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Die „Benedikt-Blockade“ oder warum Franziskus keine Standesgnade hat

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Zwei Prämissen

Obwohl der folgende Beitrag allen Benedikt-Fans das Herz brechen wird, so liegt die Verantwortung für das gesamte Bergoglio-Pontifikat im Allgemeinen und für Traditionis Custodes im Besonderen bei Benedikt XVI.

Und warum?  Weil er nicht richtig zurückgetreten ist.

Wir gehen hier von zwei Prämissen aus:

  1. Metaphysische Wirklichkeit ist objektiv
  2. Das Unmögliche passiert nicht

Ad 1. Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass die metaphysische Wirklichkeit, das also, wie die Dinge an sich sind (Proton ist Proton, Stein ist Stein, Hund ist Hund), nicht davon abhängt, ob man jemanden mag oder es nicht tut oder davon, dass die Menschen diese Wirklichkeit formen oder ihr zustimmen. Man ist Papst, wenn man Papst ist und nicht deswegen, wenn viele einen für den Papst halten.

Ad 2. Eine weitere Prämisse unserer Überlegungen ist diese, dass das, was möglich ist („Es ist möglich, dass ein Vogel fliegt“), passiert („Vogel fliegt“), was jedoch unmöglich ist („Es ist unmöglich, dass ein Elefant fliegt“), passiert nicht („Elefant fliegt nicht“). Wenn also etwas dauernd nicht passierte („Elefanten flogen nicht“), dann deswegen, weil es unmöglich war. Wenn etwas passiert, dann deswegen, weil es möglich ist.

Standesgnade als Hinderungsgrund

Das Papstamt ist von Christus selbst mit einigen Vorrechten ausgestattet, unter anderem mit der Assistentia negativa, über die wir schon mehrmals geschrieben haben. Die Dogmatik von Ott, fasst es sie wie folgt auf:

„Der Hl. Geist hält den Träger des obersten Lehramtes vor einer falschen Entscheidung zurück (assistentia negativa) und führt ihn, wenn und soweit es nötig ist, durch äußere und innere Gnaden zur rechten Erkenntnis und Vorlage der Wahrheit hin (assistentia positiva). Der göttliche Beistand entbindet den Träger der unfehlbaren Lehrgewalt nicht von der Verpflichtung, sich mit natürlichen Mitteln, besonders durch Studium oder Offenbarungsquelle, um die Erkenntnis der Wahrheit zu bemühen. (Vgl. DH 3069 f.)[1]

Die Assistentia negativa kommt einem Papst im höchsten Maße beim Kathedralurteil zugute. Sie hindert ihn aber auch vom schweren dogmatischen Irren im ordentlichen Lehramt, natürlich je nach seiner eigenen Mitarbeit mit dieser Standesgnade. Es bleibt demnach festzuhalten:

Kein Papst von Anbeginn der Kirche hat so viele Häresien, wie Franziskus in seinem Pontifikat, verbreitet

Und warum? Weil sie Päpste waren und sie ihre Standesgnade davor schützte.

Weil Bergoglio kein Papst ist, deswegen hat er keine Standesgnade und nichts hält ihn davor zurück Häresien zu verbreiten und die Kirche zu schänden. Aber der Grund für die fehlende Standesgnade liegt woanders:

Weil Benedikt immer noch Papst ist, so blockiert er die päpstliche Standesgnade für Bergoglio.

Anders formuliert: Franziskus ist nicht geschützt, weil er keine Standesgnade, samt Assistentia negativa, erhalten hat. Wenn es keine zwei Päpste geben kann, dann gibt es nur eine Gnadenausstattung. Ein lebender Papst „blockt“ die Standesgnade für einen eventuellen Gegenpapst. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) nimmt an, dass, falls Benedikt vor der Wahl Bergoglios gestorben wäre oder richtig abgedankt hätte, Bergoglio ein tatsächlicher Papst von Anbeginn an gewesen wäre, mit all der schützenden Standesgnade ausgestattet. Es wäre ihm also unmöglich oder wenigstens viel schwieriger gewesen in Häresien zu verfallen. Deswegen müsste er unkanonisch, siehe die Malachias-Weissagung, bei einem noch lebenden Papst, gewählt werden, damit bei ihm die Standesgnade nicht greift.

