, Vorstellungskraft, sinnliche Vermögen etc.) geordnet. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat vor diese Zusammenstellung zu übersetzen, sodass wir alle bald näheres darüber wissen können, denn Sie können davon ausgehen, dass ihr Pfarrer keine Ahnung davon haben wird. All diese Symptome haben das eine gemeinsam, dass sowohl paranormale Symptome als auch solche, die natürlich sein können, wie plötzlich auftretende Krankheiten, auf das Sacrum (Gebete, Sakramentalien) reagieren. So hatte eine Leserin von DSDZ unerklärliche Magenprobleme. Alle ärztlichen Untersuchungen zeigten jedoch, dass sie völlig gesund war. Keine Behandlung schlug an. Die Magenprobleme verschwanden erst dann, als sie anfing ihr Essen vor dem Verzehr mit Weihwasser zu besprengen. Vergaß sie es, so kehrten die Probleme wieder. Liest man die Zusammenstellung von Pater Brognolo, der diese Symptome in seiner langen Exorzisten-Karriere zusammengestellt hat, so kann man sich fragen, ob es Auffälligkeiten, Krankheiten oder Begebenheiten gibt, die rein natürlichen Ursprung sind. Aber es ist wirklich wie in der Medizin. Kann man eine Krankheit nicht diagnostizieren, dann bleibt sie unentdeckt und unbehandelt. So bleiben sehr viele dämonische Einflüsse unentdeckt und unbehandelt, da unsere lieben Geistlichen seit mindestens 300 Jahren keine Ahnung haben.

Paranormale Phänomene, wie Spukphänomene oder starke Umsessenheit, wie Telekinese, Dämonenerscheinungen, tätliche Angriffe von Dämonen sind nach wie vor selten, da aber immer mehr Menschen sich mit dem Okkulten und dem Esoterischen befassen, so ist diese Anzahl steigend.

Eigene Erfahrung

Es bleibt festzuhalten, dass alle Menschen, nicht nur die Getauften, nicht nur die nach Heiligkeit strebenden, dämonischen Angriffen unterworfen sind. Dennoch sind diese Angriffe dermaßen gut in unseren Alltag integriert, dass wir es nicht wissen, was die eigentliche Ursache ausmacht: das Natürliche oder das Paranormale. So weiß DSDZ nicht, ob seine unentwegten Software- und Internetprobleme, die nur im Zusammenhang seiner religiösen Tätigkeiten auftreten, natürlichen oder paranormalen Ursachen geschuldet sind. Nehmen wir diese Woche und es ist erst Donnerstag.

  1. Am Montag kam DSDZ die Idee die Heiligenlebensläufe des Breviers per Diktierprogramm zu diktieren. Er diktierte zwei Lebensläufe beim dritten aber traten unerklärliche Schwierigkeiten auf. Das Diktierprogramm konnte sich auf einmal mit Microsoft Word nicht verbinden. Kein Diktieren war möglich.
  2. DSDZ sah die Meldung, dass die „Add-Ins von Microsoft Word“ nicht geladen werden können. So dachte er an ein Softwareproblem der Diktiersoftware.
  3. Er rief den Support der Diktiersoftware an, wo man ihn bat, in seinen Word-Einstellungen die „Optionen“ anzuklicken. Obwohl die „Optionen“ einen normalen Reiter ausmachen, funktionierten sie leider nicht. Der Support der Diktiersoftware bat zuerst den Support von Microsoft anzurufen und die Sache der „Optionen“ zu klären.
  4. DSDZ schaute, bevor er den Support von Microsoft anrief, ob die „Optionen“ funktionieren. Sie taten es nicht, funktionierten aber auf einmal als er schon zum Support durchgestellt wurde.
  5. Die Software Add-Ins des Diktierprogramms waren in den „Optionen“ von Microsoft Word aktiv und richtig gesetzt. Das Diktierprogramm funktionierte dennoch nicht und sandte zuerst die vorherige Meldung, danach aber nicht mehr.
  6. Der Microsoft Support untersuchte den Rechner von DSDZ und fragte, ob sein Diktiermikrofon auch wirklich funktioniere. Das Mikrofon wurde mit einem anderen Programm verbunden und funktionierte nicht. Nach dem Auswechseln des Mikrofons war das Diktieren wieder möglich.
  7. Gestern am Mittwoch als DSDZ das Layout seines polnischen Blogs bearbeitete, funktionierte auf einmal das Speichern der Edition nicht. Nach einer Weile funktioniert es wieder.
  8. DSDZ stellte fest, dass die Homepage dieses Blogs nicht die die eigentliche Homepage, sondern eine andere ist, obwohl er nichts umgestellt hatte.
  9. Nach langem Hin und her mit dem Support diesmal von WordPress wurde das Löschen von Cache vorgeschlagen, was das Problem löste.
  10. DSDZ stellte gestern auch fest, dass er in dem Incognito Modus eine ganz andere Ansicht hat als in dem normalen Modus, da der Incognito Modus die Veränderungen erst nach einer Zeit von 2-3 Minuten zeigt.
  11. Am Ende der gestrigen Tätigkeiten sperrte sein eigener Blog DSDZ aus, sodass er sich mit keinem Passwort einloggen konnte.

Sollten Sie auch informatisch nicht bewandert sein, so werden Sie feststellen, dass es sich um eine unerklärliche Häufung von Zwischenfällen handelt, die schwer erklärbar sind. Und so ergeht es dem armen DSDZ beinahe täglich, seit Jahren, sodass er öfters versucht ist seine informatische Flinte ins Korn zu werfen. Dinge, die normal funktionieren, funktionieren auf einmal nicht, niemand weiß warum. Auf einmal fangen sie wieder zu funktionieren an, obwohl keine Tätigkeiten am System oder am Rechner durchgeführt worden sind. Was aber dazwischen passierte, war das flehentliche Beten des Johannesprologs („Am Anfang war das Wort …“), Der antidämonisch sehr wirksam ist.

