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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage I – Allerheiligen

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Predigtext des Kirchenvaters

Vierte Lesung

Predigt vom heiligen Priester Beda dem Ehrwürdigen. Heute begehen wir, Geliebteste, mit einer freudigen Feier die Festlichkeit von allen Heiligen; und über deren Gemeinschaft frohlockt der Himmel, über deren Fürbitte freut sich die Erde, mit deren Triumphen wird die Kirche umkränzt; und deren Streit für den Glauben ist, je mehr Mut er zeigt im Leiden, desto feierlicher in der Ehrung; denn wenn der Kampf größer wird, wird auch größer der Ruhm der Kämpfenden, und der Triumph des Martyriums wird durch die vielfache Art der Leiden mehr geziert; und infolge der schlimmen Peinen sind auch bedeutender die Belohnungen gewesen. Denn unsere Mutter, die katholische Kirche, die auf dem ganzen Erdkreis weit und breit sich ausdehnt, hat es an ihrem Haupte Jesus Christus gelernt, Beschimpfungen, Kreuz und Tod nicht zu fürchten; und immer mehr gekräftigt, hat sie allen, die als eine erlauchte Schar der peinigende Kerker umschloß, in stets sich gleichbleibender Wärme, die Kraft wirkt zur Durchführung des Kampfes, das Verlangen nach Siegesruhm eingegeben.

Fünfte Lesung

Oh wahrhaft glückselige Mutter Kirche, die der durch göttliche E.rbarmung geschaffene Ruhm derartig umleuchtet, die das Blut der Märtyrer erzielt, die die weiß schimmernde Jungfräulichkeit in ihrer unverletzten Treue unkleidet. Ihrem Blütenschmuck fehlen weder Rose noch Lilien. So mögen nun, Geliebteste, die einzelnen in den Wettstreit eintreten, auf da sie sich zu beiden Ehrungen eine möglichst weitreichende Würdigkeit aneignen, zu den Kränzen nämlich, entweder zu den durch Jungfräulichkeit verdienten weißen, oder zu den für leidensvollen Tod gewährten purpurroten. Im himmlischen Lager hatte die Friedenszeit und die Kriegszeit ihre eigenen Blumen, mit denen die Streiter für Christus umkränzt werden.

Sechste Lesung

Gottes unaussprechliche und unermessliche Güte hat auch dafür gesorgt, dass er die Zeit der Mühen und des Kampfes nicht sehr ausdehnte, und nicht langgemachte oder gar ewig, sondern kurz und, um sozusagen, einen Augenblick dauernd. Dass es in diesem kurzen und winzige Zeit dauernden Leben Kämpfe und Mühen gibt, in jenem aber, dass ewig ist, Krönungen und Belohnungen für Verdienste, dass die Mühen schnell ein Ende nehmen, die Belohnungen für die Verdienste aber ewig bleiben; dass sie nach dem Dunkel dieser Welt ein gar hell schimmerndes Licht schauen und eine über die Schmerzhaftigkeit aller Leiden hinausragende Seligkeit erhalten, wie der Apostel dies bezeugt, wo er sagt: Nicht des Vergleiches wert sind die Leiden dieser Zeit gegenüber der nachkommenden Herrlichkeit, die an uns offenbar werden wird.

Evangelium vom Fest Allerheiligen

Mt 5, 1 – 12

Als aber Jesus die Schaaren sah, stieg er den Berg hinan, und als er sich niedergesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

Selig die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich! Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land besitzen!

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden!

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättiget werden!

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!

Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen!

Selig die Friedfertigen; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden!

Selig, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, denn ihrer ist das Himmelreich!

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen, und alles Böse mit Unwahrheit wider euch reden um meinetwillen! Freuet euch, und frohlocket! Denn euer Lohn ist groß im Himmel! Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Wenn gefragt wird, was der Berg zu bedeuten Harburg weg, so bezeichnet er, falls man recht versteht, die wichtigeren Vorschriften bezüglich des rechten Handelns; denn geringer waren sie, die den Juden gegeben worden sind. Doch hat ein und derselbe Gott durch die heiligen Propheten und seine Diener entsprechend der ganz ordnungsgemäßen Einteilung der Zeiten geringere Gebote dem Volke gegeben, dass man noch mit der Angst festbinden musste, und durch seinen Sohn wichtigere dem Volke, bei dem es passende war, es aufgrund der Liebe zur Freiheit zu führen. Wenn aber Geringeres den geringeren, größeres den größeren auferlegt wird, so wird dies von dem auferlegt, der es allein versteht, zur passenden Zeit die menschlichen Geschlechter die ihm zukommende Arznei zu bieten.

Achte Lesung

Und es ist nicht zu verwundern, dass bedeutendere Gebote und des himmlischen Reiches willen gegeben werden und geringere gegeben wurden um des irdischen Reiches willen, von einen und demselben Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Von dieser Rechtschaffenheit, die die andere überragt, heißt es beim Propheten: „deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes;“ und dies zeigt gut der Umfang, dass von dem einen Lehrer, der allein zum Lehren so erhabener Dinge geeignet ist, die Belehrung auf einem Berge gehalten wird. Er lehrt aber „sitzend“, und das bezieht sich auf die Würde der Lehrtätigkeit. Und „es treten an ihn einer seinigen Kirche heran“, damit zum anhören seiner Worte die eigenen diejenigen auch körperlich näher sein, die an Bezug auf die Erfüllung der Gebote nach dem Geiste nach nie erstanden. „Und er elf und eröffnete seinen Mund und lehrte sie also.“ Dieser Ausdruck, in dem geschrieben steht: „und eröffnete seinen Mund“, deutet vielleicht durch den längeren Ausdruck selbst an, dass die Ansprache etwas längeren sein werde; wenn ich vielleicht das annehmbar ist, dass es jetzt heißt, es hätte seinen Mund geöffnet, weil er im alten Bunde selbst den Mund der Propheten zu öffnen pflegte.

Neunte Lesung

Was also sagt er damit: „selig sind, die im Geiste arm sind, denn ihnen gehört das himmlische Reich?“ Wir lesen ein Schriftwort über das Streben nach zeitlichen Dingen: alles ist Eitelkeit und Verwegenheit des Geistes.“ Verwegenheit des Geistes aber bezeichnet Kühnheit und Hochmut. Für gewöhnlich sagt man von dem hochmütigen, dass sie einen sich über erhebenden Geist haben; und mit Recht, weil das Wort Spiritus Aufwind reißt. Darum steht geschrieben: „Feuer, Hagel, Schnee, Eis, Sturmwind.“ Wer aber sollte nicht wissen, dass die stolzen auch aufgeblähte heißen, gleichsam durch Wind auseinander gespannter? Darum steht auch beim Apostel das Wort: „die Wissenschaft tritt auf, die Liebe aber baut.“ Doch hier für den ich hier richtig als arm im Geiste die demütigen und die Gottesflüchtigen verstanden, d. h. solche, die keinen sie aufblühenden Geist haben.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott, Du lässest uns die Verdienste aller Deiner Heiligen zusammen in einer Feier verehren; da bitten wir Dich nun: Schenk uns auf die Bitten so vieler Fürsprecher die ersehnte Überfülle Deiner Gnade. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 1228 – 1229

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