Ist denn die Assitentia negativa etwas Reales?

Ja, das ist sie, weil keine Päpste vor Franziskus, von denen einige noch unmoralischer waren als er,  ständig Häresien von sich gaben. Sie taten es deswegen nicht, weil sie anscheinend etwas zurückgehalten hat. Sie konnten ständig keine Häresien verbreiten, wie die Elefanten aus unserer zweiten Prämisse, nicht fliegen konnten. Sie konnten zwar im Privatleben schwer sündigen, aber nicht als Päpste durch Häresien die Kirche zerstören.  

Wenn wir davon ausgehen, dass:

  1. es Gott gibt,
  2. Christus Gott ist und war,
  3. Christus seine Kirche gegründet und übernatürlich ausgestattet hat,
  4. dann muss es eine spezielle Absicherung des Papstamtes geben,
  5. was mit der zusätzlicher Gnade (der Primatgnade) zusammenhängt,
  6. die jeder kanonisch gewählter Papst erhält,
  7. und welche im Ex Cathedra-Urteil ihren Höhenpunkt findet.

Eine Gnaden-Blockade?

Weiß Benedikt, dass er Bergoglio die Amtsgnade blockiert?

Darauf gibt es zwei mögliche Antworten:

  1. Er weiß es, er ist mit Absicht nicht zurückgetreten, um die Standesgnade zu „blockieren“, weil er ein Teil des Komplotts ist.
  2. Er weiß es nicht, weil seine Ansichten über das Papsttum dermaßen verworren sind, dass er einem „wesentlichen Irrtum“ (Kann. 188) unterliegt, was seinen Rücktritt ungültig macht.

DSDZ hält die Antwort 2 für wahrscheinlicher, schließt aber die Antwort 1 nicht gänzlich aus.

Ad 1.

Benedikt/Ratzinger ist einer der letzten „Konzilstheologen“ und gehört denjenigen modernistischen Theologen an, welche die jetzige Situation der Apostasie verantworten. Er gehört also immer dazu und machte deswegen Karriere, weil er mit Establishment des Progressivismus dazugehörte. Man kommt nicht an die Spitze der Kirche, ohne sein Leben lang eine breite Unterstützung erhalten zu haben. Als Kardinal Martini am 31. August 2012 zu Benedikt sagte:

Du musst zurücktreten!

Freundliche Begrüßung

dann kann Martini eine Machtgruppe, die St. Gallen-Mafia zum Beispiel, vertreten haben, die Benedikt übergeordnet war. Sie haben ihn an die Macht gehoben und sie verlangen, dass er unkanonisch zurücktritt, damit sein vorbereiteter Nachfolger – Bergoglio – über keine Standesgnade verfügen kann. Falls es diese übergeordnete Machtgruppe im Vatikan gab und gibt, dann besteht sie aus Satanisten oder Okkultisten, die ein feines Gespür für die Umkehr der spirituellen Macht haben und ganz genau wissen, was die Gnade hindert und was es nicht tut. Falls Benedikt dieser Gruppe angehörte oder von ihr abhängig war und ist, denn stimmt wirklich das, was der schöne Monsignore Georg Gänswein sagte,

„zwischen Benedikt und Franziskus passt kein Blatt Papier“.

Daher ist der Gegensatz zwischen dem „guten, konservativen Benedikt“ und dem „bösen, liberalen Franziskus“, den uns so gerne Herr Nardi von katholisches.info und andere konservative Medien vor Augen halten, nur Kayfabe, d.h. eine scheinbare Gegnerschaft, die ein verstecktes Einvernehmen ist. Benedikt wurde nur deswegen gewählt, um nach einem kurzen „ästhetisch-konservativen Pontifikat“ die fehlende Standesgnade für Bergoglio zu garantieren, dessen Pontifikat, das keins ist, die Hauptsache aus der Sicht dieser übergeordneten Machtgruppe darstellte.