Obwohl DSDZ seit 1993 mehr oder weniger intensiv mit Computern zu tun hat, fingen diese Probleme erst dann an, als er seine beiden Blogs zu kommerzialisieren anfing. Der Teufel gönnt ihm nichts und nicht nur der Teufel. DSDZ beschloss aus der Not eine Tugend zu machen und arbeitet derzeit Teilzeit bei einem technischen Support, wo er die informatischen Probleme anderer Leute löst, mehr oder weniger erfolgreich. Er hofft auf diese Art und Weise seiner Probleme Herr zu werden, denn die Fachleute von WordPress muss man wirklich schrittweise anweisen und ihnen sagen, was und in welcher Reihenfolge sie zu tun haben. Soviel zu Fachkräften.

Sie werden, liebe Leserinnen und Leser sicherlich auch in ihren Leben Bereiche finden, die unerklärlich sind. Haben Sie solche Erlebnisse nicht, dann bedeutet das, dass sich der Dämon noch nicht offenbart, weil Sie keine Bedrohung für ihn darstellen. Es liegt an Ihnen es zu ändern.

Fazit

Ja, es gibt die gefallenen Engel, und zwar so real wie es Pilze, Viren, Bakterien und Krankheiten gibt. Man kann ihre Existenz nicht abstellen, sondern an seinem eigenen Immunsystem arbeiten, um ihre Angriffe schultern zu können. Man braucht vor den Dämonen keine Angst zu haben, sondern man soll sie aktiv bekämpfen. Sie sollen mehr Angst vor uns haben als wir von ihnen. Höchstens können sie uns den Strom abstellen oder 25 % unserer Beiträge löschen, wie es am 11. Juli wieder mal DSDZ passiert ist. Jemand löschte über 700 seiner Beiträge auf dem polnischen Blog und über 900 Kommentare und das System sagte, dass DSDZ selbst war, der es natürlich nicht gewesen ist. Nach langem hin und her war eine Wiederherstellung möglich und der Kampf geht weiter. Bei all seinen Abenteuern weiß DSDZ mehrere Dinge:

  • alles kommt wieder in Ordnung,
  • es gibt kaum bleibende Schäden,
  • man verliert Zeit,
  • man verliert Geld, aber kleine Beträge,
  • man verliert Nerven,
  • man verzweifelt an sich und hinterfragt seine eigene Kompetenz und Zurechnungsfähigkeit.

Man hat also keinen Grund sich davor zu fürchten, denn wenn Gott es zulässt, dann dauert es so lange wie es Gott gefällt. Denn der Dämon ist der Sparringpartner in unserem geistlichen Kampf. Ohne Sparring keine kämpferischen Fähigkeiten und keine Form. Wir sind die kämpfende Kirche und haben zu kämpfen.


[1] Rituale Romanum, Titulus XII: De Exorcisandis Obsessis a Daemonio, Caput I : Normae observandae circa exorcisandos a damonio, Rom 1957, 839-843.

[2] Brognolo, Manuale exorcistarum ac parochorum. Hoc est Tractatus de curatione, ac protectione divina, Art. V., In signis malefic. cognosendis. Ex loquela 3, Bergomum 1651, 87.

[3] Menghi, Aureus tractatus exorcismique pulcherrimi et efficaces in malignos spiritus effugandos de obsessis corporibus Bologna, G. Rossi, 1573; ders. „Compendio dell’ arte essorcistica, et possibilita delle mirabili, & stupende operationali delli demoni, e dei malefici. Con li remedij opportuni alle infirmata malefici”, Bologna, G. Rossi, 1576; ders.  Flagellum daemonum, Bologna 1577; ders. Fustis daemonum, adiurationes formidabiles, potentissimas et efficaces in malignos spiritus fugandos de oppressis corporibus humanis…complectens, Bologna, G. Rossi, 1584; 7 Ausgaben zwischen 1584 – 1708.

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(4) Kommentare

  1. Maria Magdalena sagt:

    Kann ich bestätigen. Ich habe soeben mein Passwort zurücksetzen lassen, weil ein Login seit gestern (zum wiederholten Male) nicht möglich war.
    Es war dieser Beitrag, den ich lesen wollte – aber scheinbar nicht sollte…
    Nun bin ich nur eine Leserin. Und meine Verzweiflung hält sich sehr in Grenzen. Als “Schreiber dieser Zeilen” hätte ich die Flinte schon längst ins Korn geworfen.
    Aber tun Sie das blos nicht!!! Wie sie sagen: Wir sind die kämpfende Kirche und haben zu kämpfen!

    1. Traditio et Fides sagt:

      Ja, DSDZ Hat ein paar Dämonen mehr auf dem Rücken und das besagte Mikrofon funktioniert in einem anderen Programm problemlos. Und das ist der Alltag!

  2. Maria Magdalena sagt:

    Sie werden es nicht glauben (sie werden es doch glauben): Während der letzten Stunde, in der ich die Beiträge 7 – 9 über die Acedia gelesen habe – oder lesen wollte – ist bei uns dreimal die “Sicherung rausgeflogen”.
    Jetzt melde ich mich ab.
    Bis bald wieder. 🙂

    1. Traditio et Fides sagt:

      Das ist ein Kompliment! Ich glaube es.

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