Der heilige Kajetan und die schlechten Päpste

Um die heutige kleine Sankt Kajetan-Beilage abzurunden, sei hier erwähnt, dass der heutige Heilige fast unter den mit schlimmsten Päpsten der Kirchengeschichte sein Leben fristete. Dennoch wussten dieser schlechten Päpste ihn aufgrund seiner Heiligkeit zu befördern und nicht zu behindern.

So war Julius II. (1503-1513) ein vitaler Lebemann von politischer und militärischer Begabung, Vater von drei Töchtern, ferner noch bisexueller Knabenliebhaber – Päderast. Wir zitieren hierzu Wikipedia:

Als vitaler Tat- und Machtmensch selber durch vorherige Absprache auf den päpstlichen Thron gelangt, verbot er unter schweren Kirchenstrafen für die Zukunft (erfolgreich) den Erwerb des Papstthrones durch Simonie. Am 26. November 1503 wurde er zum Papst gekrönt, den Tag hatte er sich von Astrologen festlegen lassen.[2] Der Papstname ist eine Abwandlung des Vornamens Julianus, soll möglicherweise aber auch an Julius Caesar erinnern, bewusst kontrastierend zum Vorgänger. Der persönliche Lebenswandel des „Kriegers“ und Päderasten Julius, der an der Geschlechtskrankheit Syphilis litt,[3] galt zwar nicht als fromm, aber als im Amt moralisch anständig.

Er war also weltlich, ausschweifend, litt an Syphilis und war ein Päderast und dennoch weihte er einen Heiligen zum Priester.

Der nächste Papst Clemens VII. (1523-1524) war noch schlimmer oder wenigstens nicht besser, er hatte eine Affäre mit einer Sklavin und galt trotzdem als ein erklärter Sodomit. Wir zitieren dazu Roberto de Mattei, der über Sacco di Roma schreibt:

Clemens VII. beauftragte Michelangelo mit dem Jüngsten Gericht in der Sixtinischen Kapelle, so als wollte er das Drama zur Abschreckung festhalten, das die Kirche von Rom in jenen Jahren erlitt. Alle verstanden, daß es sich um eine Strafe des Himmels handelte. Es hatte nicht Vorwarnungen gefehlt. Ein Blitz, der im Vatikan einschlug. Das Auftreten eines Eremiten, Brandano von Petroio, der von der Masse als „Narr Christi“ bezeichnet wurde, der am Gründonnerstag des Jahres 1527, als Clemens VII. im Petersdom die Menge segnete, schrie: „Bastard, Sodomit, für Deine Sünden wird Rom zerstört werden. Beichte und bekehre Dich, denn in 14 Tagen wird der Zorn Gottes über Dich und die Stadt kommen.“

Der Auftritt des Narren Christi im Petersdom spricht doch dafür, dass die Ausschweifungen des Papstes allgemein bekannt waren und dass die Redefreiheit im Renaissance-Rom doch weiter reichte als im heutigen Vatikan. Dieser Papst war es aber, der dem heiligen Kajetan die Ordensgründung erlaubte. Es ist natürlich öfters der Fall gewesen, um nicht zu sagen meistens, dass sündige Kirchenhierarchen Heilige förderten, um vielleicht auf diese Art und Weise ihre eigenen Sünden zu tilgen, zu sühnen oder wenigstens ein wenig zu verdecken. Während über die Lebensweise des Julius II. während seines Pontifikats DSDZ im Moment nichts Näheres bekannt ist, so können wir sicherlich davon ausgehen, dass Clemens VII. auch während seines Pontifikats ein aktiver Sodomit war, dass die Gläubigen es wussten und es sie störte. Wenn also diese beiden Päpste als Päpste diesem Laster frönten und wohl die halbe römische Kurie mit ihnen, so muss man sich fragen, warum sie damals nicht das Sacrum hassten und die Kirche zerstören wollten? Warum denn so anders als jetzt und direkt nach dem Konzil? Was hat sie trotz allem zum Guten geleitet? Die Amtsgnade? Die überlieferte Messe? Der fehlende Modernismus? Wie man daran sehen kann, resultiert nicht immer die gelebte schwere Sünde in der praktischen Kirchenzerstörung. Warum also jetzt? Was hatten diese schlechten Päpste, was Benedikt als Papst nicht hat und was Bergoglio als Gegenpapst niemals hatte? Warum waren Julius II. und Clemens VII. doch besser als Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul II.? Julius II. so schlimm er selbst auch gewesen ist, stellte doch tatsächlich den Gegenpol zu dem noch schlimmeren Alexander VI. dar, so dass gerade er die Wende zum Guten einleitete. Durch die Missetaten von Clemens VII. erfolgte das Sacco di Roma, worüber wir schon öfters schrieben, welches die Bekehrung des Renaissance-Roms bewirkte. Dieses Rom aber, das war nicht nur Nepotismus, Sodomie, Simonie, sondern auch Giftmord, Auftragsmord und politische Intrigen, von denen wir nicht zu träumen wagen. Warum waren die damaligen Päpste also dennoch anders und besser als die heutigen?

Und mit diesen Fragen begehen wir den St. Kajetan-Tag.

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