Denn ohne die Benedikt-Blockade wäre die Standesgnade auf jeden seiner Nachfolger übergegangen, und zwar:

  • wenn Benedikt gestorben wäre,
  • wenn er richtig abgedankt hätte.

Anders ausgedrückt:

Um die fehlende Assistentia negativa zu garantieren, muss es einen richtigen „Parallel-Papst“ geben.

Ad 2.

Liest man Ratzingers Werke, insbesondere diejenigen, aus den 1970-gern Jahren, wo er eine „Transformation“ des Papsttums plant, was sehr schön Ann Barnhardt herausstellte, dann weiß man, dass Benedikts Ansichten über das Papstamt nicht katholisch sind, er tatsächlich im guten Glauben irrt und „ein erweitertes Papstamt“, siehe Gänsweins Rede im Gregorianum, für möglich hält. Schauen wir uns die Hauptpassage dieser Rede an:

Seit der Wahl seines Nachfolgers Franziskus am 13. März 2013 gibt es also keine zwei Päpste, aber de facto ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber. Darum hat Benedikt XVI. weder den weißen Talar noch seinen Namen abgelegt. Darum ist seine korrekte Anrede auch heute noch „Heiliger Vater“ (in Italiano: Santità), und darum zog er sich auch nicht in ein abgelegenes Kloster zurück, sondern in das Innere des Vatikans – als sei er nur beiseitegetreten, um seinem Nachfolger und einer neuen Etappe in der Geschichte des Papsttums Raum zu geben, den er mit diesem Schritt bereichert hat um das Kraftwerk seines Gebets und Mitleidens in den Vatikanischen Gärten.

Stammt diese Rede tatsächlich, wie man annimmt, von Benedikt, dann irrt er leider, denn es gibt nur das Papsttum, das es gibt. Man kann es nicht eigenmächtig anbauen oder erweitern, auch wenn Ratzinger/Benedikt es für möglich hält.

Glaubt denn Benedikt an die päpstliche Standesgnade? Wohl kaum.

Das ist recht unwahrscheinlich, dass er daran glaubt. wenn man seine Schriften kennt. Er hält es wohl für eine Metapher, für Humbug, für etwas, was man „in unsere Zeiten hinein übersetzen muss“. Vielleicht kommt ihm diese Idee mit dieser Blockade gar nicht in den Sinn, was nicht daran ändert, dass sie dennoch stattfindet. Sollte er es auch wissen, dass er die Standesgnade für Bergoglio blockiert, dann ist er viel zu bequem etwas daran zu ändern, was jetzt auch nicht geht.

Würde Benedikt jetzt sterben, würde die Standesgnade nicht automatisch auf Bergoglio übergehen?

Darüber kann man streiten, denn es gibt keinen Präzedenzfalls. Father Z. meint „ja“, DSDZ meint „nein“. Und warum?

Weil die päpstliche Standesgnade nur demjenigen zukommen kann, der kanonisch zum Papst gewählt wurde.

Bergoglio wurde nicht gültig zum Papst gewählt, weil Benedikt bei seiner Wahl immer noch Papst war und es weiterhin ist. Bergoglio ist ein Bischof und Kardinal, der von vielen für den Papst gehalten wird, aber er ist kein Papst. Würde Benedikt jetzt sterben, dann gäbe es weiterhin keinen Papst im Rom und wir hätten eine Sedisvakanz. Aber die übergeordnete Gruppe ist sich in diesem Punkt wohl auch nicht sicher und deswegen hält sie den Benedikt so lange am Leben. Die beste Lösung bestünde darin, dass beide – Franziskus und Benedikt – zeitgleich oder kurz nacheinander sterben würden und man dann einen richtigen Papst wählen würde. Dann könnten wir sehen, ob er den bergoglianischen Zerstörungskurs überhaupt fortsetzen könnte oder ihn etwas daran hindern könnte. Wir werden es irgendwann mal sehen.


[1] Ott, Ludwig, Grundriss der Dogmatik, Bonn 201011, 406.

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